Neues aus dem Zoo

Im Leipziger Zoo sind die neuen WG-Bewohner jetzt auf die Außenanlage gezogen, zumindest stundenweise. Die Kiwara-Kopje ist die Verlängerung der Kiwara-Lodge, auf der, erstmalig in zoos, Husarenaffen, Geparden und Nashörner in unmittelbarem Kontakt miteinander vergesellschaftet werden.

Zuerst zogen die Nashörner ein und hatten Mühe, sich einzugewöhnen. Strom sollte Begrenzungen und Bäume schützen, machten das Nashorn aber nur wütend, worauf es erstmal neu dekorierte. Inzwischen scheint sich zumindest Nandu gut in ihrem Teilstück eingelebt zu haben.
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Ihr erkennt sie nicht? Tja, von weitem tarnt sie sich wirklich gut. Ganz entspannt liegt sie da.
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Später soll im Nachbarsteil ein Nashornbulle einziehen und direkt ohne Begrenzung mit den Geparden zusammenleben. Die waren heute schon ganz munter unterwegs. Inspizierten alles, schnüffelten hier und da…
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und beäugten die Husarenaffen neugierig, denn heute waren erstmals beide Tierarten zur selben Zeit auf der Anlage, zwar noch mit provisorischer Absperrung und unter Aufsicht, denn es könnte sein, dass die Raubkatzen die Absperrungen überwinden und sich einen Affen schnappen. wg1
Das muss von beiden Seiten erstmal ordentlich abgeschnüffelt werden…
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Auch neu auf der Anlage sollen Klippschliefer sein. Sollten. Denn geplant war der Anlagenteil eigentlich für andere Bewohner. Und dann haben wohl Tierpfleger aus anderen Zoos zu bedenken gegeben, dass diese kleinen Zwergentierchen bis zu 6 Meter hoch springen können! O__o Also wird das fertige Gehege nochmals aufgerüstet und nun kann man live beobachten, wie so eine Felsenlandschaft eigentlich modelliert wird.
Klippschliefer

Natürlich war ich auch im Rest des Zoos, alle „alten Bekannten“ besuchen. Die habens heut eher ruhig angehen lassen.
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Eine verspaggte Woche

Slaine hat Urlaub und so gabs diese Woche etwas mehr Action, aber auch einige Sünden zu umgehen. Heute war nun das Strandfiguraktion-Update fällig und ich bin richtig stolz: 2kg sind weg und einige cm!

Wir haben uns diese Woche mal so ein umgebautes McFit in der Innenstadt angeschaut. Die haben tolle Kurzhanteln! Nicht so klapprig lockere aus Metallscheiben. Schön gummierte Klötze waren da, mit regelmäßigen 2kg-Stufen. Herrlich, man muss nur aufpassen, dass man sie nicht in der Endposition zusammenschlägt, da federn die nämlich prima auseinander.

