John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Bevor ich das Buch in der Bibliothek mitnahm und letztens beim Cardio reinlas, wusste ich nicht, dass es so beliebt ist. Ich wollte es vor allem lesen, weil ich einige andere Bücher des Autors, wie Eine wie Alaska oder Margos Spuren schon wirklich mochte. Und ich hatte, als ich es mitnahm, keine Ahnung worum es geht. Sonst wäre es wahrscheinlich nie bei mir gelandet, denn Krebsbücher gehören neben Holocaust-Opfergeschichten zu den Buchthemen, die ich geflissentlich stehen lasse.

Dieses Buch entspricht aber auch nicht den üblichen Klischees, indem es nicht ausladend die ganzen Behandlungsmethoden und Leiden thematisiert, an unser Mitleid appelliert und uns durch unsere empfundene Betroffenheit den Nimbus des betroffen-mitleidenden Gutmenschen verleiht. Vielmehr erzählt es in erster Linie die Geschichte eines Mädchens, dass nicht zur Krebs-Selbsthilfegruppe gehen will, weil ihr das ganze „Es ist ein Kampf, lasst uns stark sein und diese Schlacht gewinnen“-Geschwätz furchtbar auf die Nerven geht. Doch plötzlich taucht da dieser anziehende Typ auf und starrt sie erstmal in Grund und Boden. Das ist der Auftakt zu einer Liebesgeschichte, die vor alles durch die ehrlich-komische Denkweise der Charaktere so unglaublich anziehend ist.

„Mein Lieblingsbuch ist wahrscheinlich Ein herrschaftliches Leiden.“
„Kommen Zombis darin vor?“
„Nein.“
„Sturmtruppen?“
Ich schüttelte den Kopf. „Es ist nicht so ein Buch.“
Er lächelte. „Ich werde dieses schreckliche Buch mit dem langweiligen Titel, in dem keine Sturmtruppen vorkommen, lesen“, verspracht er, und ich bereute sofort, dass ich ihm davon erzählt hatte. […] „Das einzige, was ich als Gegenleistung verlange, ist, dass du diese brillante und packende Romanversion meines Lieblingsvideospiels liest.“ Er hielt ein Buch hoch, das Preis der Morgenröte hieß. Ich lachte und nahm es entgegen. Doch irgendwie verhedderten sich bei der Buch-Übergabe unsere Hände, und plötzlich hielt er meine Hand. „Kalt“, sagte er, als er einen Finger an mein blasses Handgelenk drückte. „Weniger kalt als mit Sauerstoff unterversorgt.“, erklärte ich.
„Ich liebe es, wenn du medizinisch mit mir redest.“

Ich hab viel gelacht, ich hab auch geheult und manchmal beides zugleich. Das Buch ist eine echte Empfehlung.

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