Du musst weitermachen. Gib nicht auf.

April, April, da mach ich was ich will, dachte ich in den vergangenen zwei Wochen.

Mein 37. Geburtstag, das große Zittern, ob ich ab April überhaupt noch einen Job hätte, die bevorstehende Verabschiedung meiner Leutchen und das Bangen, wie wohl am Tag darauf die neuen Leutchen so sind.  Dann bearbeitete alle Fotos von 2012…dem Überjahr überhaupt, in welchem ich großartig aussah, mich großartig fühlte und scheinbar von Party zu Party schwang wie Jane an ihren Lianen und stellte fest, dass ich seit über einem Jahr lebe, wie ein Mönch. Dazu kam der Geburtstag einer Kollegin, die sich für meinen Geburtstag enorm ins Zeug gelegt hatte…große Erwartungen!

Wenn ich das Monster unterm Bett beschreiben müsste, wäre es ein süßer Hund mit riesen Augen in denen nicht als große Erwartungen stehen, die kein Mensch erfüllen kann.

Ein Kurzschluss in meinen Nervenbahnen stand also mal wieder bevor und so kam es dann auch.  Als ich spontan mit meinem Freund in der Stadt shoppen wollte, fehlte nur ein Broiler („einma halbe Hahn“ für die Wessis ;D) zum Glück. Doch es war kein genießbarer aufzutreiben und so nahm das Armageddon seinen Lauf…AllUCanEat-Chinabuffet, Schokoriegel, Ben&Jerrys, Müslimassaker und Bier zum Runterkommen. Freitag war Feiertag, Slaine hatte einen Kater und für mich hing innerlich das Bild schief…also ~2000kcal nach Ernährungsplan so lang gestreckt, wie es ging, dann aber doch im Browser verklickt und aus Versehen Pizza, Panna Cotta und Tiramisu bestellt und weil die ja 20 Minuten braucht, bis sie da ist, nochmal fix Müsli mit Studentenfutter und Extratrockenobst eingesaugt.

Und dann mal beim Coach gemeldet, ob wir den Termin vorziehen können…

Es war wie ein Zeitsprung in frühere Zeiten. Ich merkte, wo es schieflief, wusste, was ich zu tun hatte, aber ich konnte mir nicht helfen. Es war, als wäre ein Schalter umgelegt. Trotz aller Pläne und Vorbereitung konnte ich keine Sicherheit und damit keine Ruhe finden und diese Unruhe tobt still in mir. Geht dann auch nur ein geplantes Detail in meinem wackeligen Hirnlabyrinth schief, kennt meine Psyche nur einen Lösungsweg: unstillbare Gier, die alle anderen Ängste, Sorgen und Gedanken auf einen Urinstinkt zusammenschrumpft, der pochend große Mengen Fastfood fordert.

Eating Gluttony

Quelle: https://tamyourue.deviantart.com/art/Eating-Gluttony-196561878

Also traf ich meinen Coach, erzählte alles und wollte gerade verkünden, dass ich erstmal weiter zählen werde, aber ohne Kaloriendefizit. Ich wollte herausfinden, wo mein Tagesbedarf tatsächlich liegt und mir eine Pause gönnen, als mein Coach mich unterbrach, anschaute und meinte:

„Du musst weitermachen. Gib jetzt nicht auf. Solche Ausraster sind normal in der Diät, ich kenne das auch. Gerade in den letzten Wochen.“

Die letzten Wochen…ich spürte ein inneres Beben bei den Worten…die letzten Wochen. Das glaubte ich nun seit einem halben Jahr. Wie viele letzte Wochen sind es denn noch?!?

„Du hast doch den Gutschein für das Fotoshooting (Spoiler: Weihnachten 2015!!!! hatte Slaine mir einen Gutschein für ein Paarshooting geschenkt). Mach einen Termin aus! Das ist dann DEIN Wettkampftag. Bis dahin musst du die Form deines Lebens erreichen.“

Das saß. Wir sind dann noch meine Kleinzielliste durchgegangen…was davon ist „abrechenbar“, was lässt sich schwer erkennen? Und er gab mir noch ein paar neue Ziele: functional Exercises. Das war eine gute Idee, schließlich offenbaren diese Übungen regelmäßig meine Defizite und sind ein guter Anreiz. Als erstes steht auf dem Programm: Handstand aus den Slings heraus. Als das Treffen vorbei war, stellte ich verwundert fest, dass vom inneren Widerstand und dem Gefühl vom Chaos nichts mehr übrig war. Alles war wieder zurück an seinem Platz, ich konnte wieder den alten Plan aufnehmen.

