Zurück zum alten Plan mit neuen Experimenten

ENDLICH…

  • Urlaub
  • neues Essen aus meiner geliebten Rezeptsammlung genießen
  • Zeit für Kaffee-Experimente
  • wieder trainieren
  • neue Griffhilfen ausprobieren
  • Zeit zum Nähen
  • Fisch frisch zubereiten

Nachdem ich letzte Woche wie mit einem Schleudertrauma verbrachte, mich von Fressattacke zu Versagensdruck und zurück hangelte, bin ich nun seit gestern glücklich zurück in der alten Spur.

Der letzte Punkt auf der Liste ist zwar direkt schief gegangen, aber das hält mich nicht auf. UPS sollte am Samstag frischen Fisch zustellen, der Freitag frisch ausgenomen und abgeschickt worden ist. Aber UPS will nicht und fährt ihn lieber von Bautzen (Stadt in Sachsen) über Berlin (nicht in Sachsen) nach Leipzig (wieder Sachsen). So liegen meine frischen Fische, statt in meinem Magen nun in einem Paket herum, um morgen (hoffentlich noch immer gefroren) bei mir anzukommen. Wer hätte gedacht, dass es in einer Großstadt so schwer sein könnte, frischen Fisch zu bekommen.

Zeit zum Nähen heißt bei mir, Zeit, all die missglückten Experimente aufzutrennen und hoffentlich zu retten. Das ist total nervig, macht gar keinen Spaß und die ganze Zeit befürchtet man das Schlimmste. Paradoxerweise mache ich es trotzdem…Masochismus kann wohl ganz unterschiedliche Folgen haben.

Neue Griffhilfen! Slaine hat sie in einem Clip von Tim Budesheim gesehen, der sie sehr anpreist. Kurz darauf schlingt er mir ein Maßband um die Handgelenke und schwupps, kam zwei Tage später ein Päckchen für mich an. Andere bekommen Schmuck zum Valentinstag, ich bekomme Griffhilfen. Romantik ganz nach meinem Geschmack. 😀 Sinn des Ganzen ist, natürlich bessere Griffkraft, dabei aber ein schnelleres Anlegen zu ermöglichen als das ewige Herumgeschlinge bei herkömmlichen Zughilfen. Und es funktioniert wirklich gut! Bei der rechten Hand seht ihr, wie man sie benutzt. Man hat wirklich einen guten Griff und muss nicht viel Zeit mit Wickeln verbringen. Gestenr habe ich sie zum ersten Mal benutzt. Negativ aufgefallen ist mir, dass bei Rackdeads eine Ader am Handgelenk gequetscht wurde. Mit etwas veränderter Position wurde das besser. Außerdem hat das starre Innenteil etwas am Arm gescheuert. Da wird die Zeit zeigen, ob das besser wird, wenn es nicht mehr ganz so starr ist, oder ob ich mir noch etwas extra Polster einarbeite. Schwierig war es außerdem, mit den Hilfen die Wiederholungszahlen zu notieren. XD

Damit kommen wir auch schon zu den Kaffee-Experimenten. Vor einigen Jahren las ich ein Buch, das mich nachhaltig beeinflusste: „Homeland“ von Cory Doctorow. Es ist die Fortsetzung von „Little Brother“. Am Anfang des Romans befindet sich der Protagonist auf dem Burning Man Festival…einem Endzeit-Festival mitten in der Wüste. Fernab von allen Bequemlichkeiten der Zivilisation. Kein Strom, fließendes Wasser, kein Dach über dem Kopf…Mad Max-Atmosphere.
Kein Strom?
Also wie kommen wir denn nun auf Kaffee?
Na eben ohne Strom…der Protagonist beschreibt, wie er Cold Brew Coffee, bzw. Cold Drip Coffe macht. Seitdem saß diese Idee in meinem Hinterkopf mit dem Verweis „irgendwann man machen“.
Irgendwann war vorgestern.
Wie funktioniert es?

