Weiter gehts…Woran man nicht denkt, bevor man abnimmt.

Diese Woche habe ich Folgendes überlebt:

  • PMS + nervige Schüler+ Low-Carb-Hardcore-Diät
  • einen Besuch meiner Eltern
  • Weltuntergangseinkaufsschlangen NACH einem Feiertag
  • langweilige Opa-Möbel in einem endlosen Höffner-Markt

Am Mittwoch bekam ich das erlösende Okay vom Coach…ab heute darf ich wieder mehr essen. Damit mir auch ja das Gewissen drückt, hüpfte das Gewicht auf der Waage seither jeden Tag tiefer.

Gestern kam es so zum Durchbruch: 69,8kg. Heute morgen gar 69,5kg. :-O

Das musste in Bildern festgehalten werden, denn durch mehr Kohlenhydrate wird das Gewicht erstmal wieder nach oben gehen.

Mit der Zeit wird einem immer klarer, dass es einiges Unvorhergesehene beim Abnehmen gibt.
Hier meine Top-5 der schlimmsten Sachen, an die man vor dem Abnehmen nicht denkt:

  • die Launen der Waage auszuhalten
  • als Unnormal zu gelten, weil man dauernd kostenloses Essen ausschlägt
  • die Sorgen der Eltern („Du siehst ja im Gesicht gar nicht soooo eingefallen aus. In einer Zeitschrift habe ich letzte Woche gelesen, dass man am Handrücken erkennt, wenn sich jemand zu sehr verausgabt, da schmilzt dort das Fett weg!“ *nachguckundfeststell,dassnochFettdaist* Man fühlt sich ja schon etwas an Hänsel und Gretel erinnert.)
  • flache, hängende Brüste
  • dass der Bauch beim Haareföhnen aussieht wie gerinnende Lava oder wie Jabba da Hutt  -> definitiv das Gruseligste

 

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49. Woche…eine Woche nach neuem Plan

und ich nur so

1600 kcal an Nichttrainingstagen sind hart. Härter, als ich dachte. Zuvor hatte ich ~1735kcal. Hab aber öfter mal einen Kohlrabi oder eine Gurke am Abend gefuttert. Das ging relativ gut.
Die 1600 kcal ohne irgendwas dazu habe ich diese Woche nicht einmal geschafft.

Der Hunger allein ist es nicht, der ließe sich aushalten. Es ist mein Kopf, der einfach nicht mehr will. Die Nerven.
Innerlich sperre ich mich, bin unleidlich, weinerlich, quengelig.
Könnt ihr euch eine Lehrerin vorstellen, die sich so anstellt?
Katastrophe….in meinem Job brauche ich wirklich gute Nerven und gerade saugt mich alles aus.
Jede blöde Bemerkung seitens meiner Teilnehmer bringt mich auf die Palme. Ich muss mir ständig auf die Zunge beißen und trotzdem rutscht mir öfter ein ungehaltener Kommentar raus. Dazu bin ich dauerhaft von allen und jedem genervt.
Ich möchte mich in einer stillen Kammer einschließen und von niemandem was wissen.
Doch wenn die Führung schwach ist, dreht das Volk gewöhnlich am Rad.

So auch diese Woche.
Ein Theater jagte das nächste…Drei regen sich auf und machen Terz, die nächsten Drei halten das Gemecker nicht aus und drehen deswegen durch und Einer versucht das alles zu ignorieren und stellt mir derweil munter Fragen.
Man möchte sich die Haare raufen und Kopf voraus gegen eine Wand rennen.

Und mein Kopf macht so…

Ich denke Tag und Nacht nur an Essen.
Ja, auch nachts…da träumte ich letztens, ich habe drei fetttriefende Schnitzel, drei riesige Steaks und drei Frikadellen bei einem Fleischer-Imbiss bestellt. Die schnitzel habe ich quasi eingeatmet, als der Typ hinter der Theke meint, für die Steaks brauche er aber 10 Minuten. Da habe ich total die Nerven verloren, war völlig außer mir vor Wut…und bin in diesem Zustand aufgewacht.

