Weiter gehts…Woran man nicht denkt, bevor man abnimmt.

Diese Woche habe ich Folgendes überlebt:

  • PMS + nervige Schüler+ Low-Carb-Hardcore-Diät
  • einen Besuch meiner Eltern
  • Weltuntergangseinkaufsschlangen NACH einem Feiertag
  • langweilige Opa-Möbel in einem endlosen Höffner-Markt

Am Mittwoch bekam ich das erlösende Okay vom Coach…ab heute darf ich wieder mehr essen. Damit mir auch ja das Gewissen drückt, hüpfte das Gewicht auf der Waage seither jeden Tag tiefer.

Gestern kam es so zum Durchbruch: 69,8kg. Heute morgen gar 69,5kg. :-O

Das musste in Bildern festgehalten werden, denn durch mehr Kohlenhydrate wird das Gewicht erstmal wieder nach oben gehen.

Mit der Zeit wird einem immer klarer, dass es einiges Unvorhergesehene beim Abnehmen gibt.
Hier meine Top-5 der schlimmsten Sachen, an die man vor dem Abnehmen nicht denkt:

  • die Launen der Waage auszuhalten
  • als Unnormal zu gelten, weil man dauernd kostenloses Essen ausschlägt
  • die Sorgen der Eltern („Du siehst ja im Gesicht gar nicht soooo eingefallen aus. In einer Zeitschrift habe ich letzte Woche gelesen, dass man am Handrücken erkennt, wenn sich jemand zu sehr verausgabt, da schmilzt dort das Fett weg!“ *nachguckundfeststell,dassnochFettdaist* Man fühlt sich ja schon etwas an Hänsel und Gretel erinnert.)
  • flache, hängende Brüste
  • dass der Bauch beim Haareföhnen aussieht wie gerinnende Lava oder wie Jabba da Hutt  -> definitiv das Gruseligste

 

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35. Woche und plötzlich sieht die Welt wieder anders aus…

Wieder dachte ich: Es funktioniert nicht, mit mir stimmt was nicht, es stagniert, irgendwo liegt ein Fehler vor…
Ich verliere den Glauben an mich selbst und mein Projekt, an Erfolge und Konsequenzen, die aus konstantem Tun entstehen. Ich stelle die ganze Welt in Frage und fühle mich von Tag zu Tag schlechter, die Form wird schlimmer.
Und dann…springt die Waage plötzlich nach unten, ich wache schon mit super Laune auf, habe Power, fühle mich straff und fest an…es ist eine neue Welt.

Jeden Monat falle ich darauf herein und jeden Monat fühlt sich die Zeit um den 11. herum an wie eine Neugeburt. So auch heute. Nachdem das Gewicht ewig rund um die 75kg festhing, sprang die Waage über Nacht auf 72,9kg. Neuer Tiefststand!

Dazu die Erleichterung, nicht am Familienfest teilnehmen zu müssen, sondern stattdessen meine Freiheit zu genießen. Ich war total aufgedreht.

Dann hat sich auch noch eine Freundin in meinem Studio angemeldet, sodass wir uns dort treffen konnten.

Ich zeigte ihr erstmal im Schnelldurchgang das Studio, plapperte wie ein Wasserkraftwerk und schließlich kamen wir zum Functional-Bereich.
„Und hier hast du Griffe für Klimmzüge, die sind schön, weil sie sich frei drehen und bewegen lassen“, sagte ich und zog mich ein bisschen hoch, als ich plötzlich mit dem Kopf oben ankam.
Mein erster freier Klimmzug! Absolut ungeplant, überraschend, mühelos!
Okay, ich habe ihn mit Untergriff gemacht.
Aber WAHNSINN! Ich war völlig baff.

Die Pausen zwischen den Sätzen waren heute etwas länger, denn ich musste jedem Bekannten im Studio erzählen, was sich ereignet hatte. Und jeder sagte: „Das glaube ich nicht, bis ich es selbst gesehen habe.“
Insgesamt habe ich auf die Art heute 5 freie Klimmzüge gemacht. XD Obwohl es ein Beintraining war.
Jetzt bin ich total fertig und total glücklich zugleich.

Dreieinhalb Wochen Arbeit, Schweiß und Mühe und wenn ich denke, es bringt alles nichts, wird alles gut.