Auf, in die letzten Wochen!

 

 

Dann kam auf Arbeit der Tag des Abschieds und gleichzeitig die Geburtstagsfeier meiner Kollegin. Schon morgens waren meine Leutchen schlecht drauf, quengelig wie Kleinkinder. Sind wir bald fertig? Ich bin müde. Ich hab keine Lust. Muss ich mitmachen?!? Ich schaltete auf „Verbalpeitsche“, trieb alle an, verteilte Aufgaben wie Stockschläge und langsam kamen alle in Gang. Wir hatten ein Brunch geplant und das wurde richtig gut.

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Beim Essen wurde die Stimmung locker, wir haben herzlich gelacht und Späße gemacht. Nur einer musste unaufhörlich betonen, dass er nichts essen könne, weil es ihm ja noch so schlecht ginge. Dann ging es an die Überreichung der Abschlussgeschenke und plötzlich steht eine mit einem Geschenk in der Hand vor mir. Das hätte ich wirklich am wenigsten erwartet. In den letzten Wochen haben meine Leutchen Spitznamen verteilt. Ich bekam den Spitznamen „Hexe“. Erst „Kleine Hexe“, was ja noch niedlich ist, dann aber „Böse Hexe“, was für mich ein ziemlicher Schock war. Erklären kann ich es mir nur so, dass es diesen Leuten eben sehr schwer fällt, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen. Widerstrebende Gefühle münden in schlechter Laune und daran muss jemand Schuld sein. Die Stimmung war in den ganzen letzten Wochen sehr wechselhaft. Auch ich hatte damit zu kämpfen und stellte mich auf „abgebrühter Profi“ein. Und nun plötzlich das…Tränen bei manchem, ein ganz liebes, herzliches Geschenk und eine ganz persönliche, selbstgeschriebene Karte. Ich war wie vom Donner gerührt. Als würde man einen Kühlschrank zur Mirowelle umfunktionieren wollen.

Manche blieben bis zum Schluss bei mir, waren lieb und herzlich und zeigten, was sie Gutes mit mir verbanden. Andere blieben sitzen, halfen nicht beim Aufräumen und verschwanden früher, ohne sich richtig verabschiedet zu haben. Das spiegelt auch irgendwie das letzte Jahr wieder. Es war ein stetes Ringen und Kämpfen, unterbrochen von Herzlichkeit und Lachen. Aber es war ein echt zähes Jahr. Ich war am Ende selbst total platt. Und morgen sollten die Neuen eintreffen. Ich wusste bis dienstag Nachmittag nicht, wie viele es werden würden!

 

 

Der Mittwoch kam. Die ersten trafen kurz nach 7 ein, die letzten anderthalb Stunden später. Der Unterricht beginnt um 8:00 Uhr.

Erste Runde: Kennlernspiel. Jeder erzählt etwas über sich und bindet eine Lüge ein. Ich fing an. Dann sollte der Erste lügen. Tat es aber nicht. „Ich lüge nie!“ Aha…wenn das keine Lüge ist. So ging es weiter. Nur Einer stockte nach den ersten flüssigen Sätzen und hängte dann einen gepressten Satz hintendran. Eine Neue kommentiere jeden Ausspruch, eine Zweite mischte sich ein. Es wurde unruhig. Es wurde nervig. Leider müssen am ersten Tag sämtliche Unterlagen durchgegangen, erklärt und unterzeichnet werden. Ein nerviges Prozedere. Am Ende des Tages schwirrten allen die Köpfe, alle waren genervt, ich spürte den altbekannten Widerstand und sah mich ein weiteres Jahr kämpfen.

Uff!