Am selben Tag schrieb ich meinem Coach davon. Der ist gerade im Urlaub, bis Dienstag soll ich durchhalten, dann gibt es ein Krisengespräch.

Das war am Donnerstag.
Seither ist das Körpergewicht auf neue Tiefstwerte gesunken.
Gestern war ich beim Training und hatte richtig Power.
Dabei fiel mir auf, dass Körper und Stoffwechsel sich gar nicht beschweren.
Kein Frieren, keine blauen Hände, keine Müdigkeit, im Gegenteil: nachts bin ich der reinste Backofen. Ich bin morgens munter und relativ fit.
An Bauch und Beinen erkenne ich Veränderungen. Die Einkerbung unter den Schultern wird tiefer, sodass sie größer wirkt.
Verdammt…es geht weiter einen Schritt voran. Ich gehe langsam aber sicher auf die 70kg zu. Die würde ich gerne noch dieses Jahr durchbrechen.

Aber nichts macht Spaß…mich quält nur die Frage, wann es wieder Essen gibt..bei den Mahlzeiten habe ich das Gefühl, kein Essen zu essen, sondern nur Makros. Was gar nicht stimmt…aber mein Kopf findet keine Befriedigung. Einkaufen macht mich richtiggehend unglücklich. Ich sehe alles vor mir, was ich Schönes kochen oder backen könnte, stattdessen kaufe ich große Mengen Brokkoli. Ich habe einfach einen Diätkoller.

Aber ich schätze mal, am Dienstag sag ich Marcel, dass ich weitermache. Erstmal bis zum nächsten Termin am 7.12….dann vielleicht bis Weihnachten oder Silvester.
Aber dann brauche ich erstmal einen Monat mit mindestens 2200 kcal/d. Ich brauche eine Erholungspause.

Ein „aber“ jagt das nächste…toller Schreibstil.

Und bei euch so?
Genießt ihr die Zeit?
Gönnt ihr euch feine Sachen?

3 Listen für 6 Wochen

Es war gerade soo schön…ein leckeres Rezept jagte das nächste. Jeden Tag erwarteten mich Leckereien. Im Training hatte ich das Gefühl, gute Fortschritte zu machen und allgemein ziemlich fit zu sein.

Und dann kam Marcel mit einem neuen Plan um die Ecke….
Ich bin selbst Schuld…vor 4 Wochen fragte ich ihn „Wie lange muss ich noch?!$%“ Und er antwortete: Wis Jahresende.
Und bis dahin soll ich nun nochmal richtig Gas geben.
Weniger Kalorien, etwas weniger Kohlenhydrate, mehr Training.
*seufz*

Als dann noch Zeit übrig war, fragte er, wie es beim Training läuft. „Gut“, sagte ich, aber wenn du noch eine Übung für die geraden Bauchmuskeln hättest…..

Hatte er. Sogar drei.
Der Bauchmuskelansatz fühlt sich an, als hätte ich mir die Rippen gebrochen. Und ich kann weder lachen noch etwas nach vorn schieben noch mich richtig aufrichten….
Sein Kommentar? „Aber es waren doch je nur 2 Sätze.“
*seufz*
Da hat er wohl wieder eine Schwachstelle aufgedeckt.
Eieieiei…mir stehen grausame Wochen bevor. ^^
Drückt mir die Daumen und kommt selbst gut durch die verlockende dunkle Zeit.

45. Woche der Diät: Nee, das Wetter….

Vor drei Wochen hatte ich ein echtes Tief erreicht. Mein Power war aufgebraucht, alles zerrte an den Nerven, ich war schlapp und knatschig und hätte mir über die einfachsten Dinge die Haare ausraufen wollen.

Ich entschied mich für eine Pause. Pause von Arbeit war eh geplant (Urlaub), Pause vom Training (Erkältung…yay) und dann auch Pause von der Diät.

