Anabole Diät – ein erster Erfahrungsbericht

Vorweg: Ein dickes Danke an Sascha, der mich auf die Übersäuerung brachte. Manchmal kann es so einfach sein, ein Problem zu beheben.

Doch jetzt zum Erfahrungsbericht: Anabole Diät…Wenn es etwas gibt, dass ich in Hinblick auf die Ernährung allein mit Bodybuilding verbinde, dann ist es die Anabole Diät. Lange war diese Art der Ernährung als alleinige Hardcoreernährung für Bodybuilder angepriesen. Du machst kein Bodybuilding ohne anabole Diät! Vielleicht war das einer der Gründe, weshalb ich mich immer dagegen gewehrt habe.

Und nun doch! Wie kommts?
Na mein Freund hat damit angefangen und er schwärmte in höchsten Tönen, dass er ja gar keinen Appetit mehr verspüre, dass alles so gut schmecke und er sich rundherum wohl damit fühle. Und seine Pfunde purzeln! Jede Woche weniger, es geht definitiv schneller als mit dem früheren bloßen Defizit!
Da ich während des Referendariat eh vor Stress und Anspannung nur sehr wenig essen konnte, waren hochkalorische Lebensmittel wie Nüsse und Käse für mich sowieso Tagesprogramm, der Schritt zur AD fiel daher nicht schwer.

Was ist die Anabole Diät?
Sie wird auch ketogene Diät, Atkins-Diät, LOGI-Methode oder Paleo-Ernährung (auch wenn hier ein anderer Hintergrund hineinspielt und es auch als Low-Carb betrieben werden kann) genannt und ist eine verschärfte Form der Low-Carb-Ernährung. Kurz: Man verzichtet auf Kohlenhydrate. Dadurch kann der Stoffwechsel nicht auf Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zurückgreifen und nimmt stattdessen Fett. Dafür bildet er Ketonkörper, sogenannte Ketone, die sich mit entsprechenden Teststreifen nachweisen lassen. (Ich hab in den letzten Wochen häufiger auf Teststreifen gepinkelt als eine ganze Frauenarztpraxis!) Als Faustregel wird allgemein 30g Kohlenhydrate pro Tag als oberste Grenze genannt. Allerdings kursiert das in Bodybuildingforen, wo vor allem muskelbepckte Männer unterwegs sind, daher orientiere ich mich an der Hälfte: max.15g KH/d
Damit der Körper sich nicht daran gewöhnt, schicktm an ihn einmal pro Woche mit dem Gegenteil: viele Kohlenhydrate, wenig Fett. Der Körper muss sich ruckzuck umstellen, Hormone werden ausgeschüttet, man kann abwechslungsreicher speisen, um Mangelernährung vorzubeugen, aber vor allem wird die Psyche vom strengen Verzicht entlastet.

Was isst man da so?
Nun, grundsätzlich sollte man seine Ernährung loggen, beispielsweise bei FDDB, einem kostenlosen, portablen Ernährungstagebuch. So kann man seine Kohlenhydratwerte leicht überwachen. Klingt aufwändig und nervig, ist es auf Dauer auch. Aber die anabole Diät sollte auch nicht dauerhaft angewandt werden.
Nahrungsmittel sind vor allem:

  • Fisch
  • Fleisch
  • Käse
  • bestimmte Nüsse (Macadamia, Paranüsse)
  • bestimmte Salatsorten (Blattspinat ohne Blubb, Feldsalat, Rucola)
  • Butter und Öle
  • Ei
  • Wurst (nicht alle, manche enthalten viele Kohlenhydrate)