Ich erwachte mit sicheren Erkältungsanzeichen. Mit Bauchschmerzen begrüßte ich meine neuen Lerner…2 fehlten. Wenn die abbrechen, wäre ich arbeitslos. Ich startete mit der Vorstellung des Kursplans und der Frage: „Wie funktioniert eigentlich Schreiben?“

Und damit änderte sich alles. Die Schwatztante war neugierig und erstaunt, alle waren aufmerksam. Am Ende des Tages keimte leichte Hoffnung in mir, dass dieses Jahr doch ganz anders laufen würde. Der Tag danach verlief auch klasse. Kein Widerstand, nur Neugierde. Am Ende des Tages wandte sich einer, der am ersten Tag sichtlich mit seiner Aggression zu kämpfen hatte, in der Tür noch einmal um: „Das hier ist anders als in den anderen Schulen. Intensiver.“ Da wusste ich: Ich habe sie!

Und ich begriff: Der vorhergehende Kurs war nie meiner geworden. Diese Leute binden sich sehr eng an ihre Bezugspersonen. Ist diese Bindung vollzogen, kann nichts mehr getauscht werden. Ich war immer nur „die unliebsame Vertretung dieser einen tollen Frau auf dem Podest“.  Der neue Kurs wird durch mich geprägt. Es wird dennoch nervige Tage voller mieser Laune und brenzlicher Situationen geben, aber ich kann ruhiger sein, weil ich nicht das Gefühl haben muss, gegen meine eigenen Leutchen zu kämpfen, sondern ihr Vertrauen zu genießen.

2018 wird nicht leicht, aber es wird mein Jahr!

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Fühlt sich an wie Bodybuilding

In den letzten Wochen mangelte es mir an Disziplin, vor allem, was die Diät betrifft. Nachdem ich im Januar ordentlich Gas gegeben aber kein Gewicht verloren hatte, fehlten mir einfach abrechenbare Kleinziele, die mich auf Kurs hielten. Ich war frustriert und genervt und griff öfter mal auf mehr Kalorien zurück.

Die zusätzlichen Kalorien und allgemein ordentlich schlechte Laune brachten ernorme Energieschübe mit sich.

Wo wird man die besser los als in brachialen Trainingseinheiten?

Und das habe ich gemacht. Mehr Gewicht, mehr Wiederholungen, mehr Tempo.
Was ist mir da aufgefallen? Mein Normalzustand fühlt sich an, als würde ich schon morgens mit rot blinkendem Akku aufstehen. Auf Arbeit bin ich von Natur aus etwas überdreht und voller Adrenalin. Aber zum Feierabend wird innerlich ein Schalter umgelegt und ich schleppe mich nur noch.

Die letzten Wochen haben mich daran erinnert, dass es auch andere Zustände gibt. Und ich merke, dass ich mich im Moment nach Power, Kraft und Biss sehne. Nächste Woche endet mein jetziger Kurs auf Arbeit und in der Woche darauf beginnt ein neuer Kurs mit neuen Teilnehmern. Gestern durfte ich den neuen Arbeitsvertrag unterschreiben und auch meine Sozialpädagogin bleibt vorerst. Bis diese Woche war das alles nicht klar. Ich musste mich arbeitsuchend melden, mich bei neuen Jobs bewerben, zittern und bibbern. Nervenaufreibend. Ich weiß noch immer nicht, welche Teilnehmer in meinem Kurs sitzen werden. Oder wie viele genau. Alles ist unsicher und kurzfristig. Ein Horror für jemanden mit meinem Sicherheitsbedürfnis. Es ist also noch nicht ausgestanden und ich brauche nun Power für die Nerven.

Heute habe ich früh relativ viel gegessen und auch ordentlich Kohlenhydrate. Dann ging es zum Beintraining. Mit meinem Coach habe ich besprochen, dass ich bei Kniebeugen mit jedem Satz das Gewicht steigere. Gesagt, getan. Das Herz pumpte, ich hatte dicke Adern an Händen und Unterarmen und wollte nur eins: die Energie freisetzen. Sonst quälte ich mich mit 40kg Kniebeugen. Heute machte ich wesentlich mehr Wiederholungen als sonst und gelangte zum Schluss zu 60kg.
Eine Premiere für mich.
Danach behielt ich das Steigerungs-Prinzip bei und schritt mit steigendem Gewicht in Ausfallschritten durchs Studio, bis die Beine sich wie brennender Gummi anfühlten.