Letzteres bedeutet eigentlich immer: Auf zum Binge-Eating! Mal schauen, was der Magen wirklich für ein Fassungsvolumen hat! Solang es unten bleibt, ist noch nicht Schluss!

Ich wollte nur eines: Das essen, worauf ich wirklich just in diesem Moment Lust habe.

Rückblickend hat sich da etwas verändert. Landete sonst Pizza, Dürüm, Kuchen und Eis im Warenkorb, war es diesmal saftiges Obst vom Markt (kurz vor Marktschluss wird man nicht unter 6kg vom Platz gelassen) und Joghurt. Joghurt! So viele Sorten.

Der Fokus lag klar bei Zucker und die Mengen waren viel zu groß (immer über 3000 kcal/d). Trotzdem war ich….zufrieden damit, eine grundlegende Änderung zu spüren. Ich fühlte mich nicht so in der Falle wie sonst.

Dann war klar, dass der nächste Termin mit dem Coach anstand. Sonst habe ich immer drei Listen dabei: Abnahmeverlauf als Kurve, Maß- und Gewichtsangaben als Tabelle seit Beginn der Diät und eine Übersicht über die konsumierten Makronährstoffe und Tageskalorien. Diesmal hatte ich nichts.

Das machte auch nichts, denn ich spürte wieder, wie meine Kräfte zurückkehrten und wieder einmal verließ ich top motiviert und bereit für den neuen Monat das Studio. Die Rückkehr zum Diätplan war gar kein Problem. Wie sollte es auch. Dank Maria startete ich mit leckeren Kuchen und anderen Naschereien. Jeden Tag gab es etwas anderes.

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Das Brusttraining machte wegen Schulterschmerzen seit einiger Zeit gar keinen Spaß mehr. Der Orthopäde meint, es ist ein kleiner Muskel des Rotatorenapparats. Am Donnerstag geh ich deswegen zum MRT. Aber bis dahin muss ich ja auch trainieren. Also besprachen wir das und wie immer wusste Marcel fachkundigen Rat. Wir gingen den Bewegungsablauf beim Schrägbank und Flachbankdrücken durch. Änderten hier eine Kleinigkeit und dort ein bisschen was. Er zeigte mir eine andere Möglichkeit, die Hanteln umzusetzen, ohne dabei die Schultern wie bisher zu belasten und schließlich schleppte er mich wieder in die Ecke zum hippsterischen functional Training. Ab zu den Sling-Bändern.

Mein quengeliges „Marcel, das geht langsam ans Ego immer hier in der ecke zu trainieren!“ schob er grindesn beiseite. Nun sollte ich quasi hängende Liegestütze machen. Aber was trieben meine Hände dabei? Sie zitterten als gelte es, mit einer ausschlagenden Wünschelrute eine Wasserader zu finden.

Schon nach wenigen Wiederholungen brannte die Schultermuskulatur, die Brust war prallvoll und arbeitete wie schon lange nicht mehr. Und die Schulterschmerzen? Weg.

Gestern war ich wieder beim Brusttraining. Anfangs, nach einer harten Arbeitswoche (meine Teilnehmer waren diese Woche auf Krawall gebürstet), schleppte ich mich hundemüde zur Schrägbank, wo mich gleich der altbekannte Schmerz umfing. Erst als ich die Zahlen notieren wollte, fiel mir ein, dass ja die Sling-Liegestütze zuerst kommen sollen. Also nichts wie ran.

Und es klappte wieder. Die Hände zitterten nicht mehr ganz so, als würde ich Mehl durch ein Sieb schütten wollen, aber die Brust wurde sofort vollgepumpt, war bereit volle Leistung zu bringen, die Schulter wurde warm und der schmerz verschwand.

Zurück an der Schrägbank hatte ich richtig gut Power und so setzte ich mir seit Ewigkeiten nicht mehr berührte 20kg Kurzhanteln vor. Und zack! Kamen sieben Wiederholungen. Ganz souverän. Ein super Gefühl!

