Wenn man scheitert, so musste ich feststellen, hat man nicht nur selbst ein Problem. Alle anderen scheinen auch eins damit zu haben. Sobald ich „Abbruch“ bzw „abbrechen“ erwähne, werden Sehklappen aufgerissen, Kinnladen sacken herab und dann spult sich das immer gleiche Gespräch ab:

Hast du dir das überlegt?
Aber ohne Abschluss! Mach doch wenigstens fertig, dann kannst du dich ja neu entscheiden.
Und das Geld?
Du bist doch so weit gekommen.
Du hast doch so viel dafür ausgegeben.
Du warst doch so glücklich damit.
Und deine Zukunft? (Zukunft?! ZUKUNFT!)
Die paar Monate…

Dann scheint der Fußboden seitlich etwas ungeheuer Faszinierendes an sich zu haben. Nach solchen Gesprächen fühlt man sich, als hätte man beim Klötzchenstapeln zu den Kugeln gegriffen.

Und wenn man es mit Lehrern zu tun hat, folgt dann:

Ja, im Lehrerberuf muss man belastbar sein.

Übersetzt heißt das soviel wie: Ist es dir zu viel, bist du zu schwach.
Belastungsgrenzen? Gibts für Lehrer nicht. Lehrer sind nicht überbelastet, Lehrer trinken Schnaps.
Und überhaupt haben es andere Lehrer immer schwerer und schaffen es doch auch! Manche halten sich sogar eigene Kinder!

Und dann frage ich mich, wie belastbar man genau sein muss.
Zugegeben, beim Bankdrücken hatte ich letzens schon Mühe mit den 50kg….Brust- und Armmuskulatur liegen damit deutlich unter ihren früheren Belastungsgrenzen.
Dafür bin ich während des Refs jeden Freitag mit gefühlten 50kg Büchern im Rucksack 15 Minuten zum Bahnhof gejoggt…meine Beinmuskulatur und die Ausdauerbelastbarkeit müsste also über früheren Werten liegen.
Die ganzen Auseinandersetzungen im Ref. haben mich unheimlich Kraft gekostet. Einerseits war es entlastend, nicht alles einfach still hinzunehmen, sondern sich zur Wehr zu setzen, andererseits belastet es, dass man immer nur eine Schlacht gewinnt, aber nie den Krieg.
Heißt „belastbar sein“ also der „ich erdulde alles und zucke innerlich nur noch mit den Schultern“-Einstellung zu folgen? Heißt es, sich von persönlichen Empfindungen zu leeren und nur noch stoische Maske zu sein?

„Wenn Sie sich für Belastungen entscheiden, darf ihr Umfeld davon aber nichts mitbekommen.“

, forderten meine Mentoren. Aha, also Klappe halten und durch. Keine Miene verziehen und wie Brian am Kreuz noch fröhlich ein „Always look on the bright side of life…“ trällern.

Wer mit sozialem Ballast wie Familie, Freunde, Katzen oder (Gott behüte!) einem Privatleben ins Ref startet, muss sich schon Prioritäten setzen. Belastbar sein heißt auch, keine Resourcen an so fakultative Kinkerlitzchen zu verschwenden.

Und dann die ganzen albernen Studenten, die an ihrem Wohnort bleiben wollen! Ha, denen wird man schnell beibringen, was FLEXIBILITÄT bedeutet. Für so einen Traumjob muss man schon bereit sein, auch mal sein langweiliges, altes Leben hinter sich zu lassen.

Belastbar sein heißt auch, sich mit 0,45349753 Stunden Freizeit pro Tag zu begnügen. Das hat ein Bekannter schon richtig festgestellt. Der schaute genau auf die Uhr, wann seine Freundin die Hefter zur Seite schob, um privat zu surfen oder gar zu spielen! Auf ihre Klage, sie hätte gar keine Freizeit mehr, konterte er völlig korrekt: Aber du hast doch heute Freizeit gehabt, schau doch nur, wie lang du hier vorm Rechner gesessen und Seiten angeklickt hast!
Jahaa, Zeitmanagement ist alles! Hätte sie sich die Freizeit mal im Terminplaner notiert, wäre ihr ihr Denkfehler selbst aufgefallen.

