Time is on my side…

Durch Guddy inspiriert, schwanke ich mal wieder von einem Extrem ins andere und poste eine Kanonenladung Bilder. Ich finde es immer spannend zu verfolgen, wie sich jemand im Laufe der Jahre verändert. Und eigentlich findet man bei jedem diese prägenden Jahre, in denen man unzufrieden mit sich und dem eigenen Körper und dem Leben überhaupt ist. Diese Phase kann man an Bildern meistens gut erkennen. ^^

Auf jeden Fall hat mein Aussehen einiges durchgemacht in all den Jahren und mir sieht man immer direkt am Aussehen an, wie es mir geht. Je beschissener es mir geht, desto beschissener sehe ich auch aus.

Dem Zitat kann ich mich voll und ganz anschließen.

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Tage lang machen: Teil II

Zur Zeit ist im Städtischen Kaufhaus eine Ausstellung zu Sinnestäuschungen. Mit acht Euro zwar nicht ganz billig, aber dafür auch wirklich lohnenswert und spannend. Wir haben viel gestaunt, gelacht und uns Schwindelgefühl besorgen lassen.
Hier ein paar Eindrücke….
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Durch die Scheibe sieht man es zwar etwas schlecht, live war der Effekt noch besser. Allein wenn man in den Raum reingeschaut hat, wurde einem ganz schwindelig und alles schien zu verschwimmen. ^^

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Ein schiefes Haus. Außer der Murmelbahn gab es auch noch ein Pendel und einen schiefen Stuhl. Echt schräg.

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Hilfe, wie komm ich da runter? =)

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Das war auch aus Bodybuildingsicht sehr interessant. Der größere Klotz war leicht, der kleinere überraschend schwer. Nachdem man den großen Klotz neugierig angehoben hatte, schien der kleine zunächst verdammt schwer zu sein. Setze man dann beide Klötze übereinander, erschienen beide zusammen nicht so schwer, wie der kleine Klotz allein.
Was wir sehen beeinflusst direkt unsere Einschätzung. Mir ist es im Training öfters passiert, dass ich mich mit dem Gewicht vertan habe und viel mehr aufgelegt habe, als ich normalerweise schaffe. Da ich aber glaubte, das normale Arbeitsgewicht zu bewegen, wunderte ich mich zwar immer, wie schwer es mir fällt, aber ich bewegte Gewichte, die ich nie zuvor geschafft hatte.

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Darüber hat mein Freund glatt den Kopf verloren. 😉

Für alle Leipziger oder Besucher kann ich die Ausstellung nur empfehlen. Sie geht noch bis zum 07. Juli täglich von 9-20 Uhr.
Da gibts viel zu glotzen.
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Wie meine Kater ihre Klos benutzen….

Das Große mit Dach im Wohnzimmer. Weit weg vom Fressnapf, was Katzen angeblich bevorzugen….
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Und wenn doch mal, dann nachts um drei, nach gefühlten drei Jahren herumgescharre..vorher UND nachher!

Das Winzige, bei dem sie sich immer so albern zusammenfalten müssen, um überhaupt noch hinein zu passen. Steht direkt neben dem Fressnapf.
sauber

Das Große ohne Dach im Flur, wird am häufigsten benutzt. Eigentlich ständig! IMMER! Zwanzig Mal am Tag!! Ich hab schon einen Swifferarm!%&§
immer

Rennt eure Katze auch wie bescheuert durch die Bude, wenn sie eine richtig stinkige Wurst gekackt hat? Floppsi macht das…als ob er sich schämt und seine Spur verwischen will. Oder als ob er stolz wäre und seinen Duft wie einen Fuchsschwanz hinter sich herziehen will.

Katzen…ganz eigene Geschöpfe…

Warum ich nun doch Bilder zeige und meine Emails nicht verschlüssel…

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich meinen alten Blog geschlossen habe. Ich habe alle Bilder gelöscht, meinen Facebookaccount so gut es geht von Angaben gesäubert, habe eine Verschlüsselung auf meinen Emailkonten eingerichtet, habe den Tor-Router installiert und schließlich deinstalliert.

