Kacke zum Trinken – Mein Darmbakterienexperiment Teil III

In Teil II hatte ich eine sehr positive Bilanz gezogen, die muss ich nun leider ganz revideren. Ich wünschte es wäre anders…

  • Die Abnahme von 2kg reduzierte sich in den Tagen nach dem Review auf 1kg…das andere Kilogramm war wohl Wasser, welches durch fehlenden Muskeltonus zunächst ausgeschwämmt war, denn obwohl ich streng nach Diät aß, wurde ich jeden Tag schwerer. Der einzige Unterschied war das nunmehr wieder regelmäßige Training.
  • Meine Darmtätigkeit wurde wieder träger…ich ging viel zu selten auf Toilette, sodass meine Teilnehmer mir nach der Mittagspause sogar eine Schwangerschaft anhängen wollten. Alles zurück zur Ausgangssituation.
  • Die gute Laune war wie weggeblasen. Statt Euphorie fühlte ich mich nur noch ausgezehrt, alles wurde zur Qual.
  • Zusammen ergab das Schritt für Schritt das Gefühl, auf einen Abgrund zuzurutschen und täglich weniger Power zu haben, um mich zu wehren. Damit war die psychische Stabilität auch dahin…

Ich bat meinen Coach, mir in den Hintern zu treten, damit ein regelmäßiges Training erhalten bleibt. Das tat er auch und mein Körper resignierte ganz, als mich eine Erkältung erwischte.

Da ließ ich einfach los. Die ersten zwei Tage habe ich noch getrackt und kam weit über 3000 kcal/d. Und dann hörte ich auch auf zu tracken und ließ einfach los. Seit einer reichlichen Woche habe ich gegessen, worauf ich Lust habe, viel gezockt und gesessen und weder trainiert noch Kalorien getrackt. Gestern war ich morgens mal auf der Waage: 75,2 kg. Die letzte Messung eine Woche zuvor waren 71,7 kg.

Paprika war sichtlich geschockt von der abrupten Wendung

Das Schlimme ist, dass ich nun wieder bei einem Schneckentempo von 1kg/Monat Abnahme bin. Ich hatte wirklich gehofft, die Darmbakterien bringen da etwas Tempo rein, stattdessen hat sich wieder bestätigt: Meine Power reicht nicht für mehr. Wenn ich mehr Gas gebe, nehme ich vielleicht im Monat 100 g – 300 g  mehr ab, aber meine Power leidet so darunter, dass ich später dafür bezahle.

Mit 71,x kg  und 2 kg/m Abnahme schien die 65 kg in greifbarer Nähe. Nun, mit einem Ausgangsgewicht um die 75 kg und einer monatlichen Abname von 1 kg darf ich an dieses Ziel gar nicht denken.

So schnell kann es gehen. Vor wenigen Wochen noch mit Blick auf die Zielgerade unterwegs, nun muss ich erstmal den Rückschlag verkraften und überhaupt wieder auf die Beine kommen. Die Erkältung lässt noch kein Training zu, aber immerhin geht ab heute wieder das Essen nach Plan los.

Zocken mit Hindernissen…

Ich habe die Woche auch genutzt um neue Rezepte auszuprobieren. Zwei Rezepte sind sehr gut gelungen und werden nun in meine Pläne eingearbeitet, weil die Ergebnisse verdammt lecker und dazu noch gesund sind.

Nummer 1: Lachs vom Pumping Chef

Nummer 2: Pralinen von Maria

 

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42. Woche der Diät – neuer Lichtblick?

Vorletzte Woche traf ich mich mit meinem Coach und hatte nach einem Tief wieder neue Motivation darin gefunden.

Klingt super, was? Lang hielt sie nicht.

Mein Freund ist seit gefühlten 10 Wochen erkältet und nach einem gemeinsamen besuch im Studio kam der Husten mit voller Kraft zurück. Dann kamen Zahnschmerzen dazu, mit dem neuen Job ist er auch nicht so recht glücklich. Und da hilft dann bei all dem Frust nur Pizza, Chips, Bier und Wein. Die Stimmung war bedrückt.

Was kann man tun?

