Neue Reihe?

Was bei dem Gedanken, den Lehrberuf an den Nagel zu hängen, am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass ich mich wirklich gern mit aktueller Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt habe und dieser Umstand nun so …sinnlos verloren geht.

Doch wieso sollte so eine Begeisterung eigentlich ungenutzt bleiben, dachte ich und schwupps, entstand dieses erste Video.
Man merkt mir meine Aufregung sichtlich an und die nächsten Videos werde ich bestimmt kürzer gestalten, aber so habe ich wenigstens das Gefühl, etwas tun zu können, was mir Spaß macht, ohne es gleich zum Beruf machen zu müssen.

Heute stelle ich also Jonathan Strouds „Die seufzende Wendeltreppe“ aus der Reihe „Lockwood & Co“ vor.

Irgendwann kriege ich bestimmt auch heraus, wie ich das Format etwas kleiner bekomme. O_o

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Prag…wir kommen wieder!

Zwischen Prejudging und den Finals waren einige Stunden Zeit und so schauten wir uns Prag an. Es ist eine wirklich wunderschöne Stadt. So viele Häuser sind in verschiedenen Stilen erbaut und zeigen sich überbordend verziert. Da seiht man gern über den grauen Schleier hinweg, der auf Häusern und Gehwegen liegt. Ein Kuriosum war der Geruch! Mitten in der City stank es teilweise bestialisch nach Urin, obwohl die Straßen breit waren hatte man das Gefühl, mitten in einem versifften Klo zu stehen. Als wir an eine Unterführung kamen, würgte uns schon der Gedanke, diese zu passieren. Widerwillig stiegen wir hinab…und die Luft war rein, keine Spur vom Uringeruch! Verrückte Stadt. ^^

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Es gäbe noch so viel mehr zu zeigen, aber meine Aufnahmen gehen kaum als Schnappschuss durch. Prag lohnt auf jeden Fall für einen Besuch, wir kommen spätestens nächstes Jahr zur EVLS wieder!

Warnen müssen wir allerdings vor dem Essen! Wir sind stets mit richtig Kohldampf in die Gaststätten und es dauerte meist eine ganze Zeit lang, bis das Gewünschte vor uns stand. Aber was waren das für Portionen? Im Hardrockcafe bestellten wir ein paar Stück Kuchen udn etwas Eis. Der Kellner hörte sich die Bestellung an und lachte. Warum er lachte, verstanden wir erst, als er mit den „Häppchen“ zurückkam. Er entschuldigte sich vielmals, dass der Karottenkuchen leider aus sei. Beim Bezahlen sagte ich nur zu ihm: Thank god, there was no carrotpie!, worüber wir alle zusammen lachten. Waren wir voll!
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Also Vorsicht vor tschechichen Portionen, man wird ganz sicher auch von einer satt! 😉

Nach unserem Zugerlebnis auf der Hinfahrt, schien die Rückfahrt ein ähnliches Desaster zu werden. Aber ich war schlauer! „Lass uns im Speisewagen einen Kaffee trinken und später eine Kleinigkeit essen!“ Slaine wollte zunächst nicht, war mir aber später dankbar. Die Leute wurden wieder in der 2. klasse zusammengefercht, man durfte in der 1. Klasse nicht einmal im Gang stehen. Und währenddessen denierten wir ganz romantisch. Hach…das Leben ist schön, das Leben ist schön…
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EVLS Prague Pro

Bevor ich von Prag erzähle, muss ich kurz dem Mann danken, der in den letzten Monaten mindestens genauso gelitten hat, wie ich: meinem Freund. Wie oft hat er mich in Heulkrämpfen in die Arme geschlossen, wie oft kam er spät ins Arbeitszimmer gestürmt und sagte: In fünf Minuten ist Feierabend, egal, was du noch zu tun hast! Er stellte mir Abends in Essen hin, damit ich überhaupt mal was esse, er kümmerte sich um die Katzen, die ich regelmäßig aus dem Arbeitszimmer jagte. Und er überredete mich wider meinen Terminplaner, mal ein Wochenende wegzufahren. Und nicht einfach nur weg, nein, nach Prag zu einem der größten europäischen Bodybuilding-Wettkämpfe mit Staraufgebot. Und er buchte VIP1 Karten, sodass wir die Idole nicht nur von der Tribüne aus sehen konnten, sondern wir trafen sie auch beim Meet&Greet, saßen beim Wettkampf in der dritten Reihe, erlebten die Stars hautnah, als sie am Ende des Wettkampfes von der Bühne durchs Publikum spazierten und wir gingen nach dem Wettkampf mit ihnen zum Bankett.

