Der Seele die Hand reichen oder sie an den Teufel verkaufen?

Als befristet Angestellte bin ich verpflichtet, mich zu Beginn jeden Jahres arbeitssuchend zu melden und mich zu bewerben, falls mein Vertrag nicht verlägert wird. Dass Lehrer gesucht werden, ist bekannt und meine Mädels meinen schon länger: Mensch, mit deinen zwei Jobs…bewirb dich doch einfach und schau, was dabei rauskommt.

Ich habe auch selbst schon mit dem Gedanken gespielt und im Oktober beschlossen, ich tus. Die Bewerbung war schnell geschrieben, darin bin ich inzwischen geübt. Doch eh ich alle Dokumente zusammen und beglaubigt hatte, dauerte es. Was nicht auf sich warten ließ, waren die Träume. Ich träumte vom Ref. Von Gesprächen, die in eine völlig falsche Richtung liefen, Menschen, die mich stets falsch verstanden, Aufgaben, die ich nicht erfüllen konnte, weil alles schief lief.

Was kann schon passieren, außer dass ich mich meinen Ängsten stelle? Ich schickte die Bewerbung ab und bekam eine Eingangsbestätigung via Mail. Das war Anfang November.
Danach passierte nichts. Irgendwann ließen die Träume nach. Alles war still.

Am Freitag den vierten Januar flatterte plötzlich eine Einladung zum Informationsgespräch mit persönlichen Gesprächen im Anschluss für Dienstag herein.
Ort war das Schulamt, eben jenes Gebäude, in das ich während des Referendariats immer zur theoretischen Ausbildung musste.
Fortan träumte ich von diesem Gespräch, in dem natürlich alles schief lief.
Am Tag selbst ging ich mit ganz gemischten Gefühlen hin. Einige bekamen sofort den Arbeitsvertrag in die Hand gedrückt. Es war soweit ganz nett. Man konnte Fragen stellen, bekam alles kurz und knapp erklärt und konnte anschließend in einem Gespräch seine eigenen Wünsche und Vorstellungen angeben. Tat alles nicht weh.

Kurz und schmerzlos ging es weiter, denn schon am nächsten Tag bekamen alle, die keinen Arbeitsvertrag in die Hand bekommen hatten, ein Angebot via Mail mit der Bitte, sich sofort mit der entsprechenden Schulleitung in Verbindung zu setzen.
Da man mir am Dienstag erklärt hatte, dass zu Leipzig auch entferntere Orte wie Wurzen und Grimma gehören, weil man dies wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, rechnete ich mit einem Angebot, dass ich liebend gern ablehnen würde, weil der Arbeitsweg zu weit wäre.
Das war generell mein Gefühl bei der Sache: Ganz langsam einen Fuß vor den anderen setzen und immer zur Flucht bereit sein. Nur nicht zulassen, dass ich wieder in eine Falle gerate oder alte Wunden aufgerissen werden.

Umso geschockter war ich, als ich las, welche Schule ich bekommen könnte. Es war das perfekte Angebot…nur 20 Minuten von meinem Zuhause weg und ländlich gelegen. Eine ruhige Ecke, gutes Klientel. Das war zu schön um wahr zu sein. Plötzlich war es vorbei mit Schritt für Schritt, denn nun stand nur noch der Schulbesuch zwischen meinem Leben als Dozentin für funktionale Analphabeten und einem Leben als reguläre Lehrerin.

Man stelle sich das vor…ein Job der im Monat viel mehr einbringt als meine 2 Jobs zusammen. Sicherheit…wenn ich möchte, könnte ich dort bis zur Rente bleiben ohne mich um Akquise kümmern zu müssen oder sonst ständig in der Angst leben zu müssen, dass die Firma Pleite geht, keinen Zuschlag für meinen Kurs erhält oder meine Stelle abgebaut wird. Dazu einen Abschluss, der mich in jedem Fall absichert.

In der Nacht merkte ich, dass viele Ängste sich legten. Langsam konnte ich mir vorstellen, Lehrerin an einer Schule zu sein. Am Donnerstag ging ich sehr entspannt zum Gespräch mit der Schulleitung. Ich hatte mich für meine Kunstleder-Schlaghose und meine goldene Jacke entschieden, um sowohl schick auszusehen, als auch typisch individuell wie ich nunmal bin.

