Believe. – „Whether you think you can, or think you can’t, you’re right.“

Der nette Satz oben stammt von Henry Ford. Glaube versetzt Berge, wurde in meiner Familie immer gesagt. Ich konnte da nie so recht dran glauben. Und ich habe noch nie einen Berg versetzt.
Aber welchen Unterschied es macht, ob ich mir etwas zutraue oder ob ich eher glaube, etwas nicht bewältigen zu können, das spüre ich immer öfter.
Gerade im Training.

Heute habe ich das wieder deutlich unter Beweis gestellt.
Sonntag heißt, ich durfte endlich wieder an die geliebten Ketten – Brusttraining.
Der Freund kam nach seiner Erkältung auch endlich wieder mit, die Bank mit den Ketten war frei und so stand nichts den neuen Bestleistungen im Wege. Und die erbrachte ich auch, weil ich mich reif dafür fühlte. Weil alles dafür sprach und weil ich fest an mich glaubte.
Zwölf Wiederholungen im ersten Satz waren zwei mehr als je zuvor. Und es waren zwölf Wiederholungen voller Power, Muskelgefühl und Adrenalin.
BÄÄÄM!
Von der ersten Übung geflasht, wollte ich es bei der zweiten Übung nun wirklich wissen. Kann ich von den 20kg-Kurzhanteln zu den 22,5kg wechseln? 2,5kg mehr für jede Hand sind kein Pappenstiel. Aber ich fühlte, wie die Power mich durchflutete, spürte die Konzentration und die Kraft. Slaine stand hinter mir, bereit, um mir zu helfen, sollte ich die erste Wiederholung nicht allein bewältigen.

Und dann schaffte ich es, die 22,5kg in jeder Hand vom Knie vor die Brust zu werfen und sie, zitternd aber allein, hochzudrücken. Das Schwierigste war geschafft und so setzte ich 8 ordentliche Wiederholungen nach. Ein neuer Meilenstein! Wow! Ich hatte geglaubt, es schaffen zu können und es auch wirklich gepackt! Mein linker Arm ächzte zwar ziemlich unter der Last, Unterarm und Trizeps jammerten kräftig, aber ich glaubte an mich. Der Glaube in meine eigene Wirkmächtigkeit war groß.

Da wollte ich noch einen zweiten Satz nachlegen. Eine Stimme in mir wisperte zwar von Erschöpfung und dem Kratzen im Hals und dass ich das keinesfalls nochmal schaffe, aber wer hört schon darauf? Also ging ich nochmal ran an die Großen.
Und bekam sie zwar vor die Brust geworfen, aber dann keinen cm höher. Da ging gar nichts. Es fehlte einfach komplett die Spannung im Körper, als hätte jemand die Batterien rausgenommen.
Aber das war ja nicht schlimm. Schnell ins Regal damit und die vertrauten 20kg-Kurzhanteln geschnappt.
Gleich der nächste Versuch hinterher.
Auf die Knie damit, kräftig dran rütteln und hepp, zur Brust.
Und dort hingen sie dann, bleischwer, nicht zu bewältigen, wie Berge, die ich versetzen soll.
Selbst mein Freund konnte mir nicht dabei helfen, diese Berge zu versetzen. Ich gab verwundert auf.

Tja, was soll man da machen, wenn es mit 20kg nicht klappt, muss wohl oder übel mit 17,5kg gepumpt werden. 17,5kg ist für mich mittlerweile fast Aufwärmgewicht. Und mein Freund meinte auch, da könne ja jetzt nichts mehr schiefgehen. Aber schon als ich sie holte, fühlten sie sich so schwer an. Ich machte noch Witze, dass die Schwerkraft wohl erhöht worden sei. Schwenkte sie ordentlich auf meinen Knien, um das Gewicht schon zu fühlen.
Hob sie zur Brust.
Und 17,5kg-Hanteln, die eigentlich mittlerweile ein Klacks sind, bewegten sich kein Stück. Mein Freund schob von unten, aber sie hingen bleischwer in meinen Armen und er konnte sie nicht rausdrücken.
„Das ist psychologisch, hattest du ja schon öfters.“, meint mein Freund. Und ich weiß, dass es stimmt. Mit dem zweiten Versuch, die 22,5kg zu bewegen hatte ich schon nicht mehr den Glauben, es wirklich schaffen zu können, stattdessen hatte ich eine art Ängstlichkeit in den Gliedern. Und egal was ich versuchte, mein Körper, meine Psyche oder was auch immer, wollte davon nichts mehr wissen. Ich konnte nicht einmal das leichteste Gewicht bewegen.

Aber ich weiß, dass ich es einmal geschafft habe und deswegen kann ich daran glauben, es wieder zu schaffen.
Ich versetze vielleicht keine Berge, aber ich glaube daran, dass ich etwas, was ich mir vorgenommen habe, auch schaffen kann.
Und damit werde ich mir meine eigene Welt noch öfter auf den Kopf stellen. 😉
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6 Kommentare zu “Believe. – „Whether you think you can, or think you can’t, you’re right.“

  1. Yeah!!! Du bist mittlerweile (durch hartes, konsistentes Training) sehr stark geworden! Echt bewunderswert, was du mittlerweile packst! Denke mal, du hast dich ordentlich ausgepowert und von daher hat dein ZNS auch zu den leichteren Kurzhanteln „Nö“ gesagt. Trotzdem oder gerade deswegen: Ganz großes Kino!

    Viele Grüße,
    Thomas

  2. Gerne! Passt ja auch :-). Ich lese jede Menge Lee Childs „Jack Reacher“ (english). Für mich sowas wie John Sinclair der 2010er Jahre. Gut für die Abendliteratur ;-). Ansonsten geht’s mir gut, ich raffs nur nicht immer ;-). Und ich bin nächstes Wochenende in Österreich und mache mir 1000de Gedanken dazu. Mein „öffentliches“ Geheimprojekt habe ich auch wieder begonnen. Und bloggen tue ich nach einer Pause wieder.

    Viele Grüße,
    Thomas

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