Es war so unglaublich verrückt, als wäre ich in einem Science-Fiction-Abenteuer gelandet, dass mich völlig aus meinem Alltag riss. Und davon will ich jetzt erzählen.

Los ging es am Freitag, den 03.10.. Wir fuhren nach Dresden, die Strecke, die ich viermal wöchentlich zur Arbeit fuhr. Trotz Freund und Kaffee weiß ich noch, dass ich in Gedanken vollkommen bei der Arbeit war. Das war im Zug nach Prag dann aber schnell vergessen, denn der war so überfüllt, dass man nicht umfallen konnte. Wir standen im Gang Mann an Mann und fühlten uns wie im Viehtransport. Vor meinen Füßen standen zwei riesige Koffer, bei einem davon waren die Taschen offen. Das ist doch unheimlich, dachte ich. Auf dem Schild stand etwas von Dr. Soundso, Bankvorstand. Klar, dachte ich, so jemand lässt bestimmt seinen halboffenen Koffer in so einen überfüllten Zug unbeobachtet. Das Unheimliche steigerte sich zum Grausen und wir riefen in den Gang hinin, ob jemandem der Koffer gehöre, sonst würden wir ihn auf den Bahnstig stellen. Und siehe da, plötzlich ruft es von draußen „Ja, das sind unsere!“ und ein älterer Herr mit Schlips und Anzug stolziert herein, als besichtige er einen Stall mit Massentierhaltung, in dem er sich möglichst nicht schmutzig machen wolle. In der Hand hatte er einen frischen Kaffee. Alle Leute links und rechts drückten sich an die Wand, um den Herren zu seinen Koffern durch zu lassen. Der schaute mich an uns fragte: Kann ich dann meinen Platz wieder haben?

Wir reden hier von einem Stehplatz in einem Gedränge an der Tür…Ich konnte nur noch lachen, über diese absurde Situation. Der Herr ließ sich dann seine Koffer durchreichen und quetschte sich durch den Zug. Ich nahm ein Buch in die Hand und klinkte mich aus.

Zwischendurch schaute ich mehrmals durch die Fenster und betrachtete eine Gegend, die mir unwirklich und vertraut zugleich erschien. „Das sieht aus wie in DayZ.“, sprach ich aus, was mein Freund dachte. (Zuhause schauten wir nach und tatsächlich, die Gegend wurde als Vorlage für das Gelände in DayZ genutzt!)

Schließlich kamen wir an einem wunderschönen Park vorbei, Trauerweiden an einem See, saftige Wiesen mit romantischen Gehwegen. Es erinnerte mich sofort an den großen Garten in Dresden. Und zwei Minuten später fuhren wir in einen Bahnhof ein und waren da. Unser Hotel war nicht weit und der Blick aus dem Fenster zeigte die Tipsport-Arena, in der am Abend das Meet&Greet stattfinden würde. Wir mussten nur die Straße überqueren und wären da.P1190221

Doch bis dahin war noch viel Zeit, also spazierten wir durch den Park, den ich vom Zug aus gesehen hatte. Wir flanierten über die Wege, sahen uns satt an dem Grün, tranken die frische Luft und ich vergaß jeden Alltag und kam richtig runter. Slaine fand ein Eichhörnchen, aber das war zu scheu, um sich von ihm füttern zu lassen. Ich fand einen Fitnesspfad und da ich seit über drei Wochen kein Fitnessstudio mehr von innen gesehen hatte, nutzte ich die Gelegenheit wenigstens eine Ahnung von einem Muskeltonus zu erhaschen. Am nächsten Morgen hatte ich Muskelkater. O_o
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Und dann ging es los. Nachdem der Einlass viel später freigegeben wurde, als angekündigt, durften wir endlich in eine kleine Sporthalle, in der ringsum die Stars hinter Tischen saßen. Direkt am Eingang stand Dennis James. Sein freundliches Gesicht lässt mich meine scheu vergessen und ich quatsche ihn direkt auf deutsch an. Ich sage, wir stark es von Big Ramy war, trotz seiner Beinverletzung an der Mr. O. teilzunehmen und frage, wie es ihm geht. Er erzählt, dass Ramy deswegen unters Messer muss und wie heftig es wirklich war, damit auf die Bühne zu gehen. Hut ab! Und schon mache ich mein erstes Foto. Dennis James gehört eindeutig zu dem Schlag Menschen, bei denen man sich wohlfühlt.
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Ich schau mich um und erblicke die Bikinimädels, ganz vorn dabei Valeria Amirato. Slaine sagte schon, dass sie klein sei. Als eine junge, hochgewachsene Deutsche (sie war bestimmt 1,90 und hatte das Hotelzimmer neben uns) mit ihr ein Foto machen wollte, mussten alle ringsum lachen und der Freund verbog sich sichtlich, um beide zusammen aufs Bild zu bekommen. Valeria war fast halb so groß, wie sie. Links an der nächsten Wand folgten die Athleten der 212er Klasse. Auch diese sind meist klein, was aber zunächst nicht auffällt, weil man hinter den Tischen nur riesige Schultern und Arme sieht. Es ist der Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, wie viel kg Muskel einem da gegenüber sitzen.