Der Coach meinte, ich solle wieder zurück zum Sprint mit 1600 kcal an Nichttrainingstagen und lediglich die Kohlenhydrate nach vorn ziehen, abends dafür Lowcarb. Doch ich spüre wieder mein typisch inneres Stachelschwein, dass sich massiv dagegen auflehnt. Stattdessen baue ich endlich etwas Obst ins Frühstück ein (das war ursprünglich angedacht, ist dann aber durch die geringen Gesamtkohlenhydrate immer wieder rausgeflogen), als Zwischenmahlzeit nach Arbeit plane ich etwas Müsli ein…(Ja, ich bin nun in einem Alter, in dem man sich über regelmäßigen Stuhlgang freut.)
Der Rest (Mittag, Abendbrot, Trainingsversorung) wird Lowcarb. Makroverteilung bleibt wie gehabt: 110g KH, 180g F, 60g F = 1730 kcal + Trainingsversorgung.
Ich hoffe, damit mehr Energie über den Tag zu haben. Mich nicht mehr wie eine ausgedrückte Leberwurst zu fühlen und damit mehr Energie durch Training etc. umzusetzen. Oder anders gesagt: einfach ballern!

Gerade gefällt mir mein neuer Körper sehr gut. Ich habe wenig Wasser eingelagert, der Bauch hat nur noch eine dünne Wabbelschicht, Beine und Po sind straff, mein Trizeps hat übel gut auf die Übungen angesprochen und ist gut sichtbar, die Teilung zwischen Schulter und Bizeps ist tief wie noch nie. Kurzum: Langsam sieht auch ein Blinder, dass ich harten Sport betreibe.

Größte Baustelle im Moment: der Rücken. Hier habe ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten und immer von Null anfangen zu müssen. Aber das war bei Brust, Schultern, Kniebeugen und Bauch genauso. Ich weiß, alles was ich jetzt investiere wird sich bald auszahlen. Geduld haben, durchbeißen und dann wird das richtig cool.

Was mich derzeit außerdem antreibt, ist Slaine. Nachdem er einige Zeit in einem persönlichen Tief steckte, ist er nun wieder ganz mein Partner. Er nimmt ab, seine Muskulatur schält sich überall aus der Fettdecke, er gibt mir gute Trainingstipps, treibt mich an, nimmt Rücksicht auf mich und versucht mich auch sonst zu unterstützen. Fürs Beintraining kommt er langsam auf den Geschmack der Trainingsleggins. Und was soll ich sagen, die neu sichtbaren Ecken und Kanten gefallen mir verdammt gut!

Abrechenbare Kleinziele müssen her, wenn die Waage nicht mehr allein über Sieg- oder Niederlage-Gefühle bestimmen soll. Was soll sich noch verändern, habe ich mich gefragt und folgende Antworten gefunden:

  • cm verlieren (Rücken, Taille, Hüfte/Po, Oberschenkel)
  • Wachstum (Rücken, Definition rechte Körperseite verbessern, „Tropfen“ im Quadrizeps, Schultern, Bizeps, gerade Bauchmuskeln, Brust Masse +innere Kante)
  • Trainingsziele:
    • Kniebeuge:80 kg,
    • Ausfallschritte: 4 x 20 kg
    • Beinstrecker: ganzen Block bewegen
    • Klimmzüge: Anzahl erhöhen, frei im Obergriff schaffen
    • Schrägbankdrücken mit 25 kg Kurzhanteln als Arbeitsgewicht
    • Frontdrücken mit 20 kg Kurzhanteln
    • Balance und Körpergefühl verbessern (z.B. bei Bauchübungen)
  • Ernährung / Wohlbefinden:
    • alles eintragen
    • Energielevel optimieren
    • regelmäßig
    • weniger Salatmassaker (vergrößern nur den Magen, verringern den Appetit nicht)
    • Nerven/Konzentrationslevel managen, Pausen machen, gechillt bleiben
    • Makroverteilung besser managen (Trennung von KH und F)
    • Ausrasttage minimieren (1- max 2/Monat)

Um den Schwung richtig zu nutzen, habe ich den nächsten Termin mit meinem Coach auf in 2 Wochen gelegt. Mal sehen, wie es bis dahin läuft.

