Gadget: mein BodyMedia-Armband

Als mein Freund seine Job bekam, machten wir eine Liste, mit all den Dingen, die wir uns anschaffen wollen. Lauter kleine kaufbare Träume.
Schon damals war das BodyMedia-Armband ganz oben auf der Liste. Da die Firma, die es in Deutschland vertrieb, jedoch um die 1300€ dafür berappen wollte, verschoben wir den Kauf immer auf später.

Jetzt gibt es die Armbänder plötzlich für um die 40€ bei Amazon, direkt aus Amerika.
Was ist passiert?
Nun, die Firmen stellten den Support ein. Totaler Räumungsverkauf. Für 40€ haben wir sofort bestellt und endlich kann der Punkt von der Liste abgehakt werden.
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Was ist das Bodymedia? Was kann es?
Überall sieht man Werbung von Fitnesstrackerarmbändern, Schrittzählern und ähnlichen Fitnessgadgets, die man am Armgelenk tragen kann. Das BodyMedia ist quasi der Prototyp.
Doch im Gegensatz zu den (meist leeren) Versprechen der Fitnesstracker soll das BodyMedia relativ genau erfassen, wie viele Kalorien man am Tag verbraucht.
Das Bodymedia verfügt auch über einen Schrittzähler, der ist jedoch genauso unzuverlässig wie bei den meisten anderen Geräten. Wer Schritte zählen will, dem sei vom BodyMedia abgeraten. Zusätzlich erfasst es noch die Dauer und Intensität von Aktivitäten, die Schlafdauer und es unterscheidet sogar Schlafphasen. Es erfasst weder Puls noch Blutdruck.

Die Daten werden durch 4 verschiedene Sensoren ermittelt:

  • ein dreiachsiger Beschleunigungssensor
  • ein Wärmestromsensor
  • Hauttemperatur-Sensor
  • ein Sensor, der galvanische Hautreaktionen misst

bodymedia
Was nützt es mir? Wozu brauch ich das?
Diäten haben mich schon immer in den Wahnsinn getrieben. Erst hört man, Frauen diäten oft viel zu hart, gehen viel zu tief ins Defizit. Doch woher weiß man denn, ob man tatsächlich so ein hohes Defizit hat? Wenn irgenwas für Frauenbodybilding wirbt, dann doch das Versprechen, durch eine höhere Muskelmasse einen größeren Grundumsatz zu erreichen. Aber es gibt schlicht keinen Anhaltspunkt dafür, wie viel Muskelmasse man besitzt (schon gar nicht, wenn eine dämmende Fettschicht drüber sitzt) und um wieviel der Grundumsatz nun erhöht ist.
Und das wurmt mich.

Wer den Blog schon länger verfolgt, erinnert sich vielleicht an das Debakel mit der Strandfiguraktion bei Team Andro. Erst waren sich alle einig, dass Frauen generell zu viel hungern, ein zu hartes Kaloriendefizit fahren und deswegen eher Muskelmasse verlieren, als Fett. Der Teufelskreislauf des Jojo-Diätens: Man verliert Muskelmasse, hat dadurch einen geringeren Kalorienverbrauch und muss folglich noch weniger essen, um das Gewicht zu halten.
Nun kam ich angetrampelt, kein Neuling, sondern schon 8 Jahre Trainingserfahrung auf dem Buckel und noch immer keine Strandfigur. Tztztz…Das Programm sah ein langsam steigendes Kaloriendefizit vor, was mir wunderbar bekam. Aller vier Wochen hatte ich etwas weniger Gewicht und einige Zentimeter weniger vorzuweisen.
Voller Erfolg? Nicht so für die Kerle bei Team Andro. Für die war ich auch nach den ersten Wochen noch viel zu fett. Da müssen radikalere Schritte eingeleitet werden! 2kg/Monat sind viel zu wenig. Da strenge ich mich ja gar nicht richtig an. Richtig leiden muss ich, nicht so fröhlich und motiviert daher schlendern.

So sehr ich bei Team Andro cool auftrat und dabei bieb, dass ein höheres Defizit nicht gleich alles besser machte, sondern im Gegenteil mein Durchhaltevermögen und damit den Gesamterfolg eher gefährdete…im Inneren blieb stets der Zweifel:
Erreiche ich überhaupt ein angemessenes Defizit?
Warum bleibt die Waage bei mir oft wochenlang stehen, bevor sie einen Sprung nach unten macht?
Diäte ich zu hart oder zu soft?
Warum geht es mir am Anfang einer Diät immer erstmal richtig gut und nach ca. einer Woche plötzlich gar nicht mehr (Waage hängt, bin ständig müde und fühle mich ausgelaugt)?

