Alte Hüte….

wenn alle Pläne scheitern und ich ohnmächtig der planlosen Leere gegenübersteh, dann fall ich zurück in alte Gewohnheiten.
Die Wohnung wird zur Burg, in die ich mich (das weidwunde Raubtier, oh weh, wie grausam!) zurückzieh. Ich verabrede mich nicht, beschränke die Gänge nach draußen aufs Minimum und stürzte mich in Ablenkung. Bücher, Spiele, Essen.

Das wäre okay…wenn es nur funktionieren würde.
Aber das tut es nicht. Meine Gedanken kreisen, ich träume furchtbares Zeug (Ich habe Brustkrebs und Diabetis und muss sofort unter die Knochenfräse, kann nicht einmal meinem Freund davon in Kenntnis setzen…wuah..ich glaube, mein Unterbewusstsein läuft wirklich Amok.) und ich diskutier und diskutier mit Geistern, die nur stumm zurückschauen. Alte Wunden brechen auf und es bleibt nichts, als Unglück.

Das bringt nichts, es macht mich unglücklich.

Mein Freund sagt: Was heißt hier, deine Pläne für die Zukunft hängen in der Luft. Die Pläne stehen doch ganz konkret: Wir machen Bodybuilding und werden jedes Jahr besser aussehen!

Und beim Training spüre ich: Er hat Recht. Was nicht zu planen ist, muss man loslassen. Und so konzentriere ich mich auf das, was direkt vor mir liegt: Mein Training. Blende alles aus und versuche nur die nächste Wiederholung gut zu machen. Den nächsten Satz. Den Tag gut zu füllen, mit guten Gefühlen, Zufriedenheit.
Und da kommt es wieder durch, das Selbstbewusstsein, der Wille und damit die Einigkeit in mir, die nicht zerrissen und verzweifelt ist, sondern stark und schön.

Ein Schritt nach dem anderen und nicht nach unten schauen.
Juli Zeh schreibt, man kann auf einem schmalen Grat, hoch überm Abgrund nur auf eine Art laufen: zu zweit, sich links und rechts über den Abgrund hängend, an den Händen haltend.

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5 Kommentare zu “Alte Hüte….

  1. Hach, wie gut ich mich da rein fühlen kann. Und ich bin oft so kaputt, dass nicht mal mehr Zeit für Sport ist, nach acht Stunden arbeiten für nahezu nix. Nur um sich dabei Sorgen zu machen, ob man bald umziehen muss -.- Meistens träume ich nicht mal, sondern schlafe wie eine Tote. Aber bald kommen bessere, sicherere Zeiten und bis dahin gibt es immer noch die kleinen Hobbys, die uns oben halten 🙂

  2. Hmm..klingt nachdenklich.
    Aber auch positiv am Ende!

    Aus aktuellem Anlass (bei mir):
    das was wirklichwirklich zählt dabei ist, nicht aufzugeben.
    Weiterzumachen.
    Wieder zu starten.

    Ich werde dieses machen, morgen.
    Und das ist nicht vorgenommen, sondern geplant!

    • Dann wünsch ich dir viel Power, vor allem für den Anfangsruck. 😉
      Ich will jetzt auch wieder regelmäßig zum Training, schon weil mir das gut tut, auch wenn man Zuhause oft denkt, faul sein wäre schöner. Aber letztendlich bin ich dann im Studio doch glücklicher und die Hormone danach auch wieder besser in Balance. *g*
      Lass und also beide wieder weitermachen. 🙂

  3. Danke, den brauche ich.
    Spüren schon seit Tagen den Muskelkater..nur vom dran denken.
    Habe aber wirklich Lust drauf.
    Definitiv geht es mir danach besser, wüsste nicht, wann es mir mies danach ging..wenn ich jedoch an Deinen ‚Cartoon‘ denke schien es so schon mal bei Dir gewesen zu sein*schmunzl*
    Schwerer wird es mit dem Essen*hmpf*

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