27. Woche: back to business

Nachdem ich in den letzten vier Wochen immer mehr ins Schludern geriet, traf ich mich letzten Mittwoch mit meinem Coach.
Fragt mich mal, was los war…ich weiß es nicht. Irgendwie lief es einfach nicht mehr rund und an den Abenden quälte mich ein unstillbarer Appetit.
Im Gespräch mit meinem Coach vereinbarten wir einen Planwechsel. Er versprach mir einen neuen Ernärungsplan zu basteln und fürs Training einen doppelten Zweiersplit zu erstellen.
Ich war erleichtert. Ich musste mich nicht selbst kümmern. Musste nur ein paar Tage warten, bis die neuen Pläne fertig sind und konnte dann mit einem kleinen Neustart beginnen. Alles prima.

In den Tagen darauf war ich stets in Versuchung, meinem Coach nochmal zu schreiben, dass er bitte an dies uns jenes denken solle. Aber ich ließ es bleiben. Da mein Coach die Stunden, die er an solchen Plänen verbringt, nicht abrechnet, aber bis tief in die Nacht daran arbeitet (die letzten Pläne kamen gegen 2:00 Uhr nachts…), drückte mich das schlechte Gewissen und ich wollte das ganze nicht unnötig verkomplizieren.
Von Tag zu Tag wurde mir unbehaglicher zu Mute. Was, wenn er seinen geliebten (und von mir verabscheuten) Milchreis einbaut, oder Essen, was sich auf Arbeit unmöglich mitnehmen lässt oder was mich überhaupt nicht befriedigt…

Als er samstags schrieb, dass ihm zur Ernährung noch keine optimale Lösung eingefallen sei, war ich richtig erleichtert. Seit dem Treffen war der quälende Appetit wie weggeblasen. Auch der Blick war endlich wieder auf die Zukunft gerichtet, während ich die Wochen davon nur noch gesehen habe, wie lange ich nun schon auf Diät bin und auf was ich alles verzichte. Ich war so froh, mich nicht auf unbequeme Ideen einstellen zu müssen sondern weiter ganz selbst zu bestimmen, wie ich meine Tage gestalte, dass ich neue Kraft daraus schöpfte.
Ist das nicht wieder ein Beweis, wie bescheuert man manchmal ist?

Nur eines habe ich geändert…bisher plante ich immer Trainingstage mit ein. Da dieses Training immer öfter weggefallen ist, musste ich ständig kurzfristig umplanen, was selten mit den Makronährstoffen klappte und immer das Gefühl hinterließ, dass es nicht nach Plan geht. Stattdessen plane ich nun durchweg Nichttrainingstage und habe einfach für Trainingstage eine kleine Extramahlzeit erstellt. So bin ich flexibler, habe immer genug Eiweiß zusammen und das gute Gefühl, dass alles nach Plan läuft. kleine Änderung, großer Effekt…so mag ich es.

Dann kam der Trainingsplan.
Wie besprochen, ein Zweier-Split.
Sobald ich die Datei geöffnet hatte, hatte ich Bauchschmerzen.
Es begann mit den Vorüberlegungen: nüchternes Morgencardio (also nachts?), ging über die Aufteilung (Oberkörper-Unterkörper-Split, was bedeutet, dass die Beine eine Einheit sind und der restliche Körper am zweiten Tag trainiert wird) hin zur Übungswahl und -reihenfolge. Kurz: er gefiel mir überhaupt nicht, die Umstellung von meinem Plan war so gigantisch, dass ich mich einfach nicht damit anfreunden konnte. Alles in mir sperrte sich dagegen.
Mit rabenschwarzem Gewissen schrieb ich meinem Coach und er reagierte gewohnt cool: „Kein Problem, pass ihn an, wie du möchtest. Nächstes Mal sprechen wir deinen Plan durch und ich zeige dir die Übungen, die du noch nicht kennst.“
Ich war erleichtet und bastelte mir einen 3er-Split mit einer optionalen 4. Einheit.
Alles nach meiner selbstbestimmten Nase.
Herrlich!