Und genau diese Fragen beantwortet mein BodyMedia jetzt. Ich weiß nun, dass ich an einem trainingsfreien Tag mit ganz normaler Aktivität (viel sitzen, etwas gehen, nichts Anstrengendes) knappe 2600 kcal verbrauche. Nehme ich an diesen Tagen also um die 2000 kcal zu mir, erreiche ich ein prima Defizit. Gehe ich tiefer, habe ich ein wirklich hohes Defizit, was wahrscheinlich dazu führt, dass ich mich nach einigen Tagen so ausgelaugt fühle.

Und noch etwas anderes Interessantes hat das Bodymedia gemessen: meinen Schlaf.
Unter der Woche muss ich früh aufstehen. Um 5:20 Uhr klingelt der Wecker und die Katzen bestürmen mich, weil sie Futter wollen. Abends versuche ich gegen 22:00 Uhr zu schlafen, schaffe es jedoch häufig nicht. Dann schlafe ich erst gegen 22:30 Uhr, 23 Uhr oder noch später ein. Das Wissen um das frühe Weckerklingeln stresst mich zusätzlich. Auch wache ich nachts mehrmals auf. Das alles wusste ich schon vorher. Aber es ist eben doch nochmal etwas anderes, etwas instinktiv zu wissen, oder es schwarz auf weiß zu sehen. Jetzt kann ich sehen, dass es mich nach einer Phase des sehr tiefen Schlafes oft in den Wachzustand katapultiert. Umgekehrt geht es aber genauso. Nach einem Wachzustand komm ich manchmal scheinbar sofort in sehr tiefen Schlaf. Ich kann also beruhigt sein, selbst wenn ich weniger Schlafe und nachts aufwache, heißt das nicht, dass mein Körper sich seine Erholung nicht holt. Und noch etwas interessantes habe ich entdeckt: Gerade wenn mich der Gedanke an den klingelnden Wecker stresst, kann ich schlecht einschlafen. Dann nehm ich manchmal eine Schlaftablette. Die Auswertung zeigt, dass ich dann zwar mehr Schlaf insgesamt erreiche (weil ich durchschlafe), aber kaum sehr tiefen Schlaf habe.
Spannend!
Fazit: Das BodyMedia ist für mich ein tolles „Spielzeug“, dessen Auswertungen mich interessieren und mir Gelassenheit geben. Ich kann nun mit weniger Druck voranschreiten.

Wie geht es weiter?
Das Spannendste steht noch bevor:
Wie viele Kalorien verbrauche ich an Trainingstagen mehr?
Und wie anstrengend ist mein Training wirklich?
Kann man den ominösen Nachbrennefekt sehen?
Kaum war das Bodymedia da, musste ich eine Trainingspause aufgrund von Krankheit einlegen. Wie passend… Umso gespannter bin ich nun auf die ersten Trainingseinheiten und auf die Auswirkung bei andauernden Trainingszyklen, denn jeder weiß ja, dass die ersten Einheiten nach einer Pause sich von regelmäßigen Einheiten unterscheiden.
Aber wie sehr unterscheiden sie sich wirklich?
Das ist so aufregend!

Drückt die Daumen, wenn ich mich morgen fit fühle, geht es zur ersten Einheit! =D

Ist DAS ein DONUT?

Im Studio werde ich immer mal wieder belustigt angeschaut, wenn ich mit meiner Handtasche von einem Gerät zum nächsten gehe. Heute werde ich das Mysterium um diese Tasche lüften und euch (mehr oder weniger) intime Einblicke in die (Trainings-)Handtasche gewähren.

Kommen wir gleich zum attraktivsten Teil. Der Zahnfleischgesundheitsprüfer, auch Beißschiene genannt.
tasche gebiss
Ein unverzichtbares Utensil, wenn sich im Studio schon Schlangen bilden und man trotzdem unbedingt mal aufs stille Örtchen muss. Diese formschöne Gebissschiene auf die Bank platzieren, das ist wirkungsvoller als der alte Badehandtuchtrick. Wenn die Schiene schlecht angepasst ist oder das Zahnfleisch gerade etwas marode ist, hat man nach dem ersten Arbeitssatz auch ein farbenfrohes Blut-Spuckegemisch angesammelt. Da werden gleich noch die Plätze ringsum frei und es wirkt so richtig hardcore.
Früher habe ich mir wie ein Karnickel selbst auf die Unterlippe gebissen, sodass sich langsam eine weiße Linie bildete. Nach dem ersten Training mit der Gebisschiene verschwand diese Linie langsam wieder und ich hatte zunächst höllischen Muskelkater im Kiefer. Der richtige Biss auf die Schiene hat mir insgesamt nochmal Power begracht. Endlich kann ich beherzt zubeißen und alles rausholen.