1. Cold Brew Coffee

  • 100g Kaffee grob mahlen
  • in einem Glas mit 800ml Wasser aufschütten
  • gut durchrühren
  • 12-24h bei Zimmertemperatur stehen lassen
  • durch einen herkömmlichen Kaffeefilter gießen
  • genießen

2. Cold Drip Coffee

  • man benötigt einen Dripper, Eiswürfel und natürlich frisch gemahlenen Kaffee
  • Kaffee etwas feiner mahlen
  • in den Dripper füllen
  • Eiswürfel obendrauf geben
  • warten, bis kein Eis mehr da ist

Fazit: Cold Brew und Cold Drip Coffee verhalten sich zu normalem Kaffee wie 90%ige Schokolade zu Vollmilch-Schokolade. Es schmeckt beides richtig intensiv nach stark verdichtetem Kaffee, aber nicht fies bitter oder sauer. Der Geschmack entfaltet sich nach und nach im Mund und bleibt noch lange auf der Zunge. Es ist, als würde man Kaffee-Bohnen lutschen. Oder Bohnen-Aroma. Da an ihn kalt trinkt, freue ich mich besonders auf den Sommer. Bei heißen Temperaturen wird der kalte Kaffee wunderbar sein. Doch auch jetzt schon ist er ein echter Genuss. Der Cold Brew ist wesentlich intensiver, kräftiger. Er schmeckt so, wie ich mir Espresso früher vorgestellt habe. Stark, aber ohne die Bitterkeit von Espresso.
Cold Drip schmeckt milder. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn beim ersten Mal noch sehr grob gemahlen hatte. Heute habe ich ihn feiner gemahlen, damit mehr ausgetropft wird. Wer es nicht ganz so stark mag, sollte wohl diese Variante probieren. Beides ist jedoch etwas für echte Fans von intensivem Kaffeegeschmack.

So viel für heute. Ich habe jedenfalls wieder Gefallen an den Sachen gefunden, die ich so tu. Die Waage wird für mich verbannt bleiben. Nun setze ich ganz auf Umfänge und den Spiegel. Das ist mehr Wert und macht mich nicht so „mad“.

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Auf Abwegen…

Ich sehe das Bild auf Facebook und denke sofort: Scheiße, das bin ich!

Was ist passiert? Seit über einem Jahr geht es hier nur voran, voran…immer mal im Bummelzug, aber voran. Doch seit Dezember ist damit Schluss. Als ob mit der 1-Jahres-Grenze ein stilles Ultimatum abgelaufen wäre.

Der Plan war, nochmal richtig Gas zu geben. Und den Plan habe ich umgesetzt. Der Januar lief sahnig! Nur die Waage spielte nicht mit. Und an dem Satz ist „nur“ die Bagatellisierung schlechthin.

Ich sitz hier und frage mich, wie es so weit kommen konnte und die Wahrheit steht mir klar vor Augen:

Der Zweifel hat mal wieder gesiegt. Es ist ein schmaler Grad vom trotzigen Stolz zum Gefühl, total zu versagen.

Januar lief gut und trotzdem gab es schon da die ersten Vorboten: Fressanfälle. Schon Mittags wusste ich: Das kann nicht gut ausgehen. Der innere Drang war wieder da, dieses unstillbare Verlangen. Und wenn ich gegen 16 Uhr die letzte geplante Mahlzeit gegessen hatte, war die Katastrophe längst im Gange.

Es ist furchtbar, das zu schreiben. Lieber schreibe ich über Erfolge, oder poste Bilder von all der Lebensfreude, die ich in letzter Zeit gefühlt habe.

Anfangs war es etwa ein Kontrollverlust pro Woche. Bei all dem Training, dem hohen Defizit und der Bewegung auf Arbeit hätte es dennoch für ein paar verlorene Kilos reichen müssen.

Hätte…

Hat es aber nicht. Das trieb mich Stück für Stück weiter in die Untiefen des Versagens. Und als Topping gab es dann eine Erkältung. Damit fiel der Sport weg. Da fast die gesamte Belegschaft flach lag, biss ich die Zähne zusammen und arbeitete weiter. Das hielt mich bei der Stange.

Doch diese Woche…ich weiß nicht warum. Irgendwann ist auch der letzte Rest „Tschakka“ verflossen und es blieb nur das monotone „sinnlos…sinnlos…sinnlos“ meines inneren Teufelchens übig. Vielleicht ist es passiert, als ich die Schnittmuster zurechtschnitt und beim Vermessen plötzlich wieder eine Größe 40 statt einer 36 herauskam. Vielleicht passierte es, als eine nervige Person wieder auf Arbeit auftauchte und ich feststellen musste, dass 100g komplexer Kohlenhydrate für diese Situation einfach nicht ausreichen. Vielleicht hätte mich mein Rezeptordner mit einem flotten Plan-Umschwung retten können, doch den hab ich meiner Kollegin geliehen, die seit Wochen krank Zuhause ist…

Nun hock ich hier auf einem Berg von Fragen:

  • Warum hab ich nicht abgenommen?
  • Wie kann ich neuen Schwung finden?
  • Wann fühle ich mich wieder besser?
  • Woran kann ich noch glauben?

