ReBuy ist da. :>

Oh, all diese Schätze! Le me happy! Ich hoffe, ich bekomm es hin, zu jedem Buch das Bild an die richtige Stelle einzufügen. Wer dahingehend Tipps hat, immer her damit.

Fangen wir mit dem ältesten an: Rilke. Wer von euch liest Zuhause Gedichte?P1140341

Keiner.

So ging es mir auch, aber ich bin irgendwann auf das Rilke-Projekt gestoßen und irgendwas in mir ist davon aufgegangen. Rilke schreibt Musik mit Worten und nicht nur so „oh du schöne Blume hold“-Kram, sondern Beschreibungen, die in mir Assoziationen anregen und Gedanken antreiben. Er schreibt schön, er schreibt klug und er verzaubert unheimlich. Wusstet ihr, dass Rilke die ersten Jahre als Mädchen erzogen wurde? Seine Mutter wünschte sich eine Tochter und zog ihm Mädchenkleider an, band ihm Zöpfe. Hier eine Leseprobe:

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,

in welchen meine Sinne sich vertiefen;

in ihnen hab ich, wie in alten Briefen,

mein täglich Leben schon gelebt gefunden

und wie Legende weit und überwunden.

Aus ihnen kommt mir Wissen, daß ich Raum

zu einem zweiten zeitlos breiten Leben habe.

Und manchmal bin ich wie ein Baum,

der, reif und rauschend, über einem Grabe

den Traum erfüllt, den der vergangene Knabe

(um den sich seine warmen Wurzeln drängen)

verlor in Traurigkeiten und Gesängen.

Ebenfalls alt aber gut: „1984″ von George Orwell. Der Klassiker in Sachen Überwachung. Jeder hat davon gehört, darum hier nur die ersten Zeilen:P1140334

Es war ein strahlend-kalter Apriltag, und die Uhren schlugen dreizehn. Winston Smith, das Kinn an die Brust gezogen, um dem scheußlichen Wind zu entgehen, schlüpfte rasch durch die Glastüren der Victory Mietskaserne, doch nicht rasch genug, um zu verhindern, daß mit ihm auch ein grießiger Staubwirbel hereinwehte.

Der Flur roch nach Kohlsuppe und Flickenteppichen. Am Ende hatte man ein Farbplakat an die Wand gepinnt, das für drinnen eigentlich zu groß war. Es zeigte nichts weiter als ein riesiges, über einen Meter breites Gesicht: das Gesicht eines etwa fünfundvierzigjährigen Mannes mit wuchtigem schwarzen Schnurrbart und kernig-ansprechenden Zügen. Winston steuerte auf die Treppe zu. Es mit dem Lift zu probieren war zwecklos. Selbst zu günstigen Zeiten funktionierte er selten, und momentan wurde der Strom tagsüber abgestellt. Dies war Teil der Sparsamkeitskampagne zur Vorbereitung der Haßwoche.

Das nächste ist ein historischer Roman: Tanja Kinkels „Die Puppenspieler“. Kennt ihr die Buddenbrooks von Thomas Mann? Eine P1140331große Kaufmannsfamilie geht langsam durch die innere Gefühlskälte den Bach runter. Der Vater ein herrischer Tyrann, erstickt alle Chancen der Kinder. Ätzend…ich weiß, andere sehen das anders. Ich hab nur den Film gesehen und als der Zahnarzt dem Sohn den faulen Zahn zieht, der alles das, was in der Familie faul ist, symbolisiert…also da hätt ich im Dreieck kotzen können, so vorhersehbar und abgedroschen fand ich das. Gut, er hat 1901 veröffentlicht, damals mag das revolutionär und neu gewesen sein. Aber für den heutigen Standard…ne.