Und so stand ich da vor der Qual der Wahl. Erste Übung Schrägbankdrücken, mitten im unbekannten Studio, da fühlt man sich auch gleich gestalkt. 20kg? 22kg? Aber ich durfte eh nicht entscheiden…Slaine wollte gern mit mir angeben und schon rollten mir zweimal 24kg vor die Füße. O_o Ich dachte nur: never!
Auf den Knien hingen die wie zwei Eimer Zement. Mit etwas Panik stupste ich sie hoch…und da hingen sie dann. Nix passierte, bis Slaine von unten mitschob. Doch kaum war die Ausgangsposition geschafft, kamen noch drei schöne Wiederholungen und ich dachte nur: Woooow, POWER! 😀
Anschließend spielten wir noch wild mit allen möglichen unbekannten Geräten. Eine Brustmaschine hat es mir besonders angetan. Man greift oben zwei Stangen und beschreibt dann einen Halbkreis, als ob man einen Eisenring neu biegen würde. Das gab einen Mörderpump! Über die Slackline musste ich mich natürlich im Kamikazestyle stürzen. Und dieses Ding hier wollte einfach bespackt werden:
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Im Leipziger Zoo hat eine neue große Außenanlage eröffnet, in der zukünftig Nashörner, Geparden und Husarenaffen als WG zusammenleben sollen. Bisher haben allerdings nur ein paar Thomson-Gazellen einen Abstecher zum Nashorn gewagt, sind beim Anblick des Hornes aber schnell wieder geflüchtet. Geparden und Husarenaffen leben sich erstmal in den Innengehegen ein, bevor sie draußen das Territorium erobern. Die Anlage selbst ist wirklich wunderschön angelegt. Als Besucher bekommt man rundherum Einblicke, allerdings ist das den Nashörnern im Moment noch ungeheuer, sie müssen sich an die Nähe der Besucher und deren erhobene Position noch gewöhnen. Mit eigenen Augen konnte ich sie noch nicht erblicken, aber im Fernsehen sieht man zweimal das Nashorn Nandi im Aggromodus, wie es die Begrenzungen auseinandernimmt, als wären es nur Stöckchen und Kiesel. Dabei sind es Baumstämme und Felsen.
Dafür waren die Orang-Utans umso kontaktfreudiger. Die nutzten einen grasbewachsenen Abhang als Rutsche und schlugen Purzelbäume. Man hätte stundenlang zusehen können.

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Zu einer Familienfeier ging es auch noch. Dabei hatte ich endlich mal wieder Gelegenheit mit meinen Neffen und Nichten ausgiebig zu schwatzen. Weil das Buffet sooo lecker war, habe ich mir ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Pulles Pork und Bio-Rindfleisch aus dem Smoker…ein Traum! Es zerging auf der Zunge. Klöße, Curled Pommes, Lachs auf Spinat. Und natürlich ein Riesenbuffet mit Torten, Kuchen, Tiramisu…ich hab zwischendrin kaum Luft bekommen und musste weite Spaziergänge einlegen. Da musste ich natürlich begleitet werden und so enstanden wunderbare Gespräche, über die ich noch lange nachdachte.
Geschlafen habe ich bei einer Schwester…zumindest die paar Stunden, die von der Nacht übrig waren. Denn auch einer meiner Neffen wollte gern mal wieder richtig mit mir Schwatzen und lud mich auf ein Lagerfeuer ein. Das war schwer in Gang zu bringen, weil die Luft feucht und schwer war, das Holz recht nass. Als er, nur vom Mondlicht beschienen, die Axt schwang, wurde mir ganz anders. Aber alles ging gut, die Finger sind noch dran und mit viel Fächerei wurde es schließlich ein schönes, warmes Feuerchen mit wirklich tiefgreifenden Gesprächen. Unglaublich, wie gut sowas tut.

Nur ein Wermutstropfen dämpfte meine Stimmung. Vor ca. 14 Jahren verließ ich meine Heimat, um in der Fremde mein Glück zu machen. Zurück ließ ich bei meinen Eltern auf dem Dachboden ein paar Kartons. Nun hatte sich meine Mutter in den Kopf gesetzt, den Dachboden zu entrümpeln und mir meine „Schätze“ zu überreichen. 14 Jahre lag das Zeug also rum, ohne, dass ichs vermisst hätte. Und nun sollte ich es..tja…wie eigentlich wegkriegen und was damit tun? Die Wohnung hier ist so schon vollgestopft, da passt nichts rein. Der Keller ist so feucht und muffig, da kann ichs auch gleich wegwerfen. Und wie soll ich das überhaupt hierher kriegen? Auf den Buckel schnallen? Ich will ehrlich sein, ich war genervt und wütend. Jedem anderen Menschen hätte ich gesagt: Wirfs in den Müll. Aber das geht bei meiner Mutter nicht. Je näher die Feier rückte und je öfter Muttern anrief, um mich an die Kisten zu erinnern, desto wütender wurde ich. Die letzte Nacht lag ich wach und schimpfte vor mich hin. Hätte ich geahnt, wie gut sich alles wendet, hätte ich ganz entspannt sein können.
Zur Feier nahm mich eine Schwester mit. Hach, ich sags euch. Ich fand eine Großfamilie immer furchtbar. Aber jetzt, wo ich älter werde, wird es richtig schön. 🙂 Und so erzählte ich ihr von den Kartons und schärfte ihr ein: Du hast keinen Platz im Auto, lass dir von Mutter ja nichts aufschwatzen.
Ach weißt du, sagte meine Schwester, im Alter wollen Menschen ihre Sachen regeln und keine Lasten für die Nachgeneration hinterlassen. Wahrscheinlich ist sie deswegen so versessen drauf. Was ist da drin? Eine Küchenmaschine, eine Bettdecke und ein Kissen? Ach, das kann ich gerade gut gebrauchen. Meine Küchenmaschine ist eben kaputt gegangen, ich hätte mir einen neue gekauft. Lass uns die Sachen mal durchsehen.“
Und als wir sie durchsuchten fand ich tatsächlich alte Schätze, bei denen ich mich freute, nicht alles einfach weggeworfen zu haben.