Ich ließ meinen Blick durch die Halle schweifen und da sah ich ihn: Kai Green! Mr. Believe! Sir Gettin it done. Der Mann, der mich dazu brachte, weg von maximaler Gewichtszahl hin zum Körpergefühl zu trainieren. Ich brauchte eine gefühlte Ewgkeit, bis mein Freund mich überredete, vor ihn zu treten. Ich bat ihn, ein Poster mit „Mr. Olympia 2015“ zu signieren, aber er schrieb stattdessen „believe“ darauf und sagte: „Alles was du tust, muss aus dem Glauben heraus kommen.“ Beim Prejudging war er noch dabei, für den Wettkampf entschuldigte er sich und sagte, er fühle sich unwohl. Es schien beinahe, als habe er den Satz mehr zu sich selbst, als zu mir gesprochen.
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Bob Cicherillo war eindeutig „Mr. Best Dress“ an diesem Abend. Und überhaupt…man, der Typ verkörpert einfach Las Vegas! Er rettete auch die Show für alle nichttschechichen Gäste, denn er teilte sich die Moderation mit einem tschechichen Frosch, der dauernd mit monotoner Stimme dazwischenquakte und im Laufe des Abends immer mehr vergaß, zu übersetzen. Dann guckte er Bob mit seinem Froschaugen an, als ob er mit ihm gesprochen hätte, doch Bob konnte ihn genauso wenig verstehen, wie wir. Und Bob schaute resigniert zurück, ließ seine volltönende Stimme durch den Saal gleiten und holte sich das Wohlwollen der Zuschauer mit der nächsten Ansage zurück.
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Neben Kai Green entdeckten wir Fred Smalls, den wir dieses Jahr zum ersten Mal auf der Mr. Olympia-Bühne sehen durften. Um in den ersten Rängen der Topathleten mitzuringen, fehlt es ihm noch etwas an Härte und dem Pik des Besonderen. Aber das macht er durch seine Posingroutine wett. Als er bei der Mr. O. zu tanzen begann, wirkte das lächerlich…ungefähr einen Augenblick lang, und dann schlug der Funken über. Fred Smalls begeisterte in wenigen Sekunden eine ganze Halle und riss die Leute vom Hocker. Das sagte ich ihm auch und das gleich Wunder vollbrachte er am Abend. Wenn man schon mehrere Klassen von Topathleten hinter sich hat, ermüdet man automatisch. Man kann gar nicht mehr alles wahrnehmen und das Staunen verebbt zu einzelnen wohlwollenden Kommentaren. Der Frosch hatte uns zusätzlich verstimmt und als Fred Smalls die Bühne betrat, war das Publikum in unkonzentrierte Stille verfallen. Dann legte er los und wieder gab es diese Sekunde, in der alles in dir sagt: wie albern, dass ist doch keine Posing-Routine. Und dann brandet seine Aura gegen deine Skepsis an und haut sie einfach um. Während viele Athleten einfach ihren stoischen Stolz zur Schau tragen, signalisierte Fred: Ich bin wegen euch hier, wegen der Party und ich liebe die Show, das ist es, was ich sein will und jetzt feiert mit! Wir haben an diesem Abend viele gute Posingroutines gesehen, aber nur Fred Smalls brachte das ermüdete Publikum in wenigen Minuten auf die Beine und entriss uns staunende Standing Ovations. Was für ein Kerl! Was für ein Erlebnis!
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Dann entdeckten wir zwei Athleten, die eigentlich ganz oben mitspielen, die aber stets mit Details hadern. Beide saßen hinter ihren Bänken mit einem Blick, der sagt: Lass mich bloß ihn Ruhe. Es waren Roelly Winklaar und Ronny Rockel. Roelly sah beim Mr. Olympia furchtbar aus. Sein Bauch war riesig aufgebläht, auch sein Gesicht wirkte aufgedunsen, seine Brust sah nach leichter Gyno aus. Er wirkte einfach, als sei irgendetwas im vergangenne Jahr sichtlich schief gegangen. Auf der EVLS sah er wesentlich besser aus. Er konnte den Bauch kontrollieren und wirkte insgesamt besser in Form, dennoch scheint es, als hätte der grindende Drache sein Lächeln verloren. Und Ronny wirkte einfach nur mit der Gesamtsituation unzufrieden. Nach seiner Auszeit war das sein großes Comeback, es störte ihn sichtlich, zwischen Dennis Wolf und Phil Heath gesetzt worden zu sein. Sein Gesicht wirkte so trocken wie Sandpapier, aber die Furchen zeigten keinen Elan, er wirkte einfach ausgezehrt und gestresst. So sehr ich ihm für sein Comeback auch die Daumen drückte, er erinnerte mich zu sehr an meine eigene Verfassung und ich hätte ihm am liebsten gesagt: Wirf hin, du siehst kreuzunglücklich aus!