Eigene Erfahrung:
Diese Ernährungsform war lange als Wunderernährung angepriesen, was nicht verwunderlich ist, passt sie durch ihre strenge Form doch super zum Perfektionsanspruch im Bodybuilding. In Foren ließt man oft Antworten, die immer auf die Frage abzielen: Bist du hardcore genug fürs Bodybuilding oder bist du nur ein Normalo-Fitness-Idiot? Auch las man viel darüber, dass man mit dieser Form der Ernährung so viele Kalorien essen könne, wie man mag, man nimmt immer ab, weil der Stoffwechsel einfach alles Fett verbrennt und viel aktiver ist, als mit Kohlenhydraten.
Das ist leider Bullshit. Ich kann auch die Sättigungserfahrung meines Freundes nicht teilen, im Gegenteil, ich bin immer hungrig oder verspüre einen brennenden Appetit!
Ich denke das liegt an einem Phänomen, dass jede neue Ernährungsform mit sich bringt, nennen wir es den „Diät-Effekt„.
Trifft man die Entscheidung für eine neue Diät/Ernährungsform, so widmet man sich mit Feuereifer diesem Projekt. Zwangsläufig stellt man seine Gewohnheiten um. Hat man vielleicht vorher immer Nudeln und Schnitzel zum Mittag gegessen, so wendet man sich nun bewusst von dieser Gewohnheit ab und steht plötzlich vor der Frage: Was kann ich denn essen?
Gerade der Verzicht auf Kohlenhydtrate bringt eine enorme Umstellung mit sich, da alle Beilagen, wie Nudeln, Reis, Kartoffeln aber auch Bohnen, Erbsen, Möhren, Brokkoli, Soßen etc. viele Kohlenhydrate enthalten. Lässt man das alles weg, liegt plötzlich das nackte Steak (ohne Panade natürlich) einsam auf dem Teller. Schnell gesellt sich dann ein zweites oder drittes Steak hinzu. Ohne die ganzen Beilagen erscheint so eine „Mahlzeit“ doch sehr viel, ist ein Steak sonst doch eher „das Tüpfelchen auf dem I“ und da man auf das ganze kalorische Drumherum verzichtet, spart man Kalorien ein. Auch der Kopf spielt eine große Rolle, denn ein Teller voller Steaks suggeriert: Ich habe hier eine richtig sättigende Mahlzeit. Zumindest bei halbwegs normalen Menschen.

Und hier sind wir auch bei meinen persönlichen Erfahrungen. Ich habe schon als Kind gern auf alle Beilagen verzichtet, wenn ich dafür mehr Fleisch futtern konnte. Sonntags gab es bei uns Braten, meine Geschwister hassten Braten und so wanderte er unter der Tischplatte bis auf meinen Teller. Bei fünf Geschwistern ist das eine ordentliche Menge, alle waren mit dieser Regelung glücklich. Meine Geschwister kamen um den Braten, Mutter wusste von nichts, sah nur, dass wenig ürigblieb und ich konnte mich an dem leckeren Highlight richtig sattessen. Montags hielt der Broilermann (Brathähnchen für euch Wessis) gegenüber unserem Haus und ich gab von meinem ganzen Broiler ein paar wenige Fasern der Katze ab. Legendär ist in meiner Familie ein Ausflug an einem Wochenende, wir kehrten alle sehr hungig in ein Gasthaus ein, wo es (jaaa, so was das in der DDR) nichts anderes zu Essen gab, als halbe oder ganze Broiler. Schulterzuckend setzten meine eltern mir einen halben Broiler vor und staunten nicht schlecht, als davon nur abgenagte Knochen übrigblieben. Sie hatten auf die Verteilung meiner Reste spekuliert, denn ich war gerade mal drei Jahre alt. Von da an nannten sie mich „die fleischfressende Pflanze“.
Was ich damit sagen will ist kurz gefasst: Fleischessen entspricht meinem Naturell und ich habe schon immer viel Fleisch ohne Beilage verzehrt, für meinen Kopf ist das also keine Umstellung. Was mir am meisten fehlt, ist die Milch im Kaffee, aber seit ich Kaffeesahne nehme, ist auch das nicht schlimm. Vielleicht tritt bei mir deshalb nicht der Sättigungseffekt ein, den mein Freund verspürt. Auch habe ich weit mehr Nahrungsumstellungen und Diäten hinter mir, als er und ich nehme immer nur sehr langsam ab, weshalb die Euphorie über den gewünschten Effekt bei mir nicht dieselbe ist. Also eigentlich gar keine, denn ich habe in den letzten Wochen nichts abgenommen.
Das liegt daran, dass ich krankheitsbedingt nicht trainieren war und viel geruht habe. Dadurch ist ein Kaloriendefizit nicht nur schwerer zu erreichen, nein, auch meine Angewohnheit, auf Gemütlichkeit mit Appetit zu reagieren steht einer Abnahme entgegen. 😉

