Seit ich Lehrerin bin…

Seit ich Lehrerin bin…

…hab ich zwei Gaderoben. Eine normale und eine für „Lehrerkostüme“.
…liebe ich Schokolade.
…kaufe ich dauernd Bücher, in der Hoffnung, dass darin alles steht, was ich brauche.
…sammel ich Kassenzettel für jeden Block, jeden Stift, jeden Leimstift.
…bin ich dauernd zerstreut.
…lern ich jeden Tag unheimlich dazu.
…mag ich frische Kräuter.
…sag ich einfach „Nein“, wenn mein Freund etwas will, wofür er selbst nur zu faul ist.
…ist jedes Training ein Gebet.
…bin ich immer früh müde und schlaf als erste ein.
…fühle ich mich zugleich ausgelaugt und erfüllt.
…schau ich gerne Kriegsfilme und -Dokus und danach denke ich „Was für ein einfaches, ruhiges Leben ich doch habe“.
…zupf ich im Sekundentakt Haare von meinen Shirts, vorher war mir der „Katzenangora“ nie peinlich.
…find ich für jeden Wissensfitzel eine tolle Anwendungsidee für den Unterricht.
…denk ich dauernd bei jedem Plunder, ob ich das für den Unterricht gebrauchen könnte….die Prospekte, jenes bunte Papier, dieser Bordürenlocher und all die vielen Kinderbücher!

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Urlaub

Eines der Dinge, die ich noch lernen muss, ist die Sache mit dem Feierabend und dem Urlaub. Denn nach dem Unterricht fängt ja die Arbeit erst an, Zuhause sitzt man dann und die Arbeit türmt sich auf. Feierabend heißt: ich kann nicht mehr. Aber dazu hat man dann ja auch einen Freund, der plötzlich im „Urlaub“ die Tür aufreißt und ins Arbeitszimmer brüllt: Raus jetzt hier, du hast Feierabend!

Und heute schleppte er mich in den Zoo. War das schöööön! Zu Ostern war dort sicher die Hölle los, aber heute, einen Tag danach, kam es uns die ersten Stunden so vor, als wären wir alleine da. Allein besuchten wir das neue Armuleopardengehege. Allein waren wir bei den Gorillas, die ihre zwei Überraschungsbabys stolz präsentierten.
Gorillababies
Und auch der Papa ist dabei. Nur die Oma ist so stolz auf ihren Nachwuchs, dass sie die zweite frisch gebackene Mama vertreiben will. Deswegen darf sie nur zeitweise zur Gruppe. Hier ein Bild von Papa Silberrücken:
Silberrücken

Auch die Schimpansen fanden es so ruhig recht angenehm. Darauf eine Brofist mit meinem Freund.
brofist

Beim Elefantenbaden trafen wir dann auf die erste Besuchermenge. Aber da hatten die meisten keine Geduld und so waren wir fast allein, als der Elefant endlich abtauchte.
Elefantenbaden
Nett war hingegen das Angebot, uns als Paar vor den Elefanten zu fotografieren.
elefantenhaus

Als wir bei Mama Nashorn und dem Jungtier kamen, joggten diese munter durchs Gehege. Runde um Runde drehten sie Seite an Seite mit hoch aufgestellten Schwänzchen. Zucker!
nashorn

Osterlämmer gab es zu sehen:
lamm

Das Faultier präsentierte sich:
faultier

Schön auch, der Rote Panda:
panda

Und als wir bei den Mähnenwölfen vorbeispazierten, gab es gerade frisches Aas. Meerschweinchen oder Kanienchen oder ähnliche Kadaver mit Fell lagen da herum, als eine freche Krähe sich plötzlich näherte. Der Mähnenwolf sah sie gelassen an, war das Aas doch fast so groß, wie die Krähe selbst. Und schon schnappt sich die Krähe das Stück, hüpft damit einen großen Schritt und hebt dann, schwankend aber dennoch, langsam ab und schafft es auf das Schuppendach in Sicherheit. Weg war das Futter, die Mähnenwölfe begriffen nun erst, das scheinbar Unmögliche, rennen zum Schuppen und schauen ihrem verschwundenen Futter überrumpelt hinterher.

