a u s d a u e r

DididiDIDI–dididiDIDI…stellt euch einfach die Rockymusik vor DENN ich hab Ausdauertraining gemacht. Und überlebt! Mittlerweile sind meine Knie  auch nicht mehr steif und ich spüre meine Zehen wieder. Damit wage ich die optimistische These, dass es mich nicht umgebracht hat.

Normalerweise kriegen mich keine zehntrillionen Pferde zum Cardio. Nicht, weil ich sportlich dazu nicht in der Lage wäre. Ich hab auch keine Knieprobleme, Gischt oder sonstige passende Ausreden. Es ist einfach so, dass ich spätestens nach 20 Minuten Ausdauertraining die Uhr auf dem Ergometer anstarr, im Kopf erträumte Bahnhofsuhren ticken und laut klackernd Zeiger bewegen höre und dabei Sand durch einen Engpass rieseln seh. Und dann frage ich mich automatisch, was zur Hölle ich da gerade mit meiner Lebenszeit treibe und verspüre den Drang etwas Unüberlegtes und unglaublich Dummes zu tun.

Lebenszeit ist für mich das wertvollste Gut, weil ich sie nicht vermehren kann. Daher ist Zeit für mich eine Währung, in der bezahle. So ärgert mich beispielsweise ein Fehlkauf samt Umtausch weniger, weil ich Geld verschwendet habe, sondern mehr, weil der damit einhergehende Ärger und die Zeit, die ich zum Umtausch und Ärgern brauche für mich verschwendete Zeit ist.

Für andere Menschen ist Lesen verschwendete Zeit oder Computerspielen. Für mich nicht, weil ich diese Zeit genieße, weil ich dann etwas erlebe (ja, für mich zählt auch im Kopf Erlebtes), weil ich dann Zeit für mich habe. Cardio dagegen ist zweckgebundene Zeit ohne konkretes Trainingsziel. Wenn ich z.B. Brust trainiere, versuch ich exakt diesen Muskel zu erspüren, versuch die einzelnen Übungen immer besser und besser auszuführen, versuch einen Pump im Muskel zu bekommen und den Muskel fertig zu machen und irgendwann dickere Hanteln zu erreichen. Aber bei Cardio? Was ist der Anreiz dabei? Drei Umdrehungen mehr in derselben Zeit herauszuholen? Zwei Watt schwerer zu stellen? Eine Minute länger zu treten?

Nein. Der Verstand sagt, dass Cardio gut fürs Herz ist, für die Ausdauer, für den Kreislauf und den Stoffwechsel. Aber ich bin kein vernünftiger Mensch, der sich von solchen Dingen beeindrucken lässt.

Ich hasse Cardio und empfinde die Zeit als verschwendet und viel zu zäh vergehend.

Umso stolzer bin ich darauf, es heute überlebt zu haben! Durch meinen Trapezius und eine wunderbar voll angeschwollene Schulter (Dank Impfung, siehe hier) kann ich derzeit nicht trainieren und nach drei Tagen im Sessel wollte mein ganzer Körper irgendwas tun. Aber ich hatte auch Hilfe.

Die ersten 20 Minuten Cross-Trainer verbrachte ich mit meinem Freund. Und die folgenden 77 Minuten Rad verbrachte ich schwatzend mit einem Trainingspartner und *trommelwirbel* John GreensDas Schicksal ist ein mieser Verräter.

Was hab ich dabei gelacht! Ich hab so viel gelacht, dass ich völlig die Zeit vergessen habe und gar nicht mehr sauer sein konnte, dass ich zum Cardio gezwungen war. Thema ist Krebs. Bin noch im ersten Drittel des Buches, werde aber darüber ganz sicher noch berichten, wenn ich es ausgelesen habe.

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2 Kommentare zu “a u s d a u e r

  1. Ganz zu Beginn meines Ausdauertrainings hatte ich dasselbe Problem mit der Zeit wie du. Manchmal hab ich’s jetzt noch und dann schau ich gewohnheitsmässig zur Uhr. Die besten Trainings sind immer jene bei der die Uhr ganz nebensächlich sind. Trainingspartner, Lesen, gute Musik oder TV-Serien helfen mir da regelmässig =)

    • Da mein Nacken weiterhin zickt, muss ich wohl öfter darauf zurückgreifen. Hoffentlich hab ich weiter gute Bücher dafür zur Hand, im Studio ist ja die Auswahl begrenzt. ^^

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