Ganz klar, man muss ein Spiel finden, in das man sich flüchten kann. Und TADAAA, Guild Wars 2 hat am Freitag ein neues Add-On veröffentlicht. Ich bettel Slaine seit 5 Jahren an, es nochmal zu versuchen. Doch erst als sein Arbeitskollege meinte, er solle es sich holen, war er bereit, dem ganzen noch eine Chance zu geben.

Damit war der Untergang eigentlich besiegelt. Die Voraussetzungen zur totalen Realitätsflucht. Das Ende jeden Plans.

Viermal wollte ich diese Woche zum Training. Am Samstag war ich bis dahin nur einmal gewesen. Gegen 13 Uhr knickte ich innerlich die Trainingseinheit, um mehr Zeit zum Zocken zu haben.

Gegen 17 Uhr dachte ich intensiv darüber nach, welches Essen ich denn dann noch vernichte.

Innerlich war ich unruhig, einerseits die euphorische Stimmung vom Abenteuer und gleichzeitig wusste ich: Ich stehe am Scheideweg und eigentlich habe ich mich gerade meinem Schicksal ergeben…zurück zum Zocken, fressen….versagen.

Und dann kam das retardierende Moment…von einem Moment zum anderen ärgerte ich mich, sprang auf, flitzte zum Training und schrieb auf dem Weg meinen Coach an, um ihm zu sagen, was da gerade bei mir passiert. er solle mich doch bitte am Sonntag kontaktieren, um mir in den Hintern zu treten.

Gesagt, getan. Das Unglück ist zunächst abgewendet.

Und als Bonus hat Slaine nun einen Termin mit meinem Coach…vielleicht die große Wende?

40 Wochen Diät…und kein Ende in Sicht.

Am Montag saß ich mit meinem Coach auf der Bank. Die Tage davor plagte mich der Hunger heftig und im Training fühlte ich mich wie ausgesaugt…keine Kraft, keine Ausdauer. Bei jeder Wiederholung dachte ich: Ich will nicht mehr! Sie letzten Sätze schenkte ich mir ganz.

Und so kam es, dass ich ihm zum ersten Mal Bilder vom aktuellen Stand zeigte und die Frage nachschob: Wie lange noch? Wie viele Wochen muss ich noch hungern?

Vor dem Gespräch hatten sich 4-6 Wochen in meinem Kopf festgesetzt. In der Zeit könnte ich es knapp unter 70 kg schaffen. Ich stellte schon erste Überlegungen an, wie es danach weiter gehen könnte. Morgens täglich mindestens 20 g Kleie, samstags ein Cheatmeal, täglich mindestens 2000 kcal….Ich konnte es mir richtig gut vorstellen. Ich wollte nicht mehr..keinen Hunger mehr, nicht mehr das Gefühl, mein Körper verzehre sich selbst, bessere Leistung im Training, Brustmuskelaufbau statt jede Woche weniger. Vier Wochen sind überschaubar, so lange könnte ich es vielleicht noch aushalten. Also stellte ich die Frage und schaute ihm ins Gesicht.

Er weicht meinem Laserblick aus, zieht kurz die Schultern hoch und sagt: „Natürlich ist dein Wunsch hier maßgeblich. Ich würde dich gern unter 70 kg sehen, das sollten wir schon schaffen. Aber ich glaube, mit 65 kg sähest du perfekt aus.“

Ohhhh…dieser geschickte Teufel!!!

 

„Was denkst du…schaffst du es noch bis….sagen wir Weihnachten?“

Ich möchte sagen: „Nein!“
Ich möchte sagen: „Ich will was anderes hören!“
Aber innerlich spürte ich, wie eine Zahl sich durch meinen Verstand frisst, durch allen Widerstand hindurch und irgendwo in den Tiefen meines Restfettgewebes einrastet: 65kg.

„65 kg, das habe ich nicht mehr gewogen, seit ich 11 war.“, sage ich und vergesse dabei vollkommen meine Magersucht mit 16. Trotzdem ist 65 kg eine Zahl, die für mich so unvorstellbar ist wie eine live beobachtete Supernova. 65 und das Prädikat „perfekt“…die Zahnräder setzten sich in Bewegung.
„Weihnachten, da ist ja fast Silvester. Zu Silvester bin ich eh immer top motiviert, da geht immer etwas Neues los.“ Und damit war es besiegelt….Erstmal bis Weihnachten durchalten…und dann den Rest zur 65. Der Plan steht. Marcel weiß es vielleicht nicht, aber seine Antwort war ein Geniestreich der Rhetorik. Der Sack hat mich locker über meine Grenze geschubst. Eine Grenze die für mich schon fast eine unüberwindliche Mauer war.