Alte Kollegen begrüßten mich und sagten, dass sie mich vermissen würden. Die Sonne schien, überall blühte und zwitscherte es. Es war wunderschön.
Blüten

Und für unsere Haustiere gabs ein Mitbringsel, dem erst einmal die ganze Wohnung mit Maulrundfahrt gezeigt wurde.
1a

Ferien!

Endlich! Und das bedeutet in erster Linie: Zeit für Training.
Von meinen alten Vorstellungen ala „dreimal schaff ich bestimmt pro Woche“ muss ich mich verabschieden. Irgendwas ist immer und im Moment bin ich schon glücklich, wenn ich mich einmal pro Woche so verausgaben kann, dass mich der Muskelkater in den Folgetagen von einer gestressten Referendarin zu einer minimalaktiven, entspannten Person verzaubert. Sollte ich es wirklich einmal öfter schaffen, fällt mir bestimmt etwas ein.

Aber jetzt sind Ferien und es sitzt eine Menge unerledigter Arbeit im Nacken, da kann ich es gar nicht erwarten.

Der letzte Schultag war schön, bis auf meine „Problemklasse“ war es richtig schöner Unterricht und danach bin ich da geblieben, denn eine Lesenacht tieb zu später Stunde die fünfte Klasse wieder ins Schulhus. Das war so locker und gut organisiert, dass es wirklich Spaß machte. Die Kinder waren ganz aufgeregt und versuchten natürlich alle, bis morgens wach zu bleiben. Aber irgendwann nach drei Uhr fiel auch das letzte Auge zu. Währenddessen saß ein harter Kern im Lehrerzimmer zusammen und erzählte sich was. Nach so einer Nacht gehöre ich richtig zum Kollektiv und bin auch bei den Fünften eine richtige Lehrerin. Yay!

Und auch bei meiner „Problemklasse“ werde ich gelassener. Spitzte sich die Unruhe in den letzten Wochen auch ziemlich zu, so habe ich nun endlich eingesehen, dass achte Klassen keinen Nerv auf Vernunft und eigenverantwortliches Handeln haben. Die wollen diszipliniert werden. Ausdrücklich. Es ist mein Job, für Ruhe zu sorgen und deren Job ist es, mich zu testen, wo es geht. Zitat Ende.
Gut, dann ist das in der achten eben so. Dann wird geschrieben, natürlich in Einzelarbeit. Dann fallen die motivierenden Einstiege weg. Dann werden Einträge wie Frühlingsregen verteilt und falls doch mal überraschenderweise alles gut läuft, ein toller, spielerischer Ausstieg geplant. So ist Pubertät eben, da muss man den Aufstand proben.

Jetzt aber los, my gym needs me! ;D

Service Deutsche Bahn Teil II

Ich konnte es nicht lassen und habe nicht gezögert, der Deutschen Bahn nochmals meinen Fall zu schildern und um Kulanz zu bitten. Hier das Ergebnis:

Sehr geehrte Frau,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 08.04.2014.

Grundsätzlich ist es nach den Beförderungsbestimmungen unerheblich aus welchem Grund es zu einem Verlust der Fahrkarte gekommen ist.

Wir räumen Ihnen trotzdem aus Kulanz und ohne Rechtsanspruch die Möglichkeit ein, Ihr Abonnement unter Einhaltung der Kündigungsfrist nach den Beförderungsbestimmungen unterjährig kündigen zu können.

Wenn Sie noch Fragen haben oder wir sonst etwas für Sie tun können, zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Unsere Mitarbeiter sind Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr gerne für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team vom Abo-Center Stuttgart

Bei so viel Kulanz wird einem doch ganz warm ums Herz…und im Kopf, ich versteh nämlich nicht, was das nun eigentlich heißen soll. Es klingt nach: Dann kündigen sie halt, aber wir garantieren für nichts.