Das kam so:
Durch meine Masterarbeit über Cory Doctorows Roman „Little Brother“ habe ich Zeitungsartikel zum Thema Überwachung gelesen und gespeichtert, ich fand immer mehr und mehr Stoff und landete schließlich beim Privacy-Handbuch. Das war der Moment, wo die Angst in mir so bedrohlich groß war, dass ich nicht mehr nur Leser bleiben konnte, ich musste handeln. Ich hatte das Gefühl zu ersticken und etwas ändern zu müssen, um dieses Korsett aus Angst loszuwerden.
Also tat ich was oben steht und noch viel mehr. Ich löschte Picasa von der Festplatte, deinstallierte Google-Analytics, erstellte neue Emailadressen, löschte meinen G+-Account, verlor darüber meinen U-Tube-Account.

Aber egal was ich tat, die Angst nahm eher zu als ab.

Und das lag einfach daran, dass ich bei jedem Schritt wusste, dass es nicht ausreicht. Ein Beispiel ist das beliebte Exempel Facebook. Bei Facebook kann man Daten im Profil löschen, aber sie bleiben gespeichert. Mit ein wenig Googlezauberei findet man alles, auch wenn du es gelöscht hast. Und noch besser: Facebook nutzt Trackbacks. Solange du bei Facebook eingelogt bist, zeichnet Facebook alles auf, was du surfst. Nicht nur Seiten mit Likebutton, nein, alles. Jede Seite, die du ansurfst wird protokolliert. Also weiß Facebook alles über mich und ich geb mich nicht der Illusion hin, dass Facebook das zum Spaß betreibt. Meine Daten werden verkauft, mein Kaufverhalten und sämtliche Interessen und Schattenseiten liegen offen. Habt ihr schon mal nach Hautkrankheiten oder Mentruationsbeschwerden oder Übergrößendessous gesucht, Sexspielzeug bestellt oder extra festes Klopapier ergoogelt? Facebook kennt jedes noch so banale aber private Interesse eurerseits und durch Algorithmen lässt sich daraus ein ziemlich genaues Profil eurer Person, eurer Vorlieben, eurer Krankheiten, eurer Psyche erstellen.

Die Ängste
Als das Korsett immer enger wurde, wurde mir klar, dass da nicht ein einzelner Aspekt drückt, sondern dass ich mich rundherum verfolgt und unter Druck fühlte. Das mag verrückt klingen, aber was ich unter der brodelnden Oberfläche fand waren folgende realistischen und unrealistischen Ängste:

  • Deutschlandweite staatlicher Überwachung->kommen irgendwann in naher Zukunft besorgniserregende Googleabfragen in mein polizeiliches Führungszeugnis?
  • Überstaatliche Überwachung->werden meine zukünftigen Urlaubspläne ins Wasser fallen, weil ich in vielen Ländern durch meinen digitalen Fingerabdruck auf Flugverbotslisten gelandet bin?
  • Ausverkauf meiner Daten->Werde ich irgendwann im DM an der Kasse angesprochen, ob ich noch genug Blasen- und Nierentee oder Hühneraugenpflaster Zuhause hätte.
  • Verknüpfung zwischen Berufs- und Privatleben->Werde ich irgendwann einen Skandal in der Schule auszubaden haben, der von einem privaten Blogeintrag herrührt? Diese Angst ist groß, ich sehe die Bildzeitungsschlagzeile schon vor mir, in der mir jedes Wort aus dem Kontext gerissen und umgedreht wird.
  • Verknüpfung zwischen Berufs- und Privatleben->Werde ich irgendwann Photomontagen oder lustige Bilder, die aber nicht in den Schulalltag gehören, von mir bei Schülern auf dem Handy finden? Was privat ein Spaß ist, ist ja in der Institution Schule ganz schnell die Verurteilung zum Fegefeuer.
  • Ausverkauf meiner Daten im Gesundheitsaspekt-> werde ich bald bei der Krankenkasse mehr zahlen und weniger Behandlungen bekommen, weil ich tätowiert bin? Für Blutspenden bin ich deswegen schon gesperrt, weil ich in eine Risikogruppe mit Homosexuellen, HIV-Infizierten und Sextouristen falle.
  • Werden die Ökos und Vegetarier die Herrschaft übernehmen und eine Bio-Diktatur installieren?

