48. Woche der Diät – die gute Hausfrau

Draußen ist es noch immer grau und dunkel, aber ich habe die Adaptionsphase hinter mir und fühle mich wieder munterer. Mit seltsamen Nebenwirkungen. In mir wütet der Wunsch nach Optimierung. Ich habe einfach Spaß daran, Sachen funktionaler, einfacher, ordentlicher und effizienter zu machen.

Ich weiß, wie das klingt: schrecklich langweilig!

Und das ist es auch. Keine Partys, keine Ausschweifungen, keine Weltreisen, kaum Sozialkontakte…ziemlich armselig. Und dennoch bin ich vor allem Letzteres: selig. Ich habe Freude an kleinen Dingen. Ein gelungenes Essen, neue Badvorleger, ein dillettantisch genähtes Trainingsshirt.

Zur Zeit bin ich ganz versessen darauf, neue Rezepte auszuprobieren und in meine Diät einzupassen. Habe ich nicht erst vor wenigen Wochen die ganze Küchenwand entschlackt und die Hälfte der Pläne weggeworfen? Nun weiß ich schon wieder kaum noch wohin mit den Tagesplänen.

Training, nähen, essen, kochen, arbeiten, die Wohnung verschönern und was dann noch an Zeit übrig bleibt, das verbringe ich in Guild Wars 2. Es ist Herbst…da kann mir die Außenwelt gestohlen bleiben.

Durch die eine „Kontrolllose Woche“ mit Erkältung habe ich, was die Waage betrifft, einen Monat verloren, sodass ich nun auf dem Stand vom September bin. Das sollte mich ärgern, aber tatsächlich stelle ich fest, dass meine Schultern runder sind, meine Brustmuskulatur immer „dicker“ und sichtbarer wird. Auch an den Beinen tritt die Muskulatur langsam aus den restlichen Fettbeständen hervor. Und das fühlt sich guuut an. Deshalb juckt mich die Waage kaum. Was ich im Studio in den Spiegel sehe, mag ich einfach. Wenn es weiter so läuft, geht es voran. Auch wenn es langsam geht, die Richtung stimmt und momentan habe ich noch gut Puste für weitere Monate.

Wie geht es euch diesen Herbst so?

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45. Woche der Diät: Nee, das Wetter….

Vor drei Wochen hatte ich ein echtes Tief erreicht. Mein Power war aufgebraucht, alles zerrte an den Nerven, ich war schlapp und knatschig und hätte mir über die einfachsten Dinge die Haare ausraufen wollen.

Ich entschied mich für eine Pause. Pause von Arbeit war eh geplant (Urlaub), Pause vom Training (Erkältung…yay) und dann auch Pause von der Diät.

Letzteres bedeutet eigentlich immer: Auf zum Binge-Eating! Mal schauen, was der Magen wirklich für ein Fassungsvolumen hat! Solang es unten bleibt, ist noch nicht Schluss!

Ich wollte nur eines: Das essen, worauf ich wirklich just in diesem Moment Lust habe.

Rückblickend hat sich da etwas verändert. Landete sonst Pizza, Dürüm, Kuchen und Eis im Warenkorb, war es diesmal saftiges Obst vom Markt (kurz vor Marktschluss wird man nicht unter 6kg vom Platz gelassen) und Joghurt. Joghurt! So viele Sorten.

Der Fokus lag klar bei Zucker und die Mengen waren viel zu groß (immer über 3000 kcal/d). Trotzdem war ich….zufrieden damit, eine grundlegende Änderung zu spüren. Ich fühlte mich nicht so in der Falle wie sonst.

Dann war klar, dass der nächste Termin mit dem Coach anstand. Sonst habe ich immer drei Listen dabei: Abnahmeverlauf als Kurve, Maß- und Gewichtsangaben als Tabelle seit Beginn der Diät und eine Übersicht über die konsumierten Makronährstoffe und Tageskalorien. Diesmal hatte ich nichts.

