Frohe Weihnachten!

Wieder geht ein Jahr zuende, ich wünsche Euch da draußen eine stressfreie Zeit und schöne Feiertage.

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Abenteuer Arbeitsmarkt

In den letzten Wochen habe ich viiieele Bewerbungen geschrieben und entgegen aller Erwartungen, bin ich immer sehr schnell zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Was ich alles werden wollte:

  • Kundenberaterin
  • Büroassistentin
  • Sachbearbeiterin
  • Bürohilfskraft/Sekräterin
  • Assistentin im Servicecenter

Was es eigentlich war:

  • Callcentersklavin

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Es ändert sich nur die Firma und der Lohn. Geboten wurden:

  • 7,78 bei 35h/Woche
  • 8,01 bei 40h/Woche
  • 9,00 bei 40h/Woche, wobei man nach der Übernahme durch das Unternehmen nur noch 8,50 erhält. Aber man bekommt ja Zuschläge: Sonn- und Feiertagszuschlag. Wenn das nichts ist!

Und dafür hängt man dann in einem Großraumbüro, durch Plastikaufsteller von den Kollegen abgetrennt, Headset am Ohr, spricht mit Kunden, während man gleichzeitig ihre Daten eingibt und nach Lösungen sucht. Ich bin in den letzten Wochen erst selbst (als Kunde) in so einem Großraumbüro gelandet und fand es furchtbar verwirrend, im Hintergrund andere Gespräche zu belauschen, während ich versuchte, mich auf die Mitarbeiterin zu konzentrieren, die mit mir spricht. Und das macht man dann 8h lang…ich habe größten Respekt vor Leuten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen und am Ende des Tages ohne Hörsturz und Zuckungen das Büro verlassen.

Zuhause erwarten mich die Rechnungen. Kurz vor Weihnachten fällt plötzlich allen ein, dass hier und da ja noch eine dicke Zahlung fällig ist.

Und was nehme ich mir beim Vorstellungsgespräch als Weglektüre mit? Morton Rhue: No place, no home.
AAhhhhh!!!!!

Fazit zur anabolen Diät und neue Pläne

Nach 2 Monaten anaboler Diät ist es Zeit für ein Schlussfazit. Nicht etwa, weil ich das Essen nicht mehr sehen kann (das kann ich tatsächlich noch sehr gut), sondern weil ich an den Wochenenden immer extremer Refeede und dadurch zunehme. Da gibts kein Halten für mich. Aber das ist typisch für mich und mein Problem, Diäten führen nunmal meist nicht dazu, dass generelle Ernährungsprobleme geändert werden.

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Starker Weihnachtwichtel.

Doch nun erst einmal zum Generellen.

Pro:

  • unter der Woche weniger Süßhunger
  • man isst zu Mahlzeiten automatisch weniger (weil die Beilagen fehlen und der Rest stopft)
  • Nüsse und Käsewürfel sind Snacks, die man immer und überall leicht knabbern kann->im Alltagsstress gut umsetzbar
  • der Refeed ist eine echte Erholung, dadurch kann man gut durchhalten
  • keine Angst vor Fett, vieles, was sonst in Diäten Tabu ist, ist jetzt erlaubt. z.B. die fettige Käsedecke, Nüsse, Salami, Bacon, die gute Butter oder fettiges Fleisch, alles kein Problem
  • man kommt problemlos auf hohe Proteinwerte
  • das Hardcorefeeling ist enorm, man spürt einfach, dass man „anders“ lebt, das fördert den Stolz und damit das Durchhalten
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Training fürs Geschenketragen…

Kontra:

  • der Körper übersäuert schnell
  • am Refeedtag fällt das Maßhalten schwer
  • ist in der Regel ziemlich teuer
  • ohne Kaloriendefizit funktioniert es nicht (siehe Punkt 2)
  • Nebenwirkungen wie Konzentrationsschwäche, Kopfschmerz, fehlende Kraft und Ausdauer, gesteigerte Aggressivität können auftreten
  • fehlende Ballaststoffe lassen eine träge Verdauung noch träger werden

Letzteres lässt mich zur Zeit verzweifeln und daher führe ich jetzt wieder mein Frühstücksmüsli ein. Doch nach dem Plan ist vor dem Plan. Durch die anabole Diät und regelmäßiges Training sind meine im Ref verschwundenen Muskeln wieder schön aufgepumpt. Juchuuu! Nichts ist verloren und ich habe Lust darauf, das jeden Tag ein bisschen zu spüren, um mich daran festzuhalten.

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Ein bisschen Spaß muss sein.

Und das ist auch der Grundgedanke hinter dem neuen Plan: Jede Menge feelgood und carpe diem, denn Frust gibts schon genug im Leben, dabei sit doch jeder Tag einzigartig.

