Ausflug mit Hindernissen

in den letzten Tagen gab es hier ein Gewitter nach dem anderen. Und wie das donnerte!

Aber heute ist endlich mal wieder ein schöner Tag, voller Sonnenschein und Puffwolken am Himmel. Also ab aufs Rad und eine Runde durch den Wald, hinein ins Rosental…

…denkste. Kaum biege ich das erste mal vom großen Waldweg ab, lande ich hier.
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Kein Durchkommen möglich, also umgedreht und in die nächste Abbiegung rein. Zum Glück gibt es hier genügend Pfade.
Aber schon nach wenigen Metern steh ich hier:
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Da kann ich mich zwar gerade noch durchmogeln, aber der Weg führt nicht wie gehofft zum Rosental, sondern in eine Sackgasse.
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Auf die Brücke mit dem Pfeil wollte ich, aber mich umgab links und rechts nur Wasser.

Doch es gibt ja genug andere Wege, also wieder auf den Sattel und weitergestrampelt. Bis hierher:
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Es scheint fast, als hätte es vor allem junge Bäume am Wegesrand getroffen. Nach ein paar weiteren Metern hörte ich ein lauten Schlagen, ich dachte, ein Hase hinge irgendwo in einer Schlinge und kämpfe um sein Leben, also hielt ich an und lauschte. Da sah ich einen Specht, der einen morschen alten Baumstumpf bearbeitete, aber ehe ich meinen Fotoapparat gezückt hatte, war er auch schon weg.

Schließlich landete ich wieder auf der Landzunge mit Blick auf die Brücke zum Rosental und beschloss, mich einfach eine Runde ins Gras zu setzen, etwas zu lesen, den Grillen zu lauschen und mich bescheinen zu lassen.
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Frustrier dich nicht, orientiere dich!

Hachja, das Training…so nötig ich es habe, es blieb in letzter Zeit doch oft als erstes auf der Strecke. Zu erledigt, zu verspannt, zu wenig Zeit, zu wenig Erfolge und dann schafft man die einfachsten Gewichten icht mehr, der Tonus ist runter, alles fühlt sich falsch an und man wird unzufriedener und unzufriedener.

Doch Stopp! So soll es doch nicht sein. Ich brauche nicht noch eine Baustelle, die an allen Ecken schreit: SCHLECHT!
Was ich brauche, ist Erfolg, Ziele, die sich gut anfühlen, wenn man sie erreicht, das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein. DAS soll mir der Sport geben. Frust habe ich genug.

Und so ging es heute morgen mit nüchternem Magen zum Beintraining.
Yes!

Freie Kniebeuge als erste Übung.
Spür nix.
Seh meinen Arsch in der Bewegung von links nach rechts rudern.
Spüre Schmerzen in der Hüfte, als ob das Gelenk wundgescheuert wäre.
Spüre die Belastung im Knie.
Weiß, dass der Bewegungsablauf alles andere als rund ist.
Hör meinen Freund, der sagt, dass ich zu stark auf dem Vorderfuß steh.
Und möchte mich heulend ins Bett werfen.

Ich mach das nur mit der Stange im Nacken, ohne Zusatzgewicht.
Mach nur 7 Wiederholungen.
Bau als Vorbereitung bewusst Spannung auf.
Konzentriere mich voll.
Hab Fokus.
Und empfinde es als totales Versagen.
Ätzend.

Also lass chs nach dem dritten „Satz“ sein. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt.
Ran an die Hackenschmidt, das ist auch eine Kniebugeübung, aber eben an einer Maschine. Ebenso eine Mehrgelenksübung aber man muss nicht alles allein stabilisieren, kann sich von der Maschine führen lassen.
Und nochmal volle Konzentration sammeln.
Langsame Bewegung.
Hallo Hüftstabilisatoren, da seid ihr ja, spannt euch an.
Hallo Gluteus, hör auf hier den Lässigen zu geben.
Na, unterer Beinstreckerkopf, wirds schwer? Warte, ich lass den Beuger arbeiten, der nimmt dir etwas Last ab.
Ey, Bauch, nicht die Spannung verlieren!