 

So eine Diät-Pause ist bei mir sehr oft das Ende der Diät gewesen. Spürte man doch immer, wie viel man in kurzer Zeit wieder zerstört. Schnell stellt sich der Gedanke ein, dass ja alles nichts bringt, man halte es ja doch nicht lange aus. Ein Coach ändert das bei mir grundlegend. Bin ich ein Einzelphänomen?

Ich denke nicht, denn nach vielen Monaten der Überlegung hat sich Slaine nun entschlossen, ebenfalls die Dienste von Marcel in Anspruch zu nehmen. Anfangs noch mit der Überzeugung, das bringe nichts und sei rausgeschmissenes Geld, teilte er mir nun nach seinem 2. Termin mit, er kaufe jetzt Beeren und Nüsse und anderes, weil er ja zu viel verarbeitetes Zeug esse.

Ich dachte, ich fall vom Glauben ab. Jetzt sind wir wieder ein Team. :))

 

40 Wochen Diät…und kein Ende in Sicht.

Am Montag saß ich mit meinem Coach auf der Bank. Die Tage davor plagte mich der Hunger heftig und im Training fühlte ich mich wie ausgesaugt…keine Kraft, keine Ausdauer. Bei jeder Wiederholung dachte ich: Ich will nicht mehr! Sie letzten Sätze schenkte ich mir ganz.

Und so kam es, dass ich ihm zum ersten Mal Bilder vom aktuellen Stand zeigte und die Frage nachschob: Wie lange noch? Wie viele Wochen muss ich noch hungern?

Vor dem Gespräch hatten sich 4-6 Wochen in meinem Kopf festgesetzt. In der Zeit könnte ich es knapp unter 70 kg schaffen. Ich stellte schon erste Überlegungen an, wie es danach weiter gehen könnte. Morgens täglich mindestens 20 g Kleie, samstags ein Cheatmeal, täglich mindestens 2000 kcal….Ich konnte es mir richtig gut vorstellen. Ich wollte nicht mehr..keinen Hunger mehr, nicht mehr das Gefühl, mein Körper verzehre sich selbst, bessere Leistung im Training, Brustmuskelaufbau statt jede Woche weniger. Vier Wochen sind überschaubar, so lange könnte ich es vielleicht noch aushalten. Also stellte ich die Frage und schaute ihm ins Gesicht.

Er weicht meinem Laserblick aus, zieht kurz die Schultern hoch und sagt: „Natürlich ist dein Wunsch hier maßgeblich. Ich würde dich gern unter 70 kg sehen, das sollten wir schon schaffen. Aber ich glaube, mit 65 kg sähest du perfekt aus.“

Ohhhh…dieser geschickte Teufel!!!

 

„Was denkst du…schaffst du es noch bis….sagen wir Weihnachten?“

Ich möchte sagen: „Nein!“
Ich möchte sagen: „Ich will was anderes hören!“
Aber innerlich spürte ich, wie eine Zahl sich durch meinen Verstand frisst, durch allen Widerstand hindurch und irgendwo in den Tiefen meines Restfettgewebes einrastet: 65kg.

„65 kg, das habe ich nicht mehr gewogen, seit ich 11 war.“, sage ich und vergesse dabei vollkommen meine Magersucht mit 16. Trotzdem ist 65 kg eine Zahl, die für mich so unvorstellbar ist wie eine live beobachtete Supernova. 65 und das Prädikat „perfekt“…die Zahnräder setzten sich in Bewegung.
„Weihnachten, da ist ja fast Silvester. Zu Silvester bin ich eh immer top motiviert, da geht immer etwas Neues los.“ Und damit war es besiegelt….Erstmal bis Weihnachten durchalten…und dann den Rest zur 65. Der Plan steht. Marcel weiß es vielleicht nicht, aber seine Antwort war ein Geniestreich der Rhetorik. Der Sack hat mich locker über meine Grenze geschubst. Eine Grenze die für mich schon fast eine unüberwindliche Mauer war.