Daher lautet mein phänomenaler und absolut nie dagewesen- innovativer Plan *Trommelwirbel*:

  • an 6 Tagen pro Woche nach 20 Uhr nichts mehr essen (schließlich sind es immer die gemütlichen Abende, die jedes Kaloriensparen vermasseln)
  • jeden Tag etwas tun, worauf ich stolz bin
  • jeden Tag ein Foto schießen (Schluss mit dem Sofalook)
  • festes Frühstück (Müsli) als Morgenritual

Natürlich werde ich auch versuchen, ein Kaloriendefizit zu halten, aber der Grundgedanke soll ein Belohnungssystem sein. Wenn ich bis Silvester diesen geschmeidigen Plan zu 90% durchziehe, gönn ich mir im Januar ein Coaching. Das wollte ich schon immer mal machen, weil ich glaube, dass mir vieles leichter fällt, wenn ein anderer bestimmt (zumindest am Anfang, bis mein Sturkopf erwacht ^^).

So siehts aus und ich bin gespannt, wie ich das umsetze. Aber eins steht schon fest, das Training ist und bleibt das wichtigste. In dem Sinne noch einen schönen Advent da draußen. 😉

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Ein paar Kreuzchen und meine Biografie ist fertig.

Heute muss ich mal wieder die pathetische Glocke anschlagen, mir ist nämlich etwas verblüffend-wunderbares passiert. Wer hier mitliest weiß, dass ich im Lehramts-Referendariat eine Bauchlandung hingelegt habe. Seitdem ging es mir mies. Ich fühlte mich ausgelaugt, überfordert, vertraute mir nicht mehr, kurz: ich war der vollkommene Zweifel. Überlegte ich, welcher Job zu mir passen könnte, antwortete mein altes Ich ganz selbstbewusst ‚dieser oder jener‘ und der Zweifel brüllte: QUATSCH, das kannst du nicht!. Ganz schön blöd, wenn man einen neuen Job sucht.

Und so ging ich zu einer Job-Messe…an der HTWK…zu den Bauingenieuren! Denn alle anderen Messen waren viel früher. Da gab es die ganze Palette an IT-Wirtschaft-Finanzgedönse. Na, da lebte der Zweifel in mir doch richtig auf. Und dann sprach mich jemand an und stellte mir Fragen.

Lehramt? Das hätte ich ja hier gar nicht erwartet, dann sind Sie ja bei mir genau richtig, ich betreue normalerweise Lehramtsanwärter! Hätten Sie Interesse an unserem Stärken-Schwächen-Profil? Das kostet normalerweise 225 Euro, ist aber für Sie kostenlos..blablub. Fragebogen ausfüllen, individuelle Beratung.

Ja, dachte ich, da machst du dann hundert Kreuze und am Ende sagen die: Du magst Erdbeereis. So dachte ich mir das, was tatsächlich passierte, war wesentlich gruseliger.

Versprochen hatte mir der Herr, dass ich nach dem Gespräch viel besser wissen werde, welche Jobs und welches Umfeld zu mir passen, um im Job richtig glücklich zu werden. Und hey…das traf ins Schwarze. Und was hatte ich schon zu verlieren?

Heute war dann die besagte Auswertung. Der Fragebogen war wie erwartet…vier A4-Seiten in denen ich Antworten sortiere, inwieweit sie auf mich zutreffen. Ich hatte schon überlegt, ihn gleich mit „Ich mag lieber Malaga.“ zu begrüßen. Doch was dann folgte, war zugleich berauschend und erschreckend. Er legte mir einen dicken Hefter vor, der so aussieht (den bekommt man geschenkt):
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Gruselig! Finanzplanung? Wirtschaftsberatung? Leader-Check?
Aber der Inhalt lieferte etwas ganz anderes.
Zunächst einen Text, den ich mir durchlesen und grün markieren sollte, was nicht zutrifft.
Ich las…und fiel bald vom Stuhl! Dort stand mit Worten ein ziemlich genaues Profil meiner Persönlichkeit, das sehr private Details so genau getroffen hat, dass man sich automatisch fragt, wo die Kamera im Wohnzimmer hängt oder wie viele Emails er dazu gelesen hat. Und all das ist ein paar Kreuzchen entnommen?
Wow!

Nur als Beispiel steht da: ich entwickle gerne Pläne und halte diese ein, es fällt mir leichter, Entscheidungen zu treffen, wenn diese auch von anderen, die ich respektiere, mitgetragen werden. Das gibt mir ein Gefühl von Stabilität und Zugehörgkeit.

Gerade der letzte Satz ist eigentlich etwas, was tief in meiner Psyche verborgen ist. Sowas sieht man einem Menschen nicht einfach an und es stimmt so 100%ig. Das hat mich total verblüfft. Die Urteile sind nicht oberflächlich, sie sind tief aus der Substanz.