Jedenfalls schreibt Tanja Kinkel über eine ähnliche Ausgangssituation. Große Kaufmannsfamilie mit viel Einfluss wird von strengem Vater zusammengehalten. ABER dieser Vater ist ein Tyrann ganz anderer Art. Er schafft es, alle seine Untergebenen wie Puppen für sich tanzen zu lassen (daher der Titel), weil er durch seinen spitzfindigen Verstand und seine geschickt gewählten Worte alle manipuliert. DAS zu lesen, die Autorität einer solchen Persönlichkeit zu fühlen. Mitzuerleben, wie  ein Junge in diesen Bann gerät und sich trotz aller Versuche, dem zu widerstehen doch in diesem Netz gefangen ist und sich diesem Verstand ergibt, obwohl er durchschaut, dass er nur Werkzeug ist. Man, hammer! Dazu noch die historische Zeit der Hexenverfolgung und eine Liebe zu einer verboten schönen Zigeunerin, die durch ihre Exotik alle verstandesmäßigen Warnungen vergessen lässt. Ein grandioses Buch! Und nebenbei lernt man noch ne Menge. Ein kurzer Ausschnitt des ersten Kapitels:

„Wenn er gelernt hat, was er lernen soll“, sagte der Abt ein wenig müde, „dann sehe ich nicht, wo die Schwierigkeit liegt.“ Die Röte auf Bruder Ludwigs Wangen vertiefte sich noch weiter, was bei seiner sonstigen Blässe und dem korpulenten Körperbau äußerst unvorteilhaft wirkte. „Er widerspricht mir“, sagte er hastig, „und das auf die abscheulichste und ketzerischste Weise. Das schadet meinem Ansehen bei den Schülern, ganz abgesehen davon, daß er sie zum Lachen bringt, wenn…“ Er verstummte. Richard vollendete unbekümmert: „Wenn Bruder Ludwig glaubt, ich hätte nicht auf seine langweiligen Lektionen geachtet, weil ich gezeichnet habe, und mich deswegen aufruft.“ Er hielt ein wenig inne, dann fuhr er mit genügend Respekt fort, um jeden zu täuschen, der nicht so erfahren war wie der Abt: „Ehrwürdiger Vater, ich liebe die Wissenschaften und schätze Bruder Ludwigs Unterricht, doch was soll ich machen? Wenn ich schweige, denkt er, ich sei unaufmerksam, und wenn ich also spreche und etwas zu dem sage, was er vorträgt, ist er auch unzufrieden. Ich möchte ein gehorsamer Schüler sein, aber wie?“ Der Abt bemerkte den Unterton von Ironie sehr wohl, anders als Bruder Ludwig, der durch diese zerknirscht wirkende Rede ein wenig besänftigt schien.

P1140333Nummer vier ist „Veronika beschließt zu sterben“ von Paolo Coelho. Das gibt es auch verfilmt, aber ich finde, dass gerade Veronikas Gedankengänge der Geschichte erst ihre volle Resonanz und Wirkkraft geben. Worum gehts? Der Titel sagt es. Veronika will gern sterben. Nicht, weil sie Hunger leiden muss oder Angst vor der Zukunft hat oder ein anderes schweres Schicksal sie belastet, sondern schlicht, weil sie den gesamten Verlauf ihres Lebens vor sich sehen und darin nichts freudvolles, lohnenswertes mehr entdecken kann. Jedes Jahr eine Abfolge unerfreulicher Fügungen und „To Do’s“. Nach einem missglückten Selbstmordversuch landet sie in einer Nervenklinik und was sie da erlebt, müsst ihr selbst herausfinden. Hier ein Ausschnitt vom Anfang:

Veronika war glücklich, weil sie noch einmal begehrt worden war. Sie brachte sich nicht um, weil ihr Liebe fehlte. Nicht, weil ihre Familie ihr zu wenig Zärtlichkeit entgegenbrachte, nicht aus finanziellen Gründen oder wegen einer unheilbaren Krankheit. Veronika hatte beschlossen, an diesem schönen Nachmittag in Ljubiljana zu sterben, während bolivianische Musiker auf dem Platz spielten, ein junger Mann unter ihrem Fenster vorbeiging, und sie war glücklich über das, was ihre Augen sahen und ihre Ohren hörten. Noch glücklicher war sie, daß sie dies alles nicht noch weitere dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre sehen mußte, denn es würde sich abnutzen und zur Tragödie eines Lebens werden, in dem alles sich wiederholt und ein Tag dem anderen gleicht.