 

Bio – von wegen besser!

Was stimmt eigentllich nicht mit den Bio-Eiern aus dem Supermarkt?

Egal ob Aldi, Rewe oder Kaufland. Die Bio-Eier sind von minderer Qualität.

  • Die Schale ist papierdünn und brüchig.
  • das Dotter ist blassgelb
  • das Dotter zerfließt bei der leichtesten Berührung
  • manchmal stinken die Pappen auch zum Himmel

Meine Mutter hat früher immer grüne Eier vom Bauernhof geholt. Mit Kacke und Feder dran. Als Teenager war mir das suspekt, also erklärte sie mir (als aufgewachsene Bauerntochter), dass man die Güte von Eiern anders bewerten sollte.

Eine harte Schale heißt, die Hühner bekommen ausreichend Kalk in der Nahrung.
Das Dotter muss sattgelb bis orange aussehen und darf nicht gleich zerfließen. Dann kann man davon ausgehen, dass das Huhn gut ernährt wird.

Ratet mal, welche Eier ich nur noch in der Not kaufe…

Das Foto habe ich geschossen, als ich zufällig zwei Packungen brauchte.
Links sieht man die Bio-Dotter vom Rewe (ich brauchte für ein Rezept getrennte Eier, daher fehlt das Eiklar). Aber wie gesagt, Kaufland, Aldi und Rewe nehmen sich da nichts.

Rechts ist eine regionale Marke mit Bodenhaltung. Günstiger als die Bio-Eier und für mich ganz klar die bessere Wahl.

Habt ihr auch schon solche Bio-Reinfälle erlebt?

 

2018? Läuft weg!

Es ist schon Februar?! Wo ist denn der Januar hin?

Seit einem Monat bin ich auf dem „Hardcore-Sprint“ mit 1600-1700kcal/d. Das mag anderen viel erscheinen, für mich fühlt es sich an, wie verhungern. Als ich das ein erstes Mal machte, purzelten nach zwei Wochen buchstäblich die Pfunde. Darauf hatte ich mich gefreut, wollte ich doch so schnell wie möglich wieder neue Maßstäbe setzen. Ich war erhohlt, motiviert und zu allem bereit. Nun, 4 Wochen später knirsche ich mal wieder ganz schön mit den Zähnen. Ich wiege noch immer über 70kg. Manchmal meine ich, schon ein Kichern zu hören, wenn ich morgens enttäuscht das Bad verlasse. Dieses Mistvieh von Waage!

Davon abgesehen läuft es gut. Der Stoffwechsel pumpt, was ich daran merke, dass ich mich fit fühle, gute Leistungen im Sport bringe, mir meistens warm ist und ich auch nicht übermäßig müde bin. Beim Training fokussiere ich nun den Rücken. Runter mit den Gewichten, das innere Auge ganz aufs Muskelgefühl gerichtet, versuche ich die Anweisungen der Physiotherapeutin umzusetzen. Nicht nur im Rückentraining, täglich. Wenn ich in der Bahn steh, Einkäufe trage, bei den Ausfallschritten am Beintag, beim Trizepsdrücken, bei Übungen für die Hintere Schulter…kurz: wann immer eine Bewegung oder Stabilität im Schulterblatt nötig sind. Das ist anstrengend und im Moment auch eine Überlastung. Der Latissimus verknotet sich ständig. Und je verknoteter der ist, desto weniger kann ich die arbeitende Muskulatur erspüren. Dehnen und blackrollen sind an der Tagesordnung. Aber ich spüre auch erste Veränderungen. Auf der Blackroll passierte lange gar nichts, außer ein paar schmerzhafte Knoten zu zerdrücken. Inzwischen knacken die Wirbel wieder ordentlich. Ich rede mir ein, dass das ein gutes Zeichen ist, weil die Physiotherapeutin immer stöhnte „Mein Gott, hier ist alles fest!“ Das heißt doch dann, dass sie nun lockerer sind? ;D

Im Treffen mit dem Coach musste ich gestehen, dass meine Armkraft spürbar abgenommen hat und das Training nunmehr limitiert. Dass ich die Arme seit langer Zeit höchsten mit zwei lieblosen Sätzen pro Woche flexe kann damit natürlich nichts zu tun haben. ^^ Also hat Coach Marcel mir schöne Übungen gezeigt. Da ich in den Stunden mit ihm immer die Brille auflasse, bekam ich spektakuläre Anblicke beim Curlen geboten. In der richtigen Position und dem anabolen Studiolicht sah mein Bizeps riesig und schön von den Schultern abgesetzt aus. Göttlich! Ohne Brille hat es leider nicht so den Effekt. Aber die Motivation ist zum Glück geblieben.

