Auch mit einem Knacks kann man leben…

Woche um Woche zieht vorbei. Zeit, mal wieder anzuhalten und festzuhalten, wies mir mittlerweile geht. Und endlich kann ich sagen:

MIR GEHT’s SUPER!

Einen Job habe ich zwar noch immer nicht, aber dafür einen Plan, wies mit meiner Zukunft weitergehen soll. Sobald der in trockenen Tüchern ist, erzähl ich mehr davon.

Auch das Training und die Diäterfolge tun mir gut. Ich wiege zwar noch immer über 80kg und bin von meinem Traumgewicht (~70kg) Welten entfernt, aber zu wissen, dass Figur und Maße wesentlich stärker ändern, als die Waage das vermuten lässt, führt zu einer motivierenden Gelassenheit. Ich bin heiß auf Erfolg, ohne dabei den Kopf zu verlieren. Entspannt harre ich der Dinge, die da geschehen.

Die große Wende kam aber mit der ehrenamtlichen Tätigkeit. Seit ich Menschen mit Migrationshintergrund Deutschnachhilfe erteile, habe ich endlich wieder das Gefühl, zu etwas nütze zu sein. Ich habe Zeit, um alles zu planen, auszuwerten, neues Wissen anzueignen, zu experimentieren, zu basteln und mich zu verbessern. Und endlich spüre ich: Du bist ein guter Lehrer. Erst jetzt kann ich das sein, kann ich dabei ich sein. Und das ist ein wunderbares Empfinden, dass mir unglaubliche Kräfte gibt und mir letztendlich ein Gefühl beschert, wieder unbeschwert zu sein. Und diese Unbeschwertheit fühlt sich an, als wäre ich neu geboren.

Wenn ich alte Bekannte treffe oder mit der Familie telefoniere geht es natürlich immernoch ums das abgebrochene Referendariat und auch bei manchen Alltagssituationen merke ich noch immer, dass da ein Knacks in mir steckt. Aber dieser Knacks ist längst nicht mehr der unüberwindbare Riss, der meinen Alltag bestimmt und wie ein dunkler Abgrund in mir herrscht. Mehr und mehr finde ich wieder Selbstvertrauen. Und endlich genieße ich meine Zeit. Ich tue Dinge, die ich sonst gern vermieden habe: Treffe alte Freunde, gestern habe ich einen Kuchen gebacken oder ich nähe Klamotten um..

x Zack, Ärmel ab, Ränder umgenäht und fertig ist die Trainingsjacke.

Es sind Kleinigkeiten, aber eben Kleinigkeiten zu denen ich mich sonst nicht aufraffen konnte und dir mir jetzt Spaß machen.

Bei der Strandfiguraktion bin ich diese Woche ziemlich angegriffen worden. 2kg Gewichtsverlust nach 12 Wochen Diät seien lächerlich, reine Zeitverschwendung, ich sollte mich schämen. Sowas ist vor vielen Jahren in demselben Forum schon einmal geschehen. Damals hat mich das tief verletzt und gekränkt. Letztendlich habe ich wegen solcher Meinungen immer aufgegeben. Da musste nicht einmal jemand anderes etwas sagen, ich selbst hatte das Gefühl, dass es einfach nie ausreicht, egal, wie sehr ich mich bemühe.
Aber diesmal ist es anders. Diesmal zuck ich verbal mit den Schultern und sage: Ich habe kein Problem mit dem Tempo, ich fühle mich wohl dabei und kann noch locker so weitermachen. Ich wusste, dass ich keine 20kg abnehmen werde und bin mit den Resultaten zufrieden. Es könnte immer mehr sein, aber was geschehen ist, ist geschehen und das Morgen kann ich auch nicht bestimmen, nur das Jetzt liegt in meiner Macht. Und da geb ich so viel Gas, wie ich eben kann. Mein Ziel lautet von Anfang an: Durchhalten, egal, wie es läuft, diesmal will ich es einfach nur zu Ende bringen. Denn wichtiger als das Tempo ist die Dauer. Was nützen 10kg in 20 Wochen, wenn man danach kein Maß mehr kennt und 15kg zunimmt? Ich will mich endlich dauerhaft wohlfühlen und das schon ab jetzt. Nicht erst, wenn ich mir das letzte Gramm Fett runtergehungert habe.
Das habe ich im Forum auch so vertreten und auch wenn da einige Trolle unverirrbar weiter trollen, haben es doch einige begriffen und mir tut es gut, mich nicht unterkriegen zu lassen, sondern richtig schön Paroli zu bieten.

Wenn jetzt noch mein Plan für die Zukunft klappt, kann ich sagen, dass ich endgültig zurück bin: auf der Siegerseite des Lebens. 🙂

Ganz entspannt..
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11 Kommentare zu “Auch mit einem Knacks kann man leben…

  1. Freut mich sehr, dass es dir super geht. Ganz egal, was die anderen trollen, hör‘ auf das, was ICH sage ;-).

    Du machst alles richtig. Und gerade dann, wenn dir jede/r auf den Haken klebt, sollst du entspannt deine Runden drehen. Die anderen sollen mal die Füße still halten und froh sein, einen winzig kleinen Teil deines Werkelns für die Aktion Strandfiguraktion mitverfolgen zu dürfen. Wahrscheinlich wissen die einfach nichts besseres mit ihrem Leben anzufangen.