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Mein uraltes Handy, die Knöpfe wurden teilweise von meinem ausgebüchsten Chinchilla weggeknabbert. Und meine alte Star Trek-Ambanduhr….vom Taschengeld mühsam abgespart. War ich damals stolz! Dazu noch alter Schmuck.
Meine Schwester fand auch einiges und dann sagte sie: Ach weißt du, einen Karton Müll krieg ich weg, den bring ich bei mir zum Sperrmüll und dann ist das Thema erledigt. Und so packten wir die Reste in eine Kiste und das, was sich in mir zu einer unbewältigbaren Aufgabe aufgetürmt hatte, verpuffte im Nichts.

Und wo wir schon bei der Familie sind…auf dem Heimweg stattete ich einer weiteren Schwester einen Besuch ab. Diese führt eine Apotheke und hatte mir zum Geburtstag eine Hautanalyse inklusive individueller Hautcreme geschenkt. Da ich nach dem Duschen schuppig-trockene Wangen habe, von Cremes aber instant Pickel kriege, war ich gespannt wie ein Flitzebogen.
Apotheken such ich bisher nur für Medikamente auf…also höchst selten. Ich hatte keine Ahnung, dass man dort auch medizinisch verträgliche und hochwertige Kosmektia bekommen kann.
Also saß ich nun im Untersuchungszimmer, die Haut roch durchdringend nach Lagerfeuer. Meine Schwester drückte mir verschiedenste Sonden an Stirn, Wangen und Kinn. „Die hier saugt Luft an und untersucht die Elastitzität…die misst die Feuchtigkeit..die den Fettgehalt. Jetzt kommt etwas Interessantes, wir schauen und mal deine Poren an. Und PENG kommt nach all den Balkendiagrammen ohne Vorwarnung ein Foto vein meiner Haut…vergrößert! Eine Mondlandschaft! Da, das Meer der Triefigkeit…wir haben Talkvorkommen entdeckt, es gibt massenweise Talkablagerung auf dem Mond!
Es war ein echter Schocker…Bilder, die man nie vergisst. Und dann schauen wir mal nach den Falten…wuäh! Und nach Hautrötungen..uiuiui. Ich sag mein Gesicht mit ganz neuen Augen.
Und es zeigte sich ganz klar, warum meine Wangen schuppen, mein Kinn aber verpickelt.
„Typische T-Zone“, sagt meine Schwester und ich schau wie die Kuh wenns blitzt. Dann erklärt sie: Du durchschnittlich stark Fett auf Stirn, Nase und am Kinn. Aber auf den Wangen hast du beinah null Prozent.
Du hast Poren, aber die sind frei. So muss das bleiben. Bei Cremes musst du darauf achten, dass sie nicht porfhfjfrwrh [Fachwort, sofort vergessen] wirken, das heißt nicht verstopfend.
Jetzt machen wir erstmal eine Gesichtsreinigung. Hier hast du gute Reinigungsmilch, die nehm ich auch immer. Ich geb dir eine Packung davon mit. Nutzt du Intimseife? Ich geb dir davon auch mal eine zum Probieren mit. Hast du die Milch einmassiert? Dann kannst du sie jetzt abwaschen, das Handtuch ist für dich, das gehört dazu. Dann mix ich dir jetzt mal deine individuelle Creme an. Aber hier, die Quittencreme ist auch sehr gut, die kannst du mal probieren. Vielleicht ist die auch gut für dich.
Bei deiner Haut würde auch dies hier und diese gut passen, ich pack dir ein paar Proben ein.
Und schau mal hier, das ist nah am Verfallsdatum. Wenn du da was brauchst, packs dir ein. Und so verließ ich meine Schwester schließlich mit zwei randvollen Tüten.
Und was soll ich sagen: Es ward kein Pickel mehr gesehn!
Beim Duschen nutz ich nun die Reinigungsmilch. Nach dem Duschen kommt auf die Wangen die Quittencreme von Dr. Hauschka. Damit werden meine Wangen gang glänzend geschmeidig. Für den Rest verwende ich die individuelle Creme. Endlich habe ich nicht mehr das Gefühl, zu vertrocknen, sondern kann wieder ganz entspannt Grimassen schneiden. Hier sind nur einige der Artikel, mit denen ich vergnügt von dannen zog.
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Das Leben ist schön, das Leben ist schön! ^^