Auch wenn es die Waage nicht zugeben will, ich habe das Gefühl, es geht voran. Die Muskulatur schält sich überall stärker heraus und der Schwabbel wird weniger. Und die Klamotten! Meine Güte…in Modegeschäften fühlt es sich an, wie im Märchen…das Aschenbrödel, das sonst nur sehnsüchtig von den hässlichen Fetzen in Größe 46 zu den hübschen Stücken in Größe 36 schielte, darf nun endlich selbst Größe 36 tragen! Für mich ist das wirklich eine andere Welt…es ist schlicht der Unterschied zwischen grauen Fetzen und farbigen sexy Outfits.

Und doch nehme ich am Ende nur wenige Stücke mit! Immer öfter denke ich: Das kann ich selber besser! Und ich schaue nach cleveren Ideen und pfiffigen Rückenvarianten. Letztens habe ich mir zwei neue Bustiers selber genäht. Und die sitzen..tja, eben maßgeschneidert. Auch wenn sie nicht perfekt sind…es fühlt sich eben anders an, wenn man selbst etwas erschafft. Es fühlt sich einfach cooler an. ^^

Viele müssen ja ihren ganzen Kleiderschrank austauschen, wenn sie abnehmen. Ich nicht. Bevor ich etwas wegwerfe, setze ich mich tollkühn und unerschrocken an die Nähmaschine, mache planlos ein paar Abnäher und entweder es passt danach, oder es landet im Müll. Meistens passt es. So wie zum Beispiel meine Lieblings-Beintrainingshose. Beim ersten Mal habe ich einfach einen Abnäher vom Sattel aus gemacht. Das war ganz gut und die Hose passte wieder. Letztens reichte der aber nicht mehr, sie fing wieder an zu rutschen und flatterte schon fast um die Beine. Also den alten Abnäher aufgetrennt und flugs links und rechts einen neuen genäht. Jetzt sitzt sie wie angegossen und von außen sieht man die Abhäher nicht.

Genauso machte ich es mit einem Trainingsshirt, welches ich laaange nicht getragen hatte. Zum einen, weil es zu weit war, zum anderen, weil es viel zu tief ausgeschnitten war. Bei mangelnder Oberweite ist das semisexy. Also ZACK! Träger 2cm kürzer und an den Seiten ordentlich abgenäht. Jetzt sitzt es hauteng und sowas von knackig! Suuper!

Das hier habe ich schon vor einiger Zeit genäht. Bisher mein Meisterstück. Das erste, was ich getragen habe, ohne dass gleich jeder fragt: „Selbstgenäht?“
Also Rock und Jäckchen. Die Bluse lag 10 Jahre ungetragen im Schrank und hat noch nie so gut gepasst. XD

Diese Woche stand auf Arbeit etwas ganz gruseliges an: Akquise! Im April soll der neue Kurs starten und keiner weiß davon. Also habe ich auch keine Teilnehmer und ohne Teilnehmer bin ich ab April arbeitslos. Wuäh!
Also das Internet durchwühlt, die Ohren heiß telefoniert und Infoveranstaltungen abgehalten. Das liegt mir persönlich wirklich nicht. Aber ich bin trotzdem gut darin.

Einer im Jobcenter war immer dabei, der meint: Sowas haben wir hier nicht! Und dann beginne ich zu erklären: Analphabeten kennen Buchstaben und wissen wie rum man den Stift hält. Sie sind jahrelang zur Schule gegangen und haben dort schon immer mehr gemacht, als alle anderen. Die Hälfte meiner Lerner kann besser lesen als die meisten Hauptschüler, die ich vorher unterrichtet habe. Manche haben auch große Probleme mit dem Lesen, aber alle gemeinsam scheitern sie am Schreiben. Das liegt daran, dass oft die Laut-Buchstaben-Zuordnung, vor allem aber die Rechtschreibregeln nicht automatisiert sind.