(Und mein Hirn sagt: Wenn ein paar Kreuzchen schon sooo viel Unbewusstes über dich verraten, was verrät dann erst deine Browserhistorie?!%$§)

Die ersten zwei Seiten hätten mein Hirn gut und gerne noch Stunden beschäftigt (was ja der Fall ist, sonst müsste ichs ja nicht schreibend verarbeiten :D), aber es ging noch weiter.
Es folgte eine Auflistung meiner Stärken, die für Unternehmen von Nutzen sind, eine Seite mit Situationen, die zu einem Konflikt mit mir führen.
Die Ersteller dieser Mappe wussten nichts von meinen Mentoren, aber in dieser Auflistung fand ich ganz konkrete Situationen die letztendlich zum Knall führten. Sachen wie:

  • dominant und fordernd sein, mit Macht drohen
  • unsystematisch vorgehen/Fakten in willkürlicher Reihe präsentieren
  • durch Raffinesse oder Zwang bevormunden oder erniedrigen
  • sie ohne stützenden Rückhalt lassen

Der Herr, der dieses Gespräch mit mir führte, meinte ganz zutreffend: Wenn wir uns ein halbes Jahr eher getroffen hätten, wäre meine Situation heute anders. Wenn ich diese Analyse vorher gehabt hätte, wäre mir viel eher klar geworden, wie schwierig die Situation für mich zu bewerkstelligen war und ich hätte eher auf Distanz gehen können.

Dann gibt es noch eine Auflistung von Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung. Darin steht klipp und klar, dass ich mich für gutmütig, teamfähig etc. halte, unter extremen Druck aber stur und gleichgültig wirke, was daraus relustliert, dass ich mich unter extremen Druck auf konkrete Ziele konzentriere, diese verfolge, aber zuwenig davon dem Gegenüber transportiere. Meine Mentoren meinten zu mir, ich setze ja nichts um von dem, was sie sagen, was mich zutiefst verletzte, weil ich in meiner Selbstwahrnehmung das ganze Gegenteil machte. Ich versuchte bis zum Schluss alle Anforderungen zu erfüllen, was aber schlicht in der Masse total überforderte, das wurde offensichtlich als Weigerung wahrgenommen.

Weiter ging es mit einer Grafik, die meine Persönlichkeit in vier Balken splitet: dominant-initiativ-stetig-gewissenhaft. Jeder hat von jeder Eigenschaft etwas. Das Spannende war jetzt, das aus diesen paar Kreuzchen zwei Schemata erstellt wurden: Eins, das zeigt, wie die Verteilung in mir durch Erziehung, Elternhaus, kurz: kindliche Prägung, entstanden ist. Eine zweite Grafik zeigte, wie die Verteilung jetzt durch Anpassung an meine Umwelt aussieht.
In meiner Basis war ich sehr initiativ, das hat sich drastisch zu gewissenhaft verschoben. Und da haben wir meine momentane Situation: statt mit Vollgas und einem fetten Lächeln in den nächsten Lebensabschnitt zu stürmen, wie es eigentlich meiner Art entspricht, durchgrüble ich alles bis zum Tod der Initiative. Und das..ich wiederhole mich, aber es ist so KRASS!, das alles holen die aus ein paar Kreuzchen..wuaaahh!

Das war noch nicht das Ende der Beratung, aber noch mehr will ich hier nicht veröffentlichen…ich gönne mir lieber gleich selbst noch etwas von der Grusellektüre.

Also an alle Lehrämtler dort draußen, es gibt hier eine kostenlose Beratung, die euch mal wirklich aufschlüsselt, was ihr braucht und wo es Konflikte geben wird, die euer Potential zeigt und wirklich hilfreich ist, um im Referendariat nicht den Kopf zu verlieren, sondern sich nicht verunsichern zu lassen. Es kostet nichts und ich kann es nur heiß empfehlen. Ehrlich, hätte ich das alles früher schwarz auf weiß gehabt, ich hätte die Situation wesentlich besser händeln können. Es wäre immernoch schlimm und die reine Überforderung gewesen, aber es hätte mir nicht persönlich so viel zu schaffen gemacht, wie es der Fall war. Ich hätte mich rationaler darauf einstellen können und wäre eine richtig tolle Lehrerin geworden, denn das, so das Abschlussurteil des Herren, steht zwischen den Zeilen: Ich eigne mich hervorragend als Lehrer….aber das Umfeld muss stimmen. Und das zu hören war einfach mal wie kaltes Wasser auf einer Verbrennung.

Und Malaga mag ich wirklich gern, aber das haben die in dem Bogen glatt vergessen.

Ich weiß zwar nicht, ob ich das darf, aber ich empfehle die Firma einfach mal weiter: https://www.horbach.de/content/sites/internet/horbach/de/home.html