Das machte auch nichts, denn ich spürte wieder, wie meine Kräfte zurückkehrten und wieder einmal verließ ich top motiviert und bereit für den neuen Monat das Studio. Die Rückkehr zum Diätplan war gar kein Problem. Wie sollte es auch. Dank Maria startete ich mit leckeren Kuchen und anderen Naschereien. Jeden Tag gab es etwas anderes.

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Das Brusttraining machte wegen Schulterschmerzen seit einiger Zeit gar keinen Spaß mehr. Der Orthopäde meint, es ist ein kleiner Muskel des Rotatorenapparats. Am Donnerstag geh ich deswegen zum MRT. Aber bis dahin muss ich ja auch trainieren. Also besprachen wir das und wie immer wusste Marcel fachkundigen Rat. Wir gingen den Bewegungsablauf beim Schrägbank und Flachbankdrücken durch. Änderten hier eine Kleinigkeit und dort ein bisschen was. Er zeigte mir eine andere Möglichkeit, die Hanteln umzusetzen, ohne dabei die Schultern wie bisher zu belasten und schließlich schleppte er mich wieder in die Ecke zum hippsterischen functional Training. Ab zu den Sling-Bändern.

Mein quengeliges „Marcel, das geht langsam ans Ego immer hier in der ecke zu trainieren!“ schob er grindesn beiseite. Nun sollte ich quasi hängende Liegestütze machen. Aber was trieben meine Hände dabei? Sie zitterten als gelte es, mit einer ausschlagenden Wünschelrute eine Wasserader zu finden.

Schon nach wenigen Wiederholungen brannte die Schultermuskulatur, die Brust war prallvoll und arbeitete wie schon lange nicht mehr. Und die Schulterschmerzen? Weg.

Gestern war ich wieder beim Brusttraining. Anfangs, nach einer harten Arbeitswoche (meine Teilnehmer waren diese Woche auf Krawall gebürstet), schleppte ich mich hundemüde zur Schrägbank, wo mich gleich der altbekannte Schmerz umfing. Erst als ich die Zahlen notieren wollte, fiel mir ein, dass ja die Sling-Liegestütze zuerst kommen sollen. Also nichts wie ran.

Und es klappte wieder. Die Hände zitterten nicht mehr ganz so, als würde ich Mehl durch ein Sieb schütten wollen, aber die Brust wurde sofort vollgepumpt, war bereit volle Leistung zu bringen, die Schulter wurde warm und der schmerz verschwand.

Zurück an der Schrägbank hatte ich richtig gut Power und so setzte ich mir seit Ewigkeiten nicht mehr berührte 20kg Kurzhanteln vor. Und zack! Kamen sieben Wiederholungen. Ganz souverän. Ein super Gefühl!

 

So eine Diät-Pause ist bei mir sehr oft das Ende der Diät gewesen. Spürte man doch immer, wie viel man in kurzer Zeit wieder zerstört. Schnell stellt sich der Gedanke ein, dass ja alles nichts bringt, man halte es ja doch nicht lange aus. Ein Coach ändert das bei mir grundlegend. Bin ich ein Einzelphänomen?

Ich denke nicht, denn nach vielen Monaten der Überlegung hat sich Slaine nun entschlossen, ebenfalls die Dienste von Marcel in Anspruch zu nehmen. Anfangs noch mit der Überzeugung, das bringe nichts und sei rausgeschmissenes Geld, teilte er mir nun nach seinem 2. Termin mit, er kaufe jetzt Beeren und Nüsse und anderes, weil er ja zu viel verarbeitetes Zeug esse.