Ich erkläre das dann immer am Beispiel meiner Links-Rechts-Schwäche. In der Fahrschule sagte der Fahrlehrer oft: „Vorn links abbiegen.“ Ich setzte den Blinker und bog ab, worauf der Fahrlehrer meinte: „Gut. Und an der nächsten Kreuzung probieren wir dann mal das andere Links.“
Ich kenne den Unterschied zwischen links und rechts. Bedeutung und Begriffe sind mir klar! Doch im konkreten Anwendungsfall muss ich kurz darüber nachdenken, denn automatisch funktioniert es nicht. Es ist nicht automatisiert…nicht fest abgespeichert.
Genau so ergeht es meinen Lernern mit Buchstaben. Nur gibt es da wesentlich mehr zu entscheiden.
Es gibt zum Beispiel das lange [e:]

  • als „eh“ wie in Lehrer
  • als ee wie in Schnee
  • als e wie in „Weg“
  • als äh wie in Zähne
  • als ä wie in Väter

Es gibt das v, was manchmal wie „f“ und manchmal wie „w“ genutzt wird.

So wird beispielsweise in dem Satz „Dort ist der Weg.“ allein das Wort Weg zum Chaos:

  • v oder w?
  • e, eh, äh, ä, oder ee?
  • g, gg, k, ck, kk?

Was uns leicht erscheint, weil es schlicht automatisch richtig gespeichert ist, wird für meine Teilnehmer zu eine unübersichtlichen Zahl an Kombinationsmöglichkeiten. Und weil es nicht als richtig geschriebenes Wort abgespeichert ist, kommen noch weitere Möglichkeiten durch schlechte, undeutliche oder dialektale Aussprache hinzu. Der Sachse sagt ja eher: „Dorde is där Wehsch!“

Drückt mir die Daumen, dass noch ein paar von Ihnen zu meinem Kurs finden, damit ich ihnen einen Weg aus dem Chaos leuchten kann. 😉

Das Katzenrad ist endlich da!

Yeah, yeah, yeah.

Freitag kam es endlich an. Unser knallgrünes Katzenrad.
Zunächst wurde es ausgiebig beschnuppert. Die ersten holprigen Momente wurden gemeistert und mit viel Leckerlies belohnt.

Ausgerechnet unser geräuschempfindlicher, nervöser Panikpanther Paprika fand sofort Gefallen daran. Schon nach kurzer Zeit sprang er an die Wand und lief dann mit aufgestelltem Schwanz munter weiter.
Irgendwann erschrak er dann wohl über die eigene Courage, fiepte während des Laufens, als wäre er beim Tierarzt, sah uns mit untertassengroßen Augen an…und lief nach kurzem Überlegen weiter.
Seitdem läuft er immer mal wieder kurze Strecken von allein.

Bei den anderen beiden sind wir noch in der Eingewöhnung. Den schweren Wasabi schaukelt es ordentlich durch, sobald er nicht mehr läuft. Curry findet den Teppich innen toll, um ausgiebig daran zu kratzen. Laufen findet sie dagegen weniger spannend, aber das kommt bestimmt bald.

Das Rad ist wirklich toll verarbeitet und geräuscharm. Die Farben entsprechen dem Muster. Es läuft sehr leicht und absolut stabil, kommt aber auch schnell wieder zum Stehen. Wir sind richtig glücklich, dass wir es haben.
Es ist schön, den Katzen mal wieder etwas beizubringen. Sie freuen sich natürlich über die ganze Aufmerksamkeit. Und wir sind verzückt vom Zuschauen.

2018? Läuft!

Der Januar neigt sich schon wieder verdächtig dem Ende zu. Im Studio wird es gaaaanz sachte ein klitzekleines bisschen leerer. Die ersten Neujahresvorsätze scheinen überholt zu sein.

Nicht so bei mir. Vor dem Jahreswechsel brauchte ich dringend eine Pause. Ich hatte es schon im Oktober gespürt. Mir ging die Luft aus, die Nerven lagen blank. Trotzdem machte ich brav weiter, so gut es ging.

Mit einer heftigen Erkältung zum Jahreswechsel und Besuch durch alte Freunde war es dann endlich Zeit für eine richtige Pause. Ende November brachte ich stolze 69,5 kg auf die Waage, hatte damit mein Jahresziel erreicht und eine Pause redlich verdient. Da ich zuvor noch einige leckere Rezepte in Tageslisten verwandelt hatte, zog es mich zwischen Schlemmertagen immer wieder zur alten Routine zurück, weil ich die Rezepte einfach ausprobieren wollte. Das war ein gutes Gefühl. War sonst der Kontrollverlust die einzige Begierde, die ich kannte, machte diese Neuerung mir Mut. Denn nur, wenn die Diät so gute Motivation mit sich bringt, werde ich das den Rest meines Lebens umsetzen können.

