Sturz aus dem Chaos in die totale Ordnung.

Problem erkannt, Problem gebannt, könnte man sagen. Wenn man so wenig Geld hat, dass die freie Zeit zur Qual wird, dann sucht man sich am besten einen Nebenjob. Und genau das habe ich getan.
Zwei Jobs, zwei Arbeitsorte, viel strukturierte Zeit. Irgendwann gibts auch mal Geld dafür.
Im Moment tut es mir gut, auf lange Sicht wird es wohl zur Belastung werden. Deswegen habe ich mich auch bei neuen Stellen beworben, auch wenn es sich furchtbar anfühlt, mir vorzustellen, den Job aufzugeben.

Und ich habe angefangen, Träume zu realisieren. Letzten Monat kaufte ich das Ticket für die Fibo und die Fiboparty, diesen Monat buchte ich das Hotel. Träume aus eigener Hand realisieren, auch wenn es eigentlich (finanziell) nicht geht. Das tut gut.

Durch den neuen Job habe ich allerdings nicht nur weniger Zeit, nein, da es dort furchtbar zieht, habe ich auch gleich mal eine Erkältung mitgenommen. Das wird die nächsten Monate eine ordentliche Abhärtungskur für mich. Doch im Moment kann ich dadurch nicht einmal an den wenigen freien Tagen trainieren.

Auch merke ich, dass die Zeit zwar gefüllt ist, aber nicht erfüllt. Die Sehnsucht nach Leben schlägt ganz heftig in meiner Brust. Da ich erstmal nicht mehr date, stellt sich die Frage, was es da sonst noch geben könnte. Leben, das sich erfüllt anfühlt, ohne dass ich von anderen abhängig bin.

Bei mir bedeutet dass in erster Linie, dass meine Psyche mich regelmäßig beim Essen ausrasten lässt. Jeder Tag beginnt nach Plan, aber schon in der Mittagspause kann ich an dem ganzen Futterkram, den die Kollegen anbieten, nicht vorbei. Abends muss dann natürlich ordentlich Zucker her. Auch wenn der Verstand weiß, dass es nicht funktioniert, der Bauch sehnt sich nach Glücksgefühlen und Erfüllung. Wenigstens einmal genießen, flüstert es mir. Auch wenn das, was ich da treibe mit Genuss nichts zu tun hat.

Was also tun?
1. Ich habe mir die Regel auferlegt, nichts unterwegs, im Stehen oder mal schnell zwischendurch zu futtern, sondern wenn, dann wirklich als bewusste Ruhephase. Das klappt auch immerhin.
2. Balkonpausen..wird bei den Temperaturen immer schwieriger, aber dort komme ich richtig runter.
3. Tanzen! Sobald es geht, muss ich tanzen gehen. Dort fühle ich mich wild, lebendig, spüre mich und mein klopfendes Herz.
4. Nicht aufgeben. Ich kaufe weiter nach Plan ein. Versuche mich zu motivieren. Versuche dran zu bleiben. Nur nicht ganz aufgeben.

Aber ich habe Angst…Angst vor psychischen Abgründen, Angst vor Verschuldung, Angst vor Überforderung, Angst vor einem Leben als Untote. Dieser Angst muss ich mich stellen.

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Wie ein Versager…

Nun sitz ich hier, versuche meine wirren Gefühle zu ordnen und frage mich, wer ich bin.

ER war hier. War. Er ist schon weg. Denn mit mir war nichts mehr anzufangen. Mein Hirn ist von Hormonen geröstet, kaum Konversation möglich. Ich versuche klare Gedanken zu fassen, aber alles bleibt verworren, lässt sich nicht greifen. Wo sind mein Witz, Charme und vor allem: meine Verrücktheit, auf die ich mir immer so viel einbilde? Die ich wie eine Rüstung trage?

ER war hier und zeigte mir Teile seiner Welt. Nichts krasses, nur ein paar Musikclips, Comedy-Clips, Serien, die er mag.

Die Serien schaut er immer auf Englisch. Ob ich das auch machen würde…
…ich kann Englisch, aber nicht so sicher, dass ich mir Serien anschauen würde.
Musik-Clips, die wohl recht bekannt sind…nur kenn ich sie nicht.
Und dann zeigt er mir Rave-Festivals auf denen er war. Riesige Rave-Festivals, tobende Massen. Oder kleine Konzerte.
Ich war auch auf Konzerten, möchte ich sagen. Aber das klingt so erbärmlich. Und auf Rave-Konzerten war ich definitiv nie. Denn elektronische Musik hörte ich erst spät. Aber ich hörte sie viel und lang und tanzte allein in der Küche. Während ich Essen kochte. Doch niemals draußen. Kein Club, kein Konzert, kein Festival.
Wäre ja auch nicht schlimm….doch tatsächlich habe ich mir das immer gewünscht.
Doch ich habe es nie gemacht, wie ich so viele andere Dinge nie gemacht habe. Und das tut gerade sooo weh. Als hätte ich eine einmalige Chance verpasst.
Das Geld war nicht da, der (Ex-)Freund wollte nicht..ich höre meine eigenen Ausreden und höre, wie hohl sie klingen. So hohl, dass ich sie IHM nie unterjubeln würde. Kann mir ja selbst schon nicht glauben.
Fakt ist, ich habe im letzten Jahrzehnt nichts gemacht, außer mich versteckt. Und nun steh ich da und fühle mich wie ein Versagen, obwohl ich mich gerade wie im siebten Himmel fühlen müsste.

