Auf der Suche nach Motivation

Die Woche Auszeit habe ich in vollen Zügen genossen. Und ich habe darüber nachgedacht, weshalb ich sie überhaupt brauchte. Eigentlich lief doch alles locker, an den Rhythmus hatte ich mich gewöhnt. Fünf Tage lang abends stolz Striche machen und an zwei Tagen schlemmen. Ich hatte Fortschritte beim Training, beim Anziehen meiner Kleidung, im Spiegel. Alles lief top.
Aber wieso fühlte es sich dann so an, als würde ich auf der Stelle treten und als säße ich in der Falle?

Larissa Reis ist derzeit DER Star aus der Figur-Klasse

Nun, das auf der Stelle treten kam zustande, weil bei den drei Mal, bei denen ich auf einer Waage stand quasi keine Veränderung was das Gewicht angeht, festzustellen war. Und so sehr mit das Auge auch sagte, dass sich etwas verbessert, sagt der Kopf doch: Mit über 80kg wirst du nie eine Figur der „Figurklasse“ bekommen. Die Figure-Class ist die Klasse im Bodybuilding, mit der ich mich am meisten identifiziere, mit der ich mich selbst sehe, wenn ich mich meinen Träumen hingebe. Und eben genau dieser Traum ist wieder in unerreichbare Ferne gerückt, statt greifbar näher zu kommen. Das raubt mir viel Motivation…sehr viel. Und gegen diesen Gedanken muss ich ankämpfen, denn er endet darin, dass alles sinnlos ist.
In Eragon gab es eine Stelle, in der es um innere Stärke geht. Und es gab da als Beispiel diesen uralten Drachen, der so stark war, weil er es sich selbst verbat, gewisse Bedenken, Zweifel und Ängste zuzulassen. In unserer Gesellschaft sind wir mehr und mehr damit beschäftigt, unsere Zweifel, Bedenken und Ängste auszugraben und ernst zu nehmen, statt sie zu unterdrücken. Und ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden soll.

Das Gefühl in der Falle zu sitzen bekomme ich immer, wenn sich die Kreise enger ziehen. Wenn der Alltag sich immer mehr und mehr um die verstandesmäßige Überwachung meiner alltäglichen Bedürfnisse dreht. Dann sehne ich mich nach Freiheit, Spaß und Ungezwungenheit, weil Kontrolle und Zwang einfach nicht meinem Wesen entspricht. Ich erlebe so oft andere Leute, die nicht glauben können, welchen Aufwand ich betreibe, um abzunehmen. Wieso ich nicht einfach etwas weniger esse. Das sei doch nicht normal. Sie können nicht glauben, wieso ich nicht einfach so lebe wie sie, bei ihnen hätte es doch auch geklappt. Und ich steh dann da wie der begossene Pudel, weil ich wirklich wünschte, es wäre so. Wie oft hab ich gedacht: Du machst jetzt noch diese eine Diät, die ziehst du durch und dann bist du frei. Aber so war es nie, ich erreichte nie das Ziel, stattdessen fühlte ich mich auf halber Strecke total am Ende, gab auf und hasste mich für mein Versagen.
Überall liest man dann von „Ausreden“. Dicke hätten immer nur „excuses“. Und weil ich dieses Klischee satt habe, entschuldige ich mich nicht, ich formulier auch keine Ausreden oder Gründe, ich treffe schlicht und einfach Entscheidungen. So wie die Entscheidung zur Pause diese Woche und so wie ich entschieden habe nächste Woche weiter zu machen.

Das Gefühl, in der Falle zu sitzen, ist fort, ausgemerzt durch hemmungslosen Spaß am Schlemmen und zusätzlich den faden Beigeschmack, dass alles, was erlaubt ist längst nicht so gut schmeckt wie Verbotenes.
Aber mir ist auch klar geworden, dass ich irgendwelche messbaren Daten brauche, die mir auch an schlechten Tagen sagen: Es geht wirklich voran. Du redest dir das nicht nur toll. Daher werde ich meine Umfänge mit dem Maßband festhalten. Nach einer kohlenhydratreichen Woche sollte da schnell ein Erfolg zu sehen sein. *fg*
Außerdem steht als neues Ziel, nur einen Schlemmertag zu machen, den dafür richtig bewusst. Und an dem zweiten Tag zwar nicht zu zählen, aber trotzdem zu versuchen nicht ganz so zu übertreiben. Denn irgendwie muss ich noch ein paar Kilos wegkriegen. Ich will meinen Traum erreichen, will auch an schlechten Tagen vorm Spiegel bestehen können und ich will ein fucking Freak sein, bei dem keiner denkt: guck dir die Dicke an, sondern bei dem die Kinnladen der Standartisierten auf die Tisch knallen weil sie nur denken „OMG-WTF“.

Das Trainingshirt sitzt übrigens richtig klasse…jetzt, wo ich es richtig herum anzieh. Ich habe bei den Fotos tatsächlich hinten und vorne vertauscht. XD Jetzt ist es am Rücken ziemlich frei, dafür aber vorn schön geschlossen, am Bauch hängt es frei und es fühlt sich traumhaft an. DAS Gefühl, mir so ein Shirt wirklich verdient zu haben und zu denken: Wahnsinn, sitzt das gut!, das motiviert ungemein.

Und damit heißt es: Tschakka! auf in die nächsten Wochen!

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6 Kommentare zu “Auf der Suche nach Motivation

  1. Wenn es dich beruhigt … dieser „Stillstand“ ist völlig normal und sollte dich nicht weiter beunruhigen. Viel Erfolg, Motivation und Durchhaltevermögen für die nächsten Wochen. 😉

  2. Wow. Sehr gute Worte..Gedanken. Ich finde mich in vielemvielem wieder und kann Dich daher gut verstehen.
    Das wichtige sehe ich darin, dass Du (und ich so langsam auch) erkennen, was falsch daran ist und wie doch das ‚Scheitern‘ quasi kommt, wenn man unglaublich hart mit sich selbst ist.
    Natürlich ist es niht leicht und man macht Fehler, erliegt Versuchungen.
    Doch statt Kraft in Selbstgeisselung zu legen ists definitiv besser zu schauen woran es lag und wie man es verhindert. Besser macht. Vor allem entspannter 😉
    Und ein VorBILD zu haben ist eine gute Idee, das motiviert mich auch.

    Viel Erfolg beim Restarten

  3. Ich hätte von deinen Fotos nicht gesagt, dass du über 80 Kilo wiegst, ich hätte es viel weniger eingeschätzt, vor allem, wenn ich weiss, dass ich 80 kg wiege 😉 Wenn es langsam aber stetig runtergeht, ist schon ok. Aber du baust auch Muskel auf, es könnte also auch sein, dass was du an Fett abnimmst, kommt im Muskelgewicht zurück, oder? So bleibst du bei deinem Gewicht.

    • Ja, so muss es wohl sein. Nur erscheint mir das immer wie eine Ausrede, wer kann schon sagen, wie viel Muskelmasse man in einem Monat aufbauen kann? Aber durch die DAA-Einnahme und höhere Eiweißzufuhr in Kombination mit der höheren Intensität beim Training bau ich derzeit sichtbar auf. Also nehm ich das im Moment so hin. Das Maßband wird mir auch bald genaueres sagen können. 🙂

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