Was haben die Ökos damit zu tun?
Die größte Gefahr besteht da, wo Menschen sich zusammentun. Wie sind rein theoretisch eine Demokratie. Was für die Mehrheit von Interesse ist, wird, zumindest vor Wahlen, zum Staatsinteresse. Gerade über Facebook beobachte ich, wie Themen rund um Gesundheit und ökologischen Lebenseinstellungen immer mehr vom persönlichen Interesse zur moralischen Grundsatzfrage verschoben werden. Längst sind es nicht mehr einzelne Menschen, die sich für solche Themen interessieren und ihr persönliches Leben dahingehend ändern, es ist vielmehr ein gesellschaftlicher Wert geworden.
Wenn ich ein Video von einem Kind betrachte, dass seine Meeresfrüchte nicht essen möchte, weil es nicht möchte, dass dafür Tiere sterben und darauf nicht sofort zum Veganer werde, dann bin ich ein Mörder und Schlächter…so ist der allgemeine Usus in dieser Bewegung.
Wenn ich bei Kosmetikprodukten nicht zu Bioprodukten greife, dann bin ich persönlich für Hochwasser, Tsunamis und Erdbeben und Hautkrebs verantwortlich. Ich trage die Schuld.
Wenn ich bei Kik Klamotten kaufe, dann habe ich all die Inder in der eingestürzten Fabrik umgebracht.
Menschen, die so denken sind leicht zu benutzen um shitstormartig eine stasiähnliche Diktatur zu errichten.
Wo mit dem Finger auf Andere, private Einstellungen und Meinungen gezeigt und ohne Abwägung verurteilt wird, lassen sich leicht Überwachungsstrukturen innerhalb der Bevölkerung installieren. Die Menschen werden zu Überwachern und Richtern und solange sie Recht und Gewissen auf ihrer Seite glauben, werden sie die eigene Integrität nie infrage stellen.

Deswegen habe ich Angst vor Ökos und Vegetariern.

Was mich heute zu diesem Artikel bewogen hat, ist dieser Artikel in der Zeit, der mir aus der Seele spricht und die alte, schwärende Wunde geöffnet hat.
Wie gesagt, je mehr ich las, je mehr ich unternahm, desto größer wurde die Angst und eine Einsicht verlangte Gehör, nämlich dass ich der Überwachung nur entkommen kann indem ich:

  • kein Facebook mehr nutze
  • nirgends Passwörter speicher
  • Firefox mit vielen anonymisierenden Addons nutze
  • den Tor-Router nutze
  • Emails verschlüssel und nur noch mit Leuten Emails schreibe, die diese Verschlüsselung ebenfalls nutzen
  • Flash-plugins deaktiviere
  • dadurch keine Videos, Flashanimationen und ähnliches sehen kann
  • keine Messanger nutze
  • überall nur noch Bar bezahle

Fazit: Ich müsste mich komplett aus dem Internet zurückziehen, es am besten gar nicht mehr nutzen, denn jede Nutzung hinterlässt für einen Nichtprofi wie mich Spuren und außerdem müsste ich im Alltag überall nach Kameras spähen und die Kamerawinkel möglichst meiden, nichts spontan kaufen, wenn ich kein Bargeld dabei habe, stets eine Cap tragen, um mein Gesicht vor Kameras zu verbergen.

…ich würde leben wie ein Verdächtiger in einer Diktatur. DAS wäre die Konsequenz.

Und dann hätten all die Überwacher und moralischen Richter gewonnen, dann WÄRE ES DIE DIKTATUR. Und DAS ist nicht das Leben, das ich möchte. Das ist kein Leben das ich ertragen könnte. Deswegen werde ich die Piraten wählen. Wer glaubt denn wirklich, dass die es direkt in die Regierung schaffen und die Merkel ablösen? Aber mitreden müssen die dringend, denn so bunt gemischt und verrückt der Haufen ist, sie setzen sich für die Freiheit meiner Heimat ein: dem Internet! Das mehr Heimat für mich ist, als Leipzig oder Deutschland oder Europa. Ich bin im Internet Zuhause und ich lass mich nicht vertreiben und unterdrücken. Nehmt meine Daten solange ich euch nicht daran hindern kann, aber fürchtet euch vor den Ureinwohnern Neulands, wenn sie Zähne zeigen.