Und da werden die Hüftstabilisatoren voll und warm, die Hüftschmerzen versiegen. Die unteren Muskelköpfe des Beinstreckers zittern und ich kann so viel spüren. Mit geschlossenen Augen seh ich meine Anatomie vor mir und kann spüren, wie ich die Muskulatur einzeln anspreche, Muskulatur, die ich vor drei Jahren noch nicht einmal kannte.
Und es fühlt sich gut an.
Was nützt es, zu wissen, dass ich mal mehr Gewicht bewegt habe, mal weniger gewogen habe und dass ich nun schon sooo lange am Eisen bin und bei einigen Übungen noch immer ganz am Anfang.
Es nützt nichts, mich zu frustrieren und zu schämen und mental zu erniedrigen. Davon geht nichts voran, nichts wird besser, ich werde nicht motivierter.
Stattdessen ist es Zeit, den inneren Wettkämpfer zum Schweigen zu bringen und den lernfähigen Schüler hervorzuholen.
Ich will mich entwickeln. DAS ist der Weg und das Ziel und der gelebte Traum. Mich zu spüren, meine Schwächen durch langen Atem in Stärken zu verwandeln. Mehr aus meinen Anlagen, meinem Potential zu machen. Mir meines Körpers, meiner Muskulatur und deren Steuerung bewusster zu werden, mehr Kontakt, mehr Zwiesprache mit den Elementen meines Körpers zu bekommen und darin mehr Potential freizulegen.

Wie ich mir unterrichten vorgestellt habe…

nach einer Woche Auszeit und Erholung war ich ganz schön aufgeregt, als es wieder mit dem Zug Richtung Schule ging. Ich war gespannt wie ein Flitzebogen…angespannt wie ein Flitzebogen kurz vorm Bruch.

Wie würde es sein?
Würde meine Mentorin genauso pampig sein, wie mein Kollege, der meinte, dass wir doch alle die gleichen Belastungen hätten und ich mich mal zusammenreißen soll? Würden die Schüler wie Hyänen über mich herfallen?

Als ich die frostige Begrüßung meiner Mentorin hinter mich gebracht habe (Das müssen sie aber besser wegstecken, sonst kriegen sie später Probleme…), erwartet mich eine Horde quirliger Fünftklässler, die alle über mein Unterarmtattoo staunen, denn wenn ich eins aus meiner Krise gelernt habe, dann, dass ich mehr ich selbst werden muss.
Nachdem ich all die Fragen beantwortet habe, war das Thema auch vom Tisch und mein Tattoo gehört nun einfach zu mir, ohne, dass es jemandem auffällt. SO hab ich mir das gewünscht.

Dann ging es in den großen Garten..Straßenbahnfahren mit einer Horde Fünftklässler…mein Alptraum!
…aber alle fanden einen Sitzplatz und waren total lieb! Und mit meinen Superschlauberger unterhalte ich mich plötzlich über Skyrim und MMOs und WoW und Mindcraft und CoD und dann sagt er, er hört Dubstep. Und wieder bin ich einfach ich selbst und plötzlich hören die Störenfriede auf mich, wenn ich sag, sie sollen sich nicht keppeln. Und alle schauen zu mir, wenn ich sag, dass sie nicht drängeln sollen.

Im Großen Garten angekommen, versuchen die Jungs mich mit einem Frisbee abzuschießen, weil sie wollen, dass ich mitspiele. Ich will aber nicht, stattdessen setzen sich zwei Mädels zu mir und schweigen. Spielen nicht, reden nicht, sitzen nur bei mir. Ich smalltalke ein bisschen, als hätte ich Smalltalk studiert und zieh galant einen Schwenker zu dem Buch, dass ich zuuuufällig einstecken habe.
Ich les mal einfach den Klappentext vor und ZACK, sie reißen es mir förmlich aus den Händen.

Und heute Morgen stürmen sie auf mich zu…“Haben sie das Buch dabei?“. Ich gebs ihnen und will erstmal schauen, wo die anderen Schüler sich verstreuen, da fängt mich ein Hundeblick ein „Kommen sie miiit?“
Und immer mal kommen andere Schüler an unserer Lesegruppe vorbei, stellen Fragen, lauschen, bringen uns Grashüpfer. Und sie rufen mich, von allen Seiten…mich, weil sie mir was zeigen wollen, was sagen wollen, was fragen wollen.

Hach, nach all dem Stress, der schlechten Stimmung, den Konflikten und dem STRESS%&$§! waren das zwei sooo schöne Tage und ich hab mich endlich wohl gefühlt, als ICH, nicht als die bieder schimpfende Lehrerin.