Ich dachte, ich fall vom Glauben ab. Jetzt sind wir wieder ein Team. :))

 

Kacke zum Trinken – Mein Darmbakterienexperiment Teil III

In Teil II hatte ich eine sehr positive Bilanz gezogen, die muss ich nun leider ganz revideren. Ich wünschte es wäre anders…

  • Die Abnahme von 2kg reduzierte sich in den Tagen nach dem Review auf 1kg…das andere Kilogramm war wohl Wasser, welches durch fehlenden Muskeltonus zunächst ausgeschwämmt war, denn obwohl ich streng nach Diät aß, wurde ich jeden Tag schwerer. Der einzige Unterschied war das nunmehr wieder regelmäßige Training.
  • Meine Darmtätigkeit wurde wieder träger…ich ging viel zu selten auf Toilette, sodass meine Teilnehmer mir nach der Mittagspause sogar eine Schwangerschaft anhängen wollten. Alles zurück zur Ausgangssituation.
  • Die gute Laune war wie weggeblasen. Statt Euphorie fühlte ich mich nur noch ausgezehrt, alles wurde zur Qual.
  • Zusammen ergab das Schritt für Schritt das Gefühl, auf einen Abgrund zuzurutschen und täglich weniger Power zu haben, um mich zu wehren. Damit war die psychische Stabilität auch dahin…

Ich bat meinen Coach, mir in den Hintern zu treten, damit ein regelmäßiges Training erhalten bleibt. Das tat er auch und mein Körper resignierte ganz, als mich eine Erkältung erwischte.

Da ließ ich einfach los. Die ersten zwei Tage habe ich noch getrackt und kam weit über 3000 kcal/d. Und dann hörte ich auch auf zu tracken und ließ einfach los. Seit einer reichlichen Woche habe ich gegessen, worauf ich Lust habe, viel gezockt und gesessen und weder trainiert noch Kalorien getrackt. Gestern war ich morgens mal auf der Waage: 75,2 kg. Die letzte Messung eine Woche zuvor waren 71,7 kg.

Paprika war sichtlich geschockt von der abrupten Wendung

Das Schlimme ist, dass ich nun wieder bei einem Schneckentempo von 1kg/Monat Abnahme bin. Ich hatte wirklich gehofft, die Darmbakterien bringen da etwas Tempo rein, stattdessen hat sich wieder bestätigt: Meine Power reicht nicht für mehr. Wenn ich mehr Gas gebe, nehme ich vielleicht im Monat 100 g – 300 g  mehr ab, aber meine Power leidet so darunter, dass ich später dafür bezahle.

Mit 71,x kg  und 2 kg/m Abnahme schien die 65 kg in greifbarer Nähe. Nun, mit einem Ausgangsgewicht um die 75 kg und einer monatlichen Abname von 1 kg darf ich an dieses Ziel gar nicht denken.

So schnell kann es gehen. Vor wenigen Wochen noch mit Blick auf die Zielgerade unterwegs, nun muss ich erstmal den Rückschlag verkraften und überhaupt wieder auf die Beine kommen. Die Erkältung lässt noch kein Training zu, aber immerhin geht ab heute wieder das Essen nach Plan los.

Zocken mit Hindernissen…

Ich habe die Woche auch genutzt um neue Rezepte auszuprobieren. Zwei Rezepte sind sehr gut gelungen und werden nun in meine Pläne eingearbeitet, weil die Ergebnisse verdammt lecker und dazu noch gesund sind.

Nummer 1: Lachs vom Pumping Chef

Nummer 2: Pralinen von Maria

 

42. Woche der Diät – neuer Lichtblick?

Vorletzte Woche traf ich mich mit meinem Coach und hatte nach einem Tief wieder neue Motivation darin gefunden.

Klingt super, was? Lang hielt sie nicht.

Mein Freund ist seit gefühlten 10 Wochen erkältet und nach einem gemeinsamen besuch im Studio kam der Husten mit voller Kraft zurück. Dann kamen Zahnschmerzen dazu, mit dem neuen Job ist er auch nicht so recht glücklich. Und da hilft dann bei all dem Frust nur Pizza, Chips, Bier und Wein. Die Stimmung war bedrückt.

Was kann man tun?

Ganz klar, man muss ein Spiel finden, in das man sich flüchten kann. Und TADAAA, Guild Wars 2 hat am Freitag ein neues Add-On veröffentlicht. Ich bettel Slaine seit 5 Jahren an, es nochmal zu versuchen. Doch erst als sein Arbeitskollege meinte, er solle es sich holen, war er bereit, dem ganzen noch eine Chance zu geben.