Studio ist derzeit frustrierend. Überall fehlt die Kraft, die Ausdauer, es ist kalt, oft voll und ich bin ständig enttäuscht von mir. Aber das ist alles egal. Ich habe wieder ein klares Ziel vor Augen und da zählt vor allem, dass ich hingeh und ein paar Extrakalorien verbrenne.
Leistung, Müdigkeit, Wartezeit, das alles wird zur Nebensache. Durchziehen…

Und nicht immer von der Nähmaschine ablenken lassen. Die Gute wird für mich langsam zur Besessenheit. Diese Woche war Slaine beruflich unterwegs und ich war wie im Wahn. Konnte nachts nicht schlafen, konnte es tagsüber nicht erwarten, endlich wieder das nunmehr vertraute Surren zu hören. Alles andere wurde zur nervigen Unterbrechung. Ich vergaß zu essen, ging viel zu spät ins Bett und bin inzwischen so überdreht, dass ich ständig alles verpeile. Dauernd finde ich Sachen, wo sie nicht hingehören oder renne dreimal los, um etwas zu holen. Beim Kreuzheben habe ich heute links eine 15 kg-Scheibe vergessen. O_o
Nachdem ich heute den Stoff für eine Hose zuschnitt um am Ende festzustellen, dass der Fadenlauf genau anders herum gehört, habe ich mir selber eine Pause verordnet.

Das wird schwer…eine Hose und ein Shirt müssen nur noch genäht werden und ich habe noch Stoff für weitere Sachen übrig! *zitter*
Aber es nützt ja alles nichts. Lieber erfreue ich mich erstmal an den Sachen, die ich schon geschafft habe und gehe dann mit frischer Konzentration an den Rest. Der Plan für nächste Woche: viermal ins Studio!

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Kacke zum Trinken – mein Darmbakterienexperiment Teil II

Heute ist es genau einen Monat her, dass ich mit der täglichen Einnahme von Omni Biotic Metabolic, sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) begonnen habe. Man könnte es auch anders formulieren, ich habe nun einen Monat lang Scheiße gefressen. (Nein, die Wortwitze nehmen kein Ende!)

Ich habe vorher keine Darmanalyse gemacht, keine Blutwerte analysiert. Das Ganze wird wieder ein rein subjektives Review, bei dem ich meine Eindrücke schildere. Und die sehen wie folgt aus:

  • Zunächst habe ich bemerkt, dass sich mein Magen anders anfühlt. Als wäre eine Grundspannung da, die ich vorher nicht kannte.
  • Ich gehe deutlich öfter auf Toilette, und damit meine ich nicht pinkeln.
  • Ich habe verdammt gute Laune. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich endlich begriffen habe, was ich schon bewältigt habe und wie gut alles schon aussieht. Jedenfalls scheint mir seit einem Monat die Sonne aus dem Arsch. Metaphorisch natürlich.
  • Ich habe Hunger. Ständig. ABER und das muss ich wirklich betonen, ich habe keinen quälenden Heißhunger, keine extremen Gelüste auf bestimmte Sachen. Ich möchte mehr essen, aber nichts Bestimmtes. Und das lässt sich aushalten. Während die Gelüste mich immer irgendwann in die Knie zwangen, habe ich nun ständig Hunger, gebe dem aber nur selten nach.
  • Insgesamt fühle ich mich…stabiler. Ich bin mal schlapp und mal müde und auch mal ein bisschen wehleidig und quengelig, aber ich weiß die ganze Zeit, das sind nur Launen, nichts „echtes“ im Sinne von „bedeutungsvolle Signale für drohende Katastrophen“. Die Änderung bemerkte ich vor allem daran, dass ich plötzlich ein Hobby habe. Seit vielen Jahren genehmige ich mir Eskapismen wie das Zocken von PC-Spielen oder das Lesen von Büchern um abzuschalten und tatsächlich der Realität zu entfliehen. Neu ist nun ,dass ich ein Hobby habe, was mich tatsächlich wenig entspannt. Im Gegenteil, ich bin sehr angespannt, muss mich schwer konzentrieren, erlebe viele Rückschläge und Frust, es kostet viel zu viel Zeit und am Ende bin ich total überdreht, weil ich so freudig angespannt dabei bin. Das ist keine Flucht, das ich echte Beschäftigung. Sowas hätte ich mir vorher nicht leisten können, weil ich von meinem Alltag und dem ganzen psychischen Ballast, den ich mit mir herum schleppe viel zu erschöpft war. Genau diese Erschöpfung scheint nun weniger zu werden und plötzlich ist Raum für mehr. Das ist eine ganz grundlegende Veränderung, die mir viel bedeutet. Sie kann aber auch der Gesamtsituation (glücklich im Job, den ich nun leichter bewältige, glücklich mit meinem Körper, der Genuss, mein Leben „im Griff zu haben“, weniger Aufwand fürs Essen…derzeit läuft einfach alles spitze) geschuldet sein.
  • Ich habe in diesem Monat glatte 2kg verloren. Mehr als bisher (von den ersten Monaten, in denen man sowieso viel verliert, abgesehen). An Brustumfang, Taille und Hüfte habe ich je 2cm verloren. Das ist auch beachtlich. Besonders, da ich 2 der 4 Wochen fast gar keinen Sport gemacht habe. Mehr Abnahme bei weniger Sport…die oberen Punkte sind wirklich sehr subjektiv, aber ich denke, bei dem Punkt ist es klar den Bakterien zuzuschreiben, denn am Essen habe ich nichts geändert.

Fazit: Auf mich scheint es einen sehr positiven Effekt zu haben, daher werde ich es die nächsten Monate weiter einnehmen.

Selfie nach dem Pumpen im selfmade Trainingshirt

 

38. Woche der Diät

September…die ersten kühlen Tage. Der Sommer ist fast vorbei. Mitte Dezember habe ich meine Diät bzw. den neuen „Lifestyle“ gestartet. Im Januar habe ich mir zur Ermutigung einen Zettel geschrieben, auf dem ich die Monate notierte. Daneben notierte ich Zahlen…jeden Monat 2 weniger…2kg weniger. Ich wollte mir vor Augen halten, wo ich dieses Jahr hinkommen kann, wenn ich durchhalte.

Auf diesem Zettel steht bei September: 68kg. Bei Oktober steht: halten & Aufbau planen.

Gewicht heute morgen: 72,8kg. Das Schwerste ist geschafft, doch bis zum Umkehrpunkt ist es noch ein Stück. „5 kg müssen noch runter, aber dann musst du aufhören“, sagte letztens ein Trainer im Studio.

Mein Blick zum Kommentar des Trainers.


Die Zahl hat mich total geknickt. 5kg sind bei 1kg/m mal eben 5 weitere Monate. Der Gedanke an eine so lange Zeit kann mich instant zur Verzweiflung treiben. Ich sollte ihn wieder in den Hinterkopf verbannen. Der Coach sagt: „Du kommst jetzt sowieso in einen Bereich, wo die Waage weniger zu melden hat.“

Der Gute. Ich habe die Entscheidung, diesen Coach zu engagieren nie bereut. Im Gegenteil. Seit Mitte Dezember bin ich mir sicher, mein Ziel erreichen zu können und vor allem: Dabei nicht allein zu sein mit meinen bescheuerten, irrationalen Gedanken und Ängsten. Marcel hilft mir nicht nur, einen Ernährungsplan durchzuziehen. Er hat mich dazu gebracht, mich gesünder zu ernähren, meine Ausführungen verbessert, den Trainingsplan mit neuen Übungen bereichert und als ich beim letzten Mal mit ganz verkrampftem Rücken ankam, hat er erst ordentlich auf die schlimmsten Triggerpunkte gedrückt, mir dann Stretching-Übungen gezeigt und mir anschließend noch einen kleinen harten Ball empfohlen, um mir selbst die verklebte Muskulatur zu „zerdrücken“. Er hört sich jeden Monat geduldig mein Gejammer und den ganzen Stuss an, der mir durch den Kopf geht. Psychotherapeut, Ernährungsberater, Trainingsanimateur, Physiotherapeut und Bodybuilding-Experte in einem. Unbezahlbar!
Mit 80kg in den Händen bin ich von einer trainierten Frau kaum noch zu unterscheiden!