Keep on pumping, ihr da draußen. 😉

Edit: Falls sich jemand fragt, welcher Einschnitt zwischen Schulter und Bizeps denn in letzter Zeit tiefer geworden sein soll…der hier:

Leider sieht es so nur im anabolen Studiolicht nach einem heftigen Brust-Schultertraining aus. Aber ich arbeite daran. 😉

37 und plötzlich denke ich ständig in „noch“-Sätzen

Die Zeit rast vorbei, dass einem ganz schwindelig wird. Gerade noch feiert man Silvester und plötzlich sind die Unterrichtstage mit meinem Lernern an einer Hand abzählbar und ich bin 37 Jahre alt.

37…da winkt ja die 40 mit beiden Händen!

Im Bodybuilding hört man oft, dass das Alter bis 40 gut zum Aufbau ist. Danach geht es nur noch darum, den Verfall aufzuhalten.

Und plötzlich bekomme ich Torschuss-Panik. Es ist fast April und seit November habe ich nichts abgenommen. Schlimmer noch, ich pendel zwischen 71kg und 73kg auf und ab. Immer häufiger genehmige ich mir Cheatdays. Es tut so gut, im Training mal mit voller Power zu berserken, statt sich mit rotem Akku von Satz zu Satz zu schleppen.

Schon drängt sich der Gedanke auf, endlich mit der Aufbauphase zu beginnen. Dabei würde ich mich damit nie wohl fühlen. Was nützt Masse, wenn sie schwabbelt?

Nächste Woche habe ich wieder meinen Termin mit Coach Marcel. Da wird es um einen neuen Schlachtplan gehen. Ich brauche dringend abrechenbar Ziele, wie auch immer die aussehen könnten. Und ich muss wieder an eine Abnahme glauben können. Show must go on, noch kann ich…

  • Muskel aufbauen
  • Fett abnehmen
  • jünger aussehen
  • besser aussehen
  • stärker werden
  • Defizite beheben
  • die Haltungsschäden ausgleichen
  • neue Gewohnheiten etablieren
  • Teile meines Selbst neu entdecken und fördern

Noch geht alles, solang ich daran glaube.

 

Zum Geburtstag gab es meine heiß ersehnte Gritzner 788 Overlock (Nähmaschine), mit der ich gleich meine erste Jeans fertig nähen werde. Es ist so COOL damit zu nähen! Ich liebe sie jetzt schon, obwohl ich die meisten Funktionen noch gar nicht nutze.

Bevor die Gritzner hier einziehen konnte, wollte ich aber zunächst Übersicht bei den vorhandenen Stoffen haben. Und so musste erst einmal jeder Reststoff vernäht werden, der nicht unbedingt geoverlocked werden muss. Mit den Schnitten beginne ich immer mehr zu spielen.

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37…die Zahl ist für mich schwer zu fassen. Aber ich seh zu, dass wir uns noch richtig gut anfreunden.

Eine dieser Trainingseinheiten…

…die sich durchweg falsch anfühlen.

Heute war wieder Rücken dran.

Nachdem meine Beton-Verspannungen gelöst worden sind, ich mit viel Stretching-Blackrollen-Spezialübungen der Skoliose entgegen wirke und seit Neuestem extra Aufwärmübungen für die Rhomboiden und den Trapezius mache, um diese besser zu aktivieren, fühlt sich das Rückentraining an, als versuche man mit Gipsbeinen Schwanensee zu tanzen.

Als ich den ganzen Schmarrn vonwegen Rippenbuckel und Gedönse angefangen habe, meinte mein Coach:

„Wenn du das ganz angehen willst, machst du nur noch Reha-Einheiten. Das willst du nicht. Wir machen schön Bodybuilding.“

Daran muss ich gerade denken, denn seine Prophezeiung ist wahr geworden…Bauchtraining, Stretching, Rhomboiden-Trapezius-Aufwärmübungen, duale Rückenübungen mit wenig Nackenbeteiligung und supersauberer Ausführung und dabei irgendwie noch das Gefühl von Power und Muskelwachstum ist wohl etwas zu viel Erwartung.