Insgesamt kam ich auf 9 Tage ohne Kalorientracking. Wirklich übertrieben habe ich jedoch nur an 4 Tagen. Die anderen 5 aß ich nach Plan, bis ich mir abends noch etwas Fastfood oder Rotwein gönnte.

Ins neue Jahr startete ich dann mit sagenhaften 74,8 kg.

Meinem Freund erging es ähnlich. Vor Weihnachten 103,7 kg, nach Silvester 107,6 kg. Klar, da ist auch viel Wasser in die zuvor geleerten Speicher geflossen. Doch ein Kumpel, der mit uns feierte und ebenso viel aß wie Slaine, wog nach Silvester gerade mal 600g mehr als vorher. Dass er von Natur aus schlank ist, muss ich nicht erwähnen, oder? Aber solche Feststellungen führen leider zu nichts. Man kann sich keinen anderen Stoffwechsel herbeisehnen. Man kann nur das beste aus dem machen, was man hat. Immerhin habe selbst ich mehr Brustmuskulatur als unser Kumpel. ;D

Ganz abgebaut ist das Gewicht noch nicht.  Heute morgen lag ich bei 70,8 kg. Was die Pause aber definitiv gebracht hat, ist neue Motivation. Vor zwei Wochen habe ich freiwillig zur „harten“ Diät mit 1600 kcal zurück gefunden. Und diesmal lief es ganz anders. Ich freute mich richtig darauf. Kein Jammern und Quengeln. Selbst der Einschnitt viel nicht so schwer wie beim ersten Mal. Alles lief smooth. Bis auf die Freitage…da kam der alte Trieb voll und ganz zurück. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an all das Essen, was mir entging. Da ich weiß, dass ich soetwas eh nicht aufhalten kann, ließ ich die Zügel locker, gönnte mir ein paar Leckereien und legte am nächsten Morgen wieder mit dem Plan los.

So läuft es jetzt ganz gut. Meine Form wird besser. Ich fühle mich fit und klasse. Und wenn ich merke, dass es ein mieser Tag ist, entspanne ich mich und nehme es hin. Ich habe das Gefühl, so meine Ziele erreichen gut damit leben zu können.

Was mich außerdem beschäftigt hat, sind meine ständigen Verspannungen im Rücken. Nachdem meine Physiotherapeutin Anna mich ordentlich durchgewalkt hat, lockerten sich die Verspannungen. Aber das war keine Dauerlösung. Außerdem habe ich einen hässlichen Rippenbuckel auf der rechten Seite, der, zusammen mit der dazugehörigen Skoliose, immer wieder für neue Verspannungen sorgen wird.

Was also tun?

Marcel hat mir schon einige Dehnübungen empfohlen, die helfen, den Verspannungen entgegen zu wirken. Dazu mache ich viele Übungen bereits als duale Ausführung, sodass jede Seite einzeln trainiert wird. Anna setzte mich nun letztens zwischen zwei Spiegel, sodass ich meinen Rücken sehen konnte, drückte mir eine stehende Langhantel in die rechte Hand und sagte, ich solle nun Zug nach unten aufbauen. Ich zog und sah, wie sich das Schulterblatt schön aufstellte. Anna erklärte mir, dass passiere, weil ich nur den Rhomboiden nutze, um das Schulterblatt nach hinten zu ziehen. Durch den Rippenbuckel stehe das Schulterblatt dann so ab.

Welchen Muskel muss ich denn nun trainieren, damit das nicht mehr passiert?, fragte ich.