Wann immer ich meine Stretching-Routine beginnen möchte…

…muss ich erst mit diesem Boss fertig werden.

Inzwischen ist es auch etwas über zwei Wochen her, dass ich die Darm-Bakterien täglich einnehme. Um schon große Rückschlüsse zu ziehen, ist es noch zu früh. Festzustellen ist, dass ich seither entspannter bin und voller guter Laune. Ich weiß nicht, ob es nur an den Bakterien oder ob mein „neues“ Aussehen da mit hinein spielt oder der Umstand, dass ich mich gegenüber meiner Familie mehr abgrenze und der Einfluss so geringer auf mich wirkt. Jedenfalls ist es für mich als alte neurotisch veranlagte Stressbirne eine große Veränderung. In den letzten Jahren ist mir einfach fast alles, was unter Freizeit zählt, zu anstrengend gewesen. Ich fühlte mich einfach dauerhaft ausgelaugt und konnte mich zu kaum mehr durchringen, als im Bett ein Buch zu lesen. Hobbys? Fehlanzeige.

Ich konnte mich schon immer für Dinge begeistern…theoretisch. Aber praktisch umsetzen? Dazu fehlte einfach die Energie. Und nun nähe ich plötzlich. Sitze stundenlang im Nebenzimmer, klebe Schnittmuster zusammen, schneide, nähe (und trenne die Naht gleich wieder auf und nähe neu und trenne wieder). Ich vergesse zu essen, zu trinken, vergesse die Zeit und wenn etwas fertig ist, scheint mir die Supernova aus dem Arsch.

Meine neueste Anschaffung: Ein Rollschneider-Set.

Letzte Woche dachte ich noch: Abwarten, wenn ich erst wieder vor meinen Teilnehmern stehe, wird die Energie wieder weg sein. Ist aber nicht so. Im Gegenteil, ich konnte locker mit allem umgehen und meine gute Laune übertrug sich auf die Teilnehmer. Selbst Schwierigkeiten konnte ich mit voller Nervenstärke meistern, Streit schlichten, klare Ansagen machen und somit souverän für Ordnung sorgen. Und dabei fühlte ich mich ganz bei mir selbst. Etwas aufgedreht vielleicht, aber stabil!

Fühlt sich an wie….

Ich habe auch mehr Hunger als sonst…ich fühle mich den ganzen Tag hungrig. Aber ich habe weniger Heißhunger, diese alle übertönenden Gelüste, die mich irgendwann in die Knie zwingen, die hatte ich in den letzten 2 Wochen gar nicht. Appetit ja, quälender Heißhunger: nein. Liegt es an den Darmbakterien oder daran, dass ich einfach erfüller und glücklicher bin? Wer weiß.

Jedenfalls ist das Nähen meine neue Leidenschaft. Ich kann noch immer kaum glauben, dass ich trotz meiner totalen Unfähigkeit, links und rechts auseinander zu halten oder abstrakte Schnittmuster im räumlichen Zusammenhang zu einen Kleidungsstück zu denken echte Kleidungsstücke zustande bringe, die ich auch tragen kann. Für mich ein echtes Wunder!

Seit gestern meine neue Hose:

Slaines Trainingsshirt ist auch fertig. Alles schrecklich dilettantisch, aber ich habe viel dazu gelernt.

In zwei Wochen kann ich abschätzen, ob die Veränderungen nur Zufall sind, oder ob ich vielleicht doch auf dauerhafte Veränderungen hoffen kann. Dann gibt es Teil 2 von „Kacke zum Trinken“. 😉

Im eigenen Kleiderschrank shoppen…

Irgendetwas ändert sich gerade. Ich weiß nicht, ob es an meinem neuen Powerdrink liegt oder daran, dass ich mich wieder etwas von familiären Belastungen befreit habe, aber im Moment habe ich so ein richtiges Stimmungshoch. Ich wache früh auf und fühle mich topfit. Ich geh viel zum Sport, weil ich die Power dafür habe. Ich verspüre Hunger, vergesse aber dauernd zu essen, denn mich beschäftigen andere Dinge.