Damit war der Untergang eigentlich besiegelt. Die Voraussetzungen zur totalen Realitätsflucht. Das Ende jeden Plans.

Viermal wollte ich diese Woche zum Training. Am Samstag war ich bis dahin nur einmal gewesen. Gegen 13 Uhr knickte ich innerlich die Trainingseinheit, um mehr Zeit zum Zocken zu haben.

Gegen 17 Uhr dachte ich intensiv darüber nach, welches Essen ich denn dann noch vernichte.

Innerlich war ich unruhig, einerseits die euphorische Stimmung vom Abenteuer und gleichzeitig wusste ich: Ich stehe am Scheideweg und eigentlich habe ich mich gerade meinem Schicksal ergeben…zurück zum Zocken, fressen….versagen.

Und dann kam das retardierende Moment…von einem Moment zum anderen ärgerte ich mich, sprang auf, flitzte zum Training und schrieb auf dem Weg meinen Coach an, um ihm zu sagen, was da gerade bei mir passiert. er solle mich doch bitte am Sonntag kontaktieren, um mir in den Hintern zu treten.

Gesagt, getan. Das Unglück ist zunächst abgewendet.

Und als Bonus hat Slaine nun einen Termin mit meinem Coach…vielleicht die große Wende?

Unsicherheit

Wer unsicher ist, zweifelt immerzu, in Dauerschleife. Auf Fratzenbuch bin ich eben über diesen Clip gestolpert und habe mich darin wiedergefunden.

Nur ein Punkt stimmt bei mir nicht: Social media. In der Anfangszeit von Facebook und Studi-VZ traf es sicherlich zu, dass auch ich dauernd Beträge gescrollt und sich selbst als glücklichen, coolen Menschen darstellt habe. So wie ich mich selbst gern sehen wollte. Auch meine Blogbeiträge waren oft witzig. Es tat mir gut, zu merken, dass ich witzig sein kann. Nicht immer nur grüblerisch und selbstzerstörerisch.

Ich wollte witzig sein.

Und ich war witzig.

Das gab mir ein Stück Selbstvertrauen, stärkte eine Seite in mir, die in der medial-mündlichen Realität, wo Witze spontan locker über die Zunge flutschen müssen, keine Chance gehabt hätte. Wenn ich mich heute vor meinen Schülern wohlfühle, gelingt mir öfter mal ein Witz ganz spontan. Aus mir wird kein Stand-Up-Comedian, aber ich habe mehr Facetten, als nur die grüblerisch-unsichere. Ich wage zu behaupten, dass ich die durch sanftes Ausprobieren in den sozialen Medien und bei MMORPGs herausgeschält habe.

Durch den Zusammenbruch im Referendariat hat sich das nochmal gewandelt. Etwas in mir ist zerbrochen und so fühlte ich mich…wie ein zerbrochener Krug. Das Grübeln übernahm mich gänzlich, verdrängte alles andere. Hier im Blog schrieb ich mir alles von der Seele, ehrlich und unverdeckt. Ich ließ alles raus und konnte das Tief schließlich mit viel Hilfe überwinden. Der Blog war nicht die Rettung, aber er erleichterte den Prozess der Verarbeitung.

Soziale Medien können zur Fessel werden. Sie bieten jedoch auch Chancen auf neue Entwicklungen, auf ein munteres Experimentieren.

40 Wochen Diät…und kein Ende in Sicht.

Am Montag saß ich mit meinem Coach auf der Bank. Die Tage davor plagte mich der Hunger heftig und im Training fühlte ich mich wie ausgesaugt…keine Kraft, keine Ausdauer. Bei jeder Wiederholung dachte ich: Ich will nicht mehr! Sie letzten Sätze schenkte ich mir ganz.

Und so kam es, dass ich ihm zum ersten Mal Bilder vom aktuellen Stand zeigte und die Frage nachschob: Wie lange noch? Wie viele Wochen muss ich noch hungern?