Zunächst sah ich ein paar taffe, gepflegte Kollegen um die 50 Jahre. Das sah schonmal ganz gut aus. Keine Strickjacken.
Dann trat ein Triumvirat aus dem Lehrerzimmer, dass so richtig dem typischen Lehrerbild entsprach. Steinalt, in Wolle gekleidet, deren Farben man kaum als solche bezeichnen konnte, so nah waren sie dem Grau. Grau waren auch die Gesichter und Haare. Immerhin passsten die Farbtöne zueinander.
Ich sollte etwas über mich erzählen. Also erzählte ich vom Studium und dem abgebrochenem Ref. Dass ich es aufgrund des Pendelns abgebrochen hatte, verstanden alle sofort. Das sei ja wirklich Wahnsinn gewesen. Unverantwortlich.
Dann erzählte ich von der BVB-Maßnahme und dass die Schüler, die in meinen Fächern angetreten sind alle abgeschlossen hatten. Anschließend erzählte ich von meinem jetzigen Job, kam aber nicht weit, weil der Schulleiter mir mitten im Satz ins Wort fiel: „Nun hören sie aber mal auf mit dem Eigenlob.“ „Das kriegen die jungen Leute heutzutage aber so beigebracht“, mischte sich die Personalchefin ein, wohl um mir zu helfen.
„Also hier haben wir kein schwieriges Klientel und keine schwierigen Schüler. Hier läuft alles gut nach traditioneller Art. Das ist auch unser Leitbild und sollte unbedingt eingehalten werden.“

Man brauche mich hauptsächlich als Religionslehrer. Welche anderen Fächer könne ich mir vorstellen zu unterrichten?
Wir einigten uns auf Technik und Computer (TC), was ich mir sehr gut vorstellen konnte.
Bis hierhin konnte ich mir noch vorstellen, das Ganze durchzuziehen. Ich würde zwar zurück in den Schoß der Kirche krabbeln und viel Religion unterrichten müssen, aber wenn alles andere stimmte, würde ich das schon hinbiegen.

„So, wollen sie sich das Haus noch ansehen?“, fragte der Schulleiter. „Wir haben allerdings noch Baustelle hier.“
„Was bedeutet das für den Unterricht? Haben sie Ohrschützer für die Schüler?“
„NEE, BEI UNS BLEIBEN DIESE HANDYS IN DER TASCHE!“
Ich schnallte sofort, dass er bei Ohrschützer nicht an Kapselgehörschützer von Baustellen dachte, sondern offensichtlich glaubte, in meinem Unterricht hört jeder über sein Smartphone Musik im Unterricht. Was vorher als leichtes Ressentiment zu spüren war, schlug mir nun als offene Empörung entgegen. Ich versuchte zu erklären, was ich eigentlich gemeint hatte und dass ich diese Kapselgehörschützer bei meinen Alphas einsetze, wenn sie sich kurzzeitig schwer konzentrieren können, weil sie mal wieder die Fliege an der Wand stört. Doch ich kam kaum zu Wort.
„Wir brauchen hier solchen modischen Schnickschnack nicht. Unsere Schüler können sich alle konzentrieren. Ne, sowas fangen wir nicht an.“ Da waren soch alle drei einig und mein Kopf war plötzlich heiß. Genau diese Art der Vorverurteilung und Engstirnigkeit hatte ich im Referendariat zur Genüge erlebt. Die Stimmung wandelte sich spürbar. Von nun an schärfte man mir nur noch ein, was man von mir erwartete, ließ mich kaum mehr zu Wort kommen, machte mir nochmal klar, dass es eine Probezeit gibt und sie auch unpassende Leute schon in dieser Zeit entlassen hatten. Dann drückte ich noch Hände und wurde mit den Worten verabschiedet: „Wie gesagt, maßgebend ist, dass sie Religion unterrichten können, sonst brauchen wir sie nicht. Das Werde ich Herrn XY vom LASUB auch telefonisch mitteilen.“ Und dann drehten sich alle geschlossen um und gingen zum Tagesgeschäft über.