Weshalb ich trotzdem weiter mache?
Nun, das liegt an den positiven Nebeneffekten einer Diät. Wie bereits geschildert entspricht das Ernährungskonzept sehr meinem Naturell und ich darf Sachen essen, die sonst wegen ihres Kaloriengehaltes nie in meinen Speiseplan gepasst hätten: Hackbraten mit Baconkruste, Broiler, Macadamia-Nüsse, in Butter gebratenes Ei und Bacon, fettige Wurst, (hatte ich schon Broiler?) mit Käse überbackenes Fleisch, Oliven, in Öl eingelegte Sardinen, Tulip Frühstücksfleisch (das hatte ich seit einem Jahrzehnt nicht mehr!).
Und am Samstag ist der Refeedtag, da kommen nur Milchkaffee, Kekse, Pizza, Burger und Kuchen auf den Tisch. Klingt nicht nach Diät, oder? Und dennoch komme ich unter der Woche auf 1600-1800kcal. Ohne den übertriebenen Refeedtag und mit Training würde ich ein ordentliches Kaloriendefizit erreichen und sicherlich Gewicht verlieren. Aber am Refeedsamstag komme ich leider häufig auf 4000kcal und mehr. Das macht jedes Defizit wett. 😉

Aufgetretene Nebenwirkung:
Die befürchteten Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sind bei mir nicht spürbar, liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mental im Moment eh ziemlich hinüber bin. Ich fühle mich jedenfalls nicht verändert, was das betrifft. Allerdings hatte ich in den letzten Tagen mit den Auswirkungen einer Übersäuerung zu kämpfen. Meine Muskulatur war gereizt und verspannt, es kam zu starken, anhaltendem Brennen in einigen Muskelpartien. Das ist kein Wunder denn all die oben aufgeführten Mahlzeiten sind ausschließlich Säurebildner. Mit den Kohlenhydraten fielen auch alle basischwirkenden Lebensmittel weg.
Ich habe mich nie zuvor wirklich eingehend damit beschäftigt. Das habe ich nun nachgeholt und kann nur sagen: Dem ist auch in der anabolen Diät leicht Abhilfe zu schaffen. Hier ist eine tolle Auflistung, bei der der Säuregehalt/Basengehalt angegeben ist. Bei manchen Lebensmitteln, wie zB. Zitrone käme man nie darauf, dass sie im Körper basisch wirken. Zitronensäure! Deswegen ist es gut, da einmal nachzusehen. In der Apotheke bekommt man für wenig Geld Teststreifen für Urintests (Ja, wieder pinkeln und analysieren, yay!), die dann schnell zeigen, ob man im (wortwörtlich) grünen Bereich ist.
Wie kann man basische Lebensmittel zu sich nehmen, ohne auf viele Kohlenhydrate zu kommen?
Ganz einfach, man esse einfach zu allem etwas:

  • Blattspinat/Feldsalat/Rucola
  • übergieße das ganze mit Zitronensaft
  • bestreue es mit Petersilie
  • und schneide 1-2 Champignons roh dazu

Ich habe mir auch noch einen schön fettigen Kräuter-Frischkäse dazu gesucht, so wird das Ganze sogar lecker. Der erste Test zeigte immerhin schon: leicht übersäuert. Nicht mehr schwer.