Und wie belastbar seid ihr so? Habt ihr auch an eurer Flexibilität gearbeitet?
Flexibility(Quelle: wtfp.org)

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Alles was mir guttut…

Ihr Engagement in allen Ehren, aber es ist noch zu früh, sich einen neuen Job zu suchen, erst müssen ihre Wunden heilen, sagt die Ärtzin zu mir.

Einerseits tut es gut, das zu hören, ist mein Selbstvertrauen auf beruflicher Ebene im Moment doch eher auf dem Level „Kugelschreiber zusammenbauen, aber bloß nicht zu schnell“ angesiedelt. Aber wie bleibt man ruhig, wenn man sich in den letzten Jahren viel Stabilität und Freude über die Wertschätzung im Berufsleben geholt hat (das Referendariat ausgenommen)?

Auch die innere Uhr tickt, ich bin nicht mehr die Jüngste.

Und die Banken sitzen im Nacken. Wann kommt die erste Zahlungsaufforderung auf mich zu?

Und überhaupt sehne ich mich nach Stabilität, Wertschätzung und…tja…Sicherheit?

Nur wie und wo sucht man denn nach einem neuen Job für Absolventen, mit gutem Betreibsklima, humanen Arbeitszeiten und angemessener Bezahlung, wenn man für nichts fertig ausgebildet ist und noch nicht einmal eine Berufsbezeichnung im Sinn hat?
Viele Quereinsteiger kommen über Praktika rein. Aber durch den neuen Mindestlohn stellen die Firmen ihre Verträge um. Plötzlich muss man immatrikuliert sein, um ein Praktikum zu absolvieren.

All diese Gedanken laufen jeden Tag mindestens einmal in meinem Kopf Amok. Dann kommt der Freund und wäscht mir den Kopf. „Mach was schönes“, sagt er und stimmt auch darin mit meiner Ärtzin überein.
„Tun sie sich Gutes!“, sagt sie.

Und das mache ich!
Da wird ein Springreifen für die Katzen gebastelt und die springen fleißig hindurch.
Da wird für die Diät abwechslungsreich eingekauft und zubereitet.
Ich lese Bücher weg und hole neue.
Die Zoojahreskarte wird häufig gezückt (btw: der Leipziger Zoo soll Koalas kriegen!!!!).
Und zuletzt bin ich endlich wieder richtig hart im Training!

Die letzten Monate bin ich kaum ins Studio gekommen, so konnte ich auch nicht den Split durchziehen. Also habe ich stets den ganzen Körper in einer Einheit trainiert.
Erst noch dreimal die Woche, dann zweimal, einmal, einmal aller 14 Tage…das hat Spuren hinterlassen. Die einst stolzgeschwellte Brustmuskulatur verschwand. Die mühsam gepumpten Handtaschenhalter sanken ein. Der Rücken schmerzte vom Schulzeugschleppen (das geht nicht nur Schulkindern so) und fühlte sich völlig untrainiert an.
Aber nun hol ich mir das alles zurück!
Nachdem endlich die Halsschmerzen verschwunden sind, hatte ich auch genug von Ganzkörperplänen und fiesen Zweiersplits und beschloss, wider jede Vernunft, jede große Muskelpartie in einer eigenen, arschharten, mörderischen Trainingseinheit fertig zu machen. Da ich im momentanten Trainingszustand ganze Globen von meinen alten Leistungsdaten entfernt bin, geht es mir mehr um

  • Fokus (Treffe ich den Muskel richtig? Bekomm ich ihn bestmöglich aktiviert?)
  • unterschiedliche Belastungen durch variierende Wiederholungszahlen (Es sind sowohl Sätze im 3er, 10er und 20ger Wiederholungsbereich dabei.)
  • Sätze, Sätze, Sätze, bis alles richtig fertig ist…
  • und kurze Satzpausen

Denn ich merke immer mehr, dass kürzere Satzausen den Pumpsupp länger wirken lassen. Ich bleibe dann stärker im Fokus, bin voll konzentriert und haben den Willen, stets noch einen Satz mehr, eine Wiederholung mehr rauszuholen. Und das ist ein richtig gutes Gefühl!

Fazit: So ein Lebensumbruch kann einen ganz schön aus der Bahn werfen, umso wichtiger ist es dann, gute Freunde zu haben und sich selbst Gutes zu tun. Und was tut mehr gut, als die befreiende Erschöpfung nach einem arscharten Training? *g*

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Anabole Diät – ein erster Erfahrungsbericht

Vorweg: Ein dickes Danke an Sascha, der mich auf die Übersäuerung brachte. Manchmal kann es so einfach sein, ein Problem zu beheben.

