Ich hab nichts gesehen…

„Also hier siehts ja toll aus, aber ich muss mich trotzdem beschweren, ich habe kein Tier gesehen. Im Fernsehen wirkte das ganz anders. Ich bin ziemlich enttäuscht.“
Ratlos sehe ich die Frau an. Sie ist kein Einzelfall. Täglich gibt es diese Besucher, die 17 Euro Eintritt zahlen, um exotische Tiere zu bestaunen und dann enttäuscht sind.

Eine zynische Stimme in mir denkt: Dann geh doch in die alten Zoos. Dort, wo die psychisch zerrütteten Tiere vor Scheiben in winzigen Käfigen auf und ab gehen.
Aber das ist ungerecht.
Wenn ich Urlaub genommen hätte, durch halb Deutschland gefahren wäre und 17 Euro Eintritt gezahlt hätte, um alles zu sehen, was mir das Fernsehen versprochen hat, dann wäre ich auch enttäuscht, wenn bei meinem Zoo-Marathon jedes fünfte Gehege scheinbar verwaist ist.
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Nein, das Problem sind die Erwartungen.
Die meisten Besucher wollen nur einen schönen Tag erleben. Also kommen sie mit offenen Augen und nehmen mit, was sie finden. Diese Besucher erfreuen sich an jedem entdeckten Tier, an den exotischen Pflanzen, daran, wie lustig oder niedlich sich manche Tiere gebärden. Sie haben Spaß am Entdecken und so gehen sie am Ende des Tages zufrieden und beglückt nach Hause.

Aber manche Besucher erwarten etwas anderes. Sie wollen viele Tiere sehen, möglichst alle. Also rennen sie mit einem mentalen Terminkalender von Gehege zu Gehege, lesen, was auf den Schildern steht und nehmen sich ca. 1,3 Minuten Zeit, um das genannte Tier zu suchen. Dann kribbeln die Füße, man muss noch so viel schaffen. Schnell weiter. Dann verpasst man noch eine Fütterung und das Elefantenbaden war vor zehn Minuten. Man will Freunden und Bekannten doch erzählen, dass man den Leipziger Zoo aus dem Fernsehen selbst gesehen hat. Also den ganzen Zoo mit jedem Tier darin.
Und mit jedem leeren Gehege, in dem das Erwartete nicht gefunden wird, werden diese Besucher frustrierter.
Am Ende des Tages schmerzen die Füße, der Kopf schwirrt, man ist durstig und frustriert. Der Zoo war nicht so, wie erwartet.

Unsere Erwartungen lassen uns unterschiedlich wahrnehmen, was wir erleben. Hohe Erwartungen können eigentlich nur enttäuscht werden. Moderne Zoos laden zum Verweilen und Beobachten ein.
Jedes Gehege bietet den Tieren die Möglichkeit zum Rückzug. Das hat den Nachteil, dass man manche Tiere nicht sieht. Aber es hat auch den Vorteil, dass die Tiere, die man entdeckt in ihren natürlichen und sozialen Verhaltensweisen zu beobachten sind.
Statt „Ich hab den Tiger gesehen“ kann man erzählen, wie es war, ihn zum Beispiel beim Spielen oder Schwimmen zu beobachten, oder wie er seine Artgenossen putzt. Statt hektischer Rennerei laden moderne Zoos ein, all den Stress zu vergessen und auszusteigen aus dem mentalen Terminkalender. Man tut sich selbst einen Gefallen, wenn man genießt, was man entdeckt und aufhört, zu rennen.

Wer entdeckt ihn?
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Ihn hab ich im Affengehege entdeckt, die Affen waren ausgeflogen.
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Bereit die Grenze erneut zu überschreiten

Abnehmen kann aus unterschiedlichsten Gründen sehr frustrierend sein. Ein Grund ist, dass lange niemand eine Veränderung erkennen kann, anfangs nicht einmal man selbst. Ein anderer Grund kann sein, dass man schon einmal viel abgenommen hatte und nun mühselig eine Strecke entlanggeht, die man vor einiger Zeit bereits gegangen war. Dabei hat man oft die alten Gewichtswerte im Kopf und kann sich nicht richtig über das erreichte freuen.