Wenn ich neben meinem Freund auf der Straße laufe und er romantisch seine Hand um meine schiebt, fühlt sich das an, als würde man mir ein Stück Klettverschluss übergeben, inklusive raspelndem Rascheln. Ich weiche in vielen Belangen vom weiblichen Rollenverständnis ab, ab in diesem Punkt möchte ich mir doch das weibliche Attribut einer weichen Handfläche erhalten. Darum nutze ich stets diese oldscool Polster hier:
griffpolster
Den Schaumstoff gibt es als Meterware günstig in jedem Baumarkt. Er verbessert den Griff und schützt die Handflächen. Für mich ein unverzichtbares Utensil.
Die dünneren Lappen waren mal ein Werbegeschenk bei einer Supplementbestellung. Ich finde sie für Langhantelstangen nicht ganz so schön, aber wenn ich, zum Beispiel für den Trizeps, einen Kabelzug pur, also ohne Griff, nutze, sind sie toll.

Ich betreibe Bodybuilding. Nicht Armdrücken, nicht RAW-Kraftsport, nur Bodybuilding. Wenn ich also schwere Zugübungen wie Kreuzheben oder Kurzhantelrudern ausführe, möchte ich den Rücken treffen. Ich könnte meine Griffkraft trainieren und das ganze ohne Hilfen machen, mir dabei eine schöne Klettverschlusshandfläche zulegen und den Käse über die Spaghetti künftig mit der Hand raspeln. Aber das will ich nicht und dank der Zughilfen muss ich das auch nicht. Bei dieser Variante hier:
zughilfen
ist das Band, welches das Gewicht umschlingt, fest an der Bandage befestigt, die Schlaufe um die Handgelenke zieht sich also nicht weiter zu. Auf diese Weise schnürt nichts ab und ich kann ordentlich ranglotzen, bis die Zielmuskulatur um Gnade fleht.

Und zu guter Letzt noch das witzigste Gadget, mein Donut.
donut
Den muss ich erwähnen, denn es ist so witzig, dass mich Leute immer wieder darauf ansprechen, weil sie denken, ich hänge mir ernsthaft einen Zwischensnack an die Ohrstöpsel. Scheinbar sehe ich inmitten von Hanteln noch immer sehr verfressen aus. Das „leckere“ Stück ist für mich Gold wert, denn es erfüllt gleich mehrere Aufgaben.
1. kein Kabelknäul mehr
2. kein Strangulieren oder verheddern mehr durch herumschlenkernde Kabel
3. Fokussierung des (Ohrstecker-)Gewichts und damit besserer Halt in den Ohren
Die Stöpsel bleiben, so sie sein sollen.
4. Wagt es jemand, mich anzusprechen, zieh ich die Stöpsel raus und kann sie einfach hängen lassen. Durch das verkürzte Kabel baumeln sie nicht so weit.

Bald bekomme ich noch ein weiteres Gadget: das Bodymediaarmband. Dann wird es wieder rund ums Abnehmen gehen. Doch dazu später mehr.

Was sind für Dich unverzichtbare Gadgets geworden, ob im Training oder rund um den Sport?

Alles Hippies

Urlaub…der Zeitraum auf den man hinarbeitet, für den man eigentlich arbeiten geht. Urlaub, das verspricht Idylle, Entspannung, sich selber spüren.
So stell ich mir das bei den meisten Deutschen vor.

Für mich ist Urlaub ein klein bisschen anders. Zunächst ist Urlaub eine Zugfahrt, denn Urlaub heiß für mich, irgendwo anders aufzuwachen. Aber natürlich nicht allein, sondern mit Slaine an meiner Seite. Den würde ich sonst sehr vermissen…beim Einschlafen und Aufwachen. Beim Zugfahren allerdings eher nicht.

Die Tragödie beginnt mit dem Hinsetzen. So schön ein breiter Freund in freier Wildbahn ist, sobald man einen Doppelsitz mit ihm teilt und das Gesicht einen Abdruck auf der Fensterscheibe hinterlässt, während die Luft durch einen anschmiegsamen Ellbogen aus den Lungen massiert wird, merkt man, dass man nur einen halben Sitz bekommt.
Damit geht der Spaß erst los. Während ich keine Probleme habe, mich beim Anblick der Landschaft zu entspannen und mich entweder von einem Buch fesseln zu lassen oder in entspannenden Schlummer zu fallen, ergeht es dem Göttergatten da ganz anders.
„Mir ist langweilig.“ „Wann sind wir da?“ „Mir tut der Hintern weh. Ich kann nicht mehr sitzen.“
Die ganze Knatschpalette rauf und runter… Da graut es mir mittlerweile schon richtig vor Fahrten.

