Geplant war es anders, aber okay…

Als ich zu Beginn des Jahres hochmotiviert mit der Diät gestartet bin, meldete ich mich auch gleich zum Firmenlauf an. Letztes Jahr lief mein Freund mit seiner Firma mit und ich durfte als Arbeitslose nur zuschauen. Dieses Jahr aber sollte alles anders werden. Bis zu diesem Lauf wollte ich rank und schlank sein und im Joggen so trainiert, dass ich wie eine Elfe über die Zeillinie schwebe.

Wer meinen Blog verfolgt, ahnt vielleicht, dass es nicht ganz so gekommen ist. *g* Aber es sollte noch schlimmer kommen.

Statt wie geplant mit ca. 72 kg, stand ich nun also mit knappen 85 kg da. Das Firmenshirt, dass ich im Februar anprobiert hatte, saß wie eine Latexfolie und teilte meinen Speck in gestapelte Ringe. Untrainiert, zu dick fürs Shirt und total verschämt stand ich nun Zuhause vorm Spiegel und betete um ein Gewitter. Das kam auch tatsächlich, donnerte 2 Stunden vor Start zweimal laut auf, als wolle es mich auslachen und verschwand dann spurlos.

Mit viel Gezeter und Gejammer fügte ich mich also in mein selbstverschuldetes Schicksal und trampelte zur Startlinie. Nach dem Startschuss verging nochmal eine Viertelstunde, bevor ich überhaupt die Startlinie überschritt. Verborgen in der Menge sah wenigstens niemand mein grünes Panzerkostüm.

Dann ging es los, meine Kollegen hatte ich schon auf dem Weg zur Startlinie aus den Augen verloren, alle, bis auf eine. Da sie noch nie gelaufen ist, auch vorher nicht trainiert hat und so wirklich aus der Kalten startete, dachte ich, wir würden uns auch schnell aus den Augen verlieren. Doch sie blieb an meiner Seite. Ganz intuitiv verfolgten wir ein Tempo, blieben auch zusammen, als sich so mancher Sprinter zwischen uns durchschob. Und plötzlich spürte ich, dass ich es schaffen werde und dass es nicht so schlimm ist, wie befürchtet. Seitenstechen kam früh, verschwand aber bald, die Luft war angenehm, Trommeln am Wegesrand motivierten voll und überall standen jubelnde Leute. Und so konnte ich auf den letzten Metern nochmal etwas Gas geben und mit einem Lächeln ins Ziel rennen. Ich umarmte meine Kollegin, die ohne Training den ganzen Lauf neben mir durchgehalten hat und wir versprachen uns direkt, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Ich war glücklich und auch ein bisschen stolz. Obwohl alles ganz anders lief als geplant, hatte ich es durchgezogen und war sogar schneller, als beim Training im Wald.

 

Der Stolz hielt, bis mein Freund fragte: Haste schon dein Einlaufvideo gesehen? Sein dämliches Grinsen verhieß nichts Gutes. Und dann sah ich es mit eigenen Augen: Ein deutscher Panzer schwankt durchs Ziel. Ich bin das grüne Ungetüm mit der schwarzen Basecap in der Mitte.

Manchmal braucht man Schreckmomente, die einen wachrütteln. Ich bin (wieder einmal) aufgewacht.

Training läuft, ich zähle seit Montag wieder Kalorien, jetzt sogar mobil mit einer App! Was soll schon schiefgehen. 😉

 

 

 

Advertisements

10 Kommentare zu “Geplant war es anders, aber okay…

  1. Guten Morgen,

    erstmal ein WOW!
    Du hast es durchgezogen und Dich danach gut gefühlt. Und nur das zählt.
    Und doppelt, da es Dich gepusht hat!
    Behalte das in gaaanz guter Erinnerung!

    Über wie viele KM ging es eigentlich?

    Und ich finde das Video gar nicht so schlimm, Du siehst da echt entspannt aus, nicht als ob Du gleich umkippen würdest (was ich mir bei mir vorstellen könnte, meine Ausdauer ist gerade grottig).
    Und Videos sind sehr häufig gnadenlos!

    Ein schönes WE

    -k. (die sich tatsächlich schon auf den Montag mit dem 1. Training freut!)