Zehn glückliche Jahre

Wahnsinn…

Ich weiß noch, wie unendlich lang mir 5 Jahre mit Slaine vorkamen, seit diesem Wochennede ist es schon doppelt so lang, dass wir zusammen sind. Und es fühlt sich seltsam an, zu sagen: Ich bin glücklich und ich will jeden Tag bei ihm sein.

Erst letztens grüßte im Aldi eine Frau einen Mann und fragte nach dessen Ehefrau. Er sagte: Die ist jetzt zwei Wochen auf Mallorca, Gott sei Dank. Auch frühere Kollegen hörte ich schon Ähnliches berichten: Gott sei Dank tut er dies oder jenes. Den ganzen Tag im Haus mit ihm, das halte ich nicht aus. Es gibt so viele Paare, die sich verletzen, einsam nebeneinander her leben, vor einander in Hobbys flüchten oder sich mit der Zeit einfach auseinander leben.

Und ich erinnere mich an die Zeit vor Slaine und an unsere turbulente Anfangszeit, als ich dachte dass es so etwas wie eine lange, glückliche Beziehung, in der man mit der Zeit immer inniger zusammenwächst, gar nicht gibt. Dass das genauso ein Märchen ist, wie das unvergleichlich schöne erste Mal oder, dass der treuherzige Kerl, der dir jeden Wunsch von den Lippen abliest der ultimative Traumkerl ist. Und dann wird man erwachsen und denkt: Man, war ich doof.

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Und nun sitz ich hier, gerade zurück von einem wunderschönen Wochenende, an dem Kälte, Wind, nasse Füße und nicht zu entdeckende Eiskaffees uns nicht davon abhalten konnten, zwei richtig schöne Tage zu verbingen, in denen wir wieder so viel gelacht, gekuschelt und über unsere Macken und Schwächen gewitzelt haben. Und wieder sind wir die halbe Stadt zu Fuß abgerannt, bis uns alles weh tat und wir dachten, nie wieder ohne Schmerzen laufen zu können, nur um noch irgendwo ein Stück Kuchen oder ein fettes Steak aufzutreiben.
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Also an alle einsamen Herzen da draußen, es gibt sie, die große Liebe, die mit der Zeit immer weiter wächst und tiefer wird, bis man mit Herz und Seele eins wird.
Das geschieht natürlich nicht von allein und es ist auch nichts, was einfach bleibt, wenn man es einmal hat. Beide müssen es wollen, immer neu und immer wieder. Und ja, zu einander passen muss man auch. Aber lange Zeit dachte ich auch, niemals könne jemand zu mir passen.
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Und doch gibt es ihn, den Mann, mit dem immer etwas passiert. Zum Beispiel wenn man sich freut, dass er im Hotel den Schuhputzautomaten entdeckt, während man die vom Schneematsch verkrusteten roten Samststiefelchen trägt. Und dann hält man sie unter die helle Bürste, zieht sie vor und ruft: Ah, da ist Wachs dran! Er sagt: Hier, nimm die mit dem Kamm drauf. Und sie zieht die roten Stiefelchen hervor und es ist schwarze Schuhcreme drauf!
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Oder diese typischen „ich kenn dich in und auswendig“-Schrullen, wenn er beim Frühstück grinsend auf mein Müsli guckt und sagt: „Dann schau ich nachher schön laut Fern, damit du dich nicht zurückhalten musst.“ Und als wir dann später auf dem Zimmer sind, ruft er nach dem ersten Geräusch: „So laut kann ich den Fernseher gar nicht drehen!“