Doch diesmal lief es ganz anders. Naja, fast. Nachdem sich mein Gesicht mit einem satten *Schmatz* von der Fensterscheibe löste, ging mein Göttergatte aufs Behindertenklo, um die Fahrt nicht schon hibbelig zu beginnen. Ein Blick auf die Bedienelemente außen, ließ ihn kurz stutzen.
außen
Clever, wie er ist, hat er gleich erraten, dass die Fläche mit dem Signalwort „besetzt“ leuchten muss, damit auch wirklich besetzt ist. Also drückt er beherzt auf „öffnen“ und erwischt eine Omi mitten im Geschäft. Diese versucht verzweifelt, jene Tür mit einer Hand zuzudrücken ohne mit dem Gluteus den Abort zu verlassen, während die zweite Hand den beigen Renterrock umkrallt. Welcher Körperteil dabei die meiste Anstrengung vollbrachte, bleibt ungewiss. Spekulanten sollen jedoch aufs Gesicht gewettet haben.

Wie konnte es dazu kommen?
Nachdem die hochrote Omi das Örtchen verlassen hat, nimmt der Göttergatte einen neuen Anlauf, drückt auf „öffnen“, dringt ins Innere der Kabine vor und sieht Folgendes:
innen
Klar, was zu tun ist?
Der Göttergatte drückt zunächst auf „schließen“, wartet, bis die Tür ganz geschlossen ist und das Licht rot blinkt, um DANN auf den zweiten roten Button mit der Anweisung zu drücken. Erst danach leuchtet das Licht durchgehend rot, weil die Tür verriegelt ist und auch von außen erkennbar als rotes „besetzt“ leuchtet.

Wer sich diese Bedienelemente ausgedacht hat, kann eigentlich nur Inhaber eines fiesen Failblogs sein. Als unschuldige Zuschauer verbrachten wir nun also den Rest der Fahrt mit Blick auf jene Klotür und wurden bestens unterhalten.

Zunächst gab es die Leute, die das Bedienelement außen missinterpretierten und Schlange standen, obwohl die Toilette nicht besetzt war. Als die Schlange die Glastür, welche uns von jenem Abtail trennte, öffnete, verrieten wir natürlich das Geheimnis. Sofort verschwand der Erste in der Kabine und wir warteten gespannt, ob das „besetzt“-Zeichen wohl erleuchten wird.
Tat es nicht.
Auch die weiteren Passanten aus der Schlange verschwanden in der Kabine, drücken auf „schließen“, verriegelten jedoch nicht.
„Alles Hippies“ flüstert der Göttergatte.
Unsere Fantasie treibt bunte Blüten, als wir uns fragen, ob es vielleicht schon Pranks gibt, bei denen U-Tuber diese Konstruktion ausnutzen, um in einer solchen Situation die Tür mit laufender versteckter Kamera zu öffnen. Die Sammlung an Clips wäre sicher böse, aber sehr unterhaltsam.
Und wie die Flitzebögen warten wir, ob noch jemand, wie die Omi zu Beginn, überrascht wird.
Doch nichts passiert. Die ständig falsch interpretierten Bedienelemente erzeugen den Fehler und die Höflichkeit der Deutschen hebt sie wieder auf! Alle bleiben fast ehrfürchtig vor dem nicht leuchtenden „besetzt“-Zeichen stehen, beobachten und lauschen, ob irgendwelche Reize etwas über den Zustand im Inneren verraten.
Just in germany. XD

Und dann gab es noch eine junge Dame, die leicht verpeilt durch den Zug wankte und dabei an jeder Grifffläche zog und scheinbar irgendetwas erwartete. Als sie zum zweiten Mal an uns vorbei kam, sprach ich sie an: „Sie müssen auf den grünen „öffnen“-Button drücken!“ und zeigte auf das Bedienelement. Ihr Blick sprach mich an, als hätte ich ihr Quantensprünge erklärt. Verwirrt geht sie zurück zur Tür, drückt den Knopf, als handle es sich um einen Knopf an tickenden roten Stangen. Dann beobachtet sie, wie sich die Kabine öffnet, beugt sich ins Innere, zieht den Rumpf wieder in die Senkrechte und kommt zurück mit den Worten: „Ich versteh das nicht!“, was uns nun wiederum verwirrt.
„Sie suchen doch die Toilette?“ frage ich.
„Nein! Such ich nicht!“, sagt sie empört und rauscht gleichzeitig verpeilt und pikiert davon.

O_o