Roelly Winklaar

Roelly Winklaar

Ronny Rockel

Ronny Rockel

Dexter Jackson ist einer der Athleten, die mich immer wieder zum Staunen bringen. Mit seinen 46 Jahren wollte man ihn schon oft zum alten Eisen schieben. Aber Dexter schafft es immer wieder, seine Form zu verbessern, scharf wie ein frisch geschliffenes Schwert auf die Bühne zu treten und das Publikum zum Staunen zu bringen. Auch in Prag zeigte er eine herausragende Form und rangierte zurecht auf den vordersten Plätzen. Was für ein Mann!
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Phil Heath hat sich kurzfristig zu einem Seminar gemeldet, am Wettkampf nahm er nicht teil, es schien, als wolle er nur Präsenz zeigen. Es war ein herrlich kurioser Moment, als Dennis Wolf am Ende des Wettkampfes vor einem Phil in Anzug erschien und ihn sichtlich anposte. P1190254

Insgesamt war das Aufgebot beinah dasselbe wie auf der Mr. Olympia: Steve Kuclo, Shawn Rhoden, Juan Morel, Victor Martinez, William Bonac (mit gruselig goldener Zahnreihe) und Johnnie Jackson, alle waren sie gekommen.

Johnnie Jackson mit seinen riesen Nackenzwilligen.

Johnnie Jackson mit seinen riesen Nackenzwilligen.

Besonders angefeuert wurde Dennis ‚the big bad‘ Wolf! Als er die Bühne betrat, ging ein Wolfsgeheul durchs Publikum, das immer wieder aufgenommen wurde. Schon beim Meet&Greet zeigte Dennis, dass er die Show auch für die Fans macht, er wechselte spielend vom Englischen ins Deutsche und plauderte mit uns. Er gehört zu den Bodybuildern, die nicht vergessen, dass sie selbst als Fan begonnen haben. Ehrlich, frendlich und super sympatisch! Und seine Form auf der Bühne war top! Es war mir eine Ehre ihm die Hand zu schütteln.
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Diese Dame zog unter den Gästen meinen Blick immer wieder auf sich. Meine Augen blieben einfach schmachtend an ihren Schultern kleben und schließlich bat ich sie um ein Foto. Erst Zuhause recherchierte Slaine ihren Namen und druckte ein paar motivierte Bilder aus, sodass Eva Pogacnik mich jetzt in der Küche zur Diät ermutigt.1

Auf dem Wettkampf habe ich die Show genossen und fast kein Foto geschossen.
P1190335Und nach dem Wettkampf tat es mir um die ausgezehrten Athleten leid, die dann noch von Fans bestürmt wurden, sodass ich mich zurückhielt. Dafür habe ich einen herrlichen Schnappschuss von Roelly ergattert, der sich wie ein kleiner Junge mit einer Tüte Eis auf den Tisch hockte und schlemmte. Süß! P1190347

Das war meine erste Begegnung mit meinen Stars, mir kam es vor wie ein Tag im Paralleluniversum!

Aus und vorbei…

Ich weiß noch gar nicht, wie ich anfangen soll.

Optimistisch: Hey, ich habe jetzt wieder Zeit zum Bloggen!

Vielleicht mit Humor: Hey, ich war in der Hölle und hab vergessen Ansichtskarten zu schreiben!

Pathetisch: Und Anfang glänzt in allen Bruchstücken unseres Seins.

Sachlich: Ich habe das Referendariat abgebochen.