Doch jetzt zum Erfahrungsbericht: Anabole Diät…Wenn es etwas gibt, dass ich in Hinblick auf die Ernährung allein mit Bodybuilding verbinde, dann ist es die Anabole Diät. Lange war diese Art der Ernährung als alleinige Hardcoreernährung für Bodybuilder angepriesen. Du machst kein Bodybuilding ohne anabole Diät! Vielleicht war das einer der Gründe, weshalb ich mich immer dagegen gewehrt habe.

Und nun doch! Wie kommts?
Na mein Freund hat damit angefangen und er schwärmte in höchsten Tönen, dass er ja gar keinen Appetit mehr verspüre, dass alles so gut schmecke und er sich rundherum wohl damit fühle. Und seine Pfunde purzeln! Jede Woche weniger, es geht definitiv schneller als mit dem früheren bloßen Defizit!
Da ich während des Referendariat eh vor Stress und Anspannung nur sehr wenig essen konnte, waren hochkalorische Lebensmittel wie Nüsse und Käse für mich sowieso Tagesprogramm, der Schritt zur AD fiel daher nicht schwer.

Was ist die Anabole Diät?
Sie wird auch ketogene Diät, Atkins-Diät, LOGI-Methode oder Paleo-Ernährung (auch wenn hier ein anderer Hintergrund hineinspielt und es auch als Low-Carb betrieben werden kann) genannt und ist eine verschärfte Form der Low-Carb-Ernährung. Kurz: Man verzichtet auf Kohlenhydrate. Dadurch kann der Stoffwechsel nicht auf Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zurückgreifen und nimmt stattdessen Fett. Dafür bildet er Ketonkörper, sogenannte Ketone, die sich mit entsprechenden Teststreifen nachweisen lassen. (Ich hab in den letzten Wochen häufiger auf Teststreifen gepinkelt als eine ganze Frauenarztpraxis!) Als Faustregel wird allgemein 30g Kohlenhydrate pro Tag als oberste Grenze genannt. Allerdings kursiert das in Bodybuildingforen, wo vor allem muskelbepckte Männer unterwegs sind, daher orientiere ich mich an der Hälfte: max.15g KH/d
Damit der Körper sich nicht daran gewöhnt, schicktm an ihn einmal pro Woche mit dem Gegenteil: viele Kohlenhydrate, wenig Fett. Der Körper muss sich ruckzuck umstellen, Hormone werden ausgeschüttet, man kann abwechslungsreicher speisen, um Mangelernährung vorzubeugen, aber vor allem wird die Psyche vom strengen Verzicht entlastet.

Was isst man da so?
Nun, grundsätzlich sollte man seine Ernährung loggen, beispielsweise bei FDDB, einem kostenlosen, portablen Ernährungstagebuch. So kann man seine Kohlenhydratwerte leicht überwachen. Klingt aufwändig und nervig, ist es auf Dauer auch. Aber die anabole Diät sollte auch nicht dauerhaft angewandt werden.
Nahrungsmittel sind vor allem:

  • Fisch
  • Fleisch
  • Käse
  • bestimmte Nüsse (Macadamia, Paranüsse)
  • bestimmte Salatsorten (Blattspinat ohne Blubb, Feldsalat, Rucola)
  • Butter und Öle
  • Ei
  • Wurst (nicht alle, manche enthalten viele Kohlenhydrate)