Es gibt aber auch immer Momente in Diäten, in denen man sich großartig fühlt. Das kann durch ein Kompliment, ein endlich passendes Kleidungsstück oder das Durchbrechen einer Gewichtsklasse sein.

Vor Letzterem steh ich jetzt.
80kg sind für mich wie eine magische Grenze.
In meinem Selbstbild macht 80kg die Grenze zwischen fett und normal gewichtig aus.
Hinzu kommt, dass ich das Gefühl habe, über 80kg sieht man vielleicht jedes vierte oder fünfte Kilo, das ich abnehme. Unter 80kg kann ich jedes verlorene Kilo sehen, messen und fühlen. Das letzte Mal, als ich die 80kg unterschritt, stellte ich mit jedem Kilo Veränderungen an mir fest, wie sonst nie in so kurzer Zeit. Und seitdem habe ich Muskeln aufgebaut!
Deswegen freu ich mich auf die kommenden Wochen, auf die fallende Speckhülle, auf jede Mahlzeit, jede Trainingseinheit und auf jede Schicht auf Arbeit.
Diät und Verzicht sind eine Seite des Abnehmens, günstige Umstände wie einen zeitraubenden, anstrengenden Job (auch wenn er mir viel Freude macht, trifft das dennoch zu) und viel Motivation durch sichtbare Erfolge sind die schönere Seite.

Und weil mir der Hoffnungsstrahl die Wahrnehmung grillt, hab ich heute mal wieder wunderbare Posingfotos im Studio geschossen, wo noch immer die besten Lichtverhältnisse dafür herrschen.
Ego loading…be aware! ^^
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Und so drück ich 20kg Kurzhanteln nach drei harten Sätzen an der Flachbank *stolzbin*.
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Verführt…

Kaum habe ich in der überfüllten Straßenbahn einen Platz ergattert, halt ich es schon in den Händen. Die Zeit steht still, alles um mich rum verschwindet und plötzlich stell ich erschrocken fest, dass ich wieder zu weit gefahren bin. In diesem Zustand ist klar, ich habe wieder einen echten Knaller gefunden.,
Dabei war ichs gar nicht! Mein Sommerfreund, der sich dauernd beschwert, ob es denn nicht reicht, wenn ich Bücher einmal läse, ob ich sie unbedingt kaufen müsse, DIESER Sommerfreund entdeckte das neueste Buch von Tanja Kinkel im Rewe für unter 10 Euro. Und winkte auf meinen glasigen Blick hin nur lappidar mit der Hand: „Nimm’s mit.“

Ei, wer will da widersprechen? ^^

„Verführung“ erzählt von einem jungen Mädchen, dass den Kastraten Appianino kennenlernt und sich schrecklich in ihn verliebt. Seine Stimme öffnet ihr Türen zu einer fremden, träumerischen Welt, in der sie ihre Zeit viel lieber verbringt als mit der Mutter, die sie verheiraten will oder zum Pfandleiher schickt um heimlich den halben Hausrat zu versetzen, damit keiner merkt, dass die Witwe eines Professors ohne diesen langsam verarmt. Bei Appianino ist sie glücklich und sein Leben findet sie aufregend, also nimmt sie eines Tages all ihren Mut zusammen, geht zu ihm und bittet ihn, ihr das Singen beizubringen.
Dafür erntet sie zunächst nur Spott und Hohn, aber sie wirf all ihre Sehnsucht in einen Topf und singt. Einen einzigen Ton nur, den sie aber möglichst lange und konstant hält. Das überrascht Appianino und so beginnt eine innige Beziehung zwischen den beiden und eine große Liebe.
Doch die Heiratspläne ihrer Mutter drohen alles zu zerstören. Also flieht das Mädchen mit Appianinos Hilfe. Verkleidet als Kastrat beginnt sie ein neues Leben mit einer Gesangsausbildung.
Jahre später lernt das Kastratenmädchen Giacomo Casanova kennen, der ihre Fassade sofort durchschaut und nicht eine Minute glaubt, dass sie ein Junge ist. Doch das Spiel mit der Verführung versteht Bellino, der Kastrat, ebenso. Sie hat sich in den Kopf gesetzt den homophoben Casanova als Mann in sich verliebt zu machen. Ein großes Spiel beginnt.

