EVLS und Prag 2016

Das dritte Jahr in Folge sind wir nach Prag gepilgert, um zu staunen und um uns wieder richtig selbst in die Ärsche zu treten.

Jedes Jahr um den dritten Oktober herum ist in Prag ein Bodybuilding-Wettkampf, die EVLS Praque PRO, welcher viele Profis anlockt. Zwar gibt es dieses Jahr auch in Dortmund einen großen Wettkampf, doch bis letztes Jahr war die EVLS in unserer Nähe der größte Wettkampf. Da Prag zudem als Stadt wunderschön ist und dazu noch günstig, werden wir treue Fans dieses Wettkampfes bleiben. Auch wenn es dieses Jahr doch den ein oder anderen Wermutstropfen gab.

Los ging es am Freitag, mit dem IC Bus der Deutschen Bahn. Bequeme Sitze, kein Zwischenhalt und lustiges Publikum. Kennt noch jemand Ulmen als Uwe Wöllner? Davon saßen vier mit im Bus. Betrunken. Mit Bier und Schnaps. Gleich neben der winzigen Toilettenkabine. Ich habe so gelacht!

Nach einem Stadtbummel und dem Check-In im üblichen Hotel gegenüber der Tipsportarena, ging es gleich zum Meet&Greet.

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Einige Athleten waren in der Nacht zuvor noch in Kuwait auf einem Wettkampf. Das sind mindestens 8 Stunden Flugzeit! Und so waren wir nicht überrascht, dass es relativ wenige Stars waren, die uns zur Eröffnung erwarteten.
Auf der Empore entdeckte man Manuel Bauer und Matthias Botthof, die für Team Andro Interviews geben. Später hat man beide auch im VIP-Bereich gesehen. Schade, dass sie sich so abseits hielten. Beide hätte ich gern mal zu ein oder zwei Sachen ausgequetscht.
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Und weil wir schon bei „schade“ sind…was mir immer mehr ins Auge sticht, ist der unfaire Umgang mit weiblichen Bodybuildern. Egal ob es um die Klassen auf Wettkämpfen, die Reihenfolge der Küren oder um die Ehrung der Athletinnen geht. Überall wird die Bikiniklasse extrem in den Vordergrund geschoben und die anderen Klassen werden gefühlt versteckt. Was soll das? Beim Meet&Greet? Nur Bikinimädels (an denen alle vorbei gehen, für die Mädels auch echt doof). Beim Wettkampf? Werden Bikiniunterklassen zwischen jede Männerklasse geworfen, von dem ganzen Geblinker wird man blind! Aber die einzig überhaupt andere Frauen-Klasse: die Fittnessklasse! (Eine Klasse, die man sich wirklich gern anschaut, auch nicht Bodybuilding-Begeisterte schauen bei den Küren gebannt zu!), die hat am frühen Freitagnachmittag ihr Prejudging und gleich im Anschluss ihre Siegerehrung. Da gibt es kein Klassenstechen um den Gesamtsieg, kein Foto am Hauptabend, keinen Auftritt, im Hauptprogramm. Selbst der Bankdrückwettbewerb mit seiner Siegerehrung wurde am Hauptabend dazwischen geschoben! Das ist noch nicht einmal Bodybuilding. Aber die sportlichen Mädels, die fertigt man am Anfang der Show ab, wo kaum Besucher da sind (wir waren zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal in der Stadt-.-). Das ist unfair, das ist unsportlich, das ist Diskriminierung. Dabei sind die Athlethinnen Weltklasse!
Stattdessen blenden einen stundenlang die ganzkörperoperierten Barbiepuppen. *seufz*
Selbst bei der Mr. Olympia Übertragung, wird die Physikklasse auf die Expo verlegt und nicht einmal live übertragen. Wenn man die Küren sehen will, muss man Youtube bemühen…ich finde das einfach unfair. Und als Frau wünsche ich mir mehr Powermädels und weniger Hungerhaken. Soll die Bikini-Klasse ruhig bleiben, aber sie kann doch nicht das einzige Aushängeschild fürs Frauenbodybuilding sein!

Zurück zur EVLS: Insgesamt waren weniger bekannte Olympia-Athleten dabei. Und das schlimmste: statt Bob Cicherillo gab es Kevin Levrone als Co-Moderator und das war eine echte Katastrophe! Furchtbar! So spannend es war, die Legende live zu sehen (auf der Mr. O wirkte er so „schmal“, aber Holladiewaldfee, der IST einer der großen, in echt wirkt es viel massiver!) als Moderator machte er alles nur schlimmer.
levrone
Dazu muss man wissen, dass die EVLS jedes Jahr hauptsächlich von diesem Herren moderiert wird:
mod
Auch im dritten Jahr kann er sich keinen passenden Anzug leisten. Ob der zu enge Anzug Schuld daran trägt, dass seine Stimme im Laufe des Abends der Kermets immer ähnlicher wird? Laut und quakig moderiert er den Beginn der Show immer recht flüssig mit ständigem Wechsel zwischen Tschechisch und Englisch. Das ist okay, aber im Verlauf des Abends wird er stets noch aufgedrehter, versucht die Stimmung albern anzuheizen und vergisst das Englisch. Das Publikum ist echt gemischt, ich schätze mal 50% Tschechen, 50% international. Da nervt es schon, wenn man ganze Showeinlagen lang nur Bahnhof versteht. Bisher hat Bob Cicherillo das immer tapfer abgefedert. Er stand die ganze Show über auf der Bühne, hat es ausgehalten, wenn der andere ihn minutenlang frontal auf Tschechisch zutextet, um dann letztendlich gewohnt locker die Moderation wieder zu übernehmen. Seine tiefe Stimme war wie Balsam zwischen den Sirenen.