Auf der Suche nach Motivation

Die Woche Auszeit habe ich in vollen Zügen genossen. Und ich habe darüber nachgedacht, weshalb ich sie überhaupt brauchte. Eigentlich lief doch alles locker, an den Rhythmus hatte ich mich gewöhnt. Fünf Tage lang abends stolz Striche machen und an zwei Tagen schlemmen. Ich hatte Fortschritte beim Training, beim Anziehen meiner Kleidung, im Spiegel. Alles lief top.
Aber wieso fühlte es sich dann so an, als würde ich auf der Stelle treten und als säße ich in der Falle?

Larissa Reis ist derzeit DER Star aus der Figur-Klasse

Nun, das auf der Stelle treten kam zustande, weil bei den drei Mal, bei denen ich auf einer Waage stand quasi keine Veränderung was das Gewicht angeht, festzustellen war. Und so sehr mit das Auge auch sagte, dass sich etwas verbessert, sagt der Kopf doch: Mit über 80kg wirst du nie eine Figur der „Figurklasse“ bekommen. Die Figure-Class ist die Klasse im Bodybuilding, mit der ich mich am meisten identifiziere, mit der ich mich selbst sehe, wenn ich mich meinen Träumen hingebe. Und eben genau dieser Traum ist wieder in unerreichbare Ferne gerückt, statt greifbar näher zu kommen. Das raubt mir viel Motivation…sehr viel. Und gegen diesen Gedanken muss ich ankämpfen, denn er endet darin, dass alles sinnlos ist.
In Eragon gab es eine Stelle, in der es um innere Stärke geht. Und es gab da als Beispiel diesen uralten Drachen, der so stark war, weil er es sich selbst verbat, gewisse Bedenken, Zweifel und Ängste zuzulassen. In unserer Gesellschaft sind wir mehr und mehr damit beschäftigt, unsere Zweifel, Bedenken und Ängste auszugraben und ernst zu nehmen, statt sie zu unterdrücken. Und ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll.

Das Gefühl in der Falle zu sitzen bekomme ich immer, wenn sich die Kreise enger ziehen. Wenn der Alltag sich immer mehr und mehr um die verstandesmäßige Überwachung meiner alltäglichen Bedürfnisse dreht. Dann sehne ich mich nach Freiheit, Spaß und Ungezwungenheit, weil Kontrolle und Zwang einfach nicht meinem Wesen entspricht. Ich erlebe so oft andere Leute, die nicht glauben können, welchen Aufwand ich betreibe, um abzunehmen. Wieso ich nicht einfach etwas weniger esse. Das sei doch nicht normal. Sie können nicht glauben, wieso ich nicht einfach so lebe wie sie, bei ihnen hätte es doch auch geklappt. Und ich steh dann da wie der begossene Pudel, weil ich wirklich wünschte, es wäre so. Wie oft hab ich gedacht: Du machst jetzt noch diese eine Diät, die ziehst du durch und dann bist du frei. Aber so war es nie, ich erreichte nie das Ziel, stattdessen fühlte ich mich auf halber Strecke total am Ende, gab auf und hasste mich für mein Versagen.
Überall liest man dann von „Ausreden“. Dicke hätten immer nur „excuses“. Und weil ich dieses Klischee satt habe, entschuldige ich mich nicht, ich formulier auch keine Ausreden oder Gründe, ich treffe schlicht und einfach Entscheidungen. So wie die Entscheidung zur Pause diese Woche und so wie ich entschieden habe nächste Woche weiter zu machen.