Studio ist derzeit frustrierend. Überall fehlt die Kraft, die Ausdauer, es ist kalt, oft voll und ich bin ständig enttäuscht von mir. Aber das ist alles egal. Ich habe wieder ein klares Ziel vor Augen und da zählt vor allem, dass ich hingeh und ein paar Extrakalorien verbrenne.
Leistung, Müdigkeit, Wartezeit, das alles wird zur Nebensache. Durchziehen…

Und nicht immer von der Nähmaschine ablenken lassen. Die Gute wird für mich langsam zur Besessenheit. Diese Woche war Slaine beruflich unterwegs und ich war wie im Wahn. Konnte nachts nicht schlafen, konnte es tagsüber nicht erwarten, endlich wieder das nunmehr vertraute Surren zu hören. Alles andere wurde zur nervigen Unterbrechung. Ich vergaß zu essen, ging viel zu spät ins Bett und bin inzwischen so überdreht, dass ich ständig alles verpeile. Dauernd finde ich Sachen, wo sie nicht hingehören oder renne dreimal los, um etwas zu holen. Beim Kreuzheben habe ich heute links eine 15 kg-Scheibe vergessen. O_o
Nachdem ich heute den Stoff für eine Hose zuschnitt um am Ende festzustellen, dass der Fadenlauf genau anders herum gehört, habe ich mir selber eine Pause verordnet.

Das wird schwer…eine Hose und ein Shirt müssen nur noch genäht werden und ich habe noch Stoff für weitere Sachen übrig! *zitter*
Aber es nützt ja alles nichts. Lieber erfreue ich mich erstmal an den Sachen, die ich schon geschafft habe und gehe dann mit frischer Konzentration an den Rest. Der Plan für nächste Woche: viermal ins Studio!

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34. Woche…der Fluch der 75 und neue Erkenntnisse

Sie will einfach nicht weichen…immer wieder taucht die 75 auf der Waage auf. Es ist wie verhext. Kann es an meinem Darm liegen? Sind die Bakterien darin vielleicht in der Lage Ballaststoffe aufzuschließen und damit mehr Energie aus der Nahrung zu ziehen? Aufschluss gäbe eine Stuhlanalyse. Doch die ist teuer…zu teuer im Moment. Besserung verspricht ein Wunderpulver…aus Bestandteilen der Darmausscheidung schlanker Menschen….äh…yay. Und auch das kann ich mir im Moment nicht leisten.

Die Theorien, die dahinter stecken, verteufeln auch wieder jede Menge Lebensmittel und versprechen Sodom und Gomorrha, wenn wir unsere Ernährung nicht umstellen. Dinkel ist nun ganz böse, weil es mehr Gluten enthält als Weizen und Hülsenfrüchte sind auch ganz schlimm. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Welche Studienlage gibt es? Wer sind diese Experten…geniale Wissenschaftler oder schwerreiche Manipulatoren?

Was ich mittlerweile weiß ist, dass mein derzeitiges „Projekt Personal Coach“ weit mehr zum Vorschein bringt, als nur einen schlanken Körper.

Durch das stark geregelte Leben werde ich langsam zur Prinzessin auf der Erbse. Ich nehme vieles intensiv wahr, was ich früher nicht bemerkt hatte. Dazu zählen:

  • Sättigung durch bestimmte Lebensmittel
  • Wassereinlagerung
  • Phasen voller Engergie und Erschöpfungszustände
  • meine Unfähigkeit mich zu entspannen und zu erholen
  • Fressanfälle werden häufig durch Erschöpfung und Sehnsucht nach Erholung ausgelöst
  • psychischer Stress gipfelt in Fressanfällen (na gut, das weiß man auch vorher, aber jetzt ärgert es mich mehr)
  • Menschen behandeln dich ganz anders, wenn du attraktiv bist

Im Moment fühle ich mich verletzlich und gleichzeitig stark. Schwer zu beschreiben. Aber ich fühle, dass sich mehr in mir ändert, als nur mein Körper.