Eigene Erfahrung:
Diese Ernährungsform war lange als Wunderernährung angepriesen, was nicht verwunderlich ist, passt sie durch ihre strenge Form doch super zum Perfektionsanspruch im Bodybuilding. In Foren ließt man oft Antworten, die immer auf die Frage abzielen: Bist du hardcore genug fürs Bodybuilding oder bist du nur ein Normalo-Fitness-Idiot? Auch las man viel darüber, dass man mit dieser Form der Ernährung so viele Kalorien essen könne, wie man mag, man nimmt immer ab, weil der Stoffwechsel einfach alles Fett verbrennt und viel aktiver ist, als mit Kohlenhydraten.
Das ist leider Bullshit. Ich kann auch die Sättigungserfahrung meines Freundes nicht teilen, im Gegenteil, ich bin immer hungrig oder verspüre einen brennenden Appetit!
Ich denke das liegt an einem Phänomen, dass jede neue Ernährungsform mit sich bringt, nennen wir es den „Diät-Effekt„.
Trifft man die Entscheidung für eine neue Diät/Ernährungsform, so widmet man sich mit Feuereifer diesem Projekt. Zwangsläufig stellt man seine Gewohnheiten um. Hat man vielleicht vorher immer Nudeln und Schnitzel zum Mittag gegessen, so wendet man sich nun bewusst von dieser Gewohnheit ab und steht plötzlich vor der Frage: Was kann ich denn essen?
Gerade der Verzicht auf Kohlenhydtrate bringt eine enorme Umstellung mit sich, da alle Beilagen, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln aber auch Bohnen, Erbsen, Möhren, Brokkoli, Soßen etc. viele Kohlenhydrate enthalten. Lässt man das alles weg, liegt plötzlich das nackte Steak (ohne Panade natürlich) einsam auf dem Teller. Schnell gesellt sich dann ein zweites oder drittes Steak hinzu. Ohne die ganzen Beilagen erscheint so eine „Mahlzeit“ doch sehr viel, ist ein Steak sonst doch eher „das Tüpfelchen auf dem I“ und da man auf das ganze kalorische Drumherum verzichtet, spart man Kalorien ein. Auch der Kopf spielt eine große Rolle, denn ein Teller voller Steaks suggeriert: Ich habe hier eine richtig sättigende Mahlzeit. Zumindest bei halbwegs normalen Menschen.

Und hier sind wir auch bei meinen persönlichen Erfahrungen. Ich habe schon als Kind gern auf alle Beilagen verzichtet, wenn ich dafür mehr Fleisch futtern konnte. Sonntags gab es bei uns Braten, meine Geschwister hassten Braten und so wanderte er unter der Tischplatte bis auf meinen Teller. Bei fünf Geschwistern ist das eine ordentliche Menge, alle waren mit dieser Regelung glücklich. Meine Geschwister kamen um den Braten, Mutter wusste von nichts, sah nur, dass wenig ürigblieb und ich konnte mich an dem leckeren Highlight richtig sattessen. Montags hielt der Broilermann (Brathähnchen für euch Wessis) gegenüber unserem Haus und ich gab von meinem ganzen Broiler ein paar wenige Fasern der Katze ab. Legendär ist in meiner Familie ein Ausflug an einem Wochenende, wir kehrten alle sehr hungig in ein Gasthaus ein, wo es (jaaa, so was das in der DDR) nichts anderes zu Essen gab, als halbe oder ganze Broiler. Schulterzuckend setzten meine eltern mir einen halben Broiler vor und staunten nicht schlecht, als davon nur abgenagte Knochen übrigblieben. Sie hatten auf die Verteilung meiner Reste spekuliert, denn ich war gerade mal drei Jahre alt. Von da an nannten sie mich „die fleischfressende Pflanze“.
Was ich damit sagen will ist kurz gefasst: Fleischessen entspricht meinem Naturell und ich habe schon immer viel Fleisch ohne Beilage verzehrt, für meinen Kopf ist das also keine Umstellung. Was mir am meisten fehlt, ist die Milch im Kaffee, aber seit ich Kaffeesahne nehme, ist auch das nicht schlimm. Vielleicht tritt bei mir deshalb nicht der Sättigungseffekt ein, den mein Freund verspürt. Auch habe ich weit mehr Nahrungsumstellungen und Diäten hinter mir, als er und ich nehme immer nur sehr langsam ab, weshalb die Euphorie über den gewünschten Effekt bei mir nicht dieselbe ist. Also eigentlich gar keine, denn ich habe in den letzten Wochen nichts abgenommen.
Das liegt daran, dass ich krankheitsbedingt nicht trainieren war und viel geruht habe. Dadurch ist ein Kaloriendefizit nicht nur schwerer zu erreichen, nein, auch meine Angewohnheit, auf Gemütlichkeit mit Appetit zu reagieren steht einer Abnahme entgegen. 😉