Ein Kumpel hat meine Veränderung heute folgendermaßen zusammengefasst:
„Ich habe alte Bilder angeschaut, da hattest du noch sooo runde Backen! Und jetzt siehst du aus, wie aus dem KZ entlassen!“
😀 Für andere eine Beleidigung, für mich ein wundervolles Kompliment.

Beintraining – die „alte Leute-Version“

Worin besteht der Unterschied zwischen Kraftsport und Bodybuidling? Auf diese Frage gibt es sicher viele Antworten.
In dem Ergebnis zum Beispiel, Kraftsportler sehen meist ganz anders aus als Bodybuilder.
Aber wie kommt es zu diesen Unterschieden? Beide trainieren hart und mit hohen Gewichten.

Ich glaube daran, dass der Hauptunterschied folgender ist: Kraftsportler arbeiten mit und kämpfen gleichzeitig gegen ihren Körper, ihre Power ist die Stärke.
Bodybuilder dagegen kämpfen in erster Linie mit dem Kopf. Da geht es um die optimale Verbindung von Kopf (=Steuerung) und Muskel, jede Bewegung geht von Kopf aus und ein Bodybuilder ist immer auf der Suche nach dem optimalen Reiz für den Muskel. Deshalb ist die eigentliche Power eines Bodybuilders sein Geist/Kopf. Kraft wird zur Nebensache, wenn du bei einer Bewegung mehr und mehr einzelne Muskelfasern aktivierst und beanspruchst. Dafür brauchst du Fokus, Konzentration. Klar, auch Kraftsportler müssen sich konzentrieren, um viel Gewicht zu bewegen, aber der Fokus liegt da eben auf dem Gewicht und auf der Bewegung, nicht darauf, den Muskel optimal anzusteuern.
Doch nicht nur beim Training zeigt sich, dass die größte Power eines Bodybuilders sein Geist ist, denn auch bei der Ernährung sind ständiges Zusammenreißen und rationale Überlegungen gefragt.
Seit ich das verinnerlicht habe, habe ich sichtbar Muskulatur zugelegt. Auch wenn die Ernährung immer mein Stolperstein bleiben wird, solange ich Fortschritte mache, gebe ich nicht auf.
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Im Training hat sich daher auch wieder einiges umgestellt. Gerade beim Beintraining habe ich früher irgendwie gedrückt, Hauptsache ich kann mehr Scheiben drauflegen. 230kg auf der Beinpresse konnten sich sehen lassen, wer will da noch meckern? Gedehnt habe ich nie, wurde mir doch in meiner Jugend eine Überbeweglichkeit bescheinigt. Und das Dehnen ist ja eh umstritten. Wer braucht das schon?
So ging das eine ganze Weile, überall kletterten die Gewichte rauf. Ich schwitzte ordentlich und hatte auch immer mal wieder Muskelkater. Läuft doch alles richtig, oder?
Dann versuchte ich mich an Kniebeugen und stellte schnell fest, dass ich zwar in einigen Partien ordentlich Power habe, in anderen jedoch riesige Defizite. Ich schaffte nicht einmal eine ordentliche Kniebeuge ohne Zusatzgewicht. Die kleinere Stützmuskulatur, die ich dafür brauchte, konnte nicht angesteuert werden und war elendig schwach. Das wurmte mich. Wie kann ich auf der Beinpresse so viel Kraft haben, aber es quasi kaum schaffen, ohne Stütze aus der Hocke hochzukommen? Dazu kamen Hüftprobleme und bei jeder Erkältung übersäuerte die verkürzte Muskulatur derart, dass es sich anfühlte, als läge meine Beinmuskulatur in purer Säure.

Es wurde Zeit, etwas zu ändern.