 

In den letzten Monaten ist so viel passiert…

  • im Seminar sank die Stimmung, ein Grüppchen hat sich gut verstanden und fand heraus, dass man sich noch viel besser versteht, wenn man einen zum schwarzen Schaf bestimmt. Irgendwann war ein Außenseiter nicht mehr lustig genug, also checkte man, wer sonst noch passen könnte und kam auf mich.
  • Ich schrieb eine Mail an die gesamte Gruppe und schilderte die Situation. Nachdem die Situation schön aufgekocht war, kühlte sie ab. Ich war zwar nicht gerade beliebt, hatte aber meine Ruhe vor fiesen Stalkern.
  • Dann redete eine meiner Mentorinen nicht mehr mit mir und nach einem Unterrichtsbesuch brach ein Sturm an Anschuldigungen aus ihr hervor. Eine Woche später bat ich sie zum Gespräch und klärte die Lage…dachte ich.
  • Die Bahn baute wie verrückt und ich saß 6, 7, 8 Stunden oder bei Personenunfällen noch länger in Zügen, SEV-Bussen oder auf Bahnhöfen.
  • Für das Seminar musste ich in wenigen Wochen zwei Unterrichtsbesuche samt dicker Ausarbeitung, eine Lernbereichsplanung für den Prüfungszeitraum mit kreativen Stundentiteln und angedachten Methoden und eine umfangreiche, sehr komplexe Praxisaufgabe erstellen. Nebenher musste ich noch den normalen Unterricht und die Jahresplanung für die Schulleitung abfertigen.
  • Die Praxisaufgabe schaffte ich nicht, denn ich sollte nicht nur etwas erarbeiten, sondern auch im Unterricht durchführen und reflektieren. Ich präsentierte zwar etwas, fühlte mich aber so unwohl, dass meine Arbiet mit „erfüllt nicht die Anforderungen“ und „enttäuschend“ beschrieben wurde. An dem Abend dachte ich bereits, meine Ausbildung ist vorüber, aber im Unterrichtsbesuch (am nächsten Morgen) zeigte ich, was für eine Lehrerpersönlichkeit in mir steckt. Auch wenn es methodisch nicht überzeugte, mein Kopf blieb vorerst dran.
  • Dann streikte die Bahn und ich kam nicht früh genug von Leipzig nach Dresden, meine Mentorin schritt wütend zum Schulleiter und beschwerte sich bitterlich. Der Schulleiter ist ein sehr sachlicher Mann und bemühte sich um Schlichtung.
  • Auch meine andere Mentorin kritisierte mehr und mehr, wurde immer distanzierter und fieser. Alles, was ich gut fand, fand sie schlecht und was ich weniger gut fand, fand sie untragbar.
  • Mit der Gruppe, in der ich die Praxisaufgabe so bescheiden präsentiert hatte, sprach ich auch nochmal und die Situation schien sich zu entspannen.
  • Dann kam der Hauptausbildungsleiter auf mich zu und bat um einen Termin, es gäbe große Kritik seitens meiner Mentoren.
  • Ich sprach meinen Schulleiter und meine Mentoren darauf an, die Mentoren hatten wieder nur Negatives zu sagen, schlichtweg alles was ich tat und auch was ich nicht tat, war schlecht und wurde immer schlechter.
  • Hauptargument: Sie werden später im Lehrerberuf Probleme kriegen.

Kurzfassung: Arbeit, Bahn, Schreibtisch, Konflikte, kaum Schlaf, konnte nichts Essen, Vorwürfe über Vorwürfe, Heulkrämpfe häuften sich, Zusammenbruch.

So sieht die Ausbildung zum Lehrer aus. Sollten Mentoren ihre Schüler nicht führen? Ist es wirklich deren Aufgabe zu orakeln, wie man von diesen wahnwitzigen Umständen auf eine Situation in der Zukunft schließen kann?

Als ich zur Fachausbilderin meinte, dass der Workload viel zu hoch sei, verwies sie mich auf die Situation von Juristen und Ärtzen, alsob das einzige Gütekriterium der Ausbildung wäre, zu checken, wie viel Stress man verträgt.

 

Falls meine Sätze unvollständig und wirr sind, das liegt daran, dass ich derzeit nicht ich selbst bin. Ich bin so erschöpft und fertig, dass ich kaum einen klaren Gedanken fassen kann. Dauernd gibts neue Tränenfontänen, ohne das die durch konkrete Umstände ausgelöst würden. Ich suche dringend einen Therapeuten, aber so schnell klappt das auch nicht.