Ein gutes Leben

Es gibt wenige Menschen, die von sich sagen können: Ich habe ein gutes Leben. Und das liegt nicht daran, dass es ihnen schlecht ergeht oder an Problemen wie bitterer Armut, Hunger oder Kriegstraumata. Nein, viele Menschen empfinden ihr Leben schlicht nicht als ein gutes, weil sie es kaum wahrnehmen. Die Tage fliehen vor einander, es gibt vieles, worüber man sich den Kopf zerbrechen, worum man sich Sorgen machen kann. Dafür nimmt man sich Zeit. Für die Frage: Ist mein Leben ein gutes und wenn nein, wie kann es das werden?, interessieren sich nicht so viele. Das wundert mich immer.

Man sollte meinen, jeder Mensch strebt nach Glück. Aber den meisten reicht Sicherheit…und sei es die Sicherheit altbekannten Unglücks. Hauptsache vertraut und berechenbar.

Warum ich das erzähle? Weil ich inzwischen weiß, warum arme Menschen bessere Dichter sind. Nach all dem Unglück im Referendariat kann ich nun mein schönes Leben genießen.

Auf Arbeit läuft es gut. Ich fühle mich sehr wohl. Und auch wenn es Tage gibt, an denen ich mich total orientierungslos und erschlagen fühle, weiß ich doch immer, dass es genau das ist, was ich weiterhin tun möchte.

Training läuft auch wieder an. Nachdem ich anfangs nach Arbeit immer nur schlafen wollte, schaffe ich es nun immerhin dreimal pro Woche zum Training und kann dort ordentlich Gas geben. Ein paar neue Rekorde habe ich aufgestellt (Beinstrecker 5 x 105kg, Klitschkopresse 85kg pro Bein, Schrägbankdrücken 5 x 25kg) und auch so ist das Gefühl: Es lüppt.

Was nach wie vor nicht funktioniert, ist die Ernährung. Knappe 84kg hat sie letztens gehässigt gezeigt. Ich bekomme einfach die Verknüpfung von Entspannung=Essen nicht raus. Solange mir nicht fast der Magen platzt, lässt mir das Hirn keine Ruhe. Deswegen überlege ich, ob Hypnose da vielleicht helfen könnte. Klingt komisch, aber da ich das Problem tief in der Psyche vermute, hoffe ich darauf, es auch dort lösen zu können, indem ich diese ein wenig manipuliere. Das ist mein Projekt fürs nächste Jahr.

Und sonst: Nur genießen. 🙂

Ich bin happy und denke oft an den Blog, aber ich bin auch ehrlich: Wenn es einem schlecht geht, hat man mehr zu erzählen, als wenn es einem gut geht. Also vielleicht sind die meisten Leute gar nicht weniger glücklich als ich, vielleicht reden sie nur weniger über ihr Glück als ich. 😉

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2 Kommentare zu “Ein gutes Leben

  1. Guten Abend. Schön etwas von Dir zu lesen.
    Habe so einige male genickt dabei.
    Auch ich frage mich, warum ich manchmal wegen so nicht realem und eigentlich unwertvollem Kram unglücklich bin. Mich wegen eigentlich ’nichts‘ so kirre mache und unter Druck setze.

    Das was ich habe ist so unglaublich viel. Warum kann ich es nicht angemessen wertschätzen und glücklich sein?
    Echt schwer, ob es an der Kindheit oder Gesellschaft hängt.
    Oder daran, sich mal einfach hier und da einen Moment zu nehmen und es bewusst wahrzunehmen.
    Schwierig irgendwie. Auch wenn es nach etwas leichtem klingt.

    Ui. Hypnose. Bin gespannt. Hatte mal eine Sitzung.
    Und es als interessante, teure und einmalige Lebenserfahrung verbucht.
    Mal eine andere Art der Wahrnehmung.
    Bin gespannt wie Du es findest.
    Hast Du etwas oder jemand konkretes?

    Viele grüße

    • Huhu 🙂
      Ja, es ist so teuer, dass man direkt an Abzocke denkt. Aber probieren will ichs, sonst frage ich mich immer, ob es nicht funktioniert hätte. Konkretes habe ich noch nicht. Ich wäre schon froh, wenn sich mal jemand meldet. 😉

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