Ich begann mich vor dem Beintraining zu dehnen. Als ich ein Buch über das Dehnen las, war diese Option diejenige, welche ganz klar abgelehnt wurde, weil die Gefahr besteht, den Muskel dabei zu sehr zu entspannen, sodass es zu Unfällen aufgrund mangelnder Spannung kommen kann. Empfohlen wurde daher statisches Dehnen der Muskelpartie an Nichttrainingstagen. Soweit die Theorie. Ich hockte mich also an Pausetagen in den Flur und versuchte, meine verkürzte Muskulatur zu dehnen. Die Schmerzen waren höllisch, ich hatte das Gefühl, kein Stück voran zu kommen. Mir wurde jedesmal schlecht und am Ende war ich total entnervt, bald ließ ich es wieder bleiben, bis die Muskulatur sich wieder anfühlte, als würde sie in Säure schwimmen.
Als ich eines Tages dachte, ich könne so auf gar keinen Fall Beine trainieren, beschloss ich, stattdessen zu dehnen. Aber nur Dehnen führte wieder dazu, dass mich die Schmerzen fertig machten, sodass mir wieder speiübel wurde. Also dehnte ich etwas und schob dan Side-Laying-Clams dazwischen (seitliche liegende Beinscheren). Die fand ich schon immer toll, weil sie meine Schwachstellen, die Adduktoren, gut trafen.
Eine Woche darauf: selbe Ausgangssituation, doch während des Dehnens entspannte sich plötzlich die Muskulatur. Es tat noch immer weh, aber ich spürte eine Veränderung. Und weil mich Kniebeuge so ärgerten, begann ich mit sehr leichtem Gewicht testweise Sumokniebeuge zu absolvieren.
Durch den Dehnungsschmerz und die erwärmten Adduktoren, konnte ich plötzlich die Muskulatur besser ansteuern. Ich konnte die Muskulaur fühlen, das gab mir ein Gefühl von Kontrolle und das wiederum gab mir Power. Plötzlich war ich bereit und imstande ein richtiges Beintraining hinzulegen.

Seither ist das meine Aufwärmung: 3 Sätze
10 Side-laying-Clams – sitzendes Dehnen mit gestreckten Beinen
10 Sumokniebeuge – Wadendehnung im Ausfallschritt, an eine Wand gelehnt

Ich stelle fest, dass meine Beinmuskulatur schnell zur Verkürzung neigt, von einer Überbeweglichkeit bin ich nun weit entfernt. Es schmerzt Woche für Woche fürchterlich, aber ich akzeptiere den Schmerz (wie beim Tätowierer) und kann durch ihn meine Muskulatur besser spüren.

Die Aufwärmung dauert etwas, aber sie lohnt sich, denn nun bin ich bereit für eine Beinpresse. Dort bin ich von meinen alten Kraftdaten weit entfernt. Derzeit plage ich mich schwer mit 180kg herum. Aber das Gefühl ist ein gänzlich anderes. Von der ersten bis zur letzten Wiederholung arbeite ich gefühlt mit all den einzelnen Muskelpartien, die beteiligt sind, statt nur irgendwie den Schlitten raufzuschieben. Dieses Gefühl ist klasse. Kontrolle. Steuerung. Erschöpfung. Ich kann richtig spüren, wie jede Wiederholung an meinen Reserven knabbert.

Je nachdem, wie fertig sich danach die Beine anfühlen, geh ich zur Hackenschmitt (wenn ich das Gefühl habe, die noch mehr bearbeiten zu müssen) oder zum Beinstrecker (wenn sie schon zu Pudding verarbeitet sind).
Am Beinstrecker beginne ich mit der einbeinigen Ausführung und umfasse dabei bewusst die Knie, damit die Muskulatur ringsum einen Extrafokus erhält. Selbst wenn die Knie von der Hackenschmitt etwas zwicken, kann ich mit diesem Extrafokus alles soweit stabilisieren, dass ich den Beinstrecker schmerzfrei trainieren kann. Oft verschwindet der Schmerz dabei sogar.
Sind die Knie derart gut vorbereitet, setze ich nochmal einen Reiz durch hohes Gewicht. Dabei drücke ich mit beiden Beinen, die Wiederholungen werden nicht so hoch und nicht so zahlreich, aber 105kg haben eben ihren ganz eigenen Reiz.

Und dann geht es zu einer Neuentdeckung, die ich so gut finde, dass ich wegen ihr sogar diesen Blogpost verfasse: Stepups am Kniebeugenturm
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Im Prinzip sind das Stepups. Durch das Gegengewicht verläuft die Bewegung aber absolut gleichmäßig und kontrolliert. Dadurch erreicht die Ansteuerung der Muskulatur inklusive der kleinen Stützmuskulatur absolute Spitzenwerte. Man spürt bei jeder Wiederholung, wie die zur Verfügung stehende Energie dahinschwindet, so fucking anstrengend ist es. Schweiß bricht überall aus und rinnt an den Armen herunter und die Beine jammern an verschiedensten Stellen. Ein krönender Abschluss für eine echt effektive-fokussierte Bodybuilding-Beineinheit.

Ließ ich früher die Beineinheit gerne mal ausfallen, ist sie momentan eine meiner Lieblingseinheiten.