Nummer fünf: „Der mechanische Prinz“ von Andreas Steinhoeffel. Ein Kinderbuch nach Art der Unendlichen Geschichte oder Reckless. P1140339Ein Junge bekommt ein goldenes U-Bahn-Ticket und reist damit in einer traumartige Parallelwelt, in der er sich bewehren muss. Hier ein Ausschnitt:

„Sie hätten doch auch gehen können“, sagte er vorsichtig. „Oder nicht?“ „Oh, ich… nein, ich bleibe hier. Ich hätte gehen können, da hast du wohl Recht. Aber…“ Aber er hatte sich schon vor langer Zeit in den See verliebt. Ins Mare Lacrimarum. Und das gleißende Eis von Nimmerland. „Bleib bei mir“, sagte der Mann ruhig. „Setz dich mit mir an den See, schau auf sein Wasser. Suche darin nach deinem Spiegelbild.“ Etwas in Max sehnte sich danach, genau das zu tun. Dieses etwas wusste, dass er mehr im Wasser des Sees erblicken würde als sein eigenes Spiegelbild. Er würde alles darin sehen, was er sich je gewünscht hatte. Seine Eltern darin sehen, irgendwo dort unten, am Grund des Mare Lacrimarum. Und er wusste, dass er seine Lungen niemals mit genug Luft füllen konnte, um so tief zu tauchen und dass er es trotzdem versuchen würde, immer wieder, bis ans Ende seines Lebens. Seines traurigen, gleichgültigen Lebens.

Nach so etwas ernsterem Lesevergnügen jetzt etwas Urkomisches: How to be good. von Nick Hornby. P1140332Das Buch ist so gut, dass ich es mir schonmal gekauft habe, um es meiner Mutter zu schenken. Sie hat nie eine Zeile gelesen…dabei ist es wirklich köstlich! Eine Frau mittleren Alters, Ärztin, Mutter, Ehefrau…erträgt ihren Ehemann- Autor einer beliebten einer Hass-Kolumne, immer muffelig und zu einer Streitdiskussion aufgelegt- nicht mehr und stellt eines Tages überrascht fest, dass sie auf einem Parklatz eines Einkaufmarktes das Handy in der Hand hält und eben ganz zwanglos von einem normalen Gespräch mit ihrem Mann zur Scheidung übergegangen ist. Im Laufe des Buches wird man Zeuge alltäglicher Grausamkeiten, die sich Menschen in Beziehungen ständig antun und die Nick Hornby mit einem herzhaft leichtem Unterton serviert, dass man dauernd lachen muss. Ehrlich, lest das nicht in der Öffentlichkeit. Es ist peinlich, in der Tram zu sitzen und dauernd laut aufzulachen, um sich dann wieder für zwei Sätze mühsam zusammen zu nehmen. Hier eine Kostprobe: David, der Noch-Ehemann hat sie gefragt,  ob sie auch ein Sandwich möchte.

Wenn David und ich geschieden sind, wird er für den Rest seines Lebens zornig sein – nicht, weil er mich liebt, sondern weil das genau seine Art ist. Ich kann mir noch gerade eben eine Situation vorstellen, in der er mich nicht überfahren würde, wenn ich die Straße überquere – zum Beispiel wenn Molly müde ist und ich sie trage -, aber es ist schwer vorstellbar, dass er jemals einen schlichten Akt der Freundlichkeit anbieten würde.

„Nein. Danke.“

„Bist du sicher?“

„Ganz sicher.“

„Wie du willst.“

Das passt schon eher. Ein leicht pikierter Unterton hat sich eingeschlichen, als seien seine unermüdlichen Bemühungen, Love not War zu machen, auf fortgesetzte Feindseligkeit gestoßen.

P1140340Das siebte ist knallharter Tobak. Da müsst ihr selber durch. Geschrieben im Stile alter Märchen, der echten alten, nicht dem Happy-End-Gezwitscher ala Walt Disney. „Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Patrick Ness bzw. Siobhan Dowd (gestorben, eh die Geschichte fertig war). Die dunkle Atmosphäre wird noch durch Zeichnungen verstärkt (siehe Cover).