Anna meinte: Nicht einen einzelnen allein, es muss eine 3D-Bewegung werden. Ich benötige mehr Zug durch den Latissimus, mehr Stabilität durch den Bauch (das höre ich in letzter Zeit ja nur noch!) und die Schulter soll weiter hinter und runter. Genau diese Bewegung übten wir, wobei ich mich auf das Zusammenspiel der Muskulatur konzentrieren sollte. Schließlich hängt im Studio nicht überall ein Spiegel. Ich muss es blind erfühlen können. Anschließend zeigte sie mir, wie ich diese gestützte Bewegung in vielen Übungen „anwenden“ kann, um in Zukunft meine Wirbel anders zu stützen und langfristig der Skoliose und damit auch den Verspannungen entgegenwirken zu können. Das Versprechen auf eine langfristige Besserung klang wie Musik in meinen Ohren. Der Begriff Skoliose hat sonst immer so etwas endgültiges an sich. Hinzu kommt, dass es mir einen prächtige Entwicklung der Rückenmuskulatur bringen wird. Zum einen, weil man einen verkrampften Muskel nicht wirklich trainieren kann, zum anderen weil ich meinen inneren Fokus nun auf unterschiedliche Bereiche der Muskulatur konzentrieren werde. Es ist nicht mehr einfach nur „der Rücken“, sondern eine Vielzahl von Muskelsträngen, die entsprechend be- und entlasstet werden müssen. Gezielteres Training für gezieltere Beanspruchung führt zu gezielterem Wachstum. Klingt für mich logisch.

Gestern probierte ich das Gelernte bei den Ausfallschritten aus. In den letzten Wochen brachte mir das „Geschleppe“ der Kettlebells immer Nackenverkrampfungen ein. Als ich Anna deswegen volljammerte, meinte sie schlicht: Ist doch kein Wunder. Wenn deine Schultern nach vorn fallen, hängt das Gewicht allein an der Nackenmuskulatur und für die ist das schwer! Es läuft immer auf dasselbe hinaus: Schultern runter und hinter, dann hängt das Gewicht entspannt und muss nicht als volle Last gezogen werden.

Es heißt, man müsse eine Information oft wiederholen, bis sie tatsächlich gelernt ist. Das trifft hier wohl absolut zu. Marcel predigt schon ewig, ich müsse die Schultern runter und hinter ziehen und den Bauch anspannen. Natürlich habe ich das immer wieder versucht, aber so richtig KLICK hat es erst jetzt gemacht. Gerade wenn man den Unterschied zwischen dem ausgeklappten und dem angelegten Schulterblatt sieht und spürt, wie viel Änderung ein etwas anders ausgeführter Bewegungsablauf mit sich bringt, hilft das, um eine Information als WESENTLICH zu begreifen und sie konsequent umzusetzen, statt blind irgendetwas zu versuchen, ohne zu sehen, was es tatsächlich bewirkt.

Was Spiegel doch alles bewirken können… ;D

Mein Rückenbereich um den Latissimus dorsi herum fühlt sich nun ziemlich verkrampft an. Wahrscheinlich arbeitet er mehr als je zuvor. Aber der Nacken fühlt sich wesentlich entspannter an. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Und bei euch so? Halten die Neujahresvorsätze noch an? Oder hattet ihr gar keine?

Ps: Noch immer kein Katzenlaufrad. -.- Wir warten ungeduldig!

Die dicke Katze muss weg…

..und abnehmen.

Gar nicht so einfach, wenn man drei Katzen hat, wobei

  • die erste kotzt, sobald es Aufregung am Futternapf gibt
  • die zweite eine Prinzessin ist, die aller 10 Minuten mal drei Stäubchen fressen will, aber ein Mordstheater macht, wenn dann nichts da ist
  • und die dritte jede erreichbare Kalorie einsaugt und alles frisst, was sie findet.

Als die dritte nun jedoch ein Kampfgewicht von 7,6 kg erreichte, war es höchste Eisenbahn, drastische Schritte einzuleiten.

Schon vor langer Zeit schafften wir normale Futternäpfe ab und ersetzten sie durch Activity-Spieltürme und Fummelbretter. Mit sensationellem Erfolg! Alle drei Katzen sind nun sehr geschickt im Futter-aus-dem-Napf-fummeln. Sie beweisen ihre erworbenen Schlüsselkompetenzen regelmäßig an meinem Kleiderschrank (Tür auf, Hosen raus), der Schrankwand (da kann man stundenlang an den Türen fummeln, sodass die laut klappern, bis die Großen die Nerven verlieren) und sämtlichen Tüten, die man mal kurz unbeobachtet liegen lässt. Im Ausräumen sind sie wirklich super.

Futterneid gibt es zum Glück nie.

Nur dünner wird die fette Katze davon nicht.