Geschickt verwebt Tanja Kinkel auch hier wieder historische Fakten und Hintergründe mit einer interessanten Geschichte. Das Grundgerüst ist faktual, Casanova erwähnt in seinen Aufzeichnungen eine Beziehung zu einem Mädchen, dass sich erst nach vielen Jahren der Forschung als Angiola Calori entpuppt. Wie in so manchem anderen Roman von Tanja Kinkel begeistern mich auch hier wieder die doppelbödigen Dialoge, die mit scheinbar Belanglosen Erzählungen abgrundtiefe Drohungen, erotische Komplimente, geheime Verschwörungstheorien und ähnliches transportieren, dabei den Leser aber immer soweit einweihen, dass er dies verstehen kann. Erotik, Verführung und deren ethische Grenzen werden auch wieder beleuchtet, wie das bereits bei „Das Spiel der Nachtigall“ der Fall war. Manche Gedanken aus jenem Roman findet man in „Verführung“ wieder, was aber nicht stört, sondern die Welt nur konsistenter macht.
Mich hat das Buch soweit gebracht, dass ich, obwohl ich klassische Musik nur ohne Gesang mag, stundenlang männlichen und weiblichen Sopranen lauschte und Zugang zu einem neuen Stück Welt erhielt. 🙂


Aber eigentlich habe ich Verführung nur zur Hand genommen, weil ich den richtigen Folgeband einer sehr schönen Buchreihe nicht gefunden habe. Lemony Snickets „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ ist die Buchreihe Kinderliteratur, die ich derzeit lese, obwohl ich eigentlich momentan total übersättigt bin von Kinderliteratur. Und ich kann nicht aufhören zu lesen. Vielleicht kommt euch „Lemony Snicket“ bekannt vor, was daran liegt, dass die ersten Bände vor ein paar Jahren verfilmt wurden.
Die Geschichte ist relativ einfach: Drei Geschwister, Violet, Klaus und Sunny Baudelaire, verlieren durch einen Brand ihr Zuhause und ihre Eltern. Sobald Violet erwachsen ist, wird sie das Vermögen ihrer Eltern erben, bis dahin aber werden die drei Waisen zu Vormündern geschickt. Der erste Vormund stellt sich als der raffgierige und kaltblütige Graf Olaf vor, der durch einen Trick Violet heiraten will, um so schon vorzeitig an das Vermögen zu kommen, um sich anschließend der lästigen Kinder zu entledigen. Der Plan scheitert nur knapp am Einfallsreichtum der drei Waisen, die ihre Talente vereinen, um den Rest der Welt von Graf Olafs schlimmen Plänen zu überzeugen. Violet ist die Erfinderin, die sich auf technische Erfindungen versteht, Klaus ist der Wissenschaftler mit dem Wissen aus vielen, vielen schwer verständlichen Büchern und Sunny hat mit ihren vier Jahren messerscharfe Zähne, die fast alles zerkleinern können.