Ich taumelte ins Freie, hin und hergerissen zwischen dem Gedanken an die Chance und einem Bauchgefühl, welches irgendwas wie „Untergang“ murmelte.

In diesem Zustand ging ich zu Marcel…ich hatte seit einem Monat quasi nicht trainiert und sah mich auch nicht in der Lage das wieder hinzukriegen. Darüber wollte ich mit ihm reden. Über neue Trainingspläne und Ziele reden. Stattdessen erzählte ich vom Gespräch.
Schließlich riss ich mich zusammen und besprach noch das, weshalb ich eigentlich gekommen war…Pläne, Ziele und Schmerzen im Beugeransatz am Knie. Marcel hörte geduldig zu. „Mir kommt es vor, als würdest du vorm Bodybuilding fliehen und du flüchtest dich zum Pole Dance.“ Ich nickte. Da hatte er ins Schwarze getroffen.
„Aber ich weiß, welchen Weg du gegangen bist, wie weit du gekommen bist und dass du es liebst, dich zu entwickeln. Ich weiß nicht, ob ich dich jetzt einfach ziehen lassen kann.“
Und da wirkte marcellische Magie und ich hörte mich sagen: „Marcel, dann machen wir das einfach nicht.“ Irgendwo in mir war noch ein Funke, der sich weigerte zu erlischen.
Wir besprachen die Rahmenbedingungen der neuen Pläne und Marcel ließ sich erklären, wo und wann genau mein Knie schmerzte.
Und er erklärte mir, dass mein Beugeransatz schmerze, weil der Strecker verklebt sein.
Hä?!§$% Wie jetzt, es tut hinten weh, weil vorn etwas verklebt ist?
Er zeigte mir Übungen und ließ mich über die Blackroll rutschen. Und oh, was waren das für Schmerzen! Siehe da, diese Schmerzen zogen genau bis in den Beugeransatz. Mein ganzer Oberschenkel stand in Flammen und nun wusste ich, dass er mal wieder Recht hat. Ob ein Arzt mir das so schnell aufgeklärt hätte?
Es ist echt immer wieder eine schöne Überraschung, was bei Marcel alles rauskommt, wenn man ihn nur fragt.
Die Übungen mache ich nun täglich, auch wenn ich die Schmerzen nicht lang aushalte. Ich spüre das Knie noch immer, aber es ist kein Vergleich zu den Tagen davor. Es lässt nach, ich muss nur weiter die Übungen machen.
Als wir mit dem Gespräch durch waren, wandte ich mich schon fast zum Gehen, srehte mich aber aus einem Impuls heraus nochmal um und fragte Marcel: „Und was sag ich nun morgen dem Schulamt?“
„Steffi, nach dem, was du erzählt hast und so wie ich dich kenne, wirst du damit nicht glücklich. Das passt nicht zu dir.“
Und damit war die Entscheidung gefällt.

Ich war vor kurzem bei zwei Vorstellungsgesprächen für Unterricht im Strafvollzug. Ziemlich verschärfte Angelegenheit, aber ich konnte mich dort sehen, mein Bauch sagte: das kannste machen, das ist voll okay. Bei der Schule hingegen sagte er mir, ich solle es tunlichst lassen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Am Freitag schrieb ich gegen 4:40 die Absage. Seitdem fühle ich mich sehr erleichtert. Ich habe wieder Lust auf Bodybuilding, darauf an mir zu arbeiten, Lust auf neue Fotos von mir und meine Libido schlägt plötzlich wieder Purzelbäume. Die Bewerbung hat mich wohl stärker beeinflusst, als ich es wahrgenommen habe.

I’m back. 😀

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dunkle Zeit

Heute ist mein letzter freier Tag…“zum Glück“ raunt es mir da vom Rande meines Bewusstseins zu.

Es ist nicht so, dass die letzten Wochen furchtbar waren und ich die ganze Zeit unglücklich in der Ecke gesessen hätte. Im Gegenteil, es waren fast alles richtig schöne Tage. Teilweise genoss ich die Entspannung allein Zuhause, oder ich war in guter Gesellschaft und hatte richtig ausgelassen Spaß.

