32. Woche Diät

Was sich so tut…

Inzwischen kann ich schon fast von einem Plateau reden. Die 75 hängt an mir und will nicht weichen. Kaum schaffe ich es, mehrere Tage in Folge bei 73,X zu landen, kommt eine Party, etwas Urlaub oder Ähnliches an und schwupps, habe ich die 75 kg für ein paar Tage oder Wochen wieder.

Ich habe den Bodymedia getragen, um herauszufinden, ob sich mein Grundumsatz vermindert hat, weil die Kilos einfach nicht in gewohntem Tempo weichen wollen. Blöd nur, dass man den Grundumsatz in der normalen Version nicht auslesen kann. Aber immerhin kann ich feststellen: Mein Verbrauch ist nicht gesunken. Obwohl ich über 10 kg Gewicht verloren habe, verbrauche ich noch immer durchschnittlich so viel, wie vorher. Das lässt mich vermuten, dass ich tatsächlich hauptsächlich Fett verbrannt habe und kaum Muskulatur.

Wie kommt es dann aber, dass ich nicht mehr so schnell abnehme? Nun, früher bin ich ganz regelmäßig viermal pro Woche zum Training gegangen. In den letzten Monaten wurde es stetig weniger. Ich fühlte mich einfach oft so platt und ausgepowert, dass ich es nur dreimal oder seltener schaffte. Wenn ich da war, fehlte mir schon nach der ersten Übung die Power. Ich verschob immer häufiger die Trainingseinheiten. Seltenere und weniger effektive Einheiten sparen ordentlich verbrauchte Kalorien ein…das Defizit schmilzt dahin.

Noch vor 2 Monaten war meine Wochenplanung einfach. Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag waren festgelegte Trainingstage. Ich hatte meine Ernährungslisten streng nach Trainingstag und Nichttrainingstag unterteilt und konnte so gut planen. Mit den „geschwänzten“ Trainingseinheiten wurde auch das problematischer…alles war für Trainingstage eingekauft und vorbereitet, aber plötzlich wurden es Nichttrainingstage, an denen ich wesentlich weniger Kohlenhydrate und Gesamtkalorien brauche. So konnte es nicht weiter gehen…also wechselte ich auf ein flexibleres System. Jeder Tag wird als trainingsfreier Tag geplant und es gibt einen Trainings-Bumper, den ich zusätzlich an Trainingstagen nehme. So kann ich flexibel sein und die ernährung stimmt wieder.

Meinem Coach habe ich natürlich von der Stagnation erzählt. „Die 75 sitzt auch bei dir im Kopf fest. Wenn wir die erst überwunden haben, geht es wieder voran. Aber jetzt müssen wir härter ran. Wir beschneiden die Kohlenhydrate an Trainingstagen, mehr Cardio, mehr Sätze im Trainingsplan, 15 Wiederholungen pro Satz, Satzpausen von 60 – höchstens 90 Sekunden.“
Uff…das war eine klare Ansage.

Nach dem Gespräch fuhr ich erstmal in Urlaub. Freitag früh fuhr ich mit 73,4 kg ab und kam Sonntagabend zurück. Am Montag morgen brachte ich satte 77,2kg auf die Waage. Mit 75 kg hatte ich gerechnet. 76 kg hätte ich vielleicht auch noch verstanden aber 77,2 kg haben mich richtig geschockt.

Nachhaltig.

Hinzu kommt, dass man so einen Sprung natürlich nicht einfach so schafft. Nein, man muss sich schon Mühe geben. Und das hatte ich getan. Schon am Vortag hatte ich fast ausschließlich Zuckerhaltiges gegessen und konnte abends vor Völlegefühl kaum atmen. Dennoch musste ich am nächsten Morgen 7 Rosinenschnecken, 4 Stück Kuchen, 6 Pancakes, 1 Brötchen mit viiieel Belag, Ei und Bacon und natürlich Joghurt mit Müsli und Obstsalat essen. Frühstück im Urlaub eben. Dann ein wenig bewegen, damit man wieder Luft kriegt und schon kann es weiter gehen mit Eis, Kuchen und Ähnlichem. Abends hatte ich wirklich das Gefühl, zu platzen. Alles tat mir weh.

Das war genau die richtige Ausgangssituation, um voll motiviert in die nächste Runde zu starten. Der Urlaub liegt 2 Wochen zurück, seitdem war ich fast täglich aktiv. Ich habe wieder Biss und Power und einen eisernen Willen, die 75 endlich zu besiegen und mich in Richtung 70kg aufzumachen. Nach dem Fressmassaker war der Einschnitt bei den Kohlenhydraten kein Problem. In der ersten Woche konnte ich keinen Zucker sehen und ließ sogar den Trainingsbumper unter den Tisch fallen. Ich wollte ein hohes Defizit, um die 73 schnell wiederzusehen. Geklappt hat es bisher nicht…die Waage fiel auf 75kg und dort hängt sie nun fest.

Der 4 Wochen-Rhythmus
Zyklusbedingte Wassereinlagerungen haben mich schon immer auf die Palme gebracht. Da müht man sich ab…eine Woche, zwei Wochen, drei…und die Waage sagt „Ätzschbätsch, ich weiß von nichts.“ Dazu fühle ich mich von Woche zu Woche weicher, spür- und sichtbare Muskulatur wird immer weniger. In der vierten Woche verschwindet über Nacht ein Kilo oder auch 2 und dann beginnt das Spiel von vorn. Ob ich nun mehr mache, oder weniger, mich strenger an den Ernährungsplan halte oder ein paar „Fudeltage“ zu verzeichnen sind, interessiert meine Waage kaum. Nur an diesen Sprungtagen zeigt sich, was ich geleistet habe. Es kann einen wirklich in den Wahnsinn treiben. Und obwohl ich weiß, dass es so ist, hat mich das auch vor 3 Wochen wieder fertig gemacht. Ich fühlte mich eh schlapp, wusste nicht, wo ich die Power hernehmen sollte, habe ich wirklich zusammengerissen und schon mehr gemacht, als den Monat vorher, aber Maßband und Waage waren sich einig: es war zu wenig.
Furchtbar!

