immer hungrig

So, lange nichts passiert hier. ;P

Ich habe zunächst versucht, allein zurück auf Bodybuilding-Kurs zu kommen. Klappte natürlich nicht gut. Also habe ich mich eines nachts verzweifelt an Marcel gewandt…und der freute sich. Zack, stand der nächste Termin.

„Wie schätzt du denn selbst deine eigene Form ein?“
„Tja, 2 kg müssen sicher noch, aber die gehen von allein. Ich will jetzt lieber an die Zukunft denken und einen Aufbauplan machen.“
Daraufhin verzieht Marcel das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen.
„Ich kenne deinen Anspruch an dich selbst. Mit weniger als 5kg wirst du nicht zufrieden sein. Aber dann bist du wie abgezogen, Muskulatur richtig sichtbar, Haut liegt schön an.“

Verdammt…er weiß einfach immer, was er sagen muss, um mich zu triggern.
Also versuche ich wieder auf 1600kcal runter zu kommen.
Klappt überhaupt nicht. Der Hunger treibt mich den ganzen Tag in den Wahnsinn und abends reißt mir regelmäßig der Geduldsfaden.

Und Marcel hat mir wieder einmal einen Trainingsplan geschrieben. Bisher ein No-Go.
Das hatte er schonmal versucht, aber ich habe das dann immer geknickt, weil ich damit einfach nicht zurecht komme.
Diesmal war es aber Zeit für Abwechslung. Ich habe vorher nur noch die Lieblingsübungen gemacht, immer mehr Sätze und Übungen ganz gestrichen. Das konnte man schon fast nicht mehr Training nennen.
Der neue Plan dagegen ist, nachdem die anfängliche Skepsis überwunden ist, richtig geil. Damit wird sicher noch einiges voran gehen. Ich merke, dass ich wieder richtig Lust auf Training habe.

Sonst steht in der neuen Wohnung soweit alles. Das Konto ist ein riesiger Meteorkrater. -.- Aber das wird auch irgendwie wieder.
Blöd nur, dass Geld für die Freizeitgestaltung fehlt.
Ich würde gern wieder Pole Dance trainieren, einen Tango-Argentino-Partner suchen oder mal in gewisse Clubs gehen…Doch das muss alles warten.

Und wie immer fällt das Warten am schwersten. Deswegen komme ich zwischendrin immer auf so dumme Ideen, wie mal durch die Innenstadt zu bummeln…nur zum gucken und anprobieren. Ist klar, ne? ;P
Und dann räume ich zum Schluss sehnsüchtig das neue Kleid und die passenden Schuhe in den Schrank und träume von Gelegenheiten, sie zu tragen.

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Hallo, ihr kennt mich nicht.

Lange war es still hier. Das liegt daran, dass es den alten Blogautor nicht mehr gibt. Und das kam recht plötzlich.

Lange hatte ich mich um meinen Freund gesorgt, weil er sich m.M.n. nur noch in virtuellen Welten versteckte. Die Wohnung verkam, alle Aufgaben fielen mir allein zu und ich steckte in einem durchroutiniertem Alltag fest, der mich schlichtweg erstickte. Dazu kam, dass mir die Libido vor einigen Jahren stiften gegangen ist. Da war nichts mehr, was mich reizte. Keine heimlichen Fantasien. Kein Prickeln. Sex wurde zur Qual. Und das ist für mich eigentlich kein normaler Zustand.

Der Jahresurlaub kam. Außer 3 Tage Zürich war nichts geplant, obwohl ich seit Dezember gequengelt hatte.

Die Nacht des letzten Arbeitstages endete gegen 4 Uhr, als ich mit Panik aufwachte. Plötzlich ertrug ich nichts mehr. Ich ertrug den Gedanken, 2 Wochen in dieser Wohnung zu leben nicht. Ich ertrug die Alltagsroutinen nicht. Und vor allem ertrug ich den Gedanken, mit diesem Mann weiter so ein eingepferchtes Leben zu führen, nicht. Ich wollte raus, am liebsten sofort in eine WG ziehen. Diese Gedanken kamen für mich völlig unvorbereitet. Ich hatte mich die Tage zuvor nochmal richtig in die Arbeit und diverse Aktivitäten reingekniet. Aber nun wurde mir klar: Ich will ausbrechen. Damals dachte ich noch, dass sich die Beziehung sicher kitten lasse. Wer geht schon nach über 13 Jahren glücklicher Beziehung plötzlich weg?

Ich beschloss zunächst auf Arbeit zu gehen und das lenkte mich tatsächlich gut ab. Ich funktionierte. Nach Feierabend, auf dem Weg zur Tram begleiteten mich meine Lerner. Doch je näher ich der Tramstation kam, desto wilder schlug mein Herz. Die Panik war wieder da. Ich konnte nicht zurück in die Wohnung.

Der Freund rief mich an, um mir zum Urlaub zu gratulieren. Ich sagte nur, ich könne noch nicht heim kommen und er wusste sofort Bescheid. Er wusste, was Sache ist, bevor ich es richtig realisiert und im vollem Ausmaß begriffen hatte: ich wollte raus aus der Beziehung.