Alles was mir guttut…

Ihr Engagement in allen Ehren, aber es ist noch zu früh, sich einen neuen Job zu suchen, erst müssen ihre Wunden heilen, sagt die Ärtzin zu mir.

Einerseits tut es gut, das zu hören, ist mein Selbstvertrauen auf beruflicher Ebene im Moment doch eher auf dem Level „Kugelschreiber zusammenbauen, aber bloß nicht zu schnell“ angesiedelt. Aber wie bleibt man ruhig, wenn man sich in den letzten Jahren viel Stabilität und Freude über die Wertschätzung im Berufsleben geholt hat (das Referendariat ausgenommen)?

Auch die innere Uhr tickt, ich bin nicht mehr die Jüngste.

Und die Banken sitzen im Nacken. Wann kommt die erste Zahlungsaufforderung auf mich zu?

Und überhaupt sehne ich mich nach Stabilität, Wertschätzung und…tja…Sicherheit?

Nur wie und wo sucht man denn nach einem neuen Job für Absolventen, mit gutem Betreibsklima, humanen Arbeitszeiten und angemessener Bezahlung, wenn man für nichts fertig ausgebildet ist und noch nicht einmal eine Berufsbezeichnung im Sinn hat?
Viele Quereinsteiger kommen über Praktika rein. Aber durch den neuen Mindestlohn stellen die Firmen ihre Verträge um. Plötzlich muss man immatrikuliert sein, um ein Praktikum zu absolvieren.

All diese Gedanken laufen jeden Tag mindestens einmal in meinem Kopf Amok. Dann kommt der Freund und wäscht mir den Kopf. „Mach was schönes“, sagt er und stimmt auch darin mit meiner Ärtzin überein.
„Tun sie sich Gutes!“, sagt sie.

Und das mache ich!
Da wird ein Springreifen für die Katzen gebastelt und die springen fleißig hindurch.
Da wird für die Diät abwechslungsreich eingekauft und zubereitet.
Ich lese Bücher weg und hole neue.
Die Zoojahreskarte wird häufig gezückt (btw: der Leipziger Zoo soll Koalas kriegen!!!!).
Und zuletzt bin ich endlich wieder richtig hart im Training!

Die letzten Monate bin ich kaum ins Studio gekommen, so konnte ich auch nicht den Split durchziehen. Also habe ich stets den ganzen Körper in einer Einheit trainiert.
Erst noch dreimal die Woche, dann zweimal, einmal, einmal aller 14 Tage…das hat Spuren hinterlassen. Die einst stolzgeschwellte Brustmuskulatur verschwand. Die mühsam gepumpten Handtaschenhalter sanken ein. Der Rücken schmerzte vom Schulzeugschleppen (das geht nicht nur Schulkindern so) und fühlte sich völlig untrainiert an.
Aber nun hol ich mir das alles zurück!
Nachdem endlich die Halsschmerzen verschwunden sind, hatte ich auch genug von Ganzkörperplänen und fiesen Zweiersplits und beschloss, wider jede Vernunft, jede große Muskelpartie in einer eigenen, arschharten, mörderischen Trainingseinheit fertig zu machen. Da ich im momentanten Trainingszustand ganze Globen von meinen alten Leistungsdaten entfernt bin, geht es mir mehr um

  • Fokus (Treffe ich den Muskel richtig? Bekomm ich ihn bestmöglich aktiviert?)
  • unterschiedliche Belastungen durch variierende Wiederholungszahlen (Es sind sowohl Sätze im 3er, 10er und 20ger Wiederholungsbereich dabei.)
  • Sätze, Sätze, Sätze, bis alles richtig fertig ist…
  • und kurze Satzpausen

Denn ich merke immer mehr, dass kürzere Satzausen den Pumpsupp länger wirken lassen. Ich bleibe dann stärker im Fokus, bin voll konzentriert und haben den Willen, stets noch einen Satz mehr, eine Wiederholung mehr rauszuholen. Und das ist ein richtig gutes Gefühl!

Fazit: So ein Lebensumbruch kann einen ganz schön aus der Bahn werfen, umso wichtiger ist es dann, gute Freunde zu haben und sich selbst Gutes zu tun. Und was tut mehr gut, als die befreiende Erschöpfung nach einem arscharten Training? *g*

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4 Kommentare zu “Alles was mir guttut…

  1. Also wenn dein Freund UND deine Ärztin das sagen – tja, hast du dann eine andere Wahl, als dich selbst gut zu pflegen? Neee 😉 Daher genieß‘ die Zeit, der stressige Arbeitsalltag kommt sicher wieder früh genug und die Flauschnasen und dein Freund freuen sich doch sicher wie Bolle, wenn sie deine ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen 🙂

    Schön zu lesen, dass du dich gut erholst, auch wieder Zeit für Training findest und dich nicht hängen lässt 🙂 Aber ich hatte auch nix anderes erwartet, du wirktest schon immer wie eine Kämpfernatur 🙂

  2. Grossartig klingt das!

    Du hast (wie ich finde) sehr gut und schnell die Kurve gekriegt, bist auf einem neuen Weg und achtest auf Dich.

    Freue mich auf die Berichte Deiner Trainingsfortschritte.

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