      • Denn antworte ich mal hier, passt besser finde ich;)

        Also was PT angeht wächst nicht viel, gerade schmilzt gottseidank der MuKa, so einen derben hatte ich ewig nicht mehr!!
        Das erste Training war eher so ein reinkommen, der Trainer will mir ein paar verschiedene Modi an die Hand geben, was man so machen kann..z.B. 10*10 Kniebeugen (die ersten 4 Runden mit 7,5, dann 5kg pro Seite mit so einer Art Langhantel).
        Und da zeigte sich schon der erste Effekt, ich hatte schon beim 5 Satz gedacht, dass ich NIEMALSNIE die 10 durchziehe. Aber ich habe es geschafft, derbe motivierend.
        Dann kam noch eine Schulterübung, auch interessante andere Trainingsweise, so eine Art Fliegende, mit Rotation dazwischen, 3*10.
        Vorher übrigens 10min Intervall auf Laufband und so eine Art KraftAusdauerDehnungsaufwärmübung.

        Morgen geht es an Brust und Rücken..in RIchtung meines Hauptzieles..Klimmzüge 🙂
        Der Trainingsplan kommt dann irgendwann, bin gespannt wie es sich so entwickeln wird.

        Was bei mir wächst ist der Gedanke mich ehrenamtlich zu betätigen, mit Kindern/Jugendlichen (Nachhilfe, Freizeitaktivitäten..).
        Seitdem ich das erste mal von der Arche gehört habe, ist es in meinem Kopf. Doch es gibt so viele uterschiedliche Projekte hier im Raum.
        ‚Einfach‘ Zeit nehmen..und Mut sammeln etwas zu machen, das man nie gemacht hatte

      • Und wie ist der Trainer so? Ist er direkt dabei? Oder stellt er nur den Rahmen? Ist es einer, der dich ansport, mehr zu geben oder richtet er sich nach deinen Aussagen?

        Bei der Strandfigur-Aktion habe ich durch das Coaching ja auch enorm an Kondition und Trainingsumfang zugelegt. Ich weiß nich, wie stolz ich darauf war. Hachja…Vielleicht gönn ich mir auch ein PT, wenn der Winter naht. Da brauch ich Arschtritte am meisten. 😉

      • Er ist die ganze Zeit (ca 1h) dabei und korrigiert und motiviert, da ich immer alleine trainiere hatte ich sowas noch nie.
        Und ich hatte das Gefühl, dass er schon etwas geschaut und eingeschätzt hat, ob ich es noch schaffe und gerade gen Ende ein wenig ‚Hand‘ angelegt hatte, also die letzten paar cm etwas ‚erleichtert‘ hat, weisst Du was ich meine?

        Ich hatte ihm ja meine Ziele (Klimmzüge, aber auch generell Muskelaufbau) genannt sowie die Bedingungen (3*1h Training in der Woche).
        Da ich in übernächster Woche erstmal in Urlaub bin, ahben wir jetzt erst 2* die Woche Training.
        Und dann gibt es den Trainingsplan und mal schauen wie es weitergeht.
        Habe ‚erstmal‘ ein 11er Stundenpacken.
        Als Person ist er wirklich sehr angenehm und voll motiviert.
        Musste ihn erstmal was Ernährung angeht bremsen, da wollte er mir gleich auch Pläne geben…aber da bin ich ein zu verbranntes Kind, ich weiss was bei mir geht und wo ich vorsichtig sein muss und vor allem seit dem Fettlogik Buch lasse ich mir noch weniger sagen (mal schauen ob ich ihm das andrehe*g*).

        Wie lange ging der Strandfigur plan?
        Ich erinnere mich an eindrucksvolle Vorher/Nacher Bilder..aber dass es auch wirklich hart war, ich mir aus Deinen Schilderungen nicht vorstellen konnte dass ich es geschafft hätte.. a propos, gibt es dieses Jahr sowas nicht?

      • Man, klingt echt gut. Die Strandfigur ging 20 Wochen und ja, das gibt es jedes Jahr, aber nach dem Flame kommt das für mich nicht nochmal in Frage. Die Forentrolle sind einfach zu spackig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s