Ich wünschte nur, das Referendariat hätte SO angefangen, mit zwanglosem Kennenlernen, statt so mit dem ganzen Bade in den Unterrichtsalltag ausgeschüttet zu werden.

Guckt mal, ein Skorpiongrashüpfer! Der hat hinten einen Stachel, daher der Name. Hab ich von meinen Fünfern gelernt!
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Rezensionen von Büchern, um dem Alltag zu entfliehen.

Fabelheim von Brandon Mull ist eines der Bücher, die ich wegen des Covers in der Stadtbücherei eingesackt habe.
Bildquelle: Amazon
Dann lag es lang Zuhause herum, weil ich wie verrückt ein Buch nach dem anderen von Kevin Brooks gelesen habe, doch dazu später mehr. Jedenfalls landete es am Ende meiner Ausleihzeit ungelesen in der Tasche und ich nahm es mit, um es abzugeben. Nun steh ich ja keine Straßenbahnfahrt ohne lieterarische Realitätsfluch aus. Und ihr erratet es, ich griff zu Fabelheim und innerhalb von zwanzig Minuten Fahrt hat es *Badummtsching!* gemacht.

Worum gehts?
Seth und Kendra haben kürzlich durch einen Gasunfall ihre Großeletern mütterlicherseits verloren, was schon ein herber Verlust war, aber zu allem Übel haben diese in ihrem Testament verfügt, dass ihre Kinder, also Seths und Kendras Eltern, von ihrem Erbgeld auf eine Kreuzfahrt fahren sollen. Ohne Kinder. Die sollen nun zu den Großeltern väterlicherseits abgeschoben werden, auf eine Farm im Nirgendwo und zu Großeltern, die sie kaum kennen und die bisher distanziert und kühl erschienen. Na prima!

Kaum angekommen, ist nur der Großvater da und der stellt erstmal eine Palette strikter Regeln auf, befördert die beiden in ihr Zimmer und sagt, sie sollen dort bleiben, bis es Abendessen gäbe. Keinder dürfe herunterkommen.

Nette Begrüßung.

In ihrem Zimmer finden sie jede Menge Spielsachen, der Großvater hat Kendra außerdem einen Schlüsselbund anvertraut, sie könne ja probieren, ob sie die entsprechenden Schlösser finde. Außerdem steht ein Huhn in einem Käfig dort, ein seltsames Huhn, um dass sie sich kümmern sollen.

Während Kendra ein wirklich liebes Mädchen ist, dass niemandem Ärger bereiten will, ist ihr Bruder stets bestrebt, aufgestellte Regeln zu brechen. Falls er überführt wird, weiß er sich auch verbal zur wehr zu setzen und diskutiert die „Gegner“ in Grund und Boden. Und so ist die Konfrontation mit dem Großvater vorprogrammiert.
Auf seinen heimlichen Erkundungstouren entdeckt Seth, dass mehr hinter der Farm steckt, als es zunächst scheint.
Nach und nach entdeckne die beiden so, dass es sich bei der Farm und ein Reservat magischer Kreaturen handelt. Zentrauren, Dämonen, Feen, ein Golem, Satyre und Trolle, alle sind auf dem riesigen, abgeschiednen Land Zuhause. Und die wenigsten davon sind harmlos und friedlich, was Seth erst am eigenen Leib spüren muss.

Die Reihe ist für Kinder im Alter von 8-13 Jahren geschrieben. Das bedeutet, dass es keine große Liebesromanze gibt, keine detaillierten Beschreibungen von blutigem Gemetzel. Dafür gibt es aber jede Menge kluger Dialoge, spannungsreicher Action, schnelle Wendungen und jede Menge Überraschungen. Und es entführtden Leser zugleich in eine gefährlich schöne Parallelwelt voller Aufgaben, Rätsel und Abenteuer. Seth ist nicht etwa der kühne Held, der mutig entscheidet, woran andere scheitern und der damit die Welt rettet, nein, durch seine Entscheidungen löst er einige Katastrophen aus. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, wird er ganz, ganz langsam durch jede Fehlentscheidung ein bisschen reifer. Aber eben nur ein bisschen. Und das wirkt ehrlich und erfrischend. Für mich ist es momentan genau das, was ich brauche.