Hachja…vielleicht sind wir nicht die romantischsten, aber unter den lustigsten Verliebten sind wir auf jeden Fall vorn dabei. 😉

The walking dread

15 Uhr der Freund kommt heim, die Chefs haben alle heimgeschickt, weil keiner für die Sicherheit auf dem Heimweg garantierten kann. Die Uni verlagert Lehrveranstaltungen nach draußen, um ein Signal zu setzen. Bei den Piraten kommt die Frage auf, welcher Gegendemo man sich anschließt. Keine Frage ist dagegen, worum es geht: Den Feind blockieren. Die Trams fahren Umwege, Autos wurden aus den entsprechenden Straßen entfernt (zu ihrer eigenen Sicherheit), man liest Transparente, hört auf Nebenstraßen wummernde Bässe, die ganze Stadt scheint auf den Beinen.

 

Die ganze Stadt?
Nein.
Ich sitze Zuhause und wunder mich.

Ich wunder mich darüber, was die Leute plötzlich auf die Straße treibt.

Ich wohne in Leipzig. Das ist im Osten. Für viele Westdeutsche sind wir alle strohdumm und braun bis in die Haarspitzen. Für einige Ossis sind wir rot, also dauerunzufrieden und haben vor Religionen Angst.

Diese Vorstellungen gabs immer. Und man findest sicher auch genügend Exemplare, die das bestätigen. Rechts und links, beides gibts hier wie Bananen, im Überfluss. Ein alter Hut. Seit Jahrzehnten. Wie in ganz Deutschland, nur hier eben öfter in den Medien.

Und dann also heute: ein Massenspektakel! In der Zeitung steht: Leipzig wehrt sich gegen Legida.
Achso. Ich dachte Legida wäre eine Leipziger Organisation. Mein Fehler.
Es nehmen so viele Leute teil, wie schon lange nicht mehr. Zeigen Flagge, sind laut und sichtbar und positionieren sich, was auch immer das heißt. Das ist ein riesen Event, da muss jeder mit und wer nicht mitmacht, mit dem stimmt doch was nicht. Rechts oder links, pro Asyl/Islam/Weltoffenheit oder dagegen. Was gibts da noch für eine Frage?

Fragen hätte ich trotzdem.
Wieso jetzt? Das Thema ist so ein alter Hut, wir sehen vielleicht einem Krieg mit Russland ins auge, die Privatsphäre wird jeden Tag weiter abgeschafft und die Medien…tja, die berichten, es ist das Wichtigste, sich jetzt zu Pegida zu „positionieren“.

Gehts hier um etwas Konkretes? Die sächsische Asylpolitik ist in letzter Zeit durch ihre harsche Umsetzung oft in den Zeitungen gewesen. Mädchen, die nachts laut lärmend aus Häusern gezerrt, von ihrer Familie getrennt und in ihr Heimatland angeschoben worden. Geht es hier konkret darum, mit NOLEGIDA das zu ändern?