Weshalb ich trotzdem weiter mache?
Nun, das liegt an den positiven Nebeneffekten einer Diät. Wie bereits geschildert entspricht das Ernährungskonzept sehr meinem Naturell und ich darf Sachen essen, die sonst wegen ihres Kaloriengehaltes nie in meinen Speiseplan gepasst hätten: Hackbraten mit Baconkruste, Broiler, Macadamia-Nüsse, in Butter gebratenes Ei und Bacon, fettige Wurst, (hatte ich schon Broiler?) mit Käse überbackenes Fleisch, Oliven, in Öl eingelegte Sardinen, Tulip Frühstücksfleisch (das hatte ich seit einem Jahrzehnt nicht mehr!).
Und am Samstag ist der Refeedtag, da kommen nur Milchkaffee, Kekse, Pizza, Burger und Kuchen auf den Tisch. Klingt nicht nach Diät, oder? Und dennoch komme ich unter der Woche auf 1600-1800kcal. Ohne den übertriebenen Refeedtag und mit Training würde ich ein ordentliches Kaloriendefizit erreichen und sicherlich Gewicht verlieren. Aber am Refeedsamstag komme ich leider häufig auf 4000kcal und mehr. Das macht jedes Defizit wett. 😉

Aufgetretene Nebenwirkung:
Die befürchteten Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sind bei mir nicht spürbar, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mental im Moment eh ziemlich hinüber bin. Ich fühle mich jedenfalls nicht verändert, was das betrifft. Allerdings hatte ich in den letzten Tagen mit den Auswirkungen einer Übersäuerung zu kämpfen. Meine Muskulatur war gereizt und verspannt, es kam zu starken, anhaltendem Brennen in einigen Muskelpartien. Das ist kein Wunder denn all die oben aufgeführten Mahlzeiten sind ausschließlich Säurebildner. Mit den Kohlenhydraten fielen auch alle basischwirkenden Lebensmittel weg.
Ich habe mich nie zuvor wirklich eingehend damit beschäftigt. Das habe ich nun nachgeholt und kann nur sagen: Dem ist auch in der anabolen Diät leicht Abhilfe zu schaffen. Hier ist eine tolle Auflistung, bei der der Säuregehalt/Basengehalt angegeben ist. Bei manchen Lebensmitteln, wie zB. Zitrone käme man nie darauf, dass sie im Körper basisch wirken. Zitronensäure! Deswegen ist es gut, da einmal nachzusehen. In der Apotheke bekommt man für wenig Geld Teststreifen für Urintests (Ja, wieder pinkeln und analysieren, yay!), die dann schnell zeigen, ob man im (wortwörtlich) grünen Bereich ist.
Wie kann man basische Lebensmittel zu sich nehmen, ohne auf viele Kohlenhydrate zu kommen?
Ganz einfach, man esse einfach zu allem etwas:

  • Blattspinat/Feldsalat/Rucola
  • übergieße das ganze mit Zitronensaft
  • bestreue es mit Petersilie
  • und schneide 1-2 Champignons roh dazu

Ich habe mir auch noch einen schön fettigen Kräuter-Frischkäse dazu gesucht, so wird das Ganze sogar lecker. Der erste Test zeigte immerhin schon: leicht übersäuert. Nicht mehr schwer.

Ein toller Basebildner ist auch die Avocado. Nicht zu verwechseln mit der Software für Rechtsanwälte. Ich meine hier das grüne Ding, bei dem man nie weiß, wann es reif ist und bei dem die Hälfte aus dem nicht essbaren Kern besteht. Hier folgt ein tolles Rezept, wie man daraus eine leckere, anabole (was übrigens nicht mehr als „aufbauend“ bedeutet), basebildende Beilage macht.

  1. Avocado von Schale und Kern befreien
  2. Avocado auf einem Brett mit der Gabel zerdrücken (versucht es gar nicht erst in einer Schüssel, es geht auch so schwer genug, außer sie ist richtig, richtig reif)
  3. Zitronensaft zugeben (etwa 1 TL)
  4. ca. 15g geschälte, gewürfelte Zwiebel zugeben
  5. Salz und Pfeffer dazu
  6. umrühren und fertig

Ist auch gut als Salatdressing geeignet!
Hach, die mach ich mir jetzt gleich, leeecker! 😀
1
520kcal bei 3,3g Kohlenhydraten und echt basisch. 😉

Fazit: Ich kann die Diät mit Einschränkungen empfehlen, allerdings sollte man sich vorher vom Arzt checken lassen und ein paar Grundsätze beachten. Ohne Lebensmittelwaage, Tabelle mit Kohlenhydratangaben von Lebensmitteln und einem Grundknowhow über Säue- und Basebildende Lebensmittel ist es nicht zu empfehlen. Auch für Menschen, die zu Fressattacken neigen, ist sie nicht geeignet, da der strikte Verzicht in Kombination mit dem Refeedtag eine große Herausforderung darstellen. Wer aber von Natur aus gern Fleisch u.ä. isst und mal etwas wirklich anderes ausprobieren will, dem kann ichs nur empfehlen.