Und das ist die eigentliche Neuigkeit. Ich habe ein Hobby entdeckt!
Klingt nicht nach einer großen Neuigkeit? Für mich ist es das aber, denn in den vergangenen Jahren habe ich eigentlich nur aus einem Pflichtgefühl heraus etwas unternommen. Oder ich habe mich in Bücher und ähnliches gestürzt, um für kurze Zeit diesem Pflichtgefühl zu entkommen. Dabei ging mir die Fähigkeit, etwas einfach für mich, nur zum Spaß zu machen, völlig ab. Alles war zu anstrengend.

Diese Woche hatte ich Urlaub. Allein. Slaine musste arbeiten. Ganze Tage waren zu füllen und kein Geld auf dem Konto. Man kann nicht jeden Tag durchgehend nur Sport machen und lesend im Bett…das würde in Fressattacken enden. Ich brauchte einen Plan. Ich brauche immer einen Plan und diesmal nahm ich mir vor, Fotobücher anzulegen, um die vielen Jahre, die ich nun mit Slaine verbracht habe, festzuhalten.
Gesagt, getan.

Aber das ganze Sortieren, Anordnen, kreativ sein ist auch echt anstrengend. Da musste noch etwas her.

Eine Kollegin schwärmt regelmäßig von Nähsessions, bei denen sie bis tief in die Nacht alles andere vergisst, bis das Kleidungsstück fertig ist. Das sei jetzt so einfach, mit den tollen Anleitungen und Schnittmustern aus dem Internet.
So ein Schnittmuster für 3-5€ konnte ich mir gerade noch leisten, also los!
Bei näherer Betrachtung sah das gar nicht sooo schwer aus. Und schon hatte sich der Gedanke festgesetzt, alle Vernunft vertrieben und schwupps, stehe ich in einem Stoffgeschäft und lasse mich beraten. Eine 70ger Marlene-Hose für mich und ein Trainingsshirt für Slaine sollen es werden.

Zuhause angekommen messe ich meinen Hüftumfang ab, um heraus zu bekommen, welche Größe ich schneidern muss. Und da wurde ich stutzig.
Größe 38?
Kann nicht sein. Totaler Blödsinn.
Klar, dass ich nicht mehr, wie im Dezember noch, nach Größe 44/46 schauen muss, war mir klar. Aber 38?!? Nie im Leben!

Aber das lässt sich ja einfach feststellen. In meinem Kleiderschrank lauern schließlich seit über 12 Jahren noch Klamotten in dieser Größe. Klamotten, die damals schon schön spack saßen, weil ich eher Größe 40 hatte.
Also erstmal den Kleiderschrank druchwühlt und alles angezogen.

Und tatsächlich…die Klamotten sitzen bequem. Ich muss nicht einmal die Luft anhalten!

Und da war doch dieser Rock….der Rock, der mir noch nie gepasst hat. In den wollte ich mich immer reinhungern. Das war der Plan seit 2005. Hungern und dann in den Rock passen.
Schnell war er gefunden…quasi unberührt hängt er seit 12,5 Jahren im Kleiderschrank, ist mit mir dreimal umgezogen und hat mich immer angeklagt: Du bist noch immer zu fett!
Das isser:

Den musste ich heute gleich auf Arbeit tragen. Musste sein. Manche Sachen muss man einfach machen…

Slaines Kommentar: Vergiss den Wachturm nicht, wenn du rausgehst…..der Sack! ;D

Und da hat es bei mir „Klick“ gemacht.
Klar hatte ich schon bemerkt, dass ich abgenommen habe. Aber mein Blick ruhte immer auf dem Weg, der noch vor mir liegt. Ich sah im Spiegel nur meine hängende Haut und wenn ich mich im Spiegel sah, kniff ich immer in den Speck und dachte: Noch so viel. Ich bin noch immer so wabbelig. Wie viel muss denn noch verschwinden, bevor das mal halbwegs gut wird? Das wird doch nie was. Meine Genetik ist scheiße. Ob da noch was wird?