Lehren diese Demonstrationen wirklich politisches Engagement? Ja, in der Vergangenheit gab es Demonstrationen, die den Lauf der Geschichte entschieden veränderten. Und ich bin sicher, dass jeder der gerade da draußen auf den Beinen ist, das gute Gefühl hat, heute seinen entscheidenden Beitrag geleistet und bei etwas ganz Großem mitgewirkt zu haben. Aber ist das Engagement? Ist das alles, was man in einer Demokratie macht? Alle paar Jahre ein Kreuzchen auf einem Blatt Papier und einmal in jeder Generation zu einer Massendemo? Geht es nur mir so, oder findet noch jemand, dass das stinkt? Dass sich das nicht wie Engagement anfühlt sondern eher wie…

Ist Blockade wirklich ein angemessenes Instrument in einer Demokratie?
Wenn es dabei um MeinungsFREIHEIT geht, verstehe ich die „Blockadepolitik“ nicht. Müsste man sich, statt lärmend zu marschieren dann nicht mit der Gegenpartei an ein paar Tischchen setzen und diskutieren? Müsste man nicht miteinander reden, statt sich gegeneinander aufhetzen zu lassen? Das macht mich an der LVZ-Schlagzeile so stutzig. Leipzig wehrt sich gegen Legida…die perfide Unlogik darin müsste einen doch zum Nachdenken bringen. Als wäre LEGIDA der Panzer einer Besatzungsmacht, den man nun mit Protesten stoppen will. Ist er aber nicht, es sind unser Mitbürger. Mag uns ihre Meinung schmecken oder nicht, wir können nicht einfach sagen: Ihr uns euresgleichen gehört nicht zu Leipzig.

Was hat Stromsparen damit zu tun? Gestern gab es hier schon im Vorfeld eine Aktion der Leipziger Volkszeitung: Licht aus gegen Legida. Tja, mein halbes Viertel hat mitgemacht. Das steht nämlich leer. Aber wer will hier eine Beteiligung messen? Wem nützt das? Und ganz klar: Was soll das eigentlich bewirken?

Was mich daran stört, ist schlicht, dass es mir eher wie eine von Medien veranstaltetes Event vorkommt, dass es anderewichtige Themen wie Nebensächlichkeiten aussehen lässt und allem voran: das es nichts ändert. Es scheint nicht einmal um Änderung zu gehen..will man die Gegenseite überzeugen? Vertreiben? Erschlagen?
Ne, man will nur etwas tun. Aktiv sein. Sich positionieren. Mitmachen.
Und das stört mich.

Kann man daraus nicht was machen? Sicherlich hat jeder da draußen noch seine ganz persönlichen Motive, daran teilzunehmen. Darüber sollte man mal reden. Auch hinter Pegida und den Gegendemos steckt sicher eine bunte Mischung aus Ängsten, Wut und Sorge. Kann man daraus nicht was machen?
Zum Beispiel

  • Ideen für Gesetzesentwürfe bei einer passenden Partei vorlegen
  • Briefe an Abgeordnete schreiben
  • in öffentlichen Foren diskutieren
  • Peditionen unterzeichnen oder ins Leben rufen
  • Clips drehen und ins Internet stellen
  • nicht nur die Gegenseite kritisch hinterfragen
  • witzige Aktionen planen, wo man den Ernst mit Humor verpackt (dafür liebe ich Die Partei!)

Letzteres finde ich am Wichtigsten. Wie Volker Pispers schon formulierte (frei aus der Erinnerung): Was werden Sie ihren Kindern antworten, wenn die fragen, wo Sie waren, als in Deutschland die Demokratie abgeschafft wurde? Na dann holen Sie ihre Kabarretkarten heraus und sagen: Wir waren im Widerstand.

Humor statt Blockade, dann kann sich auch etwas ändern, denn mit einem Lachen erreicht man mehr Herzen, als mit Transparenten und Trillerpfeifen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Verdammt, ich werde wohl doch irgendwann in die Politik gehen müssen…

 

Den Zoo mit neuen Augen erleben

Als ich noch im Zoo gearbeitet habe, hörte ich immer viel über die Sendung. Die Leute erzählten mit Anekdoten oder fragten nach bestimmten Pflegern und Doktoren.