Ein toller Basebildner ist auch die Avocado. Nicht zu verwechseln mit der Software für Rechtsanwälte. Ich meine hier das grüne Ding, bei dem man nie weiß, wann es reif ist und bei dem die Hälfte aus dem nicht essbaren Kern besteht. Hier folgt ein tolles Rezept, wie man daraus eine leckere, anabole (was übrigens nicht mehr als „aufbauend“ bedeutet), basebildende Beilage macht.

  1. Avocado von Schale und Kern befreien
  2. Avocado auf einem Brett mit der Gabel zerdrücken (versucht es gar nicht erst in einer Schüssel, es geht auch so schwer genug, außer sie ist richtig, richtig reif)
  3. Zitronensaft zugeben (etwa 1 TL)
  4. ca. 15g geschälte, gewürfelte Zwiebel zugeben
  5. Salz und Pfeffer dazu
  6. umrühren und fertig

Ist auch gut als Salatdressing geeignet!
Hach, die mach ich mir jetzt gleich, leeecker! 😀
1
520kcal bei 3,3g Kohlenhydraten und echt basisch. 😉

Fazit: Ich kann die Diät mit Einschränkungen empfehlen, allerdings sollte man sich vorher vom Arzt checken lassen und ein paar Grundsätze beachten. Ohne Lebensmittelwaage, Tabelle mit Kohlenhydratangaben von Lebensmitteln und einem Grundknowhow über Säue- und Basebildende Lebensmittel ist es nicht zu empfehlen. Auch für Menschen, die zu Fressattacken neigen, ist sie nicht geeignet, da der strikte Verzicht in Kombination mit dem Refeedtag eine große Herausforderung darstellen. Wer aber von Natur aus gern Fleisch u.ä. isst und mal etwas wirklich anderes ausprobieren will, dem kann ichs nur empfehlen.

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Teil2 des subjektiven Supplementreviews zu DAA

Heute morgen ging die zweite „Kur“ mit DAA zu Ende und ich möchte ein zweites Fazit ziehen.
Den ersten Artikel dazu findet ihr hier.

Einnahme:
Die Dosis habe ich diesmal erhöht und so die (für Männer) empfohlenen 3g/Tag eingenommen. Statt D-Test von Scitec Nutrition gibt es jetzt DAA-Pro, ein sehr ähnliches Produkt ohne Östroblocker, dass jedoch höher dosiert ist. Bei D-Test lautete die Verzehrempfehlung noch: auf nüchternen Magen. Bei DAA-Pro wird empfohlen es zu den Mahlzeiten zu konsumieren.
Ich habe DAA-Pro über einen Zeitraum von 8 Wochen immer morgens und vorm Schlafengehen eingenommen. Morgens verspürte ich danach häufig Übelkeit und ein leichtes Zwicken in der Magengegend, aber da ich Supplemente schnell mal vergesse, wenn ich Rituale vernachlässige, habe ich die Einnahme so beibehalten.
Zusätzlich habe ich 25-50mg Zink pro Tag supplementiert (Zinc Professional von BodyAttack), 4g Kreatin und an Trainingstagen Arginin. Kreatin habe ich in der letzten „Kur“ nicht supplementiert, sodass ein Teil des Kraftzuwachses auch auf Kreatin zurückzuführen ist.

Empfundene Wirkung:

  • Stimmungsaufhellung
  • tiefer Schlaf
  • relativ zügige Regeneration (sicherlich auch durch besseren Schlaf)
  • Kraftzuwachs
  • Muskelzuwachs

Die Stimmungsaufhellung hat gefühlt als erste nachgelassen. Man gewöhnt sich einfach daran und bemerkt es nicht mehr. Dennoch bin ich derzeit durchgängig gut gelaunt und erfüllt. Die starken Traumphasen haben allerdings nachgelassen, ich habe mich beim Aufwachen nur selten erinnern können, dass ich träume. Aber da ich derzeit gut durchschlafe, muss das nicht heißen, dass ich nicht träume. Durch Kraftzuwächse konnte ich mehr Gewicht bewegen, hatte aber teilweise auch sehr starken Muskelkater, der jedoch meist am dritten Tag soweit abgeklungen ist, dass normal trainiert werden konnte. Das spricht für eine zügige Regeneration.

