Jetzt mit noch mehr Biss!

Wenn ich so in Erinnerungen schwelge…
..an all die schönen Trainingseinheiten zurückdenke…
und die vielen Fotos, die ich für den alten Blog gemacht habe…
dann fällt mir auf, dass viele Bilder eines gemeinsam haben…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Genau, den entspannten Trainingsblick.
Dieser sexy Blick macht Männer schwach und Frauen neidisch.
Nur mit diesem Blick bekommt man eine schwungvoll weiße Linie auf der Unterlippe und diese herrlichen Fältchen in den Backen.

Doch damit ist jetzt Schluss! Was soll ich denn mit den ganzen schwachen Kerlen und einem Stall voller neidischer Weiber? Man muss bereit sein, seine Reize zu opfern, um auf eine neue Stufe emporzuschweben!
Ab jetzt gibt es keinen üblichen Trainingsblick mehr, der sowieso immer mehr schlechte Nachmacher anzieht.
Ab jetzt gibt es das völlig überarbeitete Trainingslächeln!
1

Fall jemand denkt, hier gehe es um meine eigelb-hellen Zähne, der irrt! Ich präsentiere stolz meine neue Beißschiene.
Als ich sie das erste Mal, frisch erstanden, mitschleppte, meinte Lieblingstrainer Henry, ob ich sie schon angepasst hätte. Ich schaute ihn mit einem, dem obrigen Bild nicht unähnlichen, Blick an. Worauf er mir erklärte, was da auf dem Pappdeckelchen in der Dose stand: Man müsse die Schiene erst in heißes und anschließend in kaltes Wasser tauchen, um sie geschmeidig zu machen, dann drückt man die Ränder vorn und hintern an die Schneidezähnen (Nicht draufbeißen…so wie ich es tat!).
Und siehe da…das war ein guter Hinweis, das Ding war mir nämlich viel zu groß.

Beim zweiten Mal stülpte es mir, wenn ich draufbiss, immer die Oberlippe über die Nase. Also fast. Also schnitt ich hinten etwas ab, oben etwas ab und war bereit für den dritten Versuch.
Und da passte dann alles! Und ich biss und biss! Und wenn mein Freund mich ansprach, fletschte ich nur die Gummilippe, denn wenn ich das Ding rausnahm, zog sich ein langer Speichelfaden von meinem Mund bis zum Plastikgebiss und machte sofort wieder alle Männer schwach und alle Frauen neidisch.

Fazit: Mehr Biss, geschonte Lippen und viel Sabber. Ich bleib erstmal dabei. 🙂

Noch ein Flachwitz hinterher:
Ich wollte dieses Jahr zehn Kilo abnehmen.
Fehlen nur noch 13.
*gnihi*

Und plötzlich…Dresden.

Montag morgens um 8:07:
Sagen Sie, muss es unbedingt Pirna sein? Ich hätte sonst noch eine staatliche Schule in Dresden, fragt der Herr von der Bildungsagentur.

Nachdem ich nach Marienberg sollte und panisch an privaten Schulen in halb Sachsen angerufen hatte, Bewerbungsgespräche verabredet, mit dem Jobcenter wegen der Fahrtkosten geredet hatte und immer wieder auf der Homepage der Bahn geschaut habe, wie ich wo in welcher Zeit hinkomme, fragt mich der Herr, ob ich nicht lieber ohne Bewerbungsgespräch und teure Fahrten und Angst und Bange einfach die Stelle im Nachbarstädtchen nehmen möchte.

Puff..alles geregelt, aller Stress verflogen, alles in Butter. Ich werde zwar trotzdem fast täglich bis zu fünf Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen, aber zu dem Alptraum der mir bisher bevorstand, erscheint das geradezu ein Klacks.

So, von mir aus kann es jetzt Weihnachten werden, ich wäre jetzt soweit und habe das Gefühl bereits beschert worden zu sein. 🙂

Drunter und drüber…

Nachdem sich hier bald ein Jahr lang die große Warterei auf den Beginn meiner glorreichen Zukunft breit gemacht hatte, kam eben jener Anfang nun ziemlich plötzlich. Und katastrophal, nebenbei bemerkt.