Erst jetzt, mit dem Rock, begriff ich wirklich, was ich schon geschafft habe. Und wie gut das schon aussieht, auch wenn es noch wabbelt. Bescheuert, welche Macht Kleidergrößen haben…

Voller Zweifel machte ich mich mit meinen zwei linken Händen nun ans Schneidern der Hose. Höchste Zeit, denn im Schrank passt fast keine mehr und im Handel gibt es derzeit nur Hosen mit Ärmeln, wo Beine hingehören. Anders kann ich das nicht nennen…mit meinen Stierwaden komme ich da gerade mal durch den Bund.

Und was soll ich sagen: Sie ist nicht perfekt. Einige Nähte könnten schöner aussehen, manche Partien noch besser passen. Aber Hey, es ist eine Hose, die ICH genäht habe, die wie angegossen sitzt, die wunderbar weich fällt, die beim Sitzen Platz hat und nicht aufplatzt. Was will man mehr? Ich bin echt stolz darauf. 😀

Kacke zum Trinken..mein Darmbakterienexperiment Teil I

Wir schreiben das Jahr 2017. Viele Menschen haben sich von den Göttern und natürlicher Nahrung abgewandt und glauben nun an gottgleiche Körperformen, funktionelles Essen und konsumieren Flüssignahrung aus Tüten.

Zoom auf den elektrisch erhellten Planeten…Megacities, Nahaufnahme einer Straße, schwenk in eine Küche. Wir sehen eine verzweifelte Frau, die mit zitternder Hand ein Tütchen aufreißt und mit hungrigem Blick Pulver in ein Glas schüttet. Sie gießt Wasser dazu, rührt, wartet, starrt das Glas an, als ob es den Welthunger allein besiegen könnte. Schließlich setzt sie es an die Lippen und kippt die weißliche Flüssigkeit hinab.

Die Zeit verlangsamt sich, wir zommen in die Speiseröhre, die letzten Tropfen gleiten hinab, die Zeit verrinnt immer langsamer. Ein letztes endlos langes Schlucken…und die Zeit steht still.

Mit einem Ruck läuft die Zeit normal weiter, man sieht die junge Frau. Sie sieht aus wie vorher, die Küche sieht aus wie vorher. Es hat sich nichts verändert…

Manchmal frage ich mich schon selber: Bist du wirklich so verzweifelt?
Die offensichtliche Antwort lautet: Es scheint so.

Was ist passiert?
Wir reisen eine Wochen zurück. Es ist die Woche drei Komma fünf im monatlichen Diätturnus. Die Waage steht seit 3,5 Woche still, obwohl ich fast jeden Tag trainiere und den Diätplan übererfülle. Meine Schwester ruft an und erzählt, dass sie sich viel mit dem Thema „Darm“ beschäftigt und wie unermesslich groß die Auswirkungen des Darms sind. Allergien, Autoimmunkrankheiten, Wohlbefinden, Laune, Abnehmen….alles beginnt im Darm.
Und dann gibt es da diese Studie, bei der dicke Mäuse den Kot von dünnen fressen und umgekehrt. Und siehe da, die dicken Mäuse nehmen ab und die dünnen Mäuse nehmen zu.
Ergo: Darmbakterien von Dünnen machen schlank, Darmbakterien von Dicken machen dick.
Klingt stark vereinfacht? Ist es auch.

Es klingt einfach zu schön, um wahr zu sein.
Ein Tütchen pulverisierte Kackebakterien am Tag trinken und ganz von allein abnehmen.

Aber in der dritten Diätwoche jedes Monats bin ich zu allem bereit. Und dieses Mal hat meine Schwester mir eben zur rechten Zeit diesen Floh ins Ohr gesetzt.
Wenn auch nur eine geringe Chance besteht, dass es dadurch leichter wird, dann muss ich das einfach probieren.
Drei Monate gebe ich dem Experiment Zeit.

Heute ist Tag I. Ich habe das erste Mal ein Tütchen Omni Biotic Metabolic getrunken.

Tadaaa…das neue Wundermittel. Kann alles, heilt alles…mit nur einem Schluck.

Jetzt müsst ihr mich fragen: „Wie hat es geschmeckt?“
Und ich so: „Irgendwie scheiße.“

Ha
Ha
😉