Das Prinzip des äquivalenten Tausches (Verzicht I)

Es ist kein Geheimnis, dass Alles, was man sich wünscht, etwas kostet. Nichts ist umsonst. Freundschaft, leckeres Essen, Karriere, Urlaub, egal was, um es zu bekommen, müssen wir zunächst investieren. Zeit, Kraft, Verzicht, unangenehme Situationen, Rücksicht…Geld ist nicht die einzige Währung, die wir kennen. Die wichtigen Dinge im Leben kosten etwas anderes.

Manchmal ist der Preis so gering, dass wir ihn kaum spüren. Manchmal ist man sich gar nicht bewusst, dass man für alles bezahlt.
Andere Dinge kosten mehr.
Manches erfordert einen so hohen Preis, dass man schlicht nicht in der Lage ist, ihn zu zahlen. Oder wir sind nicht bereit dazu, weil der Preis uns zu hoch erscheint.

Wenn es um Träume geht, ist der Preis immer hoch. Sonst wäre es kein Traum, sonst wäre es nur ein Ziel. Ein Traum definiert sich unter anderem dadurch, dass er schwer zu erreichen ist.

Ich bin mir dessen immer bewusst. Und ich rede gern und viel von Träumen. Aber wenn es um den Preis geht, beginne ich zu hadern. Nicht, weil ich den Preis nicht kenne, sondern weil ich mir dessen nur allzu bewusst bin.

Das Wort „Preis“ ist weder positiv noch negativ konnotiert. Aber es gibt ein anderes Wort, dass deutlicher beschreibt, was Träume kosten. Und dieses Wort heißt „Opfer“. Genau das steckt für mich hinter jedem Wunsch, hinter jedem Neuanfang, hinter jedem Tag. Ob ich nun diszipliniert nach einen Plan lebe oder mich total gehen lasse, immer steckt in mir eine innere Schalenwaage, in der auf der einen Seite das liegt, was ich mir wünsche. Und auf der anderen Seite liegt das, was ich dafür hergebe, was ich opfere. JEDEN Tag.

Liege ich mit leerem Pizzakarton und einer Packung Eis auf dem Bauch im Bett, dann liegen in der einen Waagschale die Geschmacksexplosion, die Entspannung des Kontrollverlustes, der Rausch der Kohlenhydrate. Und diese Schaale ist schwerer, als das furchtbare Gefühl platzen zu müssen, es wiegt schwerer als der Verlust des Stolzes und sogar schwerer als das schlechte Gewissen. Zumindest am ersten Tag.

Habe ich einen sportlichen Tag hinter mir, liegen in der einen Waagschale vielleicht der Stolz auf erbrachte Leistungen, der Genuss der verdienten Erschöpfung, das Gefühl dem großen Ziel näher zu kommen. Aber in der anderen Waagschale liegen all die ungegessenen Leckereien, die Verführung der Sinne durch Gerüche und Geschmäcker, denen ich kurzzeitig widerstanden habe, die mich aber mit großer Ausdauer verfolgen. Und damit liegt auch an jedem guten Tag eine Menge Verzicht und eben Opfer in der Waagschale. Am ersten Tag ist es nicht viel, in der ersten Woche ist es auszuhalten, aber nach mehreren Wochen kommt da einiges zusammen.

Ich glaube, das ist der größte Unterschied zwischen schlanken Menschen und mir. Schlanke Menschen werten stets die erste Schale stärker, während für mich die zweite Schale jeden Tag stärker ins Gewicht fällt.

Und was folgt daraus?
Nichts.
Es ist keine neue Erkenntnis, aus der nun eine große Umkehr folgt.
Nein.
Es geht weiter wie bisher. Aber für die nächste Woche werfe ich noch eine Portion extra in die Opferschale, zusätzlich zu allem, was da schon liegt. Hier ist mein Opferaltar für die kommende Woche:
koffein

Schmälert das Bewusstsein über die (vergeblich) gebrachten Opfer der Vergangenheit nicht meine Zuversicht?
Ja und nein. Einerseits lässt es mich tatsächlich an manchen Tagen in Hoffnungslosigkeit versinken. Doch dann wird mir immer aufs neue klar, dass ich hemmungslos untergehe und keinen Tag mehr genießen kann, wenn ich nicht aufsteh und weitermache. Das sind die Tage, an denen ich mir die erste Waagschale in Erinnerung rufe, und mich daran festhalte, was ich für mein Opfer bekomme:

Dauer der Diät/des Trainingszyklus: Effekte:
1 Tag Magen wird kleiner, Bauch flacher, Völlegefühl und Sodbrennen verschwinden
2 Tage Wassereinlagerungen in den Beinen werden weniger
5 Tage Ernährung läuft gut, ich kann stolz auf mich sein
14 Tage erste Abnehmerfolge stellen sich ein, Speck fühlt sich nicht mehr so aufgequollen an, Kurzatmigkeit nimmt spürbar ab
erster Trainingssplit geschafft Muskeltonus in allen Muskelpartien hergestellt, erster Muskelkater durch, alles fühlt sich straffer an
zweiter Trainingssplit geschafft Training gehört wieder zum Alltag, Überwindung wird weniger, Erfolge zu verzeichnen
dritte Trainingssplit Aussehen verändert sich sichtbar, Posing bestätigt Wirkung, Ausdauer verbessert (Crosser, Joggen)
nach 4 Wochen Training auf alten Kraftwerten, Muskulatur kann effektiv angesprochen werden, gutes Muskelgefühl, Kilos auf der Waage fallen, Klimmzüge werden leichter, deutlich weniger Umfang, Kleidung sitzt besser
nach 8 Wochen der alte Traum rückt in Reichweite, Einschnitte in Muskulatur tiefer, wirkt dadurch größer, Glaube an Fotoshooting kehrt zurück, Bustiers und Hosen sitzen besser, kurze Röckchen tragbar, Fotos und Clips im Studio drehbar
nach 6 Monaten neues Equipment im McFit

Was ist denn hier schon wieder los?

Keine neue Eiszeit, es gab nur nicht so viel zu erzählen.
Die Grippewelle hat uns hier auch erwischt.
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Erst erwischte sie mich, dann waren wir am Jahrestag in dem anderen Studio trainieren und schon lag Slaine flach.
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Und als ob das nicht ausreichen würde, habe ich dann auch noch heldenhaft versucht mir am Kratzbaum den großen Zeh zu brechen. Hat nicht ganz geklappt, aber um nicht trainieren zu können, reichte es allemal.

Soweit die schlechten Nachrichten, doch es gibt auch Gute. Zum Masterplan für dieses Jahr gehört nicht nur das Training, sondern natürlich auch die Ernährung. Die ist bekanntlich der schwerere Part und Zeiten wie diese sind meist ein Anlass, dass ich mich gänzlich gehen lasse. Man muss ja schließlich erstmal gesund werden. Aber diesmal nicht. Auch wenn es viele Lücken gibt, so zeigt mein Kühlschrank doch, dass es jede Woche mehrere Tage gibt, in denen ich mich glasklar an den Plan gehalten habe. Und selbst die meisten Lücken sind kleinen Extraportionen geschuldet und nicht den üblichen Fressgelagen.

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Es sind auch tatsächlich diese Bildchen, die das bewirken. Mein Geist lässt sich nach wie vor leicht verführen und unter Hungergefühlen bin ich ebenfalls noch immer an der Grenze zur Unzurechnungsfähigkeit, sobald kalorienreiches Fast Food in Sichtweite kommt. Und nun kommt auch noch mein Job dazu, der manchmal echt miese Tage enthält.
Letzten Freitag zum Beispiel…

Wer mich kennt, weiß ja, dass ich den gaaaanz weichen Kern eines Superhelden habe, der immer mal wieder die Welt retten will. Oder wenigstens ein paar meiner Teilnehmer…
Die meisten Teilnehmer sind das auch wirklich wert. Die haben furchtbare Biographien vorzuweisen und inzwischen ein Alter erreicht, bei dem der entscheidende „Klick-Moment“ schon hinter ihnen liegt. Die wollen raus aus der Maßnahmen-Schleife, wollen nicht bevormundet, sondern ernst genommen werden und endlich einen Schritt in eine neue Zukunft machen. Die Plagen sich mit ihren Macken und Problemen, aber sie bleiben dran und grundsätzlich wollen die.
Und dann gibt es noch die Kategorie „junger Knallhorst“, deren Kandidaten und Kandidatinnen den entscheidenden „Klick-Moment“, an dem sie schnallen, dass es im Leben nicht nur immer GEGEN andere, sondern eigentlich UM einen selbst geht, noch vor sich haben. Die legen sich volle Kanne ins Zeug, damit  die Welt sich vier Stunden lang um sie dreht. Stören, Schwatzen und eine Beteiligung die auf „Ich kenn da auch noch jemanden, dem ist das passiert und das war so…“ hinausläuft und die zu unterrichten einen zermürbt. Meistens sind diese Kandidaten bzw. ihr Verhalten sich selbst aber zu anstrengend, sodass sie sowieso nur aller zwei Wochen mal für ein paar Stunden reinschneien.