Und dennoch schwebte über allem der dunkle Mantel. Das begann vor Weihnachten, als meine Heinis mir die letzten Reserven wegfraßen und ich mich in einem Gespräch sagen höre: „Wir stehen hier an einer Weggabelung und ihr müsst jetzt entscheiden, ob die nächsten drei Monate hier eine schöne Zeit oder die Hölle auf Erden sind. Denn ich bin im Moment am Ende. Mit meinen Nerven, meinen Ideen, meinen Lösungen, meinen Strategien. Ich kann nicht mehr. Und wenn ihr so weitermacht, schmeiß ich hin. Dann gehe ich.“
Das zeigte Wirkung, die letzten zwei Tage vor Weihnachten verbrachten wir alle in seliger Stimmung, waren lieb zueinander und wieder eine richtig gute Truppe. Aber der Kraftstoffanzeiger war im roten Bereich und ich brauchte dringend einen Energieschub von außen.

Den erhoffte ich mir wieder vom Favoriten. Ich hatte ihm schon früh gesagt, dass ich durch meine Doppelschichten nur an zwei Zeitfenstern könne. Am Tag des ersten Zeitfensters hoffte ich also schon ganz zappelig auf die Nachricht, dass er vielleicht heute käme. Ich klammerte mich geradezu an den Gedanken, sog daraus die Kraft und gute Laune, die ich brauchte, um einen Schritt vor den anderen zu setzen.
Doch zunächst hörte ich von ihm nur: „Weiß ja nicht, wie du Zeit hast, aber ich könnte Samstagnachmittag oder Sonntag.“

Der Satz löste mich auf. Ich war bei der Mittagspause und hätte mich am liebsten sofort unterm Schreibtisch zusammengrollt und wäre in Dornröschchenschlaf gefallen, denn natürlich hatte ich weder am einen noch am anderen Termin Zeit. Verzweiflung und Wut sind ein ganz übles Gemisch. Es überfiel mich und ich wusste doch aus den Streits der Vergangenheit, dass ich nichts mehr daran ändere. Denn egal, was ich sage, der Favorit ändert seine Pläne nicht und ich steh in seiner Prioritätenliste ganz unten.

Ich schrieb ihm später, wie mies es mir nun ginge und wie bitter es sich anfühlt, so tief in der Prioritätenliste zu sein, dass jeder Typ, der ihn auf der Straße anspricht, ob er ihm einen Burger vom McDrive mitbringen könnte, vor mir landen würde. Denn ich bin ja nur Sex und auf den kann er locker ein paar Wochen verzichten.
Giftige Worte, aber deswegen nicht weniger wahr.

Es war genau die Situation eingetreten, die ich immer vermeiden wollte und wegen der ich keine Beziehung mehr will. 90% des Jahres gebe ich Vollstoff, bin voller guter Energie, verschwende sie geradezu, um andere zu motivieren und selbst durch den Alltag zu schweben. Aber es gibt eben die Zeit der 10%, in der meine Reserven aufgebraucht sind und ich einen Teil der gegebenen Energie zurück bräuchte. Mein Ex ist viele Jahre in genau der Zeit mit seinem Verständnis da gewesen. Ich hätte mir dann zwar auch mal eine Massage oder ausgiebige Streicheleinheiten gewünscht, aber immerhin gab er mir emotionalen Halt.

Nun bin ich Single und muss mich selbst managen. Und da setze ich ausgerechnet auf das unzuverlässigste Pferd im Stall. Typical me. Doch der Schaden war angerichtet.
Zu allem Übel sagt der Kerl auch wirklich immer noch das Dümmste, was man in solchen Situationen sagen kann. Wäre es nicht so real, wären seine Texte guter Stoff für einen Bühnenkomiker.

So saß ich dann also am ersten „freien“ Tag (meine Schicht im Nebenjob begann erst 18 Uhr) morgens im Bett und wusste, es wartet die nächsten Tage nur die Arbeit auf mich. Arbeit und Zeit. Keine Gesellschaft, keine Party, keine Ablenkung, kein Sinn. Die Arbeit wurde das einzige Strukturelement eines endloses Ozeans voller leerer Zeit. Ich hatte schon ungewöhnlich lang geschlafen und stellte schon beim Aufwachen fest, dass er sich an meine Schultern schmiegte: der Mantel aus bedrückender Dunkelheit. Ich schaffte es nichtmal zum Kaffee in die Küche. Lag nur wie gelähmt da. Nicht einmal der morgendliche Smalltalk mit dem Favoriten war ein Motivationspunkt, denn ich war noch so sauer, traurig und verletzt, dass ich nicht schrieb.