Das Ergebnis ist ein auslaugender Konzentrationsstrom bei totaler Überforderung (weil ich auf alles gleichzeitig achten will), ohne das Gefühl, den Zielmuskel hart zu treffen oder isoliert zu erwischen. Am Schluss tut alles irgendwie weh, aber nichts fühlt sich richtig „gestresst und fertig“ an, man schafft keine Wiederholungen mehr, aber der Muskel fühlt sich nach Pudding, statt nach Stahl an.

Frustrierend!

Und doch erscheint es mir im Moment der einzige Weg, wenn ich dauerhaft im Rücken eine Entwicklung haben will, statt weiter alles mit meinen Stärken (Latissimus) zu ziehen, während meine Schwächen schwach bleiben.

Mein Plan (man muss nur immer einen Plan haben, dann ist alles gut, ist meine Devise):

  • solang ich auf Diät bin, steht die Aufdeckung und Beseitigung der Defizite im Vordergrund
  • nach der Diät ist es wieder Zeit für Hypertrophie-Aufbau-Training
  • bis dahin muss ich Kraftwerte vergessen und darf nicht noch mehr Ziele in die Einheiten packen

*seufz*

Wenigstens wird die Figur langsam besser. Auf Fotos kaum zu sehen, sagt der Spiegel, dass die Beine entschlacken und auch der Bauch besser wird.

 

Zurück zum alten Plan mit neuen Experimenten

ENDLICH…

  • Urlaub
  • neues Essen aus meiner geliebten Rezeptsammlung genießen
  • Zeit für Kaffee-Experimente
  • wieder trainieren
  • neue Griffhilfen ausprobieren
  • Zeit zum Nähen
  • Fisch frisch zubereiten

Nachdem ich letzte Woche wie mit einem Schleudertrauma verbrachte, mich von Fressattacke zu Versagensdruck und zurück hangelte, bin ich nun seit gestern glücklich zurück in der alten Spur.

Der letzte Punkt auf der Liste ist zwar direkt schief gegangen, aber das hält mich nicht auf. UPS sollte am Samstag frischen Fisch zustellen, der Freitag frisch ausgenomen und abgeschickt worden ist. Aber UPS will nicht und fährt ihn lieber von Bautzen (Stadt in Sachsen) über Berlin (nicht in Sachsen) nach Leipzig (wieder Sachsen). So liegen meine frischen Fische, statt in meinem Magen nun in einem Paket herum, um morgen (hoffentlich noch immer gefroren) bei mir anzukommen. Wer hätte gedacht, dass es in einer Großstadt so schwer sein könnte, frischen Fisch zu bekommen.

Zeit zum Nähen heißt bei mir, Zeit, all die missglückten Experimente aufzutrennen und hoffentlich zu retten. Das ist total nervig, macht gar keinen Spaß und die ganze Zeit befürchtet man das Schlimmste. Paradoxerweise mache ich es trotzdem…Masochismus kann wohl ganz unterschiedliche Folgen haben.

Neue Griffhilfen! Slaine hat sie in einem Clip von Tim Budesheim gesehen, der sie sehr anpreist. Kurz darauf schlingt er mir ein Maßband um die Handgelenke und schwupps, kam zwei Tage später ein Päckchen für mich an. Andere bekommen Schmuck zum Valentinstag, ich bekomme Griffhilfen. Romantik ganz nach meinem Geschmack. 😀 Sinn des Ganzen ist, natürlich bessere Griffkraft, dabei aber ein schnelleres Anlegen zu ermöglichen als das ewige Herumgeschlinge bei herkömmlichen Zughilfen. Und es funktioniert wirklich gut! Bei der rechten Hand seht ihr, wie man sie benutzt. Man hat wirklich einen guten Griff und muss nicht viel Zeit mit Wickeln verbringen. Gestenr habe ich sie zum ersten Mal benutzt. Negativ aufgefallen ist mir, dass bei Rackdeads eine Ader am Handgelenk gequetscht wurde. Mit etwas veränderter Position wurde das besser. Außerdem hat das starre Innenteil etwas am Arm gescheuert. Da wird die Zeit zeigen, ob das besser wird, wenn es nicht mehr ganz so starr ist, oder ob ich mir noch etwas extra Polster einarbeite. Schwierig war es außerdem, mit den Hilfen die Wiederholungszahlen zu notieren. XD