Zunächst gab es aber Anfang der Woche priiimaaaa Neuigkeiten. Der Zoo rief an, man vermisse mich, ob ich nicht wiederkommen will. Worauf ich natürlich laut und schrill: „JAAA, ich wiiiilll!“ in den Hörer brüllte.
Und so habe ich gestern und heute mit breitem Grinsen und klappernden Zähnen am Einlass gestanden und den Leuten überschwänglich einen „Schönen Tach noch!“ hinterher gerufen. Und alle „alten“ Kollegen lachten mir entgegen und ich bekam Sätze zu hören wie „DU bist wieder da? Ohhhh, DAS ist aber schön!“ oder „Auf der Mitarbeiterversammlung haben wir deinen Namen im Plan gelesen und gleich geguckt, ob du öfter drin stehst. Wir haben uns alle gefreut, dass du wieder da bist.“ Hach…ehrlich, ich kann gar nicht ausdrücken, wie gut das tut.

Naja..und wie ich am Dienstag zum Einkaufen flitzen will, schau ich noch schnell in den Briefkasten und ziehe einen großen Umschlag heraus. Das Herz sackt in die Hose, ich überfliege die Zeilen. Nein, da steht nicht Görlitz (mein Alptraum!)…da steht stattdessen: Marienberg.
Marienberg..klingt eigentlich schön.
Marienberg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln drei Komma fünf Stunden von mir entfernt.
Marienberg liegt mitten im Erzgebirge.
Und friert zu…so zu, dass kein Bus mehr über den Berg in Richtung Zivilisation Leipzig fährt.
Marienberg hat eine stillgelegte Kaserne und schön angestrichene Plattenbauten.
Die aber teuer in der Miete sind, weil dort anscheinend größtenteils Rentner leben.

Ich ging erstmal spazieren. Und landete am Hauptbahnhof, wo ich fragte, was denn so ein Monatsticket nach Marienberg kostet.
Das könne man mir nicht sagen. Bis Chemnitz könnte ich ein Monatsticket kaufen, das kostet 250,33 Euro. Aber danach bräuchte ich eine Verbundfahrkarte, da müsste ich in Chemnitz nachfragen, was die koste.

Und dann klingelt mein Handy…“Wo bist du? Ich hab auf Arbeit Schluss gemacht, ich will für dich da sein. Ich hol dich ab.“ Der beste Mann, den es für mich nur geben kann, holt mich ab. In der folgenden Nacht wird er träumen, dass ich mit ihm Schluss mache. Er hat Angst, dass uns das Jahr auseinander bringt.
Und damit ist klar, dass ich so eine Möglichkeit nicht annehmen kann.
Also recherchiere ich mögliche Privatschulen und siehe da, zwei zeigen sich interessiert. Die sind zwar auch ziemlich weit weg, aber immerhin noch in der Zivilisation.
Die Bildungsagentur muss sich die Schulen anschauen und grünes Licht geben, die Schulleiter müssen mit dem Kollegium sprechen und offiziell die Anträge stellen. Und sie müssen mich mögen. Viele offene Faktoren und die Zeit rennt.
Nächste Woche wird eine große sein, in der sich alles entscheidet. Aber endlich ist das Warten und Bangen vorbei und ich habe die Möglichkeit aktiv mitzuwirken, statt auf das fallende Damoklesschwert zu warten. Und trotz aller offenen Entscheidungen, fühle ich mich befreit.

Was erwarte ich eigentlich?

Es ist kein Geheimnis, dass ich seit Jahren versuche abzunehmen. Manchmal mit großem Erfolg und noch größerem Jojo, manchmal mit kleinem Erfolg und kleinem Jojo-Effekt und ganz oft hab ich nach zwei – zehn – zwölf – zwanzig Wochen aufgegeben, weil scheinbar nichts mehr voran ging und ich unter all den Zweifeln zusammengebrochen bin.