Konstant verbessert hat sich der Muskelaufbau. Und das ist großartig. Über meinen Knien kann ich langsam den „Tropfen“ des Quadrizeps sehen, das Dekolletee sieht „trockener“ aus, aber vor allem die Arme haben sichtlich an Form gewonnen. Ich bin kein Hulk, der von Minute zu Minute sein aussehen ändert, aber die Rundungen der Schultern und des Bizeps/Trizeps sind deutlicher sichtbar als je zuvor, die „Einschnitte“ werden tiefer.

Nebenwirkungen:
Wie bereits geschrieben wurde mir morgens nach der Einnahme oft ein wenig übel und ein paar Mal zwickte auch der Magen. Während des Trainings bin ich leicht reizbar, kann aber nicht sagen, ob mehr als vor der Supplementation. Im Training sollte man es immer vermeiden mich zu reizen. 😉 Sonst keine, weder vermehrtes (Scham-)Haarwachstum *grusel*, noch Stimmveränderungen oder sonstiges.

Ausblick:
Ich bin mir mit meinem Freund einig, dass 8 Wochen zu lang sind und kürzere Zeiträume angenehmer sind. Das deckt sich auch mit den meisten Empfehlungen, daher werden wir nach einer fünfwöchigen Pause im Dreiwochenrhythmus weitermachen. Drei Wochen on, drei Wochen off. Den nächsten freien Tag will ich nutzen, um beim Hausarzt einen Bluttest samt Hormonanalyse zu beantragen, um zu schauen, ob mein Östrogenspiegel stark erhöht ist. Hintergrund ist die Angst, dass das DAA zwar zunächst den Testosteronspiegel erhöht, nach ein paar Wochen aber die Umwandlung in Östrogen so weit angekurbelt ist, dass der Testospiegel wieder fällt, der Östrospiegel aber erhöht bleibt. Da ich noch immer keine Erfahrungsberichte von anderen Frauen (oder auch nur Einnahmetipps) habe, soll der Test darüber Klarheit bringen.

Zum Schluss noch ein paar Vergleichsbilder, WOBEI ich dazu sagen muss, dass Bilder kaum Aussagekraft haben. Je nach Tagesform habe ich mal mehr, mal weniger Wasser eingelagert, trifft das Licht günstig oder ungünstig ein und beeinflusst so das Bild. Die Veränderungen sind oft nur bei täglicher Beobachtung aus verschiedenen Winkeln erkennbar. Wie gesagt, ich bin kein Hulk, der nach ein paar Momenten nicht mehr wieder zu erkennen ist. 😉 Auf einem aktuellen Foto hab ich die Farbe rausgenommen, weil ich mir letztens wunderbaren Sonnenbrand im Gesicht geholt habe und leuchte wie eine Dulux im Rotlichtviertel. ^^

Mai

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subjektives Supplementreview: DAA

Vor einigen Monaten entdeckte ich bei meiner Lieblingsbodybuilderin  ein Supplement, dass mir bis dahin unbekannt war: DAA, das steht für D-aspartic acid, auch D-Asparaginsäure genannt. Recherchen ergaben, dass es sich um einen Testobooster handelt, ein Supplement also, dass die körpereigene Testosteronproduktion steigern soll. Problematisch ist daran für Männer, dass dabei auch die Umwandlung in Östrogen angekurbelt wird. Daher sind die meisten DAA-Supplements noch mit Östrogenhemmern versetzt. DAA ist frei verkäuflich und legal.