Vor dem Gespräch hatten sich 4-6 Wochen in meinem Kopf festgesetzt. In der Zeit könnte ich es knapp unter 70 kg schaffen. Ich stellte schon erste Überlegungen an, wie es danach weiter gehen könnte. Morgens täglich mindestens 20 g Kleie, samstags ein Cheatmeal, täglich mindestens 2000 kcal….Ich konnte es mir richtig gut vorstellen. Ich wollte nicht mehr..keinen Hunger mehr, nicht mehr das Gefühl, mein Körper verzehre sich selbst, bessere Leistung im Training, Brustmuskelaufbau statt jede Woche weniger. Vier Wochen sind überschaubar, so lange könnte ich es vielleicht noch aushalten. Also stellte ich die Frage und schaute ihm ins Gesicht.

Er weicht meinem Laserblick aus, zieht kurz die Schultern hoch und sagt: „Natürlich ist dein Wunsch hier maßgeblich. Ich würde dich gern unter 70 kg sehen, das sollten wir schon schaffen. Aber ich glaube, mit 65 kg sähest du perfekt aus.“

Ohhhh…dieser geschickte Teufel!!!

 

„Was denkst du…schaffst du es noch bis….sagen wir Weihnachten?“

Ich möchte sagen: „Nein!“
Ich möchte sagen: „Ich will was anderes hören!“
Aber innerlich spürte ich, wie eine Zahl sich durch meinen Verstand frisst, durch allen Widerstand hindurch und irgendwo in den Tiefen meines Restfettgewebes einrastet: 65kg.

„65 kg, das habe ich nicht mehr gewogen, seit ich 11 war.“, sage ich und vergesse dabei vollkommen meine Magersucht mit 16. Trotzdem ist 65 kg eine Zahl, die für mich so unvorstellbar ist wie eine live beobachtete Supernova. 65 und das Prädikat „perfekt“…die Zahnräder setzten sich in Bewegung.
„Weihnachten, da ist ja fast Silvester. Zu Silvester bin ich eh immer top motiviert, da geht immer etwas Neues los.“ Und damit war es besiegelt….Erstmal bis Weihnachten durchalten…und dann den Rest zur 65. Der Plan steht. Marcel weiß es vielleicht nicht, aber seine Antwort war ein Geniestreich der Rhetorik. Der Sack hat mich locker über meine Grenze geschubst. Eine Grenze die für mich schon fast eine unüberwindliche Mauer war.

Studio ist derzeit frustrierend. Überall fehlt die Kraft, die Ausdauer, es ist kalt, oft voll und ich bin ständig enttäuscht von mir. Aber das ist alles egal. Ich habe wieder ein klares Ziel vor Augen und da zählt vor allem, dass ich hingeh und ein paar Extrakalorien verbrenne.
Leistung, Müdigkeit, Wartezeit, das alles wird zur Nebensache. Durchziehen…

Und nicht immer von der Nähmaschine ablenken lassen. Die Gute wird für mich langsam zur Besessenheit. Diese Woche war Slaine beruflich unterwegs und ich war wie im Wahn. Konnte nachts nicht schlafen, konnte es tagsüber nicht erwarten, endlich wieder das nunmehr vertraute Surren zu hören. Alles andere wurde zur nervigen Unterbrechung. Ich vergaß zu essen, ging viel zu spät ins Bett und bin inzwischen so überdreht, dass ich ständig alles verpeile. Dauernd finde ich Sachen, wo sie nicht hingehören oder renne dreimal los, um etwas zu holen. Beim Kreuzheben habe ich heute links eine 15 kg-Scheibe vergessen. O_o
Nachdem ich heute den Stoff für eine Hose zuschnitt um am Ende festzustellen, dass der Fadenlauf genau anders herum gehört, habe ich mir selber eine Pause verordnet.

Das wird schwer…eine Hose und ein Shirt müssen nur noch genäht werden und ich habe noch Stoff für weitere Sachen übrig! *zitter*
Aber es nützt ja alles nichts. Lieber erfreue ich mich erstmal an den Sachen, die ich schon geschafft habe und gehe dann mit frischer Konzentration an den Rest. Der Plan für nächste Woche: viermal ins Studio!