Und auch diesmal schien es wieder soweit zu kommen. Bereits nach vier Wochen Diät blickte ich auf eine garstige Waage, die nach den ersten gepurzelten Kilos plötzlich wieder hoch sprang und dort stur verharrte. Ich kenne das Spiel zu gut…und bin doch wieder darauf herein gefallen. Dass ich derzeit auf den Brief warte, der über meine nahe Zukunft entscheidet, dass das Wetter grau ist, ich am Tag zuvor ein so hartes Beintraining hatte, dass ich bereits um fünf Uhr früh vom Hunger geweckt wurde und mich so zerschlagen fühlte, dass der Gedanke an den Crosstrainer gar nicht erst aufkam, tat sein übriges. Ich blieb sitzen…und aß. Und aß…und wurde nicht satt. Der Schalter im Kopf, der dir sagt, dass dein Hunger gesättigt ist, dass du keine Not leidest, dass alles versorgt ist, dass dein Magen gefüllt ist…der wurde einfach nicht umgelegt. Ich wollte nur mehr und mehr. Vielleicht hätte ich zum Fast Food greifen sollen, viele Kalorien auf kleiner Menge lösen oft kurzfristig ein befriedigerendes Sättigungsgefühl aus, als lauter tolle Häppchen.

Ich aß über 3300 kcal…fast 300g Eiweiß und lief innerlich Amok. Am nächsten Tag wurde alles noch schlimmer, die Enttäuschung war so bitter. War ich nicht längst aus diesem Teufelskreislauf raus gewesen? Und dann bekam ich Stiche in der Herzgegend, heftige. Also beschloss ich, zum Arzt zu gehen.

Dort saß ich heute. Im Wartezimmer. Und ging im Kopf schon den Dialog durch, der gleich folgen würde. Zuerst würde ich von den Herzstichen erzählen. Aber wie dann weiter?
Ich hab Probleme mit dem Abnehmen…
-> verzichten sie auf Kohlenhydrate
-> sie müssen täglich Ausdauersport machen
-> wir können ihre Schilddrüse checken
Das sind die Möglichkeiten, die ein Arzt dann aufzeigt.
Den schlimmsten Jojoeffekt hatte ich nach einem halben Jahr Lowcarb.
Täglich auf den Crosstrainer werde ich es nicht schaffen…nicht einmal, wenn ich das wollen würde.
Und bei der Schilddrüse würden bestenfalls Medikamente herausspringen, die ich dann regelmäßig nehmen müsste, aber ich glaube nicht einmal, dass dem so wäre.

Und so saß ich da und überlegte, wie ich in den wenigen Sätzen, die man vom Arzt genehmigt bekommt, mein Anliegen vorbringen könnte. Was wollte ich denn eigentlich wirklich dort?
Ein Wunder, das mir erklärt, was mein Körper während der Diät eigentlich so treibt.
Eine Schulter zum Ausweinen.
Einen Coach, der mir sagt, dass alles in Ordnung ist und ich einfach weiter machen muss.
Und da wurde mir klar, dass ich eigentlich eher nach einem Therapeuten frage und das mein größtes Problem gar nicht mein Körper und dessen Eigenarten sind, sondern meine Psyche, die bei Diäten immer derartig unter Versagensangst gerät, dass sie letztendlich jeden Erfolg verhindert.
Und genau diesen Halt, nach dem ich da verlange, habe ich in meinem Freund. Der fängt mich auf, tröstet, tritt mir in den Hintern.

Als die bis zum Kinn eingemummelte Schwester mich fragte, ob das erträglich wäre und sich mehrmals entschuldigte, dass es hier so kalt sei, sagte ich, mir sei nicht kalt. Und das stimmte. Während die Schwester ihre dicke Daunenweste enger um sich zog, lag ich halbnackt mit den kalten EKG-Chips um den Brustkorb da, ohne die Kühle überhaupt zu spüren. Mein Stoffwechsel ist gut in Schwung, der schläft ganz sicher nicht.

Dass ich so ein guter Futterverwerter bin, ist genetisch bedingt. Ich kann mich darüber ärgern, wenn ein Kerl nach dem anderen im Studio erzählt, dass er gleich 2-3 Kilos verliert, wenn er mal zwei Tage nicht auf seine Ernährung achtet. Es ändert nichts an meiner Veranlagung. Jeder muss lernen, aus seinen Voraussetzungen das Beste herauszuholen. Ich kann nur mein Bestes geben. Und so schlimm ist es bei solchen Mittagsmahlzeiten auch nicht:

Reispapierrollen mit Rindfleisch

Reispapierrollen mit Rindfleisch

Eiermuffins mit Thunfisch

Eiermuffins mit Thunfisch

Bauernfrühstück

Bauernfrühstück

In dem Sinne: It’s not over until I win. 😉