Drunter und drüber…

Nachdem sich hier bald ein Jahr lang die große Warterei auf den Beginn meiner glorreichen Zukunft breit gemacht hatte, kam eben jener Anfang nun ziemlich plötzlich. Und katastrophal, nebenbei bemerkt.

Zunächst gab es aber Anfang der Woche priiimaaaa Neuigkeiten. Der Zoo rief an, man vermisse mich, ob ich nicht wiederkommen will. Worauf ich natürlich laut und schrill: „JAAA, ich wiiiilll!“ in den Hörer brüllte.
Und so habe ich gestern und heute mit breitem Grinsen und klappernden Zähnen am Einlass gestanden und den Leuten überschwänglich einen „Schönen Tach noch!“ hinterher gerufen. Und alle „alten“ Kollegen lachten mir entgegen und ich bekam Sätze zu hören wie „DU bist wieder da? Ohhhh, DAS ist aber schön!“ oder „Auf der Mitarbeiterversammlung haben wir deinen Namen im Plan gelesen und gleich geguckt, ob du öfter drin stehst. Wir haben uns alle gefreut, dass du wieder da bist.“ Hach…ehrlich, ich kann gar nicht ausdrücken, wie gut das tut.

Naja..und wie ich am Dienstag zum Einkaufen flitzen will, schau ich noch schnell in den Briefkasten und ziehe einen großen Umschlag heraus. Das Herz sackt in die Hose, ich überfliege die Zeilen. Nein, da steht nicht Görlitz (mein Alptraum!)…da steht stattdessen: Marienberg.
Marienberg..klingt eigentlich schön.
Marienberg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln drei Komma fünf Stunden von mir entfernt.
Marienberg liegt mitten im Erzgebirge.
Und friert zu…so zu, dass kein Bus mehr über den Berg in Richtung Zivilisation Leipzig fährt.
Marienberg hat eine stillgelegte Kaserne und schön angestrichene Plattenbauten.
Die aber teuer in der Miete sind, weil dort anscheinend größtenteils Rentner leben.

Ich ging erstmal spazieren. Und landete am Hauptbahnhof, wo ich fragte, was denn so ein Monatsticket nach Marienberg kostet.
Das könne man mir nicht sagen. Bis Chemnitz könnte ich ein Monatsticket kaufen, das kostet 250,33 Euro. Aber danach bräuchte ich eine Verbundfahrkarte, da müsste ich in Chemnitz nachfragen, was die koste.

Und dann klingelt mein Handy…“Wo bist du? Ich hab auf Arbeit Schluss gemacht, ich will für dich da sein. Ich hol dich ab.“ Der beste Mann, den es für mich nur geben kann, holt mich ab. In der folgenden Nacht wird er träumen, dass ich mit ihm Schluss mache. Er hat Angst, dass uns das Jahr auseinander bringt.
Und damit ist klar, dass ich so eine Möglichkeit nicht annehmen kann.
Also recherchiere ich mögliche Privatschulen und siehe da, zwei zeigen sich interessiert. Die sind zwar auch ziemlich weit weg, aber immerhin noch in der Zivilisation.
Die Bildungsagentur muss sich die Schulen anschauen und grünes Licht geben, die Schulleiter müssen mit dem Kollegium sprechen und offiziell die Anträge stellen. Und sie müssen mich mögen. Viele offene Faktoren und die Zeit rennt.
Nächste Woche wird eine große sein, in der sich alles entscheidet. Aber endlich ist das Warten und Bangen vorbei und ich habe die Möglichkeit aktiv mitzuwirken, statt auf das fallende Damoklesschwert zu warten. Und trotz aller offenen Entscheidungen, fühle ich mich befreit.

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11 Kommentare zu “Drunter und drüber…

    • Daaanke dir und ich drück ganz fest für dich. In meiner Fantasie bewirbst du dich aber an der Schule, an die ich geh und wir machen das zusammen…träumen darf man ja noch. 😉

  1. Wie schon in dem anderen Beitrag geschrieben, Dein Blog ist so toll. So positiv.
    So klar.
    Du weisst was Du willst und versuchst es, lässt Dich zu nichts hinbiegen. Achtest auf Dich.
    Ein dickesdickes ‚Like‘ (um mit der Zeit zu gehen, oder ist das inzwischen nicht schon out?*grübels*)
    Und noch mehr Grübelei über den Sektor. Irgendwie hatte ich was mit Pädagogik verlinkt.
    Doch ich weiss, dass es bei mir ab und an vorkommt. Falsch abgebogen und trotzdem ordne ich Bereiche noch ne Weile falsch ein.

    Vielviel Erfolg, bleib dran!
    Hoffe es geht trotz der Weihnachtszeit nicht allzu langsam, viele Büros haben ja jetzt schon quasi Ferien*sfz*

    • Huhu nochmal *g*
      na so ein Blog bringt auch viel positives Denken mit sich, denn keiner will nur immer Gejammer lesen, also betrachtet man automatisch alles von mehreren seiten. Von Krisen schreib ich zB nur, wenn sie quasi schon vorüber sind, hehe.
      Pädagogik stimmt, ich will Lehrerin werden. Sowas wollen nur ganz Verrückte. 😉
      Nächste Woche entscheidet sich hier alles, das geht also ziemlich schnell. Ich hoffe nur, es klappt. Aber ich halte euch auf dem Laufenden.

      • Och, soweit ich es kenne gibt es einiges an Depri-und depremierenden Blogs.
        Du hast glaube ich generell eine positive, lebensoffene und -lustige Art.
        Neigst eher zum Pro- als Contra Sehen, Dafür statt Dagegen tun.
        Nur so eine Ferndiagnose*fg*
        oooooh, ich bin nun fast stolz auf mich. Hatte das mit der Lehrerin auch mit drauf, mich dann aber nicht getraut soooo weit raus zu lehnen.
        Aber gibt es da nicht den normalen Studienweg? Möchtest Du in eine spezielle Richtung?*neugier*

      • Man entscheidet sich im Studium für die Schulart und die Fächer, die man unterrichten möchte. Ans Studium angeschlossen ist immer noch der praktische Teil der Ausbildung: Das Referendariat an einer Schule. Aber welche Schule das ist, entscheidet ein Amt. Man bewirbt sich quasi für ein oder mehrere Bundesländer, kann auch eine Wunschstadt angeben, aber wo man einen Platz erhält, entscheidet das Bildungsministerium. Für mein Zweitfach gibt es kaum Mentoren, deshalb ist die Auswahl da sehr begrenzt. Aber ich bin guter Dinge, dass sich doch noch etwas Gutes findet. 😉

      • Ah*plonk*
        Kapiertverstandengeschnallt.
        Ich drücke denn mal die Daumen, dass es in der Nähe klappt.
        Ich kenne Leipzig nur vom durchfahren, mir gefällt die Ecke aber doch ziemlich gut.
        Hatte sogar etwas in den alen Beiträgen gesurft, ob ich Deine Fächer finde.
        Denn ‚heutzutage‘ gibt derlei ja wirklich viele.
        Nicht wie früher, Deutsch, Mathe, Religion, Sport, Haushalt*schmunzl*

      • Uh, okay. Soviel zu meiner Aussage.
        Hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist..wobei im Osten ists wahrscheinlich wirklich seltener, so historisch gesehen.
        Als NRW Kind steht einem da quasi alles offen 😉

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