Von Band zu Band werden die Baudelaires nun zu unterschiedlichen Vormündern abgeschoben, die entweder sterben oder die Kinder nach einer Begegnung mit Graf Olaf nicht mehr haben wollen. Stets wissen die Baudelaires als erste, in welcher Verkleidung Graf Olaf wieder steckt und sie versuchen ihre Angehörigen zu überzeugen, jedoch immer ohne Erfolg. So bleibt ihnen nur, sich auf einander zu verlassen und ihre Talente gut einzusetzen. Die Vormünder hingegen haben immer irgendeinen Spleen, wodurch sie normalerweise absolut ungeeignet sind, um Kinder zu erziehen, was es den drei Geschwistern meistens noch schwerer macht, sich irgendwo heimisch zu fühlen.
Durch die unglücklichen Umstände fiebert man stets neu mit, hält Ausschau nach Graf Olaf und fragt sich zusammen mit den Baudelaires, was diesmal wieder sein Plan ist. Durch den Spleen der Vormünder kommt man auch als Erwachsener auf seinen Genuss, erkennt man viele Spleens doch wieder. So wie beispielsweise bei Tante Josephine, die in einem Haus über einem hohen Abhang lebt, dass nur durch ein paar Bretter gestützt wird. Diese Tante hat Angst, nicht vor der Lage ihres Hauses, sondern vorm Herd, der Heizung, Türknäufen und Immmobilienmaklern. Lemony Snicket kommentiert dazu: Es gibt rationale Ängste und es gibt irrationale Ängste. Anschließend werden die Begriffe für Kinder erklärt.
Wunderbar Lektüre und ein ganz heißer Tipp. 😉

Frische Veränderung gefunden…

Auf Arbeit gibt es immer Momente, wo man mit Kollegen zusammensteht, kein Gast in der Nähe und man fängt an zu schwatzen. Und irgendwann ist dann immer der Moment gekommen, an dem es ums Training geht.

Was mache ich denn für ein Training?

Ich sage dann meistens „Kraftsport“, manchmal „Fitnessstudio halt“, weil das alles leichter einzuordnen ist, als die Antwort „Bodybuilding“. Und spätestens wenn ich meinen Eiweißshaker nehme, ahnen die meisten, dass ich das irgendwie ernsthaft betreibe. Oft erzählen die Leute, was sie so treiben und was ihnen Spaß daran macht. Und dann erzähl ich, was mir an meinem Sport Spaß macht, aber es fühlt sich immer ein wenig wie das Bewegen auf einem schmalen Grad an, zwischen den Abgründen Lächerlichkeit und Freak. Freak bin ich gerne, aber niemand wird gern als lächerlich betrachtet.

Die meisten Leute nehmen Bodybuilding nicht als echten Sport wahr.

Radfahren, Tischtennis, Fußball…das sind alles ernstzunehmende Sportarten. Aber beim Bodybuilding nehmen die doch nur Steroide und Eiweißpulver und haben kaum Kraft. Die können ja nicht mal nen LKW ziehen. Dann stehen die nur braungepinselt auf ner Bühne rum und lassen sich feiern ohne richtig Sport gemacht zu haben…so in etwa scheint die Vorstellung zu sein.

Also erzähl ich, dass ich lange Spaß daran hatte immer mehr und mehr Gewicht zu bewegen. Größere Hanteln, größere Scheiben, aber irgendwann merkte ich, dass die Muskeln nicht wirklich mehr wurden. Und wozu brauchte ich die Kraft? Den Kühlschrank krieg ich auch ohne Training auf und die Vorstellung, dass irgendwann ein Haus über mir einstürzt und ich mich nur retten kann, weil ich die Betonplatten wegbankdrücke…ja, also für den Alltag hat das nicht viel Nutzen. Und da ich lange mit Muskelversagen gearbeitet hatte, spürte ich auch die Belastung fürs zentrale Nervensystem ziemlich stark. Ich schlief oft gar nicht ein, fühlte mich schlapp und müde. Beim Training konnte man regelmäßig meine Plomben zählen, wenn ich nicht irgendwo an einer Wand lehnte. Vergnügen und Erschöpfung hielten sich gerade so die Waage, aber ich wollte Ergebnisse sehen. Mit Betonung auf SEHEN.
Und dann fragte ich mich, wo eigentlich die Wegkreuzung ist, bei der man sich entscheidet für Kraftsport ODER Bodybuilding. Beide trainieren mit schweren Gewichten, sehen aber meistens sehr unterschiedlich aus.