Da sie Wohnungskatzen sind, stand die Frage nach Beschäftigungsmöglichkeiten im Raum. Es gibt wohl kaum ein Spielzeug, was wir nicht haben. Und alle davon liegen ungenutzt herum. Aber wir sind ja nicht blöd. Bei Katzen gilt: die einfachsten Sachen sind die tollsten. Man nehme einen Pappkarton, klebe ihn zu, schneide pfotengroße Löcher hinein, stopfe all das rumliegende Spielzeug mit ein wenig Lieblingsleckerlie dazwischen in den Karton und los geht stundenlanges Gefummel. Wenn man vergisst den Karton am Ende wieder wegzuräumen, auch gern mal nachts zwischen 2 und 4 Uhr!

Angeln und Bänder kommen nie aus der Mode. Und leere Kartons verlieren auch nie ihren Reiz. Aber zu einer Abnahme führte das leider auch nicht. Man musste es irgendwie schaffen, dass die nervöse Katze und die Prinzessin ihre eigenen Futterstellen haben, an die der Fette nicht rankommt. Aber wie?

Seltene Aufnahmen zeigen das scheue Tier bei der Nahrungsaufnahme

Zuerst beschafften wir „bOi-Äung“, den Futterautomaten mit dem Button. Zum Glück raffte nur der scheue Paprika, wie das Ding funktioniert. So konnte er fortan in Ruhe fressen, wann immer er wollte.

Nun blieb nur noch die krähende Prinzessin. Zwar bediente sie auch ein paar Mal den Button, allerdings nur, wenn man die Hand darüber hielt, sodass sie berm Versuch, die Hand anzuschmusen, dem Button wortwörtlich einen Headbutt gab. Es musste eine andere Möglichkeit her. Die fand sich nun zum Glück:

Der SureFeed Mikrochip Futteratomat (erhältlich beispielsweise bei ZooPlus) öffnet seine Klappe nur, wenn eine Katze mit freigeschaltenem Mikrochip in seine Nähe kommt. Wir ließen unsere Diva Curry also chippen, speicherten ihren Chip ein und nun kann sie, so oft sie möchte, zum Automaten gehen, ein Körnchen naschen und dann ladylike von dannen ziehen, ohne dass der Dickwanst etwas abbekommt. Zum Glück hat unsere IQ-niedrigste Katze das verstanden und muss nun nicht verhungern. Seitdem ist sie viel umgänglicher.

Der dicke Wasabi hingegen quält uns nun ständig. Entweder wiel er Hunger hat, schließlich findet er nun nur noch selten rumliegendes Futter, oder weil er sich langweilt. Wer kennt das nicht: Wenn man weniger Zeit mit der Essensbeschffung und dem Essen zubringt, wird man plötzlich viel aktiver.

Wir haben zwar schon überall Bretter zum Rennen angebracht, aber auf Dauer ist das wohl auch langweilig. Und immer Bespielen können wir die drei auch nicht. Was tun?

Ein Katzenrad musste her. Mit der österreichischen Firma PETHOME Catwheels fanden wir eine Möglichkeit, den Katzen ein gutes, stabiles, leises und hübsches (so viele mögliche Farben!) Katzenrad zu bescheren.

Gern hätte ich an dieser Stelle schon ein cooles Flitzevideo gepostet, aber die Spedition Dachser machte uns einen Strich durch die Rechnung. Beim Auspacken entdeckten wir einen Schaden, der vorher durch das Holzgestell verdeckt war. Der Rahmen war total zerbrochen. -.-

Für die Spedition war das unser Problem, schließlich hatten wir bei Anlieferung an der Haustür unterschrieben, dass keine Schäden daran sind. Klar, so im verschraubten Holzgestell, mitten im Hausflur, sah alles ganz aus. Und so schnell packt man das Ding nicht aus, schließlich war es fest verschraubt und umwickelt.
Wir waren echt frustriert.

Zum Glück ist der Hersteller echt klasse. Er antwortet prompt, man spürt, dass ihn die Fertigung der Räder persönlich obliegt. Er machte uns ein sehr faires Angebot: Wenn wir die Räder und Metallteile abbauen und zu ihm schicken, baut er kostenlos einen neuen Rahmen und schickt ihn uns portofrei zu. So viel Kulanz ist wirklich klasse!
Und auf eines könnt ihr euch verlassen, der nächste Speditionsfahrer kann im Hausflur warten, bis ich das Teil genüsslich ausgepackt und begutachtet habe. Und dann kann er die Verpackung gleich mitnehmen. Den Fehler, einfach zu unterschreiben, mache ich nicht zweimal.

Beim nächsten Post gibt es also hoffentlich lustige Katzenvideos. 😉