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Dieses Jahr gab es nun stattdessen Kevin Levrone. Der wurde dreimal vorgestellt und beklatscht, bevor er überhaupt mal länger als 2 min auf der Bühne blieb und dann sabbelte er nur so allgemeine Lobhuddeleien, vonwegen wie toll der Wettkampf und Prag und die Kampfrichter und die Athleten und alle ganz toll seien. Und jeder Satz endete mit fallender Tonhöhe und „Baby!“ „Great Athletes, you know, they work so hard, baby!“ Totals Gewäsch, aber dafür ganz viel davon. Als es langsam spannend wurde, kam er dann für längere Auftritte auf die Bühne und wenn ein selbstverliebter Quacksalber schon schlimm ist, dann sind die beiden zusammen doppelt so schlimm. Ständig fielen sie sich gegenseitig ins Wort, um alles nochmal lauter zu wiederholen, was der andere gerade als Spruch gebracht hat. Und dann wollte Kevin obendrein noch beweisen, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat und erzählt zu jedem Athleten vor seiner Kür irgendwelche Fakten, die er teilweise auch noch verdreht („Ramy hatte letztes Wochenende erst seinen Wettkampf in Kuwait!“-.-) Kurz: Er hat das Publikum behandelt, als wäre es eine Horde Touristen, die nur zufällig in einen Bodybuilding-Wettkampf gestolpert sind. Und dann immer die Fragen: „Na, wie findet ihr den Wettkampf? Wie findet ihr den Moderator? Sollen wir nächstes Jahr wiederkommen? Absolut oberpeinlich und totlangweilig!
Ich weiß, er liest es nicht, aber BOB, BITTE, BITTE, KOMM ZURÜÜÜÜÜCK!

Der Text ist viel zu lang, der Olle wartet schon aufs gemeinsame Abendprobgramm, daher nur kurz: Wir waren auch im Prager Zoo, Spitzenklasse! Modernste Anlagen, aktive Tiere, und jede Menge Staunen!

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Eine persönliche Anmerkung noch zu Adolf Burkhard (hat den Amateurwettkampf gewonnen, hätte das Gesamtsiegerstechen gewonnen und wäre damit Profi geworden, doch dann musste er einer anderen Athletin die Handtasche klauen, während die Securitykamera mitfilmt)…wenn ich richtig Mist baue und mich dafür aufrichtig entschuldigen will, bei wem entschuldige ich mich zuerst? Richtig…bei demjenigen, dem der Schaden entstanden ist. Der Teil fehlt in seiner Erklärung…

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2 Kommentare zu “EVLS und Prag 2016

  1. Danke für den Bericht,
    iiiirgendwann schaffe ich es auch mal auf so ein Event, vor allem da Dortmund ja nicht sooo weit weg ist von hier!
    Fand es schon auf der Fibo interessant…wenn es nicht so rammeldrängelvoll gewesen wäre.
    Wobei ich einer der Touris wäre, denn ich kenne keinen der erwähnten Namen*verlegenschau*

    Aber zu der Bikiniklasse habe ich auch eine gemischte Meinung.
    Soweit ich das durch andere Blogeinträge mitbekommen habe (zumindest in dem einen) geht es doch vergleichsweise schnell da rein zu kommen.
    Natürlich ist es immer noch ein Arsch voll Mühsal und Disziplin.
    Doch in den höheren ‚Ligen‘ ist es jahrelanges Dranbleiben und Entwickeln und immer wieder an sich Arbeiten. Definitiv eine Leistung, die viel Bewunderung und Beachtung verdient. Daher gerade schade, dass es von den Menschen, die es eigentlich ziemlich genau wissen, nicht entsprechend gewürdigt wird, Deiner Beschreibung nach 😦

    Über den Bericht zu Adolf Burkhard musste ich schon grinsend den Kopf schütteln.
    Wie kommt man auf so eine Idee?
    Wobei ich inzwischen seinen FB Post gefunden habe, das ist echt hart, wenn man so liest, was er mit der Tat alles weggeworfen hat!

    P.s: warum lese ich da imer Elvis als Namen?*g*
    P.p.s und o.T.: Was sind Deine Haare laaaang geworden!! 🙂

    • Huhu 🙂 Vielleicht sieht man sich in den nächsten Jahren ja mal in Dortmund. Das wäre DIE Gelegenheit. 😀

      Und der Gedanke, dass Bikinimädels nicht so lang trainieren müssen, um Bühnenreif zu sein, trifft derzeit auch meinen Nerv, aber im positiven Sinne. Slaine und ich haben in PRag nämlich wieder festgestellt, das Männer wirklich einen wesentlich weiteren Weg auf die Bühne haben. Um als Mann ordentlich Masse aufzubauen, bedarf es jahrelangen Trainings, als Frau reicht moderates Training und eine ordentliche Diät. Wir kamen darauf, weil Slaine mich fragte, ob mir auch nur ein Bodybuilder einfalle, der mal richtig fett war und später auf der Bühne Karriere gemacht hat. Uns fiel nicht einer ein. So richtige ehemalige Fettsäcke gibt es unter Bodybuildern nicht. Aber dafür gibt es massenhaft vorher-nachher-Bilder von Frauen, die es vom Übrgewicht auf die Bühne geschafft haben. Und der Gedanke hat mich neu beflügelt. Es ist noch nicht zu spät, ich kann noch richtig was reißen. Nicht auf einer Bühne, aber doch in meinem Leben. Das treibt mich gerade wieder mächtig an. 😉
      Ps: JEDER liest entweder Elvis oder Evil 😀
      Pss: Jaa, ich weiß gar nicht mehr wohin damit, die erwürgen mich nachts! Ich schaffe es einfach nicht zum Friseur. ;))

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