Dann gibt es noch die Tage, wo diese Kandidaten entgegen aller Wahrscheinlichkeit doch mehrere Tage hintereinander den Unterricht besuchen, um mich dann mit einem Wechsel aus Unverschämtheit, Aggressivität, Teilnahmslosigkeit und Provokation zu beehren, der mich gleichzeitig rasend vor Wut und total erschöpft zurücklässt.
So auch letzten Freitag…90 Minuten, die sich wie ein Kaugummi auf dem Rolltreppengeländer langziehen und mich am Sinn des Universums zweifeln lassen.
Auf dem Heimweg fühlte ich mich wie frisch aus der Schrottpresse geflutscht und war mir sicher, dass mein Leben nur mit Flaschen voller Desperados, Rum und Energybier zu retten ist.
Auf meinen Schultern tanzen Engelschen und Teufelchen Pogo.
Und so steuerte ich den nächsten Getränkemarkt an, wie ein Zombie mit Aussicht auf frisches Gehirn.

ABER DANN…dachte ich, dass ich doch den ganzen Tag so tapfer war und noch mein leckeres Abendessen vor mir habe und wenn ich das einfach weiter machte, dann gäbs wieder ein Bildchen am Kühlschrank.
Selten fiel mir eine Entscheidung schwerer, aber ich habs gepackt und mein Bildchen für den Tag gerettet. Oder hat das Bildchen mich gerettet?

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Und je voller der Kühlschrank wird, desto größer ist die Macht der kleinen Bildchen. Und das ist prima. 🙂

Am Dienstag gab es die erste Trainingseinheit, gestern die zweite, heute fühlt sich jede Bewegung wie sterben an und SONNTAG gibts ein großes Update inklusive Maße und (unveröffentlichter) Fotos.

Dieses Jahr will ich die 70kg schaffen, verdammichnochemal!

 

Und bei euch so?

Zeit für dieses „NEW YEAR-NEW SHIT“-Ding

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu, doch statt zurück, möchte ich diesmal voraus schauen. Ein gutes neues Jahr liegt vor mir, mit stetigem Einkommen, einem bereichenden und fordernden Job, der mir viel Stabilität und Sicherheit bietet. Und es liegt Freizeit vor mir, viel Freizeit! Vor mir liegt eine offene, gute Zukunft.

Die Ziele sind dieselben wie immer: Mein Ernährungsverhalten in den Griff kriegen, abnehmen und die Muckies auspacken bzw. da noch kräftig draufpacken.

Der Weg ist geplant und das ist mal wieder bitter nötig, denn ich habe es doch tatsächlich geschafft, mich mal wieder richtig gehen zu lassen. mit fetten 85kg gehts ins neue Jahr. Und es war kein „Hoppala, wie ist das denn passiert?“-Ergeignis. Nein, ich bin mal wieder sehenden Auges in den Abgrund gelaufen, ohne mich aufhalten zu können. Das hat mich auch derart frustriert, dass ich zum ersten Teil meines neuen „Ich erobere meinen Verstand zurück“-Planes kam:

  • Hypnosetherapie

Gestern war die erste von 2 Sitzungen. Und es war für mich eine Art geführte Meditation. Das hat nichts mit komatösen Zuständen und Fernsteuerung zu tun. Ich war die ganze Zeit wach, habe zugehört und Entscheidungen getroffen, nachgedacht. Für mich ist es eher so wie heiraten. Man weiß, dass man den anderen liebt, man weiß, dass man zusammensein will und trotzdem gibt man ein heiden Geld dafür aus, das ganze zu zelebrieren und auch nochmal laut und deutlich innerlich „JA!“ zu sagen. So war es für mich auch bei der Hypnose. Ich hab mich entspannt, bin in mich gegangen, habe meine Zukunft visualisiert. Dann ging es tiefer und ich wurde gefragt, ob ich bereit bin, mich auf Hypnoe einzulassen, ob ich bereit bin, Änderungen zuzulassen und ob ich bereit bin, die Änderungen zu evaluieren. Kein Wodoo, keine Show, nur eine angeleitete Versenkung, in der man, in ganz entspanntem Zustand nachdenkt, Lösungen sucht und JA zu Veränderungen sagt. Als Lösung für meine Fressanfälle habe ich übrigens eine alte Strategie gefunden, die ich immer mal wieder praktiziert, aber dann aus Faulheit, Bequemlichkeit oder Geldmangel wieder aufgegeben habe: Tee trinken.
Banal?
Ja.
Aber es könnte helfen. Ich muss es nur bewusst praktizieren und nicht irgendwann aus Faulheit lassen oder ohne Beachtung hinunterstürzen. Bin gespannt, ob das bewusste JA durch Hypnose mir hilft, das alte Muster (Entspannung=fressen) zu durchbrechen.