Ich selbst kannte die Sendung jedoch nicht. Das hat sich jetzt geändert! Seit einigen Wochen schaue ich die Sendung mit meinem Freund. Und endlich verstehe ich, was die Zuschauer daran finden und auch, warum manche so enttäuscht vom Zoo selbst sind. Es ist eine Sache, durch einen Zoo mit vielen Tieren zu schlendern, aber etwas völlig anderes, wenn man die Tiere samt zuständigen Pflegern kennelernt, etwas über Fress- und Sozialverhalten erfährt und so einen richtig persönlichen BEzug dazu bekommt. Und ganz nebenbei auch Tiere und Pfleger mit Namen kennelernt. Das allein schon genügt, um in einem selbst eine neue Verknüpfung zu schaffen, aus dem anonymen Tier wird ein vertrautes Wesen.

Ich bin schon wirklich oft im Zoo gewesen, aber Vögel und das Aquarium waren für mich die Orte, an denen ich andere Besucher „abhängte“, weil ich sie schlicht links liegen ließ. Jetzt kenne ich den Kraken „Amaretto“ und den Lori „Lumpi“ und plötzlich möchte ich sie sehen. Ich betrachte Auqarien und Volieren mit ganz neuen Augen.

Amaretto

Amaretto

Krokonachwuchs

Stumpfkrokodil mit Nachwuchs

Und wieder habe ich etwas gelernt: Nicht die Daten machen Wissen aus, sondern wie wir sie verknüpfen. Der Name allein wäre mir nicht hängen gebleiben, aber indem ich die Geschichten hinter den Bezeichnungsschildern kennenlerne, wird das Wissen zur Erfahrung und bleibt hängen.

Außerdem merkte ich wieder, dass man die größten Überraschungen erlebt, wenn man nichts erwartet. Ich schlenderte in die Abenddämmerung, über Lautsprecher kam die Ansage, dass der Zoo nun schließt und so überlegte ich, ob ich noch bei den Tigern vorbeischauen soll oder nicht. Die werden eh drin sein, dachte ich. Aber einen Blick kann man ja mal drauf werfen. Und wer kam da auf mich zugetigert?
Tiger

Aber es blieb nicht bei einem Schaulauf, ich kramte hektisch nach meinem Fotoapparat, als der Tiger so heftig die Scheibe, die uns trennte, anschmuste, dass ich sein Gebiss in voller Pracht sehen konnte. Tolle Zähne hat er, da ist man froh über die Scheibe.
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Und bevor ich noch begriff, was passierte, stellte er sich in voller Länge auf und krachte mit seinen Pranken gegen die Scheibe. Einen schrecklichen Moment lang durchfuhr mich der Gedanke, wie hoch denn die Scheibe sei und dass der Tiger sicher gleich darüberspringen würde. Mein Körper reagierte instinktiv und setzte alles an Stresshormonen frei, was er auf Lager hatte, in diesem Moment hatte ich Todesangst.
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Doch viel zu schnell begriff ich, dass die Scheibe seeeeehr hoch war und mir nichts passieren konnte. Dennoch war es ein einmaliges Erlebnis so Auge in Auge mit einem Tiger zu sein.
eye in eye Tiger

Die Fotos sind sehr verwackelt, weil es bereits ziemlich dunkel war und ich ohne Blitz fotografierte. Vergessen werde ich diese Momente jedoch nicht so schnell.

Ausflug mit Hindernissen

in den letzten Tagen gab es hier ein Gewitter nach dem anderen. Und wie das donnerte!

Aber heute ist endlich mal wieder ein schöner Tag, voller Sonnenschein und Puffwolken am Himmel. Also ab aufs Rad und eine Runde durch den Wald, hinein ins Rosental…

…denkste. Kaum biege ich das erste mal vom großen Waldweg ab, lande ich hier.
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Kein Durchkommen möglich, also umgedreht und in die nächste Abbiegung rein. Zum Glück gibt es hier genügend Pfade.
Aber schon nach wenigen Metern steh ich hier:
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Da kann ich mich zwar gerade noch durchmogeln, aber der Weg führt nicht wie gehofft zum Rosental, sondern in eine Sackgasse.
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Auf die Brücke mit dem Pfeil wollte ich, aber mich umgab links und rechts nur Wasser.