Vorher

Mit diesen Erinnerungen bin ich froh über den Urlaub. Es war ein echter Resett, den brauchte ich und auch wenn mich derzeit wieder die Waage trollt, zucke ich nur mit den Schultern und mache weiter. Hosen und Shirts werden weiter, Arme fühlen sich straffer an…und ich weiß einfach, dass ich im Moment alles richtig mache. Ich bin gerade einfach gut dabei. 😉

Man sieht es vielleicht nicht, aber es ist jetzt wesentlich übersichtlicher.

Durch die Planungsumstellung beim Ernährungsplan wurden viele Listen überflüssig. Gestern habe ich einige überarbeitet und andere schlichtweg ausgemustert. Das zeigt sich auch in der Küche…teilweise vier Schichten von Plänen habe ich gestern von der Wand geholt. Nun sieht es wieder „geordneter“ aus.

Bin ich bereit für die nächsten Wochen???

Aber sowas von bereit! 😀

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2 Kommentare zu “32. Woche Diät

  1. Hi,

    irgendwie komme ich gar nicht zum Schreiben (obwohl ich gefühlt kaum was mache ;)), aber ich lese immer mit.

    Erstmal echt wahnsinns Respekt, zu Deiner schon aktuellen Leistung. Du wirkst VIEL schmaler als 75kg und trainierter als ‚kraftlos 3*Woche‘.
    Zumindest auf den Bildern, kann natürlich alles Photoshop und Licht und so sein ;-p

    Was mir aber fast noch mehr gefällt ist Dein Umgang mit Dir.
    Horchen, Beobachten, Nachdenken, Anpassen, Entwickeln, !!NICHT AUFGEBEN!!
    Und das nicht ’nur‘ an der Abnehmfront, sondern an sich selbst.

    Plateus sind Miststücke, die man leider nur mit Durchhaltewillen knackt, aber es ist definitiv möglich. Und der Preis danach ist es wirklich wert.

    Wie ich mittlerweile weiss(da ich ein durchaus akzeptables Gewicht erreicht habe (~63kg) ändert ein akzeptables Gewicht nicht das Leben und löst alle Probleme.
    Aber es ist Ar***geil anzusehen wie gut Klamotten an einem nun aussehen und vor allem die Resultate des Trainings. Ab einem Bereich ist es wirklich mit jedem Kilo eine gute Ecke mehr, die man sieht und doppelt stolz auf sich ist (dass man nicht einfach nur ‚wabbelig‘ dünn ist a la Skinny Fat).

    Daher, bleibt dran. An Traning, am Essenplan-Pimpen, am an sich selbst arbeiten. Es kommen einige Erkentnisse.
    Ich war bei Urlauben ähnlich drauf, mit – ich kann da keine Kontrolle haben etc.
    In den letzten beiden Urlauben hatte ich dann einen echt simplen ‚Klick‘ Gedanken und habe für mich selbst einen Weg gefunden durch diese ’schwere‘ Zeit zu kommen:
    1) Es ist nicht dass letzte mal, dass ich dieses oder jenes essen kann, ich bin noch jung, von daher muss ich nicht alles (leer) essen/probieren 🙂
    2) Hier und da doch das Essen etwas über Maß geniessen, aber dann am nächsten Tag reduzieren, Ausgleichbewegung machen (nicht unbedingt Hardcore Sport, aber einfach viel unterwegs sein, Wandern etc.)

    Keine Nobelpreis trächtigen Erkentnisse, aber die haben mich einmal zu -2KG in 4 Urlaubs-Wochen und zum Gewicht halten in 2 Urlaubs-Wochen gebracht. Und ich fand es entspannt, habe mich nicht eingeschränkt gefühlt.
    🙂

    Hast Du eine Idee, warum Du so im Urlaub ‚zugeschlagen‘ hast?
    Beeindruckt selbst mich (und ich kann eine wirklichwirklich riesen Menge Essen, wenn ich auf dem falschen Zug bin – kopfmäßig)

    Entspannten oder fleissigen Sonntag wünsche ich

    -k.

    • Hey Kayah,

      die Menge lag schlicht an einem Faktor: Zucker. Nach dem Insulinkick folgt das Insulintief und egal, wie voll der Magen ist, es muss noch was gemampft werden. Wenn man dann mit Zuckerbomben nachlegt, geht das Spiel eine ganze Weile. ;D Deshalb konnte ich in den Tagen danach auch nichts Süßes mehr sehen.

      Viel unterwegs bin ich im Urlaub immer. Manchmal denke ich, all das Gefuttere kommt nur, weil ich keine richtigen Pausen mache. Ich bleibe nur zum Essen stehen, der Rest ist „Gerenne“. Würde mein Urlaub etwas länger dauern, könnte ich sowas auch nicht durchhalten, dann würde es sich ausbalancieren. Leider reicht es bei mir immer nur für 1-2 Übernachtungen und in denen will ich dann alles „erleben“. Vor allem das, was ich sonst nicht haben kann. Und da sind wir wieder beim Essen. 😉

      Ich habe auch schgon überlegt, ob ich mir eine Regel auferlege. Vielleicht beim nächsten Mal.

      Und sonst: Danke für die Komplimente. Im Moment habe ich wieder gut Power für die Dauer…ui, das reimt sich sogar. XD

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