The last of us-Review

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Vorweg: ich will nichts spoilern, das wird bei einigen Details zu etwas verwaschenen Beschreibungen führen. Aber so sollten auch Leute, die noch überlegen, ob das was für sie sein könnte, beruhigt hier mitlesen können.
Alle Bilder sind von der offiziellen Homepage.

Wir haben The last of us durchgespielt. Vorgestern. Dabei hatte ich im Juni schon darüber berichtet. Die lange Verzögerung spricht nicht gegen das Spiel. Eher im Gegenteil! Wann immer wir das Spiel gestartet haben, waren wir direkt wieder mitten drin im Geschehen, emotional voll involviert und am Schwitzen. Es war so aufregend und spannend, dass mein Freund sich zum Feierabend einfach zu k.o. dafür fühlte und eher Entspannung suchte. Nach der Horrornacht mit meinem Todesschrei (siehe oberer Link), gruselte ihn die Involviertheit sogar ein bisschen. Aber es ließ uns nie los und so tummelten wir uns an Wochenenden vor seine PS3 und stellten uns auf ein packendes Abenteuer ein.

Story
Zur Story sei nur gesagt, dass es sich im eine dystopische Welt handelt, in der ein Virus/Pilz ausbricht, der Menschen in zombiehafte Wesen verwandelt. Angesteckt wird man durch einen Biss oder durch Einatmen von Sporen.
Zeitlich erlebt man zunächst den Ausbruch und wird dann in die Zukunft, zehn Jahre später, geworfen. So erlebt man den schockierenden Übergang von alltäglicher Realität zur plötzlich hereinbrechenden Apokalypse mit. Und schon hier zeigt sich, dass die Infizierten nur eine der Gefahren darstellen aber die Menschen, die mit der neuen Situation überfordert sind, stellen eine genauso große Gefahr da.
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Charaktere
Und da sind wir schon mitten in dem ganz großen Clou des Spieles: Die Charaktere. Mit viel Liebe zum Detail und echten Könnern am Storyboard wurden hier von Naughty Dog wieder sehr greifbare, erwachsene Figuren geschaffen. Aussehen, Mimik, Stimme, Gestik und erwachsene Dialoge fesseln den Zuschauer von Beginn an. Es wirkt nicht übertrieben, nicht zu erzwungen emotional. Wie in einem guten Film entstehen die Gefühle im Beobachter selbst. Die Bewegungen werden mittels 3D-Technik von echten Schauspielern aufgenommen und wirken dadurch wie in einem Film.
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Wie in einer Postapokalyptischen Welt üblich, trifft man auf jede Menge hartgesottene Typen, die ihre eigenen Wege gehen, um mit der Situation klar zu kommen. Als Zuschauer befindet man sich im Spannungsfeld des moralischen Denkens. Welche Regeln gelten noch für mich, am Ende aller offiziellen Regeln? Was ist angesichts der Apokalypse vertretbar? Was unterscheidet einen Mörder von mir, der ich töte, um zu überleben?
Auch Joel scheint in seiner Vergangenheit schon auf verschiedenen Seiten gestanden zu haben. Sein Schweigen zu bestimmten Themen spricht Bände. Und genau darin liegt die Stärke, in den Auslassungen und in dem Schweigen wird so viel erzählt. Der Betrachter malt sich selbst die Antworten aus und fragt sich, ob er anders gehandelt hätte.
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Spielplätze
Die Geschichte erzählt von einer Reise, entsprechend häufig wechselt die Szenerie, was geschickt eingesetzt wird, um verschiedene Gefühle zu wecken, bzw. Strategien zu zeigen, mit der Situation umzugehen. Da gibt es die Verbitterten, die sich eingeigelt haben und auf alles schießen, was sich bewegt. Oder die Organisationen, die den militärischen Widerstand bilden. Städte wie marxistische Ghettos. Gemeinschaften, die einen Wiederaufbau und eine neue Gesellschaft versuchen. Und es gibt die Glücksritter, die ordentlich abkassieren wollen und nicht nach Morgen fragen.
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Die Welt ist eine Ruine, voller Erinnerungen an eine vollkommen erscheinende Welt. Kinoplakate, Einkaufszettel, Comics, voll erhaltene Kinderzimmer zeugen von der verlorenen Idylle und hinterlassen immer wieder den Gedanken „Man, bloß gut, dass es nur ein Spiel ist! Was hab ich es gut!“
Und zwischen all dem Verlorenen erscheint plötzlich ein Sonnenstrahl, ein Garten, ein Blick ins Paradies, der sagt: Die Welt ist so viel stärker als wir, selbst nach so einer Apokalypse gibt es noch das Paradies auf Erden.
Spannung und entspannendes Erleben werden geschickt inszeniert und lassen den Spieler stets neu erschauern.
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Fazit:
Naughty Dog hat schon mit der Uncharted-Reihe bewiesen, dass sie es verstehen, Geschichten für Erwachsene zu erzählen, in der Sequenzen und eigene Entscheidungen wohlproportioniert sind, sodass man zugleich das Gefühl hat, eine Geschichte zu erleben und gleichzeitig aktiv daran Teil zu haben. Die Charaktere überzeugen durch ihre Dialoge und Entscheidungen, durch erwachsenen Humor und beredetes Schweigen. Ich kann das Spiel nur wärmstens empfehlen, denn es ist ein wirklich mitreißendes Erlebnis.
postapokalypse

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