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Kacke zum Trinken – mein Darmbakterienexperiment Teil II

Heute ist es genau einen Monat her, dass ich mit der täglichen Einnahme von Omni Biotic Metabolic, sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) begonnen habe. Man könnte es auch anders formulieren, ich habe nun einen Monat lang Scheiße gefressen. (Nein, die Wortwitze nehmen kein Ende!)

Ich habe vorher keine Darmanalyse gemacht, keine Blutwerte analysiert. Das Ganze wird wieder ein rein subjektives Review, bei dem ich meine Eindrücke schildere. Und die sehen wie folgt aus:

  • Zunächst habe ich bemerkt, dass sich mein Magen anders anfühlt. Als wäre eine Grundspannung da, die ich vorher nicht kannte.
  • Ich gehe deutlich öfter auf Toilette, und damit meine ich nicht pinkeln.
  • Ich habe verdammt gute Laune. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich endlich begriffen habe, was ich schon bewältigt habe und wie gut alles schon aussieht. Jedenfalls scheint mir seit einem Monat die Sonne aus dem Arsch. Metaphorisch natürlich.
  • Ich habe Hunger. Ständig. ABER und das muss ich wirklich betonen, ich habe keinen quälenden Heißhunger, keine extremen Gelüste auf bestimmte Sachen. Ich möchte mehr essen, aber nichts Bestimmtes. Und das lässt sich aushalten. Während die Gelüste mich immer irgendwann in die Knie zwangen, habe ich nun ständig Hunger, gebe dem aber nur selten nach.
  • Insgesamt fühle ich mich…stabiler. Ich bin mal schlapp und mal müde und auch mal ein bisschen wehleidig und quengelig, aber ich weiß die ganze Zeit, das sind nur Launen, nichts „echtes“ im Sinne von „bedeutungsvolle Signale für drohende Katastrophen“. Die Änderung bemerkte ich vor allem daran, dass ich plötzlich ein Hobby habe. Seit vielen Jahren genehmige ich mir Eskapismen wie das Zocken von PC-Spielen oder das Lesen von Büchern um abzuschalten und tatsächlich der Realität zu entfliehen. Neu ist nun ,dass ich ein Hobby habe, was mich tatsächlich wenig entspannt. Im Gegenteil, ich bin sehr angespannt, muss mich schwer konzentrieren, erlebe viele Rückschläge und Frust, es kostet viel zu viel Zeit und am Ende bin ich total überdreht, weil ich so freudig angespannt dabei bin. Das ist keine Flucht, das ich echte Beschäftigung. Sowas hätte ich mir vorher nicht leisten können, weil ich von meinem Alltag und dem ganzen psychischen Ballast, den ich mit mir herum schleppe viel zu erschöpft war. Genau diese Erschöpfung scheint nun weniger zu werden und plötzlich ist Raum für mehr. Das ist eine ganz grundlegende Veränderung, die mir viel bedeutet. Sie kann aber auch der Gesamtsituation (glücklich im Job, den ich nun leichter bewältige, glücklich mit meinem Körper, der Genuss, mein Leben „im Griff zu haben“, weniger Aufwand fürs Essen…derzeit läuft einfach alles spitze) geschuldet sein.
  • Ich habe in diesem Monat glatte 2kg verloren. Mehr als bisher (von den ersten Monaten, in denen man sowieso viel verliert, abgesehen). An Brustumfang, Taille und Hüfte habe ich je 2cm verloren. Das ist auch beachtlich. Besonders, da ich 2 der 4 Wochen fast gar keinen Sport gemacht habe. Mehr Abnahme bei weniger Sport…die oberen Punkte sind wirklich sehr subjektiv, aber ich denke, bei dem Punkt ist es klar den Bakterien zuzuschreiben, denn am Essen habe ich nichts geändert.

Fazit: Auf mich scheint es einen sehr positiven Effekt zu haben, daher werde ich es die nächsten Monate weiter einnehmen.

Selfie nach dem Pumpen im selfmade Trainingshirt