Seither läuft es so gut, ich war sogar joggen!
Ich kann stolz und zufrieden sein.

Bin es aber natürlich nicht. Stattdessen drängelt Fräulein Ungeduld.
Letztens bin ich durch die Stadt gelaufen und mir kam ein Fit Chick entgegen, dass in etwa so aussah:

Und ich dachte nur: WTF am I doing wrong?!$%&$
Sofort sehe ich wieder nur, wie viel Schwabbel noch immer da ist, frage mich ,wie lang ich noch diäten muss, um endlich zum Aufbau übergehen zu können, ob ich je einen richtig festen Körper bekommen werde oder immer „weich“ bleibe, ob ich mal anständige Schultern kriege und wann, WANN WANN es endlich mal anständig aussieht.

Tja…es ist echt einfach, sich selbst zu frustrieren. Aber weil das nicht hilft, setze ich mir nun kleine Ziele.
Ziel diese Woche war es:

  • einmal zu joggen (check),
  • endlich endgültig unter 75kg zu kommen (check),
  • nach Plan zu essen (check) und
  • dreimal trainieren zu gehen (fast check…morgen steht die dritte Einheit an).

Für nächste Woche sieht es ähnlich aus. Vielleicht fällt mir noch ein zusätzliches Ziel ein, mal schauen.

Over and out.

Advertisements

26. Woche…einfach am Ball bleiben.

Wenn man in einem Blog viel über ein Thema liest und dann plötzlich nichts mehr kommt, kann das nur eines heißen: es läuft mies.
So schaut es aus. Die Zeit, in der mir die Diät leicht fiel und fast wie von allein ging, ist vorbei.

Meine bessere Hälfte ist noch immer auf Arbeitssuche. Das zermürbt langsam, dazu der Druck vom Arbeitsamt. Da er gut vermittelbar ist, wurde er sogleich in eine Intensivbetreuung gesteckt. So ist die Stimmung hier häufig im Keller und Dominos schreibt, es vermisse uns.

Wenn es eh schon mies aussieht, gibt es noch eine Erkältung gratis dazu!

Also gab es hier im letzten Monat häufig richtige Sündentage, an deren Ende ich nach Luft japsend und mit essensschwangerem Kugelbauch im Bett lag und mich fragte, wie es nur wieder soweit kommen konnte.

So endete Slaines Geburtstagsgrillparty mit einem lockeren kg Rindfleisch in meinem Bauch. Ohne Probleme…dazu etwas Kuchen und Haribo. 😛

Umso überraschter war ich dann gestern, als die Vergleiche zum Vormonat doch -1kg Gewicht und einige fehlende cm ergaben.
Außerdem ist mir ein großer Fehler aufgefallen.
Ich hatte mich schon gewundert, weshalb ich mich immer öfter total erschöpft und ermattet fühlte. Dazu kam ständige Gereizheit. Aber klar! Da ich mit dem neuen Job eine wirklich kurze Mittagspause habe, hab ich vormittags seit April kaum etwas gegessen. Und das machte mir mit der Zeit immer mehr zu schaffen.
Jetzt esse ich bewusst wieder mehr und fühle mich dadurch besser. Die Energie reicht länger und auch die Nerven liegen nicht mehr dauerhaft blank.
Sondern nur so aller halbe Stunde. ;D

Am Mittwoch setz ich mich wieder mit meinem Coach zusammen und werden Änderungen am Schlachtplan besprechen. Mal schauen, was dabei rauskommt.
Und sonst heißt die Parole wie immer: durchhalten!

Immerhin passt mir inzwischen diese Hose. Die hat Slaine mir vor 2 Jahren zu Weihnachten geschenkt…viel zu eng! Doch nun…seht selbst. 😉