Was also ist der Unterschied zwischen Kraftsport und Bodybuilding?

Darauf antworten viele: Das liegt am Wiederholungsbereich, Kraftsportler trainieren mit weniger Wiederholungen. Aber wer sich in der Praxis umschaut merkt schnell, dass das nicht die Antwort sein kann. Denn die Wiederholungsbereiche sind meistens variabel.
Eine andere Antwort ist: Kraftsportler machen nicht so harte Diäten. Die Futtern durchweg.
Das ist sicherlich ein entscheidender Faktor. Aber ist das der grundlegende Unterschied? Würden alle Kraftsportler so gemeißelt wie Bodybuilder aussehen, wenn sie nur eine Diät machen würden? Sagt man nicht auch, Kraftsportler hätten viel dichtere, festere Muskelfasern?

Im Gespräch sag ich, dass es im Kraftsport hauptsächlich ums Gewicht geht, das gedrückt/gezogen wird. Das steht im Fokus, darauf wird die Technik, die Haltung und alles ausgerichtet.
Im Bodybuilding geht es um die Größe, das Aussehen. Ziel im Bodybuilding ist der Körper und dabei bei jeder Bewegung im Zielmuskel mehr und mehr Muskelfasern anzuspannen.
Wer schon mal körperlich gearbeitet hat, kennt das Phänomen: Anfangs fällt es furchtbar schwer, man weiß gar nicht, wie man das lange durchhalten kann, aber schon nach 1-2 Wochen fallen dieselben Bewegungen leichter, man bracht viel weniger Anstrengung für dieselbe Arbeit. Das nennt man den Anpassungseffekt. Der Körper optimiert die Bewegungsabläuft um sie mit so wenig Muskelfasern wie möglich zu bewältigen, das spart Energie.
Im Bodybuilding will man diesen Effekt umkehren. Für eine Bewegung immer mehr und mehr Fasern zu benutzen braucht Konzentration und Körpergefühl und hat etwas fast Meditatives. Das finde ich spannend. Wie beim Bogenschießen im Buddhismus, wo es nicht darum geht, mit dem Pfeil ein Ziel zu treffen, sondern darum, zusammen mit dem Bogen den ganzen Körper anzuspannen, sich ganz zu versenken und die eigenen Kräfte und Energien zu erspüren.

Und ich spüre, wie die Leute das verstehen und spannend finden. Es ist noch immer freakig, aber nicht mehr…lächerlich. Und das tut unheimlich gut. Ich hab früher nie mit flüchtigen Bekannten über mein Hobby geredet, habe nichts davon erzählt, weil ich es selbst zu peinlich fand. Jetzt rede ich gern darüber und schäme mich auch nicht, wenn es jemand nicht versteht.

Tage lang machen Teil drölf

Weil schon der erste mäkelt, dass es hier so wenig zu lesen gibt… 😛 …Das liegt schlicht daran, dass meine Tage mit Arbeit, Besuchen bei der Arge, Training und Tanja Kinkels neuem Roman „Verführung“ überfüllt sind. Abends bin ich dann oft zu kaputt um noch kreativ in die Tasten zu hauen und verhau lieber per Knopfdruck ein paar Mobs in GW2.
Zumindest wenn Floppsi das nicht zu verhindern weiß.
floppsi