Schlaflos durch die Nacht

Seit ca. dem 30.10. plagen mich brennend-ziehende Muskelschmerzen in Hintern und Oberschenkeln, die nicht weniger werden. Diese Nacht waren sie so schlimm, dass sie mich aus dem Schlaf rissen und nicht mehr schlafen ließen.

Vielleicht hat ja jemand von euch eine Ahnung, woran es liegen könnte, ich bin nämlich ratlos.

Was kommt als Faktor in Frage?

  • Anabale Diät: ich esse seit dem 19. Oktober an 6 Tagen/Woche nur um die 10-15g Kohlenhydrate am Tag, am 7. Tag esse ich viele Kohlenhydrate. Allerdings schaffe ich eigentlich nie ein Kaloriendefizit. Heute Morgen hatte ich sogar 2kg mehr auf der Waage. 😦
  • Halsschmerzen: Seit 25.10. habe ich Halsschmerzen, ich war seither nicht trainieren, habe mich viel ausgeruht. Es ist keine richtig heftige Erkältung oder Grippe, nur der Hals ist entzündet, aber ohne Auswurf oder ähnlich schlimmes.
  • Muskelabbau durch Ruhe: Durch die Halsschmerzen habe ich viel geruht, gelesen, gesessen usw. Das mag jetzt am wahscheinlichsten klingen, allerdings habe ich deswegen am Sonntag eine Cardioeinheit eingelegt. 1,5h gemütlich auf dem Crosstrainer und Sitzrad. Dazu habe ich ein paar Kniebeugen (ohne Gewicht) gemacht. Der Schmerz blieb. Wenn ich im Rücken die Schmerzen hätte, würde ich das verstehen, oder in der Brust, aber in den Beinen sollten sie doch verschwinden, wenn man den Muskel gezielt aktiviert.
  • Opipram 50mg: Ich habe das Mittel gegen Angstzustände verschrieben bekommen und nehme seit . Unter den Nebenwirkungen sind Muskelschmerzen nicht aufgeführt. Das ist die einzige Änderung, die relativ zeitnah an den Schmerzen liegt. Kann es damit zusammen hängen?

Hatte von euch schonmal jemand soetwas? Ich habe jetzt erstmal Magnesium und eine Schmerztablette genommen. Und ja, wenn es nicht besser wird, gehe ich zum Arzt.

Den Zoo mit neuen Augen erleben

Als ich noch im Zoo gearbeitet habe, hörte ich immer viel über die Sendung. Die Leute erzählten mit Anekdoten oder fragten nach bestimmten Pflegern und Doktoren.

Ich selbst kannte die Sendung jedoch nicht. Das hat sich jetzt geändert! Seit einigen Wochen schaue ich die Sendung mit meinem Freund. Und endlich verstehe ich, was die Zuschauer daran finden und auch, warum manche so enttäuscht vom Zoo selbst sind. Es ist eine Sache, durch einen Zoo mit vielen Tieren zu schlendern, aber etwas völlig anderes, wenn man die Tiere samt zuständigen Pflegern kennelernt, etwas über Fress- und Sozialverhalten erfährt und so einen richtig persönlichen BEzug dazu bekommt. Und ganz nebenbei auch Tiere und Pfleger mit Namen kennelernt. Das allein schon genügt, um in einem selbst eine neue Verknüpfung zu schaffen, aus dem anonymen Tier wird ein vertrautes Wesen.

Ich bin schon wirklich oft im Zoo gewesen, aber Vögel und das Aquarium waren für mich die Orte, an denen ich andere Besucher „abhängte“, weil ich sie schlicht links liegen ließ. Jetzt kenne ich den Kraken „Amaretto“ und den Lori „Lumpi“ und plötzlich möchte ich sie sehen. Ich betrachte Auqarien und Volieren mit ganz neuen Augen.