Und dann gibt es da noch Kevin Brooks…für mich schreibt er in etwa wie John Green: ein jugendlicher Protagonist, der auf unschuldige Weise verliebt ist, wird von seiner Sehnsucht aus dem Alltag gezerrt.
Doch bei Kevin Brooks werden auf ganz sensible Weise stets gesellschaftliche Themen eingeflochten. Dabei versteht er es meisterhaft, diese Themen erlebbar zu machen, sodass man den „pädagogischen Zeigefinger“ zwar wahrnimmt, aber nicht als störend empfindet, weil man so auf empathischer Tauchfahrt mit dem Protagonisten ist. Der Protagonist ist, ähnlich wie bei John Green, ein relativ unauffälliger Jugendlicher, der mit typischen Pubertätsproblemen kämpft, dabei aber einen gewissen trotzigen Gleichmut besitzt, der ihn ganz und gar nicht verzeifelt erscheinen lässt.

Live fast, play dirty, get naked.
Das ist das erste Buch, was ich bewusst von Kevin Brooks wahrnahm, und was mich gleich voll in seinen Bann schlug. Es beginnt wie ein Klischee…braves Mädchen lernt jugendlichen Rockrebellen kennen, er erwählt sie und sie leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Aber nicht hier…hier bekommt die perfekte Fassade rasch Sprünge. Es spielt zur Zeit der beginnenden Punkbewegung und erzählt auch genau davon, als Teil der Szene. Es erzählt von dem jungen Musiker, der mit dem Alltag einfach nicht konform gehen kann, der schneller, lauter, wilder ist, als es passt. Und es erzählt von dem Mädchen, dass ihn liebt und die auf ihre Art „ganz“ ist und ihren Musiker damit erdet. Man erlebt den Rausch von Konzerten, Erfolg, Punkleben in Abrisshäusern, Drogen und Liebe. Und am Ende kommt noch eine ganz andere, ernste Nuance mit hinein, die die Handlung völlig aus dem Rahmen kippt. Packend, authentisch und absolut mitreißend.

Quelle: Amazon

Lucas
In Lucas erzählt eine weibliche Hauptfigur von ihrer Begegnung mit einem jungen Landstreicher, die sie verändert. Obwohl dieser Junge offensichtlich keinen Wohnsicht, keine Schule und keine Arbeit besitzt, vertraut sie ihm und spürt eine seltsame Verbundenheit zu ihm. Ganz anders als die anderen Jugendlichen dieser entlegenen Gegend, die Steine nach ihm werfen und sich nur eins wünschen: Dass er wieder verschwindet. Was hier nach schwarz-weiß klingt, wird einfühlsam und authentisch erzählt. Man erlebt diese typisch jugendlich Zerrissenheit zwischen „dazugehörenwollen“ und „sich selbstinseinenEntscheidungenentdecken“ ganz nah mit. Dazu gesellt sich eine Spur Mysterium, als der Junge Sätze sagt, wie „Ich sorge mich um das Mädchen, sie hatte kein Gesicht.“

Quelle: Amazon

Martyn Pig
Martin Pig hat nicht nur unter seinem Namen zu leiden, er ist klein, schmächtig, sein Vater ist Alkoholiker und das Mädchen, dass er liebt ist seine beste Freundin. Er verbringt viel Zeit mit ihr, lacht über ihre Schauspielkünste, ihr Witze und kommt ihr doch nie näher. Zumindest nicht bis zu dem Tag, an dem er aus Versehen seinen Vater tötet und von dem Geld erfährt, dass der bald erben soll. Zusammen schmieden die beiden einen Plan, wie sie jetzt weitermachen wollen…und alles geht furchtbar schief. Diese Geschichte war für mich durch die dunkle Grundstimmung nicht ganz einfach zu lesen, aber durch ein paar unvorhersehbare Wendungen ist es ein wirklich spannendes Abenteuer und wirklich empfehlenswert.

Quelle: Amazon

Candy
Der Sohn eines reichen Arztes will in London zu einem Spezialisten…und wird, als er sich verirrt zu haben glaubt von einem hinreißend hübschen Mädchen angesprochen. Sie essen in einem Restaurant zusammen, bis ein großer Typ ankommt und sie anspricht. Das Mädchen kennt ihn offensichtlich, derr er droht ihr, dass sie hier nichts verloren habe.
Die Begegnung geht dem Jungen nicht aus dem Kopf und plötzlich entdeckt er ihre Telefonnummer in seiner Tasche. Womit das Abenteuer beginnt…

