Ruhe kehrt ein

Meine Lehrerfreudninnen haben Ferien. Mehrfach wurde ich schon bemitleidend gefragt, ob ich keine Ferien habe. Nein, nur Urlaub. Aber wenn ich ehrlich bin, gefällt es mir so.

Zur Zeit sind meine Schüler aus dem Haus, entweder weil die Maßnahme für sie vorüber ist, oder weil sie sich in Praktika austoben, bevor die Ausbildung beginnt. Ab und zu geht die Bürotür auf und einer steckt den Kopf herein, um mal „Hallo“ zu sagen. Man habe Zeit und wolle mal vorbeischauen. Die Kollegen sind fast alle im Urlaub oder krank, das sonst überfüllte Büro ist fast leer. Und endlich ist mal Zeit, um stundenlang ganz in Ruhe eine Unterrichtseinheit zu durchdenken, zu planen und zu gestalten. So krame ich all die tollen Methoden und Ideen heraus, für die im Unterrichtsalltag keine Zeit war.

In der nächsten Maßnahme werde ich ein Buch behandeln (Wer hat Angst vor Jsper Jones?), das schon in der letzten Maßnahme gelesen wurde und ein zweites (About a boy), welches ich zum ersten Mal behandel. Während der letzten Maßnahme hatte ich anfangs nur mein privates Exemplar von Jasper Jones, welches ich am Ende einer Doppelstunde vorlas. Die Schüler sollten lediglich zuhören, ich wollte sie nicht damit nerven, dass sie zusätzlich Notizen festhalten. Es sollte ein ästhetischer Stundenausgang sein. Doch schon nach wenigen Wochen stellte ich fest, dass viele dem nicht folgen können. Ein Teil kann schlicht nicht zuhören, viele fehlten ständig und verloren den Faden, andere hatten generell kein Interesse und so kam bei den mündlichen Zusammenfassungen immer weniger heraus. Ich begann privat Bücher bei rebuy zu erstehen. Durch das Mitlesen wurde es für diejenigen leichter, die nicht gut zuhören können. Dennoch war die inhaltliche Erarbeitung mühsam und zäh, auch wenn die Erzählung dann doch noch einige gepackt hat. Diesmal soll alles anders werden.

Zum einen habe ich inzwischen genug Bücher zusammen. Zum anderen soll die Verfilmung (noch dieses Jahr?) kommen. Und als Drittes gibt es diesmal nach der inhaltlichen Erarbeitung stets einen kreativen Output bei beiden Romanen. Weniger schwarz-weiße Kopien, mehr buntes Gestalten. Und genau das habe ich schonmal probiert.

Die Methode nennt sich Lapbook, Vorlagen gibts im Internet und es ist leichter, als gedacht.

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