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  • Belohnungsbildchen

Wer hier länger mitliest weiß, wie gern ich mir motivierende Bilder anseh. Bilder meiner „Stars“, Motivationsbildchen mit Sprüchen zu sexy Muskelmädels oder Bilder von mir selbst. Bisher kamen die nur hier im Blog vor und versanken sonst ungesehen in den Dateitiefen meines Rechners. Jetzt habe ich sie hervorgekramt, als kleine Bildchen auf Fotopapier ausgedruckt und mit einem Klebemagneten versehen. Und wozu das Ganze?
In den letzten erfolgreichen Diäten hielt ich abends durch einen Strich auf einer Liste fest, dass es ein guter Diäöttag war. So konnte ich sehen, wie lang ich schon tapfer durchhalte und das bestärkte mich, weiter durchzuhalten. Diesmal wollte ich mehr als schnöde Strichchen.
Für jeden erfolgreichen Tag zieh ich nun so ein Bilchen und pinne es an den Kühlschrank. Daneben notiere ich aller 4 Wochen mein Gewicht und die Maße. Das motiviert und macht Spaß.
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  • Trainingsraum für Pausetage

Was soll man mit einem Arbeitszimmer, wenn man nicht mehr von Zuhause aus arbeitet? Richtig, man macht einen Fitnessraum für PAusetage daraus. Im Studio kommen viele kleine Muskeln zu kurz. Bauch? Zu peinlich. Rotatoren? Keine Power mehr. Und so haben wir uns zwei Gummimatten geholt, Hanteln haben wir schon hier, zwei neue Musikboxen bringen Schwung in die Geschichte. So gibt es keine Ausreden mehr, wie schlechtes Wetter oder zu viel Aufwand. Dabei geht es weniger um ausartende Fitnessroutinen, sondern wirklich um kurze Übungsfolgen fürs gute Gefühl.

  • Trainingssystem

Als Trainingssystem bin ich im Moment auf Forderung. Ich habe wieder richtig Lust, meine Grenzen auszutesten und zu verschieben. Daher mache ich viele Dropsätze oder umgekehrt-Pyramidentraining. Bei Dropsätzen fange ich schwer an und nehme dann im gleichen Satz kleinere Gewichte und mache sofort weiter. Das mache ich beispielsweise beim Seitheben…bis das Brennen gar nicht mehr aufhören will. Pyramidentraining, also im Satz vom leichten Gewicht immer schwerer werden, mache ich beispielsweise an der Klitschkopresse für die Beine. Das kitzelt den Ehrgeiz, mich immer selbst weiter zu übertreffen.
Ich habe außerdem noch ein neues „System“ für die Brust. Dort wechsel ich in einem Satz zwischen recht hohem und leichterem Gewicht. Mit dem hohen Gewicht mache ich eine Wiederholung, mit dem leichteren 6 Wiederholungen. Im nächsten Satz wird dann das Gewicht erhöht, sodass die Belastung mit jedem Satz steigt. Das aktiviert ungemein, denn der Kopf kommt gar nicht dazu, sich auf ein Gewicht einzustellen, er gibt immer Maxpower. Und mit der einen Wiederholung erzielt man natürlich maximale Leistung. Fühlt sich super an und die Power wächst.

  • Ernährungsplan

Der muss natürlich auch her. Da ich Kalorienzählen wirklich hasse und mich gar nicht dazu durchringen kann, mache ich einen festen Plan. Es wird zwischen Trainingstagen und Pausetagen unterschieden (schon wegen der Supps). Aller 4 Wochen werden die Kalorien um 100 gesenkt. Begonnen habe ich mit 1900kcal. Alle 4 Wochen wird damit auch der Plan gewechselt, bzw. Sachen ausgetauscht, die ich nicht mehr sehen kann. Simple and stupid. So mag ichs.