Quelle: Amazon

Nur noch schnell…

Nur noch schnell mal…

  • die Wäsche anschmeißen
  • die Tests korrigieren
  • das Essen für Morgen fertig machen
  • ganz kurz mit den Katzen spielen
  • das herumliegende Katzenstreu zusammenswiffern
  • über die Planung drüberschauen und
  • die nötigen Materialien zusammensuchen
  • die Testnoten in mein Notenheft eintragen
  • den Abwasch in den Geschirrspüler räumen

na das ist doch wirklich nicht viel, und wenn das gleich geschafft ist, kann ich in Ruhe

  • die Cola vors Bett stellen
  • die Klamotten für Morgen rauslegen
  • nochmal kurz den Einstieg für Morgen im Kopf durchgehen

und friedlich einschlafen. Oder nicht?

Ich habe gar nicht gemerkt, wie anstrengend es in den letzten Wochen wirklich waren. Jeden Nachmittag stand noch irgendetwas zusätzlich an, weshalb ich bis noch am Schreibtisch saß. Oder die Züge fuhren nicht, sodass ich Stunden an irgendeinem abgeschiedenen Bahnhof verbracht habe. Gelesen habe ich in der Zeit viel, aber es ist eben kein Feierabend, wenn man von hunderten kleiner Käfer überkrabbelt wird und im 5 Minutentakt auf die Uhr schaut. Oder wenn man morgens um 7:20 schon friert, weils in Coswig zieht wie Hechtsuppe und man weiß, dass die Bahnhofshalle geschlossen ist, kein Café geöffnet hat und der nächste Zug in einer Stunde kommt. 

Freitag fuhrt ich nach einer unruhigen Nacht, die um 3:30 wieder viel zu früh zu Ende war, zur Arbeit los und merkte, dass irgendwas nicht stimmt. Ich habe meinen Quark kaum runterbekommen, der Kaffee kam mir fast hoch. Aber ich blieb ruhig, was sollte ich auch machen, ohne Essen steh ich den Schultag nicht durch.

Was muss, das muss.

Aber je länger die Fahrt dauerte, desto schlechter ging es mir. Der Nacken zog und brannte, ich bekam Kopfschmerzen, der Boden waberte und mir war schlecht. Als mir in den letzten 15 Minuten Fahrt dann auch noch weiß vor Augen wurde, war klar, dass ich niht arbeiten kann. Aber was tun? Der nächste Zug kam ja auch erst in einer dreiviertel Stunde und ich hatte ja die Tests dabei und die Noten für meine Klassen und die Planung für die Stunden und die Preise für meine Gedichtewerkstatt…also erstmal mit weißgetünchtem Blick und auf Wolkenschuhen zur Schule kämpfen, dort einen langen Brief für die Mentorin schreiben, alle Materialien hinlegen, der Sekretärin Bescheid sagen, es sollen schließlich so weinig Unannehmlichkeiten wie möglich entstehen.

„Ja, ich denke, es kommt vom Nacken, der schmerzt schon seit Tagen.“, höre ich mich erklären. Und das dachte ich auch.Nur der Nacken, den massiert man ein bisschen und schon gehts weiter.

Samstags steh ich am Wäscheständer, die Katzenklos sind noch nicht gemacht und mein Freund will gleich mit mir zum Training los. Schon kommt er um die Ecke, um irgendwas zu erzählen.

„Mir gehts gar nicht gut.“, sag ich und dann schnappatme ich nur noch, während meine Tränenkanäle diese salzige Suppe übers zerknietsche Gesicht ergießen. Und auf einen Schlag komm ich gar nicht mehr klar. Will nicht ins Studio, will keine Katzenklos machen, nicht einkaufen müssen, nicht kochen, mich nicht um meine Figur sorgen und auf gar keinen Fall will ich an meinen Schreibtisch und Stunden für die nächste Woche planen. Allein der Gedanke daran stürzt mich in graue Tiefen.

Ups…so schnell kanns gehen, mit der Überarbeitung.

Am Wochenende war mir wirklich alles zu viel. Selbst kleine Ärgernisse, wie eine klemmende Spülmaschinentür, verwandelten mich in Sekundenschnelle in eine Furie. Oder eine heulende Trauerweide…man höre und staune…das reinste Gefühlslotto.

Also warf ich alle Pläne und Pflichten über Board, setzte mich ein einen nahen Park und las. Stundenlang. Nur sitzen, Vögel hören, Wind spüren, lesen, abschalten. Und was mich da dieses Wochenende so fesstelte, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.