Versprochen werden Wirkungen wie:

  • besseres Muskelwachstum
  • bessere Regeneration
  • Stimmungsaufhellung
  • erhöhte Libido
  • definiertere/trockenere Erscheinung

Recherche: Meine Neugierde war geweckt, also suchte ich in Foren speziell nach Erfahrungsberichten von Frauen. Aber ich habe nicht einen gefunden. Auch die Hersteller weisen meist nur darauf hin, dass ihre Misch-Produkte „for male only“ sind. Heidi Vuorela nimmt anscheinend keinen Östrogenhemmer zusätzlich. Ich habe sie angeschrieben und nach Dosierempfehlung, Nebenwirkungen, Einnahmeempfehlungen etc. gefragt. Leider bekam ich weder von ihr noch in den BB-Foren, die ich frequentiere, eine Antwort. Keine nimmt es oder möchte sich dazu äußern. Daher habe ich nun beschlossen, den Kreis des Schweigens zu durchbrechen.

Auch ich hab lange überlegt, ob ich etwas darüber schreibe. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen sind zu Zeiten der Öko-alles-natürlich-Aufklärung viele gegen jegliche Supplemente und man muss schon einen Shitstorm befürchten, wenn man schreibt, dass man Eiweispulver zu Shakes verrührt. Zum anderen greift diese Aminosäure in den Hormonhaushalt ein. Das tun andere zwar auch, aber als Frau bewusst testosteronsteigernde Mittel zu nehmen, halten die meisten wahrscheinlich für ziemlich verrückt. Und das ist es ja auch (ehrlich, ich hab mir da auch Gedanken drüber gemacht). Aber da mir Verrücktheit gut steht und die versprochenen Wirkungen (Nebenwirkungen soll es, bis auf den erhöhten Östrogenspiegel bei Männern, nicht geben) sehr verlockend waren, war ich schwer in Versuchung geführt. Hinzu kam, dass mir zu der Zeit jegliche Illusion und jeder Glaube an eine Diät-Veränderungs-Hauruck-Phase fehlten, ich hatte schlicht ein echtes Depritief. Nicht was Training und Trainingserfolge anging, aber was das gesamte Feld der Ernährung betraf. Da mir klar war, dass DAA nur wirken kann, wenn ich es morgens und abends auf nüchternen Magen nehme, stellte dieses Supplement für mich nicht nur eine Hoffnung auf sichtbare Fortschritte im Training dar, es war vielmehr die sprichwörtliche Wunderpille, auf die viele Dicke hoffen. Eine Pille, die Glauben stiftet, Motivation schafft und einen dazu antreibt, wieder alles zu geben und mehr zu schaffen, als man je von sich erwartet hätte. Die Einnahme bildete einen Rahmen für die Tage, immer morgens und abends wollte ich zufrieden mit mir sein und mir selber auf die Schulter hauen können, in dem Wissen, dass es sich lohnt, so viel Geld dafür auszugeben. Deswegen ist das hier mein subjektives Review, weil sicher eine Menge Placebo dabei ist. Außerdem war ich vor Einnahmebeginn nicht beim Arzt, um meinen aktuellen Testosteronspiegel messen zu lassen, kann also auch keine messbaren Daten vorweisen.

Einnahme: Ich habe über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich 2g DAA pro Tag genommen. Das Produkt heißt D-Test von Scitec Nutrition. Dazu habe ich nach zwei Wochen Einnahme eine leichte Kaloriendefizit-Diät begonnen. Zusätzlich habe ich täglich 25mg Zink konsumiert. An Trainingstagen habe ich Arginin vorm Training eingenommen. Nach den 8 Wochen Einnahme wird für insgesamt fünf Wochen Pause eingelegt, bevor die Einnahme wieder aufgenommen wird.

Ergebnis: Die letzte Einnahme ist jetzt fast zwei Wochen her und ich merke, wie die Wirkung nachlässt, daher schreibe ich jetzt diesen Review. Doch fangen wir mit den empfundenen Wirkungen an.