Aber die ausgefüllte Zeit ist wirklich schön und hat einen tollen Nebeneffekt: Das Gewicht geht endlich mal wieder runter. Hurra! Und um die freien Wochenenden genießen zu können, hab ich meinen Sommerfreund Slaine heute zum Völkerschlachtdenkmal geschleppt. Erst wollte er nicht so richtig. Schließlich ist er da oft auf dem Weg zu einem Nebenjob dran vorbei gefahren. Da hat ers doch gesehen, meinte er. Aber das ließ ich nicht gelten. Nach sechs Jahren in Leipzig wollte ich das Wahrzeichen dieser Stadt endlich mal sehen.
Von der Ferne betrachtet sieht es auch gar nicht so beeindruckend aus.
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Aus der Nähe beeindruckt es aber ziemlich.
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Die riesigen Wächter außen am Turm erkennt man von der Ferne besser. „Da nehmen wir aber den Lift.“, versucht es der Sommerfreund. „Nix, das muss zu Fuß erobert werden!“, sag ich. Also ging der Aufstieg los. Das ist nichts für nach dem Beintraining. Das steht mal fest.
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Aber auf den Zwischenstufen gibt es immer was zu sehen und zu bestaunen. Und Luft kann man da auch mal holen, den rinnenden Schweiß für zwei Minuten aufhalten…
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Die engen Wendeltreppen bescheren einen ziemlichen Drehwurm und der breite Sommerfreund muss die Schultern einziehen, um nicht stecken zu bleiben.
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Aber dann ists geschafft und man wird mit einem tollen Rundblick über die Stadt belohnt. Runter sind wir dann doch lieber mit dem Lift. *g*
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Teil2 des subjektiven Supplementreviews zu DAA

Heute morgen ging die zweite „Kur“ mit DAA zu Ende und ich möchte ein zweites Fazit ziehen.
Den ersten Artikel dazu findet ihr hier.

Einnahme:
Die Dosis habe ich diesmal erhöht und so die (für Männer) empfohlenen 3g/Tag eingenommen. Statt D-Test von Scitec Nutrition gibt es jetzt DAA-Pro, ein sehr ähnliches Produkt ohne Östroblocker, dass jedoch höher dosiert ist. Bei D-Test lautete die Verzehrempfehlung noch: auf nüchternen Magen. Bei DAA-Pro wird empfohlen es zu den Mahlzeiten zu konsumieren.
Ich habe DAA-Pro über einen Zeitraum von 8 Wochen immer morgens und vorm Schlafengehen eingenommen. Morgens verspürte ich danach häufig Übelkeit und ein leichtes Zwicken in der Magengegend, aber da ich Supplemente schnell mal vergesse, wenn ich Rituale vernachlässige, habe ich die Einnahme so beibehalten.
Zusätzlich habe ich 25-50mg Zink pro Tag supplementiert (Zinc Professional von BodyAttack), 4g Kreatin und an Trainingstagen Arginin. Kreatin habe ich in der letzten „Kur“ nicht supplementiert, sodass ein Teil des Kraftzuwachses auch auf Kreatin zurückzuführen ist.

Empfundene Wirkung:

  • Stimmungsaufhellung
  • tiefer Schlaf
  • relativ zügige Regeneration (sicherlich auch durch besseren Schlaf)
  • Kraftzuwachs
  • Muskelzuwachs

Die Stimmungsaufhellung hat gefühlt als erste nachgelassen. Man gewöhnt sich einfach daran und bemerkt es nicht mehr. Dennoch bin ich derzeit durchgängig gut gelaunt und erfüllt. Die starken Traumphasen haben allerdings nachgelassen, ich habe mich beim Aufwachen nur selten erinnern können, dass ich träume. Aber da ich derzeit gut durchschlafe, muss das nicht heißen, dass ich nicht träume. Durch Kraftzuwächse konnte ich mehr Gewicht bewegen, hatte aber teilweise auch sehr starken Muskelkater, der jedoch meist am dritten Tag soweit abgeklungen ist, dass normal trainiert werden konnte. Das spricht für eine zügige Regeneration.

Konstant verbessert hat sich der Muskelaufbau. Und das ist großartig. Über meinen Knien kann ich langsam den „Tropfen“ des Quadrizeps sehen, das Dekolletee sieht „trockener“ aus, aber vor allem die Arme haben sichtlich an Form gewonnen. Ich bin kein Hulk, der von Minute zu Minute sein aussehen ändert, aber die Rundungen der Schultern und des Bizeps/Trizeps sind deutlicher sichtbar als je zuvor, die „Einschnitte“ werden tiefer.