Damit kommen wir auch schon zu den Kaffee-Experimenten. Vor einigen Jahren las ich ein Buch, das mich nachhaltig beeinflusste: „Homeland“ von Cory Doctorow. Es ist die Fortsetzung von „Little Brother“. Am Anfang des Romans befindet sich der Protagonist auf dem Burning Man Festival…einem Endzeit-Festival mitten in der Wüste. Fernab von allen Bequemlichkeiten der Zivilisation. Kein Strom, fließendes Wasser, kein Dach über dem Kopf…Mad Max-Atmosphere.
Kein Strom?
Also wie kommen wir denn nun auf Kaffee?
Na eben ohne Strom…der Protagonist beschreibt, wie er Cold Brew Coffee, bzw. Cold Drip Coffe macht. Seitdem saß diese Idee in meinem Hinterkopf mit dem Verweis „irgendwann man machen“.
Irgendwann war vorgestern.
Wie funktioniert es?

1. Cold Brew Coffee

  • 100g Kaffee grob mahlen
  • in einem Glas mit 800ml Wasser aufschütten
  • gut durchrühren
  • 12-24h bei Zimmertemperatur stehen lassen
  • durch einen herkömmlichen Kaffeefilter gießen
  • genießen

2. Cold Drip Coffee

  • man benötigt einen Dripper, Eiswürfel und natürlich frisch gemahlenen Kaffee
  • Kaffee etwas feiner mahlen
  • in den Dripper füllen
  • Eiswürfel obendrauf geben
  • warten, bis kein Eis mehr da ist

Fazit: Cold Brew und Cold Drip Coffee verhalten sich zu normalem Kaffee wie 90%ige Schokolade zu Vollmilch-Schokolade. Es schmeckt beides richtig intensiv nach stark verdichtetem Kaffee, aber nicht fies bitter oder sauer. Der Geschmack entfaltet sich nach und nach im Mund und bleibt noch lange auf der Zunge. Es ist, als würde man Kaffee-Bohnen lutschen. Oder Bohnen-Aroma. Da an ihn kalt trinkt, freue ich mich besonders auf den Sommer. Bei heißen Temperaturen wird der kalte Kaffee wunderbar sein. Doch auch jetzt schon ist er ein echter Genuss. Der Cold Brew ist wesentlich intensiver, kräftiger. Er schmeckt so, wie ich mir Espresso früher vorgestellt habe. Stark, aber ohne die Bitterkeit von Espresso.
Cold Drip schmeckt milder. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihn beim ersten Mal noch sehr grob gemahlen hatte. Heute habe ich ihn feiner gemahlen, damit mehr ausgetropft wird. Wer es nicht ganz so stark mag, sollte wohl diese Variante probieren. Beides ist jedoch etwas für echte Fans von intensivem Kaffeegeschmack.

So viel für heute. Ich habe jedenfalls wieder Gefallen an den Sachen gefunden, die ich so tu. Die Waage wird für mich verbannt bleiben. Nun setze ich ganz auf Umfänge und den Spiegel. Das ist mehr Wert und macht mich nicht so „mad“.

Auf Abwegen…

Ich sehe das Bild auf Facebook und denke sofort: Scheiße, das bin ich!

Was ist passiert? Seit über einem Jahr geht es hier nur voran, voran…immer mal im Bummelzug, aber voran. Doch seit Dezember ist damit Schluss. Als ob mit der 1-Jahres-Grenze ein stilles Ultimatum abgelaufen wäre.

Der Plan war, nochmal richtig Gas zu geben. Und den Plan habe ich umgesetzt. Der Januar lief sahnig! Nur die Waage spielte nicht mit. Und an dem Satz ist „nur“ die Bagatellisierung schlechthin.