Am Wochenende wäre die nächste Familienfeier gewesen. Schon im Vorfeld ging das Gezicke los. Alles, was ich mir gewünscht habe war, dass die ewige Rennerei nach den richtigen Tellern, Gläsern und dem Silberbesteck aufhört und statdessen das in den Fokus rückt, weshalb man sich trifft: Gespräche und persönliche Nähe.

Klingt selbstverständlich?
Ist es leider nicht.
„Wenn jeder mit anpackt, wird es ein schönes Fest.“, lautet die immer wiederholte Aussage. Wer braucht schon ein cooles Familienmotto, wie „Ein Lannister zahl stets seine Schulden“, wenn man sich stattdessen zum vererbten Worcoholismus bekennnen kann. Anpacken…ständig und dauernd…das macht einem zum wertvollen Familienmitglied. Wer nur rumsitzt, ist zu nichts nütze. Schmarotzer…
Wegen ein paar Papptellern und Plastikbechern zerbricht nun die Familie.

Na gut, ein bisschen mehr steckt schon dahinter. Aber für mich steht fest, dass ich es nicht mehr ertrage. Ich muss mich selbst schützen und von diesem Unfug befreien. Wieder ein Schritt, der mir gut tut, dabei aber Menschen von mir stößt.
Vielleicht lern ich sogar eines Tages noch, wie man sich einfach zurücklehnt.

Der Meister hat gemeckert…

…oder schließt er sich am Ende nur meiner Meinung an?

Es ist mittlerweile die 32. Woche der Diät. Schon über ein halbes Jahr läuft hier alles so ziemlich nach Plan. Über 12 kg sind weg. Der Diätaufwand ist Routine geworden.

Meine „Küchentapete“. Jedes Blatt enthält 1-2 Tagespläne á 4 Mahlzeiten.

Heißes Wetter? Dann koch ich mir etwas schönes Warmes.

Kaltes Wetter? Lieber ohne Kochen einplanen.

Herzhafte Gelüste? Dann gibt es noch eine Gurke mit Salz und Pfeffer.

Süße Gelüste?Im Frost ist Wassereis ohne Kalorien, nur aromatisiert.

Für alles habe ich eine Idee. Eine Möglichkeit. Eine Lösung.

Listen über Listen. Heißhunger auf etwas bestimmtes? Dann wird sofort eine neue Liste erstellt.

Doch trotzdem lief es in den letzten Wochen immer schleppender. Ich habe das Cardio vor dem Training (nach dem Training geht einfach nichts mehr) hochgeschraubt. Dadurch fühle ich mich oft schon nach der erste Übung total geplättet. In der zweiten Übung ist kaum Kraft mehr da und bei der dritten Übung gähne ich und will nur noch ins Bett.

Schlimmer sind aber die trainingsfreien Tage. Endlich mal bei Netflix entspannen? Nichts da. Statt abzuschalten fordert mein Hirn ständig etwas für den Gaumengenuss. Ich kann dann an nichts anderes denken. Es nervt. Es macht mich gereizt. Deswegen habe ich jetzt mal ein paar Tage ketogen eingeschoben, nur um den Süßhunger los zu werden. Gegen das Verlangen nach Zucker hat es geholfen. Aber meine Kauleiste will dennoch dauerhaft beschäftigt sein. -.-