Das Monster tauchte kurz nach Mitternacht auf. Wie das bei Monstern eben üblich ist. Conor war wach, als es kam. Er hatte einen Albtraum gehabt. Na gut, nicht irgendeinen. DEN Albtraum. Den einen, den er in letzter Zeit ziemlich oft hatte. Den mit der Finsternis und dem Wind und dem Schrei. Den mit den Händen, die er irgendwann nicht mehr festhalten konnte, egal, wie sehr er sich bemühte. Den, der immer damit endete, dass-

„Geh weg“, flüsterte Conor in die Dunkelheit seines Zimmers hinein, um den Albtraum zurückzudrängen und nicht zuzulassen, dass er ihm in die Wirklichkeit folgte. „Geh jetzt weg.“ Er warf einen Blick auf die Uhr, die seine Mutter ihm auf den Nachttisch gestellt hatte. 00:07 Sieben Minuten nach Mitternacht. Das war spät, wenn man am nächsten Tag Schule hatte, für eine Sonntagnacht auf jeden Fall sehr spät.

Nun wieder leichtere Kost-Abenteuer im Stile Mark Twains, ein herrliches Buch über verschwendete Zeit und genutzte Augenblicke: Tschick von Wolfgang Herrndorf. Kleiner Tipp,P1140337 überblättert das zitierte Gelaber der ganzen Zeitungen. Bei so viel Gesabbert fällt man am Ende noch hin!

 Wenn man keinen Spitznamen hat, kann das zwei Gründe haben. Entweder man ist wahnsinnig langweilig und kriegt deshalb keinen, oder man hat keine Freunde. Wenn ich mich für eins von beiden entscheiden müsste, wär’s mir, ehrlich gesagt, lieber, keine Freunde zu haben, als wahnsinnig langweilig zu sein. Weil, wenn man langweilig ist, hat man automatisch keine Freunde, oder nur Freunde, die noch langweiliger sind, als man selbst.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Es kann sein, dass man langweilig ist und keine Freunde hat. Und ich fürchte, das ist mein Problem.

P1140343Der Nächste im Bunde ist völlig anders. Cory Doctorow ist Journalist, Blogger, ständig in der Zeit mit Artikeln zum War on Internet/ zur Netzpolitik. In For The Win geht es um eine Gruppe von Online-Gamern, die über die ganze Welt verstreut sind, um deren Lifestyle als Spieler, der stark durch ihre Herkunft geprägt ist. Sie spielen nicht nur zum Zeitvertreib, sondern verdienen dabei auch noch Geld. Das wird zum Problem, denn Onlinegames sind längst zu einem Markt geworden, in dem Millionen und Milliarden umgesetzt werden. Und auf diesem Markt will keiner teilen. For the Win ist echt ein verrückter Schinken voller interessanter Informationen, neuer Blickwinkel auf die uns vertraute Welt. Ein bisschen Science-Fiction, viel Abenteuer und jede Menge Aha-Momente werden zu einer packenden Story geschnürt. Die Nähe zur Realität ist dabei so modelliert, dass man erst beim Zuklappen merkt, dass man die Geschichte nicht mehr verlässt. For the Win hat mich gefangen genommen und verändert. Wie alles beginnt:

Matthews Charaktere erledigten die Gegner, so wie jeden Abend. Doch heute bemerkte Matthew, während er sich mit Stäbchen eine Teigtasche aus der Styroporschachtel angelte, sie in die scharfe Soße tunkte und sich nachdenklich in den Mund schob, wie etwas außergewöhnliches geschah: Seine kleine Gruppe gewann.

Acht Monitore standen auf seinem Tisch, in zwei Reihen zu je vier arrangiert. Die obere stand auf einem Regal, das er bei einer alten Schrotthändlerin auf dem Markt in Dongmen gekauft hatte. Bei ihr hatte er sich auch die Monitore besorgt, und sie hatte den Kopf geschüttelt: Wieso wollte er eine Sammlung schäbiger alter 9-Zoll-Monitore, wo derzeit doch jeder andere nach riesigen 30-Zoll-Bildschirmen verlangte?

Weil sie alle auf seinen Schreibtisch passten.

Nicht jeder konnte acht Spiele Svartalfheim Warriors gleichzeitig spielen. Zum einen hatten die Programmierer von Coca-Cola (denen das Spiel gehörte) eine Menge Arbeit hineingesteckt, um sicherzustellen, dass nie mehr als ein Spiel gleichzeitig pro Rechner lief. Also musste man irgendwie acht PCs auf dem Tisch unterbringen, mit acht Tastaturen und acht Mäusen. Darüber hinaus brauchte Matthew Platz für Snacks und einen Aschenbecher, den Stapel indischer Comics und die blöde Streitaxt, die Ping ihm geschenkt hatte, außerdem für Notizen, das Skizzenbuch, den Laptop und…Der Tisch war schon ziemlich voll.