Nebenwirkungen:
Wie bereits geschrieben wurde mir morgens nach der Einnahme oft ein wenig übel und ein paar Mal zwickte auch der Magen. Während des Trainings bin ich leicht reizbar, kann aber nicht sagen, ob mehr als vor der Supplementation. Im Training sollte man es immer vermeiden mich zu reizen. 😉 Sonst keine, weder vermehrtes (Scham-)Haarwachstum *grusel*, noch Stimmveränderungen oder sonstiges.

Ausblick:
Ich bin mir mit meinem Freund einig, dass 8 Wochen zu lang sind und kürzere Zeiträume angenehmer sind. Das deckt sich auch mit den meisten Empfehlungen, daher werden wir nach einer fünfwöchigen Pause im Dreiwochenrhythmus weitermachen. Drei Wochen on, drei Wochen off. Den nächsten freien Tag will ich nutzen, um beim Hausarzt einen Bluttest samt Hormonanalyse zu beantragen, um zu schauen, ob mein Östrogenspiegel stark erhöht ist. Hintergrund ist die Angst, dass das DAA zwar zunächst den Testosteronspiegel erhöht, nach ein paar Wochen aber die Umwandlung in Östrogen so weit angekurbelt ist, dass der Testospiegel wieder fällt, der Östrospiegel aber erhöht bleibt. Da ich noch immer keine Erfahrungsberichte von anderen Frauen (oder auch nur Einnahmetipps) habe, soll der Test darüber Klarheit bringen.

Zum Schluss noch ein paar Vergleichsbilder, WOBEI ich dazu sagen muss, dass Bilder kaum Aussagekraft haben. Je nach Tagesform habe ich mal mehr, mal weniger Wasser eingelagert, trifft das Licht günstig oder ungünstig ein und beeinflusst so das Bild. Die Veränderungen sind oft nur bei täglicher Beobachtung aus verschiedenen Winkeln erkennbar. Wie gesagt, ich bin kein Hulk, der nach ein paar Momenten nicht mehr wieder zu erkennen ist. 😉 Auf einem aktuellen Foto hab ich die Farbe rausgenommen, weil ich mir letztens wunderbaren Sonnenbrand im Gesicht geholt habe und leuchte wie eine Dulux im Rotlichtviertel. ^^

Mai

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Juli

Not macht erfinderisch

…und da ich immer mit dem Essen so meine liebe Not habe, bin ich da auch sehr erfinderisch…oder finderisch, denn vieles hab ich irgendwo gefunden und nachgekocht.

Ein paar meiner (Er-)Findungen will ich vorstellen. Rezepte sind es bei mir nicht wirklich, weil ich ständig Zutaten austausche. Daher kommt es bei meinen „Zubereitungsvorschlägen“ häufiger vor, dass ich sowas wie „some additional Protein“ als Zutat hinschreibe. Zu deutsch: Irgendwelche Eiweißquellen.

Ich liebe Abwechslung und ich liebe es zu essen. Deswegen geht es jetzt mit einer warmen Beilage los, die kalorienarm ist und satt macht.
Frittata
Frittata ist saulecker, kalorienarm und macht dennoch richtig satt.
Zutaten:

  • verschiedenes, reibbares Gemüse (Möhren, Zucchini, Paprika…) 400g
  • drei Eier
  • 2Tl frisch geriebener Parmesan
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz&Pfeffer
  • 50ml Milch oder Küchencreme

Alles vermischen und in einer Pfanne auf kleiner Flamme durchgaren lassen. Entstehen soll eine Art fester Teig, zumindest der Theorie nach, bei mir entsteht immer ein leckerer Brei.

