Zwei unwiderstehliche Adventures

Heute möchte ich seit langem mal wieder einen Beitrag über Games verfassen. In den letzten Wochen haben mich diese zwei so oft in ihren Bann gezogen und zum Lachen gebracht, dass ich beide einfach empfehlen muss.

Es handelt sich um die Point&Click-Adventures „The unwritten Book of Tales (1+2)“ und die „Deponia„-Reihe (Deponia, Chaos auf Deponia und Goodbye Deponia)

Für wen sind die Adventures geeignet?
Wer schnelle Livetimeactions und eine realistische Grafik möchte, ist in Point&Click-Adventures definitiv falsch. Diese Art von Spielen sprechen Spieler an, die Spaß am gemütlichen Rätseln, an jeder Menge guter und schlechter Witze und am Knobeln haben. Durch die Story führen ein paar einschlägiger Charaktere, die zu seltsamen Entscheidungen und blanker Selbstüberschätzung neigen. Der Humor ist sehr kernig und voller Anspielungen auf alles mögliche, wie:

  • Adventurevorreiter (Grog!),
  • MMORPGs (Dieser Drache hat unser Land lange unterjocht. Vor einigen Jahren kam eine Gruppe Krieger und brachten uns diesen Drachenkopf, der nun an dieser Wand hängt. Seltsam war nur, dass eine Woche später weitere Ritter kamen und einen identischen Kopf brachten. Und danach kamen mehr und mehr Gruppen.),
  • Filme (Dat issn Ring, Junge, was solln der schon können!?!)
  • u.v.m.

Daher ist das definitiv für Erwachsene ausgelegt, auch wenn Jugendliche daran auch Spaß finden werden.

Die Charaktere
In „The unwritten Book of Tales“ lernen wir drei bzw. vier Charaktere kennen, die wir zeitweise steuern können. Da diese manchmal auch räumlich getrennt sind, ist immer für Abwechslung gesorgt.

Wilbur Wetterquarz, ein Gnom, der sich zur Enttäuschung seiner Familie nicht für Technik interessiert, sondern Abenteurer und Zauberer werden will. Seine naive Art führt ihn in viele Zwickmühlen und den Betrachter zu jeder Menge Schmunzeln. Aufgrund seiner Art wird er häufig unterschätzt und Ziel des Spotts. Andererseits gelingt es ihm leicht wertvolle Freunde zu gewinnen, die ihm beim Lösen der Herausforderungen helfen.

Evo, die behütete aber abenteuerlustige Elfenprinzessin. Ihre Mutter möchte nichts weiter, als einen standesgemäßen Gemahl für sie finden, damit sie ihr hochwohlgeborenes Leben weiterführt. Aber Evo hat andere Pläne und schleicht sich heimlich davon, um die Welt zu erkunden und Abenteuer zu erleben. Dabei hat sie ihren Anstandswauwauvogel Tschiep, der meistens beleidigt um sie herumschwirrt oder ihr vergebliche Warnungen zutschirpt.

Nathaniel „Nate“ Bonnet mit seinem Anhängsel Vieh. Nate ist der typisch narzistische Glücksritter, der sein gutes Aussehen als Garant für Erfolg wähnt und dabei von einem Unglück in die nächste Falle stoplert. Zeitweise steuert man auch seinen außerirdischen rosa plüschigen Freund, das Vieh. Das Vieh spricht unsere Sprache nicht aber seine unterwürfige Freundschaft zu Nate tut ihm alles andere als gut.

Auf „Deponia“ gibt es nur einen alles bestimmenden Charakter: Rufus.

Seine extrovertiert-egozentrische Persönlichkeit lässt keinen Platz für etwas anderes als Rufus und jede Menge Scherze auf Kosten seiner (unfreiwilligen) Freunde. Dabei geht so ziemlich alles zu Bruch, was nur kaputt zu kriegen ist, doch das ist kein Grund für ein schlechtess Gewissen. Rufus findet immer eine Rechtfertigung, warum es genau so sein muss, und sei es, dass man ohne Dach doch eine viel bessere Aussicht habe oder dass es doch ein Riesenspaß war, alle Habseligkeiten seiner Freunde in die Luft zu jagen.

Die Spielweise
Wie immer in dieser Art Spiel sammelt man alle möglichen Gegenstände und kombiniert sie wild miteinander. Beide Spiele kommentieren dieses verzweifelte Handeln mit entsprechenden Kommentaren der jeweiligen Charaktere.
Es gibt minigameartige Rätsel aber auch ganz ungewohnte Aufgaben. So muss Rufus einmal seine Freunde von seinem Plan überzeugen. Dummerweise wird der Plan von einem schon vorhandenen Anführer wiederholt, der alle Plosive (p,t,k) weich ausspricht, was Rufus stets vor Lachen zusammenbrechen lässt, sodass seine Freunde seinen Plan nicht ernstnehmen.

Das größte Argument für diese Spiele: Der Humor. Es ist wirklich unglaublich, wie viele Anspielungen und witzige Dialoge hier zu finden sind. Von platten Sprüchen über scharfsinnige Anspielungen bis zu subtil mehrdeutigen Dialogen ist alles dabei, was die Seele mal wieder richtig zum Lachen bringt. Herrlich erfrischend.

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4 Kommentare zu “Zwei unwiderstehliche Adventures

    • Ja, ich liebe sie auch, aber man muss sich darauf einlassen, dass sie „langsam“ und ruhig gespielt werden, dass man sich Zeit dafür nimmt. Das fällt heutzutage teilweise echt schwer. Man ist so an Action gewöhnt und daran, immer drei Sachen gleichzeitig zu tun, immer kurz vor der Überforderung. Am Anfang eines Point&Clicks erlebe ich mich selbst immer zappelig. Die Dialoge sind mir zu lang, die Rätsel zu langwierig. Erst nach etwas Zeit, kann ich mich tatsächlich zurücklehnen und es einfach nur genießen. Gerade deswegen tun diese Art von Spielen heute so gut, weil sie…wie man so schön sagt, entschleunigen. Umso mehr freue ich mich, dass es solche Spiele gibt. Kannst du noch eins empfehlen?

      • Ja, gerade das „entschleunigende“ mag ich sehr.
        Dazu lebt dieses genre von guten dialogen und sprüht vor charme und wortwitz.
        Monkey island und maniac mansion sind zwar sehr alte titel aber immer noch spielenswert. Finde sowiso das point&clicks in der regel sehr gut altern.
        Das erste leisure suit larry spiel wurde ja dank kickstarter neu aufgelegt; da musst aber ne gute portion pubertären humor mitbringen. Auf der ps4 kam die tage ein remake von grim fandango raus.
        Ansonsten gibts noch alte scheibenweltgames: discworld 1&2 oder discworld noire. Etwas aktueller aber sicher noch zum budgetpreis erhältlich sind die beiden morbid-skurillen titel „edna bricht aus“ und „harveys neue augen“.
        Hoffe findest neues futter und wünsch dir viel spass beim pointen und clicken;-)
        Lg
        Fritze

      • Ha, maniac mansion…was hab ich früher joysticks zerrammelt und das haus zusammen geschrien, wenn die oma um die ecke kam und mich ins den keller sperrte ^^ Zu Monkey Island gabs ja ein Remake, das war auch nett. Das, Full Throttle, Sam&Max und Loom habe ich früher auch gezockt. Leisure suit larry sagt mir im Moment nichts, da werde ich mal Ausschau halten. Edna und Harvey haben wir auch schon gezockt. ^^ Haach, da habe ich gleich wieder Lust bekommen. 🙂

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