ER zeigte einen Clip vom NEVERLAND-Festival auf dem er war. Ich sah Leute feiern, hörte Musik die mich sofort zum Beben bringt, fühlte die Stimmung und spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen.

Jetzt bloß nicht heulen!, sagte ich mir und schluckte alles runter. Nur cool bleiben!
Aber ich war alles andere als cool.

Unterlegen, ertappt, langweilig. Alles keine schönen Gefühle.

Wer bin ich?
Ein Vogel mit schlecht verheilten Brüchen. Jemand der das Leben liebt und gleichzeitig Angst hat, dass er sich unter Menschen verloren fühlt. Und ich bin jemand mit Stolz.
Ich habe viel unterlassen, verpasst, viel Zeit vergeudet. Doch noch habe ich Zeit. Ich muss nur weiter „ja“ sagen.
Morgen eröffnet das John Reed mit großer Party. Da werde ich sein. Und ich werde versuchen so locker, gelassen und entspannt zu sein, wie nur möglich. Und bestimt auch mal tanzen. Kann doch nicht so schwer sein.
Ob ich es am Wochenende auch mal in die Destillery schaffe? Ich weiß gar nicht, wie oft ich da schon hingehen wollte. Werde ich es diesmal schaffen?

Wer will ich sein?
Ich, nur ohne mich zu schämen.
Ich will die sein, für die sich auf Tanzflächen alle fremdschämen, weil sie hemungslos tanzt.
Ich will die sein, die im Abendkleid über die Fibo latscht.
Und ich will Partner sein. Teil eines Teams, dass zusammen her ergibt, als die Summe seiner Teile.

Form wird besser

Hiho zusammen…

Obwohl ich zur Zeit wirklich viel futter, wird die Form besser. Das liegt zum einen am neuen Trainingsplan. Nun merke ich, das ich wirklich zu lang stets dasselbe trainiert habe und dadurch manche Aspekte der Muskulatur vernachlässigt wurden. Denn die jammern jetzt ordentlich.

Zum anderen merke ich, dass es mich selten mal eine Stunde auf einem Stuhl hält. Ich muss in Bewegung sein. Wahrscheinlich ist mein Verbrauch dadurch auch etwas höher.
Ich trainiere zur Zeit auch sehr viel. Viel öfter als sonst. Das liegt zum einen daran, dass mir furchtbar langweilig ist. Mein ganzes Leben langweilt mich zu Tode, da mach ich doch lieber etwas, was immerhin ein Ergebnis bringt. Zum anderen könnte es auch damit zu tun haben, dass ein sportlicher Mann mein näheres Interesse geweckt hat. ^^

Doch die Langeweile ist wirklich schlimm. Es ist, als ob da draußen eine riesen Party tobe und ich sei als einzige nicht eingeladen. Das ist natürlich Quatsch. Aber das Gefühl, ausgeschlossen zu sein und nicht tun zu können, was ich bedarf, macht mich wirklich fertig, zersetzt mich langsam von innen heraus.

Ihr wisst ja, ich bin lösungsorientiert. Was also tun?
Nun, zunächst muss man an den Ursachen arbeiten…
Ursache Nr. 1 ist, ich verdiene so wenig, dass es einfach hinten und vorn nicht reicht. Ich liebe meinen Job, aber ich kann ihn mir einfach nicht mehr leisten.
Also habe ich a) einen Nebenjob gesucht..yay. Dabei habe ich so lange für weniger Arbeitszeit gekämpft. Doch ohne Geld ist die Zeit erdrückend geworden.
Und b) reiche ich dem Teufel die Hand und bewerbe mich beim Staat als Lehrer. Obwohl sich mir beim Gedanken daran echt der Magen umdreht. Das Trauma des Referendariats steckt noch tief in mir. Andererseits bin ich inzwischen ein gestandener Lehrer, der weit mehr als 24h unterrichtet.
Kann es da so schlimm werden?

Wir werden sehen.

Heute geht es erstmal zum Coach, über ein paar Wehwehchen klagen, grundlegend das Essensprinzip überdenken und ein paar Übungen rocken.

Und danach kommt der Mann, der alles mitbringt, wonach es mich dürstet. Ob er meinen Durst stillen kann? =)