Ich sitz hier und frage mich, wie es so weit kommen konnte und die Wahrheit steht mir klar vor Augen:

Der Zweifel hat mal wieder gesiegt. Es ist ein schmaler Grad vom trotzigen Stolz zum Gefühl, total zu versagen.

Januar lief gut und trotzdem gab es schon da die ersten Vorboten: Fressanfälle. Schon Mittags wusste ich: Das kann nicht gut ausgehen. Der innere Drang war wieder da, dieses unstillbare Verlangen. Und wenn ich gegen 16 Uhr die letzte geplante Mahlzeit gegessen hatte, war die Katastrophe längst im Gange.

Es ist furchtbar, das zu schreiben. Lieber schreibe ich über Erfolge, oder poste Bilder von all der Lebensfreude, die ich in letzter Zeit gefühlt habe.

Anfangs war es etwa ein Kontrollverlust pro Woche. Bei all dem Training, dem hohen Defizit und der Bewegung auf Arbeit hätte es dennoch für ein paar verlorene Kilos reichen müssen.

Hätte…

Hat es aber nicht. Das trieb mich Stück für Stück weiter in die Untiefen des Versagens. Und als Topping gab es dann eine Erkältung. Damit fiel der Sport weg. Da fast die gesamte Belegschaft flach lag, biss ich die Zähne zusammen und arbeitete weiter. Das hielt mich bei der Stange.

Doch diese Woche…ich weiß nicht warum. Irgendwann ist auch der letzte Rest „Tschakka“ verflossen und es blieb nur das monotone „sinnlos…sinnlos…sinnlos“ meines inneren Teufelchens übig. Vielleicht ist es passiert, als ich die Schnittmuster zurechtschnitt und beim Vermessen plötzlich wieder eine Größe 40 statt einer 36 herauskam. Vielleicht passierte es, als eine nervige Person wieder auf Arbeit auftauchte und ich feststellen musste, dass 100g komplexer Kohlenhydrate für diese Situation einfach nicht ausreichen. Vielleicht hätte mich mein Rezeptordner mit einem flotten Plan-Umschwung retten können, doch den hab ich meiner Kollegin geliehen, die seit Wochen krank Zuhause ist…

Nun hock ich hier auf einem Berg von Fragen:

  • Warum hab ich nicht abgenommen?
  • Wie kann ich neuen Schwung finden?
  • Wann fühle ich mich wieder besser?
  • Woran kann ich noch glauben?

 

Bio – von wegen besser!

Was stimmt eigentllich nicht mit den Bio-Eiern aus dem Supermarkt?

Egal ob Aldi, Rewe oder Kaufland. Die Bio-Eier sind von minderer Qualität.

  • Die Schale ist papierdünn und brüchig.
  • das Dotter ist blassgelb
  • das Dotter zerfließt bei der leichtesten Berührung
  • manchmal stinken die Pappen auch zum Himmel

Meine Mutter hat früher immer grüne Eier vom Bauernhof geholt. Mit Kacke und Feder dran. Als Teenager war mir das suspekt, also erklärte sie mir (als aufgewachsene Bauerntochter), dass man die Güte von Eiern anders bewerten sollte.

Eine harte Schale heißt, die Hühner bekommen ausreichend Kalk in der Nahrung.
Das Dotter muss sattgelb bis orange aussehen und darf nicht gleich zerfließen. Dann kann man davon ausgehen, dass das Huhn gut ernährt wird.

Ratet mal, welche Eier ich nur noch in der Not kaufe…

Das Foto habe ich geschossen, als ich zufällig zwei Packungen brauchte.
Links sieht man die Bio-Dotter vom Rewe (ich brauchte für ein Rezept getrennte Eier, daher fehlt das Eiklar). Aber wie gesagt, Kaufland, Aldi und Rewe nehmen sich da nichts.

Rechts ist eine regionale Marke mit Bodenhaltung. Günstiger als die Bio-Eier und für mich ganz klar die bessere Wahl.

Habt ihr auch schon solche Bio-Reinfälle erlebt?