Dazu kommt, dass ich im Laufe des Monats immer Wasser einlagere. Das weiß ich schon lange, schließlich verschwindet jeden Monat pünktlich 1kg über Nacht. Drei Wochen lang Stillstand auf der Waage und wenn du dir schon langsam die Haare raufst…plop, 1kg weniger. Mit den ganzen Veränderungen zieht nun jedoch ein neuer Blick auf meinen Körper ein. Wo sonst flächendeckendes Gewabbel war, treten nun langsam Muskeln und Knochen hervor. Man sollte meinen, dass sich damit alles fest und straff anfühlt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Ich spüre die Muskulatur, aber die Fettschicht darüber ist viel wabbeliger als noch vor einigen Monaten. Was man nun besser erkennt sind all die Definzite in der Muskulatur. Dysbalancen, verkümmerte Muskelpartien die ich noch nie richtig genutzt habe. Die Haut schlägt Wellen. Ich fühle mich wie eines der ersten Wasserbetten. Im Laufe des Monats wird das immer schlimmer. Wo sich nach dem Kiloverlust noch Muskulatur abzeichnet, ist drei Wochen später nichts mehr zu erahnen. Alles verläuft speckig-glatt. Es ist zum Verzweifeln. Dazu noch ein guter Schuss PMS-Hormoncocktail und alles scheint sinnlos. Unschaffbar. Vergeblich. Furchtbar!

Und in so einem Moment schreibt mein Coach mich an. Was glaubt ihr, wie meine Antwort aussah?

Vielleicht ist mit über 12kg weniger mein Grundumsatz auch tatsächlich nochmal weniger, das tägliche Defizit nicht so hoch, wie vor ein paar Monaten. Das soll der Bodymedia nun ans Licht bringen.

Gestern saßen wir also zusammen. Mein Coach und ich. Und er sagt genau das, was ich befürchtet habe: Defizit vergrößern, mehr Cardio, mehr Übungen und höhere Satzzahlen im Training.

Tja…ich habe es ja so gewollt. Die nächsten Monate werden hart. Aber ich hoffe, dafür nochmal richtig voran zu kommen. Ich hoffe, es durchhalten zu können und das große Ziel endlich wieder vor Augen sehen zu können. Das Ende des Defizits und der Anfang eines Aufbauplanes.

Vierte Woche: 1kg verschwindet, alles fühlt sich etwas fester an und ich kaufe mir ein neues Shirt. In der vierten Woche ist immer alles prima, der Blick auf die Zukunft klar.

Und dann gehen wir meinen Plan durch. O-Ton: Was soll das denn sein? Das ist doch keine Einheit?! Da bist du doch in maximal 30 Minuten durch, gib mal her, ich rechne das mal durch…3 Minuten hier, vier dort…25 Minuten!

„Aber ich brauche dafür eine stunde und bin danach echt fertig“

„Ja, weil du ewig Pausen machst. 60-90 sekunden Pause zwischen den Sätzen, dann kriegst du in derselben Zeit mehr hin. Und jetzt machen wir mal einen richtigen Plan daraus. 3 Sätze Minimum bei jeder Übung. Die Übung hierhin. Die dorthin. Optionaler Trainingstag? Quatsch, entweder fängst du wieder mit dem Plan von vorn an oder du machst Cardio.“

Wenn ich nun so drüber nachdenke, ist Training für mich wirklich eher wie eine Yoga-Stunde. Ich mache alles sehr konzentriert und bewusst. Dadurch dauern die Sätze lang und saugen die Batterien leer. Vielleicht bringt etwas Tempo und kürzere Pausen tatsächlich wieder etwas Schwung rein. Andererseits könnte es auch zu nerviger Clockwork-Attitüde führen.

Wir werden sehen…

Und dann zeigt er mir noch ein paar neue Übungen und Übungsausführungen um an den Dysbalancen und Defiziten zu arbeiten. Auf dem Foto sieht man deutlich, dass ich zwar einen guten Latissimus habe, darunter aber fast keine Muskulatur zu sehen ist. Das spüre ich auch deutlich, weil ich noch immer zum Buckel neige und Probleme habe, beim Rudern die Muskulatur zu treffen. Aber natürlich hat Marcel dafür eine gute Lösung.

Es liegt viel Arbeit vor mir. Leichter wird es nicht. Aber, es lohnt sich. Und der Coach ist definitiv die beste Investition! Jeden Cent wert.