Zehn glückliche Jahre

Wahnsinn…

Ich weiß noch, wie unendlich lang mir 5 Jahre mit Slaine vorkamen, seit diesem Wochennede ist es schon doppelt so lang, dass wir zusammen sind. Und es fühlt sich seltsam an, zu sagen: Ich bin glücklich und ich will jeden Tag bei ihm sein.

Erst letztens grüßte im Aldi eine Frau einen Mann und fragte nach dessen Ehefrau. Er sagte: Die ist jetzt zwei Wochen auf Mallorca, Gott sei Dank. Auch frühere Kollegen hörte ich schon Ähnliches berichten: Gott sei Dank tut er dies oder jenes. Den ganzen Tag im Haus mit ihm, das halte ich nicht aus. Es gibt so viele Paare, die sich verletzen, einsam nebeneinander her leben, vor einander in Hobbys flüchten oder sich mit der Zeit einfach auseinander leben.

Und ich erinnere mich an die Zeit vor Slaine und an unsere turbulente Anfangszeit, als ich dachte dass es so etwas wie eine lange, glückliche Beziehung, in der man mit der Zeit immer inniger zusammenwächst, gar nicht gibt. Dass das genauso ein Märchen ist, wie das unvergleichlich schöne erste Mal oder, dass der treuherzige Kerl, der dir jeden Wunsch von den Lippen abliest der ultimative Traumkerl ist. Und dann wird man erwachsen und denkt: Man, war ich doof.

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Und nun sitz ich hier, gerade zurück von einem wunderschönen Wochenende, an dem Kälte, Wind, nasse Füße und nicht zu entdeckende Eiskaffees uns nicht davon abhalten konnten, zwei richtig schöne Tage zu verbingen, in denen wir wieder so viel gelacht, gekuschelt und über unsere Macken und Schwächen gewitzelt haben. Und wieder sind wir die halbe Stadt zu Fuß abgerannt, bis uns alles weh tat und wir dachten, nie wieder ohne Schmerzen laufen zu können, nur um noch irgendwo ein Stück Kuchen oder ein fettes Steak aufzutreiben.
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Also an alle einsamen Herzen da draußen, es gibt sie, die große Liebe, die mit der Zeit immer weiter wächst und tiefer wird, bis man mit Herz und Seele eins wird.
Das geschieht natürlich nicht von allein und es ist auch nichts, was einfach bleibt, wenn man es einmal hat. Beide müssen es wollen, immer neu und immer wieder. Und ja, zu einander passen muss man auch. Aber lange Zeit dachte ich auch, niemals könne jemand zu mir passen.
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Und doch gibt es ihn, den Mann, mit dem immer etwas passiert. Zum Beispiel wenn man sich freut, dass er im Hotel den Schuhputzautomaten entdeckt, während man die vom Schneematsch verkrusteten roten Samststiefelchen trägt. Und dann hält man sie unter die helle Bürste, zieht sie vor und ruft: Ah, da ist Wachs dran! Er sagt: Hier, nimm die mit dem Kamm drauf. Und sie zieht die roten Stiefelchen hervor und es ist schwarze Schuhcreme drauf!
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Oder diese typischen „ich kenn dich in und auswendig“-Schrullen, wenn er beim Frühstück grinsend auf mein Müsli guckt und sagt: „Dann schau ich nachher schön laut Fern, damit du dich nicht zurückhalten musst.“ Und als wir dann später auf dem Zimmer sind, ruft er nach dem ersten Geräusch: „So laut kann ich den Fernseher gar nicht drehen!“

Hachja…vielleicht sind wir nicht die romantischsten, aber unter den lustigsten Verliebten sind wir auf jeden Fall vorn dabei. 😉

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