Das Gefühl, in der Falle zu sitzen, ist fort, ausgemerzt durch hemmungslosen Spaß am Schlemmen und zusätzlich den faden Beigeschmack, dass alles, was erlaubt ist längst nicht so gut schmeckt wie Verbotenes.
Aber mir ist auch klar geworden, dass ich irgendwelche messbaren Daten brauche, die mir auch an schlechten Tagen sagen: Es geht wirklich voran. Du redest dir das nicht nur toll. Daher werde ich meine Umfänge mit dem Maßband festhalten. Nach einer kohlenhydratreichen Woche sollte da schnell ein Erfolg zu sehen sein. *fg*
Außerdem steht als neues Ziel, nur einen Schlemmertag zu machen, den dafür richtig bewusst. Und an dem zweiten Tag zwar nicht zu zählen, aber trotzdem zu versuchen nicht ganz so zu übertreiben. Denn irgendwie muss ich noch ein paar Kilos wegkriegen. Ich will meinen Traum erreichen, will auch an schlechten Tagen vorm Spiegel bestehen können und ich will ein fucking Freak sein, bei dem keiner denkt: guck dir die Dicke an, sondern bei dem die Kinnladen der Standartisierten auf die Tisch knallen weil sie nur denken „OMG-WTF“.

Das Trainingshirt sitzt übrigens richtig klasse…jetzt, wo ich es richtig herum anzieh. Ich habe bei den Fotos tatsächlich hinten und vorne vertauscht. XD Jetzt ist es am Rücken ziemlich frei, dafür aber vorn schön geschlossen, am Bauch hängt es frei und es fühlt sich traumhaft an. DAS Gefühl, mir so ein Shirt wirklich verdient zu haben und zu denken: Wahnsinn, sitzt das gut!, das motiviert ungemein.

Und damit heißt es: Tschakka! auf in die nächsten Wochen!

Die Tage lang machen…

Seit mein Freund arbeiten geht, will es mit einem unserer Wochenendhobbies nicht mehr so recht klappen: Ausschlafen bis es nicht mehr geht. Also ich könnte ja, aber mein Freund wacht immer gegen 8:07 auf und denkt dann: super, sieben Minuten länger als unter der Woche.

Und dann brabbelt er, redet mit den Katzen, erzählt mir vom Wetter, was er geträumt hat und wenn das nicht hilft, fragt er dreist, wann es Kaffee gibt. *grrrmpf*

Und noch etwas hat sich verändert, seit er arbeiten geht: die Zeit. Hatten wir im Studium eewig Zeit, rast sie nun nur so vorbei. Mein Freund freut sich aufs Wochenende, weil er dann länger mit seinen Kumpels World of Tanks zocken kann. Trainieren wollen wir auch. Und so kommt es, dass das Wochenende für meinen Freund häufig so aussieht: Feierabend, WoT, Training, WoT, Training, WoT, Montag.

Und weil das doch ziemlich unbefriedigend ist, haben wir uns ein neues Hobby überlegt: Die Tage lang machen.beidePs: Ich hab wieder helle Haare! Endlich keine Cappflicht mehr. Ich finde, ich seh aus wie ein Ginger und es gefällt mir richtig gut. Ich hätte nur nicht versuchen sollen, mir selber Strähnchen zu machen. Sieht fürchterlich aus aber mit Zöpfchen gehts. XD

Das Konzept sieht vor, dass wir etwas zusammen unternehmen, um die Tage mit mehr Erinnerungen zu füllen und so mehr gefühlte Zeit rauszuholen. Aber bis jetzt fällt uns nicht viel Sinnvolles ein. Heute waren wir in einer Science Fiktion Ausstellung, die war allerdings nach ca. zwanzig Minuten langsamen Schlenderns ausgeguckt. Was können wir noch tun?
Essen und Shoppen. Also ganz ausgereift ist das Konzept noch nicht. Aber wir hatten unseren Spaß. Bei Fielmann zum Beispiel, wo ich mir eeendlich eine Sonnenbrille bestellt habe und mein Freund Slaine wieder den Modeberater spielte. Oder im Müller, wo wir lange überlegten, ob wir unserem Kloppsi einen Kipplaster kaufen, den er strongcatmäßig ziehen kann, oder lieber ein kleines ferngesteuertes Auto, dem die beiden hinterherrennen können. Oder im TK MAXX, wo es echt die bescheuertesten Modeklamotten zu erschwinglichen Preisen gibt und wo wir immer etwas Gruseliges finden, das ursprünglich mal zwischen 80 und 120 Euro gekostet hat und nun als Schnäppchen und neues, beknacktes Outfit im Korb landet.
So wie dieses Superheldenoutfit Polo für meinen Slaine.heldenpolo
Oder für mich dieses sportliche Röckchen mit eingenähter Hose.
rock
Außerdem noch ein neues Trainingsshirt, allerdings bin ich mir da noch unsicher, ob ich mich darin auch wohl fühle. Ich wollte es gar nicht mitnehmen, aber mein Modeberater zerrte es rigoros mit in die Umkleide. Es sitzt gut, aber es ist für meinen Geschmack doch etwas wenig Stoff um die Brust. Morgen probiere ichs mal aus, nehme aber lieber noch ein Ersatzshirt mit. XD
trainshirt

