Verzicht II

Letzte Woche lagen auf dem Altar: Übersättigung und Koffein.

Zwei kleine Wörtchen, aber holla, was für eine Herausforderung.

Der Start war leicht, montags ging es für meine Schützliche mit den schriftlichen Abschlussprüfungen in fremden Schulen los und ich habe sie begleitet. Und was soll ich sagen, ich war so aufgeregt, als wäre es meine Abschlussprüfung. Da brauchte ich wirklich kein Koffein.

Aber schon wenige Stunden danach, sah es ganz anders aus. Ich saß auf Arbeit an meine Schreibtisch. Zum ersten Mal seit ich zu arbeiten angefangen habe, stand nichts an, was unbedingt ganz dringend fertig oder durchdacht werden müsste. Ich hatte Zeit und ruhe, um mich all den Dingen zu widmen, die sonst immer liegen bleiben. Das war auch der Moment, in dem ich spürte, dass das Koffein doch täglich seine Wirkung auf mich entfaltet. Ich hielt das nur einfach für meinen Normalzustand. Nun aber lernte ich meinen Normalzustand kennen und war entsetzt. Ich fühlte mich wie eine absolut antriebslose Schnecke, die für einen Meter Weg Stunden brauchte. So träge, faul und lahm habe ich mich lange nicht gefühlt. Weil Kaffeetrinken für mich längst auch zum Ritual geworden ist, habe ich mir schnell löslichen, entkoffeinierten Ersatz beschafft. Aber der sättigte weder den Hunger, noch wappnete er mich für den Tag. Montag, Dienstag und Mittwoch schaffte ich ohne Koffein. Und das war eine harte Probe.

Ohne Übersättigung schaffte ich es auch nicht lang. Kaffee macht mich immer auch etwas satt. Ohne Kaffee saß ich Dienstag den ganzen tag auf Arbeit und dachte ausschließlich darüber nach, was ich essen könnte. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass damit auch das Ziel, auf Übersättingung zu verzichten, in den Brunnen gefallen ist.

 

Aber ich gebe nicht auf. Diese woche sollen zwei neue Begriffe auf den Opferaltar: Eis und das Essen nebenher.

Eis ist meine Schokolade. Nichts rede ich mir leichter schön, nichts lässt sich schwerer messen (weil es immer in ml angegeben ist, nicht in Gramm) und nichts befriedigt meine Lust auf Süßes so sehr. Ich liebe Eis!

eis

Der zweite Punkt dürfte schnell einleuchten. Essen ist in meiner Psyche immer als das i-Tüpfelchen des Glücks gespeichert. Egal, wie schön etwas ist, mit etwas zu Essen, wird es schöner, so suggeriert mir mein Hirn. Diese Woche will ich nun versuchen, Essen ausschließlich zu genießen und jegliche Aktivität dafür zu unterbrechen.

Mal schauen, wie das so klappt. 😉

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