Zu vorletzt nochmal ein echter Kracher: „Wer hat Angst vor Jasper Jones?“ von Craig Silvey. Hier beginne ich direkt mit einem Zitat:P1140338

Jasper Jones ist an mein Fenster gekommen. Ich weiß nicht, warum, aber es ist so. Vielleicht steckt er in Schwierigkeiten. Vielleicht kann er sonst nirgendwohin. Auf jeden Fall hat er mir gerade eine Scheißangst eingejagt.

Jasper Jones braucht tatsächlich Hilfe, er nimmt Charlie mit zu seinem ganz persönlichen Geheimort im Jungle, mitten in der Nacht. Dort angekommen baumelt an Jasper Jones geheimen Baum die Leiche eines Mädchens.  Jaspers Freundin, an Jaspers Seil. Man wird Jasper dafür verantwortlich machen und nun hängt Charlie da mit drin. Deswegen braucht Jasper Charlie, um die Leiche zu verstecken, damit er den wirklichen Mörder finden kann. Das sind so ca. die ersten 20 Seiten des Buches. Der Anfang. Jasper ist eine Figur voller Geheimnisse, umgeben von Dunkelheit und doch vermutet man, dass er selbst eigentlich gut ist. Packend von der ersten bis zur letzten Zeile.

Und last but noch least: Die Tintentriologie von Cornelia Funke: Tintenherz, Tintenblut, Tintentod. Wer den Film gesehen hat und schrecklich fand: vergesst das ganz schnell, die Bücher sind eine ganz andere Welt. Wer sich dagegen mal gefragt hat, ob Literarästhetik auch in Jugendbüchern vorkommen kann, ohne diese zu zerstören, dem empfehle ich das. Und weil mich persönlich ein vorgetragener Anfang von einer Geschichte überzeugt hab, die ich durch den schlechten Film abscheulich fand, mach ich das jetzt genauso. Hier also der Anfang von Tintenherz:

Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen. Noch viele Jahre später musste Meggie bloß die Augen schließen und schon hörte sie ihn, wie winzige Finger, die gegen die Scheibe klopften. Irgendwo in der Dunkelheit bellte ein Hund, und Meggie konnte nicht schlafen, so oft sie sich auch von einer Seite auf die andere drehte. Unter ihrem Kissen lag das Buch, in dem sie gelesen hatte. Es drücke seinen Einband gegen ihr Ohr, als wollte es sie wieder zwischen seine bedruckten Seiten locken. „oh, es ist bestimmt sehr bequem, so ein eckiges, hartes Ding unterm Kopf“, hatte ihr Vater gesagt, als er zum ersten Mal ein Buch unter ihrem Kissen entdeckte. „Gib zu, es flüstert dir nachts eine Geschichte ins Ohr.“- „Manchmal!“, hatte Meggie geantwortet. „Aber es funktioniert nur bei Kindern.“ Dafür hatte Mo sie in die Nase gezwickt. Mo. Meggie hatte ihren Vater noch nie anders genannt. In jener Nacht – in der so vieles begann und so vieles sich für alle Zeit änderte – lag eins von Meggies Lieblingsbüchern unter ihrem Kissen, und als der Gegen sie nicht schlafen ließ, setzte sie sich auf, rieb sich die Müdigkeit aus den Augen und zog das Buch unter dem Kissen hervor. Die Seiten raschelten verheißungsvoll, als sie es aufschlug.P1140344

Kloppsi mag sie auch sofort.

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2 Kommentare zu “ReBuy ist da. :>

  1. Uuuuh „Der Puppenspieler“ scheint ja seeeehr interessant. Muss ich mir mal näher anschauen 🙂 Ich fand übrigens „Tintenherz“ als Film gut *hust* ^^

    • Ich hab ihn komplett aus meinem Gedächtnis gelöscht, weiß nur noch, dass ich mich tierisch darüber aufgeregt habe und das Buch danach nicht eines Blickes würdigen wollte. ^^ Aber so ist das, jeder liest und sieht mit anderen Augen.

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