Doch es gibt ja genug andere Wege, also wieder auf den Sattel und weitergestrampelt. Bis hierher:
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Es scheint fast, als hätte es vor allem junge Bäume am Wegesrand getroffen. Nach ein paar weiteren Metern hörte ich ein lauten Schlagen, ich dachte, ein Hase hinge irgendwo in einer Schlinge und kämpfe um sein Leben, also hielt ich an und lauschte. Da sah ich einen Specht, der einen morschen alten Baumstumpf bearbeitete, aber ehe ich meinen Fotoapparat gezückt hatte, war er auch schon weg.

Schließlich landete ich wieder auf der Landzunge mit Blick auf die Brücke zum Rosental und beschloss, mich einfach eine Runde ins Gras zu setzen, etwas zu lesen, den Grillen zu lauschen und mich bescheinen zu lassen.
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Urlaub

Eines der Dinge, die ich noch lernen muss, ist die Sache mit dem Feierabend und dem Urlaub. Denn nach dem Unterricht fängt ja die Arbeit erst an, Zuhause sitzt man dann und die Arbeit türmt sich auf. Feierabend heißt: ich kann nicht mehr. Aber dazu hat man dann ja auch einen Freund, der plötzlich im „Urlaub“ die Tür aufreißt und ins Arbeitszimmer brüllt: Raus jetzt hier, du hast Feierabend!

Und heute schleppte er mich in den Zoo. War das schöööön! Zu Ostern war dort sicher die Hölle los, aber heute, einen Tag danach, kam es uns die ersten Stunden so vor, als wären wir alleine da. Allein besuchten wir das neue Armuleopardengehege. Allein waren wir bei den Gorillas, die ihre zwei Überraschungsbabys stolz präsentierten.
Gorillababies
Und auch der Papa ist dabei. Nur die Oma ist so stolz auf ihren Nachwuchs, dass sie die zweite frisch gebackene Mama vertreiben will. Deswegen darf sie nur zeitweise zur Gruppe. Hier ein Bild von Papa Silberrücken:
Silberrücken

Auch die Schimpansen fanden es so ruhig recht angenehm. Darauf eine Brofist mit meinem Freund.
brofist

Beim Elefantenbaden trafen wir dann auf die erste Besuchermenge. Aber da hatten die meisten keine Geduld und so waren wir fast allein, als der Elefant endlich abtauchte.
Elefantenbaden
Nett war hingegen das Angebot, uns als Paar vor den Elefanten zu fotografieren.
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Als wir bei Mama Nashorn und dem Jungtier kamen, joggten diese munter durchs Gehege. Runde um Runde drehten sie Seite an Seite mit hoch aufgestellten Schwänzchen. Zucker!
nashorn

Osterlämmer gab es zu sehen:
lamm

Das Faultier präsentierte sich:
faultier

Schön auch, der Rote Panda:
panda

Und als wir bei den Mähnenwölfen vorbeispazierten, gab es gerade frisches Aas. Meerschweinchen oder Kanienchen oder ähnliche Kadaver mit Fell lagen da herum, als eine freche Krähe sich plötzlich näherte. Der Mähnenwolf sah sie gelassen an, war das Aas doch fast so groß, wie die Krähe selbst. Und schon schnappt sich die Krähe das Stück, hüpft damit einen großen Schritt und hebt dann, schwankend aber dennoch, langsam ab und schafft es auf das Schuppendach in Sicherheit. Weg war das Futter, die Mähnenwölfe begriffen nun erst, das scheinbar Unmögliche, rennen zum Schuppen und schauen ihrem verschwundenen Futter überrumpelt hinterher.

Alte Kollegen begrüßten mich und sagten, dass sie mich vermissen würden. Die Sonne schien, überall blühte und zwitscherte es. Es war wunderschön.
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Und für unsere Haustiere gabs ein Mitbringsel, dem erst einmal die ganze Wohnung mit Maulrundfahrt gezeigt wurde.
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