Gefüllte Tomaten
Gefüllte Tomaten sind nicht ganz kalorienarm, aber verdammt lecker und sättigend.
Zutaten:

  • 8 große Tomaten
  • 1 Pck fettarmer Feta
  • Thymian

Die Tomaten köpfen und aushöhlen. Am leichtesten geht das Aushöhlen, wenn man mit einem Messer den Rand abfährt und dann mit einem kleinen Löffel auslöffelt. Thymian reinträufeln, den Feta in 8 Stücke schneiden und in die Tomaten stopfen. Alle Tomaten in eine Auflaufform stellen und bei 200° ca. 25 Minuten in den Ofen schieben.

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Mittig seht ihr das Frittata, rechts die gefüllten Tomaten.

Wrap
Wraps sind eine perfekte Mahlzeit für heiße Tage. Grundlage ist Folgendes:

  • Tortilla-Wrap
  • Kräuterquark
  • Eiweißquelle…ob Thunfisch, Bratenaufschnitt, gebratenes, geschnittenes Hühnerfilet oder Kasseler, Hauptsache lecker und viel Eiweiß 😀
  • Gemüse, ebenfalls nach Belieben austauschbar
  • 1 Ei
  • zwei Salatblätter
  • Zwiebel

Legt Alufolie auf einen Teller und den Wrapteig darauf. Streicht anschließend den Kräuterquark darauf, lasst aber am Rand ca 1,5cm Platz (sonst wird es nachher eine Schweinerei). Das Gemüse in kleine Streifen schneiden, genauso wie die gewünschte Eiweißquelle und alles in der Mitte zu einem schmalen Streifen aufschichten. Ein Tipp noch für Thunfisch: Wenn ihr in Thunfisch einen kleinen Klecks Senf oder eine andere Sauce rührt (zB BBQ oder Bautz’ner pikante Grillsauce), hat das kaum Kalorien, aber der Thunfisch ist nicht mehr so trocken und richtig lecker. Die Zwiebel in kleine Keile teilen und verteilen, den Salat in schmale Streifen schneiden und obendrauf legen.
Nun wird seitlich ein Ende übergeschlagen und der Inhalt möglichst fest geballt. Dann die Rolle weiter aufrollen, die Alufolie drumrum wickeln, ein Ende verschließen und fertig. Leider bin ich heute so hungrig über den fertigen Wrap hergefallen, dass ich völlig vergessen habe ein Foto zu schießen.
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Seetang/Algen/Wakame-Salat
Klingt furchtbar, ist aber furchtbar lecker, kalorienarm und echt exotisch. Zum ersten Mal gegessen habe ich das am Geburtstag einer meiner Schwestern. Sie hatte mit einer Freundin ihr heißgeliebtes Sushi gemacht und die Freundin hatte eben jenen Wakamesalat dabei. Da das Zeug im Sushirestaurant ziemlich teuer ist, wollte ich es selbst machen. Das Rezept habe ich aus dem Internet und es ist wirklich einfach.

  • getrocknete Wakame (Ich glaube hier gibt es verschiedene Trocknungsstufen, weil ich oft von 49g lese, bei meinem Zeug reichen 10g und man erhält eine ganze Schüssel voll. Schaut einfach auf die Packung was für eine Portion angegeben ist.)
  • 3 El Reisessig
  • 3 El Öl von geröstetem Sesam
  • 1 El Koriander
  • 1 El Limettensaft
  • 1 Zehe Knoblauch (Oder für Faule wie mich einen kleinen Löffel voll Knoblauchpüree aus dem Chinamarkt)
  • 1 El Ingwer (Oder für Faule 1 EL Ingwerpüree aus den Chinamarkt)
  • 2 EL Sesamsamen
  • Den getrockneten Wakame mit heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen, anschließend abgießen, nicht spülen, auch wenn es anfangs furchtbar riecht. Man kann ihn auch auswringen. Alle Gewürze, den Reisessig und das Öl zusammenmischen. Den Wakame in schmale Streifen schneiden und zur Gewürzmischung geben, umrühren und zum Schluss den Sesam drüber schütten. Eine Stunde ziehen lassen.
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    Für mich ist die Stunde jetzt rum und ich genieße mal meinen leckeren Seetang-Salat. 🙂