  • Nach ca. 1,5 Wochen spürte ich eine Stimmungsaufhellung, die die ganze Zeit anhielt. Ich war viel besser drauf, als die Wochen davor, einfach gut gelaunt.
  • Besserer Schlaf. Ich schlafe normalerweise nie tief, erreiche nur sehr kurze Traumphasen und erinnere mich nie an Träume. Normalerweise bin ich bei jedem Geräusch sofort hellwach. Während der Einnahme habe ich geschlafen wie ein Baby, das allein hat mir so viel gegeben. Ich hab fast jede Nacht geträumt, Abenteuergeschichten! Aber morgens kam ich schlecht aus dem Bett, ich hätte immer ewig weiterschlafen können.
  • Mehr Biss beim Training. Und wie! Ich wollte nicht zum Training, ich musste! Beim Training war ich konzentriert wie nie, richtig versunken, fast fanatisch. Ich schaffte dadurch allein mehr, weil ich nicht bei der ersten Erschöpfung aufgab, sondern weiter kämpfte.
  • Mehr Kraft. Allerdings schiebe ich das wirklich eher auf den Biss. Der Wille war einfach viel größer und dadurch hab ich mehr Wiederholungen geschafft. Durch den Superkompensations-Effekt hab ich dann auch mehr bewegt.
  • Muskelwachstum. Yes! Fragt meinen Freund. Der konnte bei sich übrigens weniger Effekte feststellen, obwohl er täglich 3g nahm. Aber wenn ich im Spiegel gepost habe, hörte ich ihn hinter mir laut denken: „Kann das echt vom DAA kommen?“

Nebenwirkungen:
*Keine. Weder befürchtete fiese-Haare-Sprießung. Noch eine veränderte Stimmlage (ja, ich hab mir einiges ausgemalt an Befürchtungen!^^). Manchmal war ich leichter reizbar, wenn es aufs Training zuging, kann aber auch noch als normales Level gelten. Frau eben. ;P Auch nicht vermehrte Pickel oder sonstiges. Auch keine gesteigerte Libido.

Wirkung fast zwei Wochen nach der letzten Einnahme:

  • Keine Träume mehr. Nicht einen einzigen in der letzten Woche. Dafür fällt es mir auch morgens wieder leichter aufzustehen. (EDIT: Vielleicht lag es an der Trainingspause und dem damit fehlenden Hormonausstoß, denn seit ich wieder trainiere, träume ich auch wieder. Dieser Punkt kann also gestrichen werden.)
  • Biss hat nachgelassen. Ich geh noch gern zum Training, geb da auch gut Gas, aber dieses…fanatische, dieses gestörte, versunkene Beißen, ich kann es nicht anders beschreiben…das fehlt.
  • Muskeln sind noch da. 😀
  • Kraft ist gut, nur kämpf ich nicht mehr so lang, wie mit DAA.
  • Laune ist okay. Kein Tief, kein sonderliches Hoch, normal halt.

Fazit: Von allein hätte ich DAA nicht abgesetzt, mein Freund bestand darauf, weil die User in den Foren das auch so machen. Außerdem ist es sauteuer. Aber ich warte schon sehnsüchtig auf das Ende der Einnahmepause. Ich weiß nicht, wie viel Placebo dabei ist, das interessiert mich auch wenig, ich will einfach wie Wirkung wieder spüren, denn DAA tat mir rundherum gut und hat mir den Glauben an meine eigene Entwicklung wiedergegeben. Gefähhhrrrrlich gut. 😉

Edit nach vielen weiteren Kuren: Ca. zwei Wochen nach dem Absetzen bemerken mein Freund und ich (haben zeitversetzte Kuren, daher unabhängig von einander bemerkt) immer ein paar Tage ein kleines emotionales Tief. Keine wirkliche Depression, aber wir sind dann immer 2-3 Tage etwas empfindlicher, leicht niedergeschlagen, eben nicht so gut drauf, als wäre die Sonne verschwunden. Danach fühlt normalisiert es sich und mit jeder neuen Kur bemerken wir ein Hoch. Alles ist leichter, wir sind besser, cooler, stärker. Also auch nach vielen Kuren kann ich noch festhalten: Für mich und meinen Freund wirkt DAA-Pro definitiv.