Amaretto

Amaretto

Krokonachwuchs

Stumpfkrokodil mit Nachwuchs

Und wieder habe ich etwas gelernt: Nicht die Daten machen Wissen aus, sondern wie wir sie verknüpfen. Der Name allein wäre mir nicht hängen gebleiben, aber indem ich die Geschichten hinter den Bezeichnungsschildern kennenlerne, wird das Wissen zur Erfahrung und bleibt hängen.

Außerdem merkte ich wieder, dass man die größten Überraschungen erlebt, wenn man nichts erwartet. Ich schlenderte in die Abenddämmerung, über Lautsprecher kam die Ansage, dass der Zoo nun schließt und so überlegte ich, ob ich noch bei den Tigern vorbeischauen soll oder nicht. Die werden eh drin sein, dachte ich. Aber einen Blick kann man ja mal drauf werfen. Und wer kam da auf mich zugetigert?
Tiger

Aber es blieb nicht bei einem Schaulauf, ich kramte hektisch nach meinem Fotoapparat, als der Tiger so heftig die Scheibe, die uns trennte, anschmuste, dass ich sein Gebiss in voller Pracht sehen konnte. Tolle Zähne hat er, da ist man froh über die Scheibe.
Tiger1

Und bevor ich noch begriff, was passierte, stellte er sich in voller Länge auf und krachte mit seinen Pranken gegen die Scheibe. Einen schrecklichen Moment lang durchfuhr mich der Gedanke, wie hoch denn die Scheibe sei und dass der Tiger sicher gleich darüberspringen würde. Mein Körper reagierte instinktiv und setzte alles an Stresshormonen frei, was er auf Lager hatte, in diesem Moment hatte ich Todesangst.
Tiger2

Doch viel zu schnell begriff ich, dass die Scheibe seeeeehr hoch war und mir nichts passieren konnte. Dennoch war es ein einmaliges Erlebnis so Auge in Auge mit einem Tiger zu sein.
eye in eye Tiger

Die Fotos sind sehr verwackelt, weil es bereits ziemlich dunkel war und ich ohne Blitz fotografierte. Vergessen werde ich diese Momente jedoch nicht so schnell.

Buchvorstellung auf UTube die 2.

Wer glaubt, Katzen seien langweilig, der wird hier schnell merken, wie der Hase läuft. Curry war heute sichtlich ungehalten ob meiner Aufmerksamkeitsabstinenz. *g*

In meiner Reihe stelle ich verschiedene Jugend- und Kinderbücher vor und erwähne dabei, warum ich diese für den (Deutsch-) Unterricht geeignet halte.

Heute geht es um Jan Guillous Jugendroman EVIL-Das Böse. Protagonist ist Erik, ein Jugendlicher der täglich Gewalt erlebt, einerseits, weil er von seinem Vater ritualisiert geschlagen wird aber er selbst teilt auch als Chef einer Schulhofbande Gewalt aus und nutzt sie, um seinen Status zu halten. Erik ist dabei nicht der dumme Schläger, sondern erzählt detailliert, wann er welches Mittel nutzt, um im Alltag zu bestehen. So überlegt er einmal, ob es nicht 5 Schläge des Vaters wert wären, noch ein bisschen dem Staub auf dem Sonnenstrahl beim Tanzen zuzusehen und sich wegzuträumen. Ein andermal setzt er seinen Schulfreund mit einem Schlag auf den Solar Plexus außer Gefecht, um ihm dann mit einem Schlag auf die Nasenwurzel zum Bluten zu bringen, anschließend versetzt er ihm ein blaues Auge. Seine Furchtlosigkeit lässt ihn über einen stärkeren Gegner triumphieren und die sichbaren Merkmale seines sieges sichern ihm auf lange Sicht seine Stellung. Erik zerbricht nicht an der Gewalt, er arrangiert sich mit ihr, bis es zur Eskalation kommt.

Dem Thema Gewalt wird hier auf unterschiedlichen Ebenen nachgespürt und die Spirale der Gewalt wird für Schüler erfahrbar. Man wird nicht belehrt, vielmehr wächst eine Einsicht im Leser. Daher ist der Roman nur zu empfehlen.