Morgens um kurz nach Sieben im Dschungel…

könnt ich mir selbst in den Hintern beißen, weil ich keinen Fotoapparat mitgenommen habe. Andererseits versuche ich viel zu viel auf Foto festzuhalten, statt es mit allen Sinnen zu genießen. Kaum habe ich das festgestellt, überkommt mich eine Ruhe, als würde ich tatsächlich wie ein Ureinwohner auf der Suche nach Nektar durch den wilden Dschungel streifen, statt auf Arbeit zu stehen und auf die ersten Besucher zu warten, die frühestens in zwanzig Minuten ankommen.

Die Sonne streichelt mich durch die Glaskuppel, die Luft umdampft mich, weil der Regen, der hier nachts niedergeht, langsam zu winzigen Tröpfen zerstäubt und aufsteigt. Es riecht würzig, leicht nach Zimt, an manchen Stellen nach den großen rosa Blüten, und eine Nase weiter nach muffig feuchter Erde.

Ein Morgen im Gondwanaland ist für mich etwas ganz besonderes.

Noch fährt kein Boot, keine Kinderschar kreischt, ein Vogel stößt einen melancholischen Schrei aus, immer wieder. Die Totenkopfaffen klettern auf einem Baum mit fächerartigem Blätterdach bis rauf zu mir. Wie hoch mag das sein? Vier Meter, fünf? Und hopsen von Blattfächer zu Blattfächer, auch wenn der Baum sich dabei tief verneigt. Unter mir wuselt etwas Schwarzes in betrunkenen Linien voran. Eine Maus? Ach, nein, es sind die Jungen eines taubenartigen jadegrünen Vogels, der durch die Blätter watschelt und seinen Jungen eine Gondwanalandtour beschert.

Da, ein schwarzer Frosch mit gelben Flecken auf dem Shirt, dort eine Wasseragame bei ihren morgendlichen Liegestützen. Da ist ja auch das frisch verliebte Entenpärchen. Anfangs rannte der Erpel der Dame überall hinterher. Mit Erfolg, will man meinen, denn inzwischen schwimmt er mit stolz geschwellter Brust voraus und zeigt ihr alles. Sie lässt sich gern herumführen.

Als Besucher rannte ich hier oft durch, dachte an den rinnenden Schweiß, dachte, dass ich den Herrn Otzelot schon wieder nicht gesehen habe, dachte, dass die Enten doch ziemlich öde sind. Enten sieht man doch überall.

Jetzt, wo ich hier arbeite und endlich mal zum Stillstand gezwungen bin, fällt mir die Vielfalt der Pflanzen erst so richtig auf und ich entdecke die kleinen Wesen, entdecke die Gerüche für mich, beobachte und werde dabei gelassen und bin total verzaubert. Und dann gibt es da noch die Besucher, die alle den Flammenbaum streicheln und schauen, ob sich seine Blätter zusammenrollen, weil sie glauben, es sei eine Mimose. So sieht also auch die Mimose aus, denk ich. Ob denn der Puderquastenstrauch da drüben echt sei? Ach so heißt der also.Von Besuchern kann man unheimlich viel lernen.

Schaut euch mal um, heißt es bei der Rettungswegeführung, alles Naturmaterialien, die Stühle aus Bambus, die Geländer aus Ästen, selbst die Schindeln auf den Dächern sind aus Hartholz.

Arbeiten im Zoo heißt, sich dieses Wunders erstmal richtig bewusst zu werden und mit allen Sinnen, fern vom Stress, zu genießen lernen.

Hier noch ein kleiner Clip zum Thema „Artenschutzprogramm“