Service bei der Deutschen Bahn

…wenn Sie noch Fragen haben oder wir sonst was für Sie tun können, zögern sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen – wir sind gerne für Sie da.

Der Satz am Ende des Briefes klingt wie reiner Hohn, angesichts der absurden Mischung aus Forderung und Drohung, die davor den Ton angeben.

Mir ist mein Portemonnaie letzte Woche gestohlen worden und dabei auch meine persönliche Jahres-Abo-Monatskarte, für die ich als Auszubildende keine Vergünstigungen bekomme. Volle 220,10€ zahle ich für ein Stückchen Papier (nicht einmal eine hübsche Plastikkarte gibt es dafür), um von Leipzig nach Dresden zur Schule zu fahren.

Nachdem dieses wertvolle Stück Papier nun also gestohlen worden war, versuchte ich natürlich schnellstmöglich ein Ersatzticket zu bekommen oder wenigstens ein vorübergehendes Dokument, dass mir erlaubt, weiterhin zur Arbeit zu fahren.
Aber Pustekuchen!

Man muss sich an eine Stelle in Stuttgart wenden, und dort eine neue Karte beantragen. Diese wird dann für ein Bearbeitungsentgelt von 30 Euro zugeschickt. Dagegen ist selbst ein neuer Plastik-Personalausweis mit allen Sicherheitsvorkehrungen billig! Gestern (Samstag!) trudelte dieses Ticket dann bei mir ein und dazu der nette Brief, in welchem mir mitgeteilt wird, dass die 30 Euro einfach bei der nächsten monatlichen Rate draufgeschlagen werden, meine Bitte um Kulanz wurde also einfach ignoriert.

Weiterhin stand in Fettdruck darin, dass ich für dieses persönliche Abo-Jahresticket (nur mit Unterschrift und persönlichem Foto gültig!) nur EINMAL eine Ersatzkarte bekomme. Würde ich diese jetzt also bei einem Wohnungsbrand oder einen Raubüberfall oder sonstigem verlieren, würde ich keine neue bekommen! Dann heißt es einfach monatlich: Kohle her, aber fahren darfste nicht. Und als ob das nicht unverfroren genug wäre, dürfte ich in so einem Fall das Abo noch nicht einmal kündigen.

Falls ich jedoch meine usprüngliche Karte wiederfinde, ist diese unverzüglich PER EINSCHREIBEN nach Stuttgart zu schicken! Ich übertreibe nicht, das steht wortwörtlich so drin. Ich erinnere: Es handelt sich um ein Papierticket, dass durch Unterschrift und Foto personengebunden ist und durch Zerreißen ungültig gemacht werden kann…

Für die Bahncard 25, die zum Abo dazu gehört, werden die nochmals 15 Tacken von mir haben wollen, aber das Theater habe ich mir selbst erstmal erspart. Vielleicht taucht ja doch noch irgendwo mein Portemonnaie wieder auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt…
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Wenn Wünsche wahr werden…

Wie oft hatte ich mir in den vergangenen Wochen gewünscht, einmal einen Tag zu erleben, an dem ich nicht dauernd an Schule dachte.

Nun, mein Wunsch ging in Erfüllung. Am Montag wurde mir in einem öffentlichen Café die Geldbörse gestohlen und da ich mich immer wohlbehütet fühle, hatte ich natürlich sämtliche Ausweise, Monatskarten, Kundenkarten, etc. pp darin.
Das war dann das Tröpfchen, was mein Stressfass zum Überlaufen brachte. Jetzt wird erstmal auskuriert, erholt und Kraft getankt. Und geschlafen, geschlafen, geschlafen, wie Curry hier im Bild (2) demonstriert.

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Veröffentlicht unter Katzen.