Den Zoo mit neuen Augen erleben

Als ich noch im Zoo gearbeitet habe, hörte ich immer viel über die Sendung. Die Leute erzählten mit Anekdoten oder fragten nach bestimmten Pflegern und Doktoren.

Ich selbst kannte die Sendung jedoch nicht. Das hat sich jetzt geändert! Seit einigen Wochen schaue ich die Sendung mit meinem Freund. Und endlich verstehe ich, was die Zuschauer daran finden und auch, warum manche so enttäuscht vom Zoo selbst sind. Es ist eine Sache, durch einen Zoo mit vielen Tieren zu schlendern, aber etwas völlig anderes, wenn man die Tiere samt zuständigen Pflegern kennelernt, etwas über Fress- und Sozialverhalten erfährt und so einen richtig persönlichen BEzug dazu bekommt. Und ganz nebenbei auch Tiere und Pfleger mit Namen kennelernt. Das allein schon genügt, um in einem selbst eine neue Verknüpfung zu schaffen, aus dem anonymen Tier wird ein vertrautes Wesen.

Ich bin schon wirklich oft im Zoo gewesen, aber Vögel und das Aquarium waren für mich die Orte, an denen ich andere Besucher „abhängte“, weil ich sie schlicht links liegen ließ. Jetzt kenne ich den Kraken „Amaretto“ und den Lori „Lumpi“ und plötzlich möchte ich sie sehen. Ich betrachte Auqarien und Volieren mit ganz neuen Augen.

Amaretto

Amaretto

Krokonachwuchs

Stumpfkrokodil mit Nachwuchs

Und wieder habe ich etwas gelernt: Nicht die Daten machen Wissen aus, sondern wie wir sie verknüpfen. Der Name allein wäre mir nicht hängen gebleiben, aber indem ich die Geschichten hinter den Bezeichnungsschildern kennenlerne, wird das Wissen zur Erfahrung und bleibt hängen.

Außerdem merkte ich wieder, dass man die größten Überraschungen erlebt, wenn man nichts erwartet. Ich schlenderte in die Abenddämmerung, über Lautsprecher kam die Ansage, dass der Zoo nun schließt und so überlegte ich, ob ich noch bei den Tigern vorbeischauen soll oder nicht. Die werden eh drin sein, dachte ich. Aber einen Blick kann man ja mal drauf werfen. Und wer kam da auf mich zugetigert?
Tiger

Aber es blieb nicht bei einem Schaulauf, ich kramte hektisch nach meinem Fotoapparat, als der Tiger so heftig die Scheibe, die uns trennte, anschmuste, dass ich sein Gebiss in voller Pracht sehen konnte. Tolle Zähne hat er, da ist man froh über die Scheibe.
Tiger1

Und bevor ich noch begriff, was passierte, stellte er sich in voller Länge auf und krachte mit seinen Pranken gegen die Scheibe. Einen schrecklichen Moment lang durchfuhr mich der Gedanke, wie hoch denn die Scheibe sei und dass der Tiger sicher gleich darüberspringen würde. Mein Körper reagierte instinktiv und setzte alles an Stresshormonen frei, was er auf Lager hatte, in diesem Moment hatte ich Todesangst.
Tiger2

Doch viel zu schnell begriff ich, dass die Scheibe seeeeehr hoch war und mir nichts passieren konnte. Dennoch war es ein einmaliges Erlebnis so Auge in Auge mit einem Tiger zu sein.
eye in eye Tiger

Die Fotos sind sehr verwackelt, weil es bereits ziemlich dunkel war und ich ohne Blitz fotografierte. Vergessen werde ich diese Momente jedoch nicht so schnell.

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