Nach zwei Wochen Diät…

…erinnert man sich plötzlich, was das eigentlich bedeutet.

Quark

  • abends im Bett der Hunger
  • viele Überlegungen beim Einkaufen
  • man steht ständig in der Küche
  • mehr Abwasch
  • im Training fehlt die Kraft
  • öfter mal Müdigkeit
  • alles wird gewogen, gezählt, eingetragen…und man ärgert sich, weil viele Lebensmittel falsch eingetragen wurden und man noch dauern umrechnen muss
  • die Angst vorm Stillstand auf der Waage
  • Angst haben, dass der Stoffwechsel runter fährt
  • die Konfrontation mit dem Gedanken, wie lange es nun noch konsequent so weitergehen muss, bis man ans Ziel kommt
  • die Angst vor der Angst bzw. vorm Versagen und wie enttäuscht man dann wieder von sich selber wäre

Wenn ich diese Liste selber lese, möchte ich einfach nur weglaufen, denn das klingt unzumutbar. Tatsächlich hatte ich jetzt ziemlich lang die Nase gestrichen voll vom Diäten. Aber manchmal gibt es unter Millionen guten, wahren Sprüchen einen, der im Kopf einen Hebel umlegt.

Ich weiß nicht wie viele Nächte ich wach lag, weil mein Magen drückte und mir übel war, von all dem Zeug, was ich gegessen hatte. Solche Nächte kennt sicher jeder. Und ich hab mich manchmal gefragt, ob all die Empfindungen, all die Wut auf einen selbst, denn gar nichts bewirken? Ob man denn nie dazu lernt? Ob sich nie etwas ändern wird?

Nach einer solchen Nacht hatte ich das satt. Wie schon hundert Mal zuvor. Und ich wollte etwas ändern. Wie auch schon hundert Mal zuvor. Und zu meinem Freund sagte ich: „Weißt du, ich will all das, was ich gut und richtig mache, all die Trainingseinheiten, die vielen begonnenen Diäten, den ganzen Aufwand, ich will das alles einfach nicht mehr kaputt machen. Ich bestrafe mich doch nur selbst.“

Das war kein neuer Gedanke, das hat man schon oft irgendwo gelesen. Aber dieses Mal hat es Klick gemacht. Zwei Wochen ist das her, eine lächerlich kurze spanne, für all die Kilos, die noch weg müssen. Und doch spüre ich schon, wie die Leistung im Training schlechter wird, wie ich öfter denke „Ach, morgen ist auch ein guter Tag für Ausdauersport, heut gönn ich mir Ruhe.“ und wie ich die Lust am Kochen verliere, wenn mir keine neuen Überraschungen mehr einfallen wollen.

Aber andererseits sind zwei Wochen auch schon eine Zeit und viel investierte Energie. Und das will ich nicht mehr kaputt machen. Ich will mich nicht mehr selbst bestrafen und dazu muss ich mein Leben ändern.

Wo werde ich in einem Jahr stehen?

Und schließlich gibt es auch die andere Seite:

  • der Stolz auf jeden (guten) Tag
  • das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein
  • gesteigerte Libido (im Fett sind viele Sexualhormone gespeichert, die freigesetzt werden, wenn man abnimmt)
  • immer genug Eiweiß in der Bilanz
  • man spart viel Geld (für Süßigkeiten, Aufschnitt, Restaurantbesuche)
  • die Hoffnung, sich endlich einen ganz großen Traum zu erfüllen
  • die Veränderungen im Spiegel
  • gesteigerter Spaß beim Klamottenshoppen
  • Sachen, die man lange nicht tragen konnte, passen wieder
  • gesündere Lebensmittel (außerhalb der Diät würde ich mir nie Obst fertig machen oder einen Gemüseteller zum Naschen)
  • der Stolz der Verwandten und die Komplimente, wenn man sie nach langer Zeit wiedersieht
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