  • Fotoshoot als Endbelohnung

Damit ging es wieder bergauf für mich. Zu Weihnachten schenkte mir mein Slaine ein Paarshooting beim Fotografen und setzte auch schon einen Termin fest: Ende Mai muss meine Form soweit sein, dass ich mich vor der Linse nicht totschäme.
Soweit der Plan. Heute wurde schon die erste Pausentag-Einheit gerockt und ich bin den 2. Tag auf Diät. Tschakka!

Wie siehts bei euch aus? Gute Vorsätze gefasst oder findet ihr das albern?

*mampf*

„Du musst regelmäßige Mahlzeiten zu dir nehmen!“ „Iss nicht so viel Zuckerhaltiges, das treibt nur deinen Appetit!“
„Iss nicht die Weintrauben, die sind purer Zucker, iss lieber eine MÖHRE!“
Wie oft hab ich das als Kind gehört.

In meiner Familie war unter den Weibern „schlank sein“ schon immer das Schönheitsideal, dass man jeden Moment verlieren kann oder nur für kurze Zeit erreicht. Man musste gefühlt immer darum kämpfen. Auch wenn es nie so explizit thematisiert wurde, lag es doch unterschwellig unter vielen Gesprächen und Alltagssituationen. Dementsprechend waren Ernährungstipps Routine. Ich hatte das Gefühl, ständig beim Essen beobachtet und bemessen zu werden. Als Kind und Jugendliche entwickelte ich deswegen eine Lösungsstrategie, um damit umzugehen: einen dickhäutigen Trotzkopf!

Wann immer mir jemand etwas über meine Ernährung erzählen wollte, schaltete ich innerlich auf Sturm und machte das genaue Gegenteil.

Nun redet mir schon lange niemand mehr herein und ich entdecke all die alten Ratschläge, die längst ihre bestimmende Note verloren haben, für mich selbst. Und entdecke dabei wieder etwas Natürliches in mir: regelmäßige Mahlzeiten sorgen für viel Appetit über den Tag, lassen mich abends aber zur Ruhe kommen. So habe ich tagsüber Power und abends nicht das Gefühl des enormen Verzichts.

Das esse ich derzeit:

1. Frühstück:
250g Magerquark
10g Mehrkomponentenprotein
25g Früchtemüsli
5g Kreatin
100g Milch
30g fettreduzierte Kaffeemilch (im Kaffee)
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2. Frühstück
1 Scheibe Karotten-Eiweißbrot
15g Frischkäseaufstrich
30g Hähnchenbrust
3 Cornichons
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Mittagessen:
150g Reis-Gemüse-Mix
~130g Vossko Caprese Hähnchenmedaillons
200g leichter Kräuterquark
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Abendbrot:
Salat, Gurke, Tomate, Gewürzgurken (tracke ich nicht)
40g Mais
1 Ei
5g Kürbiskernöl
~130g Vossko Hähnchen-Medaillons Elsässer Art
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Hier heißt mein Motto: Bevor nichts runterkullert, ist es nicht fertig. *g*
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spät abends:
30g Isowhey in Wasser

Bilanz:
1456kcal
46g Fett
95g Kohlenhydrate
160g Eiweiß

An Trainingstagen kommen noch die Supplemente rund ums Training dazu:
10g Glutamin
16g Lecitin
15g Gummibärchen
4g Red Line White Heat
30g Magnesium Liquid
~240kcal

Damit habe ich an Trainingstagen automatisch mehr Kalorien. Durch die regelmäßigen Mahlzeiten habe ich immer, wenn ich hungrig werde, etwas zu Essen. Ich muss nicht kochen, alles ist in 5 Minuten zubereitet und macht nicht viel Arbeit. Bis auf das Gemüse, dass ich öfter mal frisch nachkaufen muss, komme ich mit einem Einkauf pro Woche hin. Ich muss nicht jeden Tag neu überlegen, was ich heut esse, ob das in meine Ernährung passt, ich werde weniger verführt (weil ich eben nicht dauernd einkaufe und überlege) und muss nicht jeden Tag bei FDDB tracken.
Wenn ich etwas satt habe, überlege ich mir eine Änderung, sodass es wieder passt.
Alles wirklich einfach. Oder wie David Hoffmann sagte: Kiss-Prinzip: Keep it simple & stupid. 😉