Mein Training- Artikelserie: Teil Ia Kleiner Nachtrag zu allgemeinen Ansätzen

Da ist mir doch noch etwas Wesentliches eingefallen…Es geht um die Frage ob man Trainingspläne wechseln soll oder nicht?

Egal in welchem Studio man beginnt, man bekommt einen Trainingsplan erstellt und dann kommt der Hinweis, dass dieser Plan für 4-8 Wochen ausgeführt und anschließend durch einen neuen Plan ersetzt wird. Dahinter steckt die Theorie, dass Veränderungen im Training neue Reize setzen und der Körper sich durch ständige Anpassung verbessert. Wer selbst trainiert, kennt das Phänomen. Man wechselt auf eine Übung zurück, die man längere Zeit nicht gemacht hat und plötzlich merkt man, dass man das Gewicht reduzieren muss, als hätte man diese Übung noch nie gemacht. Außerdem soll durch abwechslungsreiche Pläne auch die Langeweile minimiert werden. Ziel dieses Trainings ist es, eine Art Allrounder zu werden, der nicht nur Kraft und Muskeln hat, sondern sich auch schnell auf neue Belastungen einstellt.
Diese Trainingstheorie kann man noch ausbauen zu einer sogenannten Periodisierung. Dabei wird ein Zyklus vorgeplant, der einen festen Ablauf unterschiedlicher Belastungen festlegt. Es wird also zwischen intensiveren/schweren Einheiten und leichten Einheiten gewechselt. Am Ende des Zyklus beginnt man von vorn.

Dem gegenüber steht eine Trainingstheorie, dass man mit Bodybuilding eigentlich erreichen will, für die selben Bewegungsabläufe mehr Muskelfasern zu nutzen. Wie bei unserem Gehirn, so nutzen wir auch bei den Muskeln zumeist nur einen Bruchteil der möglichen Kapazität. Wechselt man nun die Übung, beginnt man stets von vorn und muss zunächst die intramuskuläre Koordination, also die Absprache der Muskelfasern eines Muskels trainieren, statt am Maximum zu arbeiten. Wechseln wir die Pläne nicht und integrieren stattdessen unterschiedliche Belastungsgrade in jeder Einheit (durch unterschiedliche Wiederholungsbereiche), können wir so Reize für den Aufbau setzen. Stichwort hierbei ist Hypertrophie, genauer gesagt Aktivitätshypertrophie. Durch starke Belastungen werden Reize zum Aufbau gesetzt, solang man aber noch die Bewegungsabläufe koordiniert und „übt“, bleibt man im Rahmen alter Belastungsgrenzen und gibt kein Signal zum Aufbau. Deshalb bleibt man nach dieser Theorie bei seinem Plan und arbeitet weiter an maximaler Intensität und Reizsetzung. Soweit diese Theorie.

Ich denke man kann auch mit der oberen Theorie gute Reize zum Muskelaufbau setzen und es läuft letztlich darauf hinaus, was besser zu einem passt und woran man glaubt. Wer die Lust am Training verliert, weil ihn die ewig gleichen Abläufe nicht mehr fordern und die Erfolge dort fehlen, der sollte es mal mit einem Planwechsel oder einer Periodisierung probieren. Jede Theorie hat etwas für sich.
Ich persönlich sehe stets so viele kleine Ziele, die ich bei jeder Übung erreichen möchte, dass ich im Allgemeinen an meinem Plan festhalte. Das war aber schon immer so, auch bevor ich die zweite Theorie überhaupt kannte. Übungen wechsel ich eher, wenn eine neue Übung mehr verspricht, als die alte. Sei es durch komplexere Ausführung oder weil ich den Zielmuskel dabei einfach besser spüre.

Puh, das war jetzt doch theoretischer, als ich eigentlich wollte. Nächstes Mal wirds wieder praktischer. 😉

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