    Du machst alles richtig. Den Streß rausnehmen und einfach weiter deinen Weg gehen. Es ist immer leicht, andere zu kritisieren oder zu beschimpfen. Bis man/frau mal selbst in so einer Situation steckt.

    Und keine Sorge: Die, welche am lautesten rumtrollen, haben selbst die größten Probleme und fallen früher oder später richtig schön auf die Schnauze. Die, welche was drauf haben (gutes Deutsch :-)))), werden dich weiter motivieren und wenn überhaupt, dann unterstützend eingreifen.

    So :-),

    viele Grüße,
    Thomas

    • „Ganz egal, was die anderen trollen, hör’ auf das, was ICH sage“
      Jawohl, so machen wir das. :)) Ich sehs genauso. Strong people don’t put others down, they lift them up. Es ist so leicht, alles madig zu machen, es selbst besser zu machen, ist viel schwerer. Mein Ziel war es, durchzuhalten und das werde ich auch. Und egal wie es läuft, ob optimal, suboptimal oder phänomenal…ich werde danach weiter sein als vorher.
      Wie stehts um dich? Hab lang nichts mehr gelesen. Liegts an RSS-Reader oder haste eine Schaffenspause? (Gleich mal schnüffeln…)

  2. Ich kenne Dich nicht, aber was Du schreibst, klingt danach als hättest Du für Dich einen großen Entwickungsschritt getan. Als würdest Du ein Stück weit mehr in Dir selber ruhen als vorher. Und die Jacke schaut gut aus 🙂

  3. Mein erster Gedanke war:was sind das für desperateHousewifes.
    Aber das ist eine der großen miesen Sachen im anonymen Internet, Steinewerfen ist sehr schnell und einfach :/

    Umso wertvoller und erfolgreicher ist es, wie Du damit umgehst.
    Du bist wieder auf dem Weg stark zu werden, nicht nur körperlich.
    Und nebenbei geht es Dir auch noch gut!
    Unverschämt*grinz*

    Es macht Spaß und echt Freude sowas zu lesen und gespannt zu werden, was Du ‚ausheckst ‚ 😉

    Ich starte übrigens ab nächste Woche in meinen Split, aktuell habe ich hier und da die einzelnen Partien angetestet und entsprechend meine ‚Appetit‘ angeregt.

    • Huhu,
      es waren nicht die Mädels, die das sagten, sondern das kam aus der „wir sind die 0wn4ge-hardcore-Bodybuilder und ihr macht alles falsch-league“, alles Kerle. Aber wie gesagt, es tat mir sogar gut, weil ich mich diesmal behauptet habe. Ganz verrückt wurde es, als ich kurz darauf schrieb, dass die Waage wieder einen Sprung nach unten gemacht hat und ich beim Brust-Training mit 20kg Kurzhanteln richtig gepowert habe, denn dann wollten sich die Kerle diese „Leistung“ plötzlich auf die Kappe schreiben, frei nach dem Motto: Weil wir dir mal die Wahrheit gesagt haben, bist du nun auf dem richtigen Weg. Da hab ich mich gekugelt vor Lachen.

      Ahhhh, schreib dann mal, wies läuft mit dem Split! Ich bin heut wieder bald gestorben beim beintraining. Zwischendrin hab ich meinen Coach echt verflucht, aber dann sah mein Arsch im Spiegel wieder so gut aus und ich hab doch weiter gemacht. XD

      Schaaade, dass du nicht blogst, mit mir hättest du auf jeden Fall einen großen Fan. 😉

      • Ui, das hätte ich nicht gedacht.
        Sehr ‚eisern‘ die Herren :/
        Nün ja, wie ies immer so ist, der Start ist nicht so easy, habe den Split noch nicht gestartet, aber doch fleisig mich 2mal die Woche an die verschiedenen Übungen (sagt man das überhaupt so? ) gewagt.
        Reicht für einen merkbaren aber harmlosen Muskelkater.

        Danke für die Blumen, dass ich zumindest eine Lesering Hätte.
        Aber wenn ich bloggen würde wären es nur Einträge mit diesem Thema:
        – Das Leben beschimpfen wie sch*** ungerecht es ist, dass man als Frau so schwer zu kämpfen hat mit abnehme
        – Über die Arbeit herziehen
        – Über die Anstrengung des Lebens beim Training jammern
        – Denjenigen verfluchen der Schokolade erfunden hat.
        Und seine Nachkommen, Nachahmer, Produzenten
        – Schrottige und unbrauchbare UrGene beschimpfen die den Wechsel in der Neuzeit immer noch nicht geschnallt haben

        Also das übliche, was man so auf der Straße hört 😉

  4. Weiter so und Kopf immer schön oben halten. 😉

    Ich finde es immer schlimm, wenn ausgerechnet Familie und Freunde ewig wegen einer getroffenen Entscheidung rumeiern und da nicht drüber hinweg kommen. Ich meine es ist immer noch dein Leben. Du hast abgebrochen – aber du musst auch damit leben, nicht die. Gerade Familie und Freunde sollten sich doch dann Mal damit abfinden können, in den Alltag zurückkehren und dir dabei helfen, statt da ewig hängen zu bleiben.

    Im Leben muss man immer wieder Entscheidungen treffen und nicht jede erfreut einen oder das Umfeld. Nützt aber nix, wenn man dann nicht loslässt.

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