Am 25. wachte ich früh auf und spazierte voller guten Mutes ins Fitnessstudio. Mittlerweile fühle ich mich im John Reed so wohl, dass ich manchmal meinen Wohnungsschlüssel statt meiner Mitgliedskarte zücke, wenn ich reingehe. 2. Zuhause eben.
Auch am 25. fühlte ich mich dort gut aufgehoben und wollte mit einer Ganzkörpereinheit loslegen.
Guter Plan soweit. Nur dass ich eben den Mantel aus Dunkelheit noch immer trug. Schon in der ersten Übung fiel es mir von Wiederholung zu Wiederholung schwerer. Als hätte ich überall unsichtbare Bleigewichte am Körper. Ich dachte erst, es wäre nur das fehlende Training und zwang mich noch zu einer zweiten Übung. Dort spürte ich es dann ganz und gar. Die Muskultatur brannte sofort, alles fühlte sich an, als würde ich mit erhöhter Schwerkraft trainieren und plötzlich war ich müde. So lähmend müde.

Das war der Worst Case, denn wann immer ich in den nächsten Tagen darüber nachdachte, ins Studio zu gehen, überfiel mich die Angst, dass mich der Mantel wieder bis ins Studio verfolgt und dort nur darauf lauert, dass ich etwas unternehmen will, um mich zu retten. Den Mantel im Training zu erkennen ist einfach…die totale Niederlage. Eine klare Botschaft: Die Depression ist wieder da und du entkommst ihr nirgends. Versuchs gar nicht erst.
Ich war seitdem nicht mehr im Studio…

Gerettet hat mich dann zunächst ein sehr verspäteter Besuch des Favoriten. Was, bin ich total doof, dass ich den trotzdem noch reinlasse?
Ja, ich bin nicht nur doof, ich bin auch total süchtig. Denn so mies das alles läuft und so schlecht er zu mir passt…die Stunden mit ihm sind Stunden im Himmel.
Es ist auch wieder typisch für mein Leben, dass der Charakter, der im Alltag am schlechtesten zu mir passt, im Bett der ideale Partner ist. Drei Stunden mit ihm und die Welt ist plötzlich wieder ein buter, lichtdurchfluteter Ort voller schöner Melodien. Verflixt nochmal…

Und als er weg war, wollte ich gerade zum Training stiefeln, als ich zwei Paketscheine im Briefkasten finde…meine Poledancestange wartete beim Nachbarn auf mich! 😀

Langsam kam wieder Licht ins Dunkel.

Durch den Stress in den letzten Wochen habe ich natürlich auch mehr gegessen…logisch, ich rede auch nicht von Proteinen. Ich spürte tagtäglich, wie ich dicker und weicher wurde. Wie der Speck sich über den Rand der Hose schiebt und meine Arme! X_x Aber ich konnte es nicht aufhalten und so hatte ich das Gefühl, alles verloren zu haben, worum ich so lang gekämpft hatte. Das ewige Auf- und Ab hat mich wieder.
Erst als ich mich an der Stange sah, wurde mir klar, dass nichts zu spät ist, dass der Mantel mich mit seinen Einflüsterungen betrügt und nichts so schlimm ist, dass man es nicht mit ein wenig Sport und Disziplin wieder hinkriegt.
Der Mantel lügt. Und man glaubt ihm doch.
Zum Glück macht es einfach so viel Spaß, an der Stange zu turnen, dass ich es nur aus eben diesem Spaß heraus tue.

Das Gefühl, fliegen zu können und von der erarbiteten Muskulatur zu profitieren. Und das Gefühl an der Grenze zu einem ganz neuen Land voller Möglichkeiten zu stehen, holt mich langsam raus aus dem Tief. Und jetzt werde ich mal eiligst nach Diätplan vorkochen, denn ich will heute noch versuchen, zum Training zu gehen.

Ob ich es schaffe? Drückt mir die Daumen. 😉