40 Wochen Diät…und kein Ende in Sicht.

Am Montag saß ich mit meinem Coach auf der Bank. Die Tage davor plagte mich der Hunger heftig und im Training fühlte ich mich wie ausgesaugt…keine Kraft, keine Ausdauer. Bei jeder Wiederholung dachte ich: Ich will nicht mehr! Sie letzten Sätze schenkte ich mir ganz.

Und so kam es, dass ich ihm zum ersten Mal Bilder vom aktuellen Stand zeigte und die Frage nachschob: Wie lange noch? Wie viele Wochen muss ich noch hungern?

Vor dem Gespräch hatten sich 4-6 Wochen in meinem Kopf festgesetzt. In der Zeit könnte ich es knapp unter 70 kg schaffen. Ich stellte schon erste Überlegungen an, wie es danach weiter gehen könnte. Morgens täglich mindestens 20 g Kleie, samstags ein Cheatmeal, täglich mindestens 2000 kcal….Ich konnte es mir richtig gut vorstellen. Ich wollte nicht mehr..keinen Hunger mehr, nicht mehr das Gefühl, mein Körper verzehre sich selbst, bessere Leistung im Training, Brustmuskelaufbau statt jede Woche weniger. Vier Wochen sind überschaubar, so lange könnte ich es vielleicht noch aushalten. Also stellte ich die Frage und schaute ihm ins Gesicht.

Er weicht meinem Laserblick aus, zieht kurz die Schultern hoch und sagt: „Natürlich ist dein Wunsch hier maßgeblich. Ich würde dich gern unter 70 kg sehen, das sollten wir schon schaffen. Aber ich glaube, mit 65 kg sähest du perfekt aus.“

Ohhhh…dieser geschickte Teufel!!!

 

„Was denkst du…schaffst du es noch bis….sagen wir Weihnachten?“

Ich möchte sagen: „Nein!“
Ich möchte sagen: „Ich will was anderes hören!“
Aber innerlich spürte ich, wie eine Zahl sich durch meinen Verstand frisst, durch allen Widerstand hindurch und irgendwo in den Tiefen meines Restfettgewebes einrastet: 65kg.

„65 kg, das habe ich nicht mehr gewogen, seit ich 11 war.“, sage ich und vergesse dabei vollkommen meine Magersucht mit 16. Trotzdem ist 65 kg eine Zahl, die für mich so unvorstellbar ist wie eine live beobachtete Supernova. 65 und das Prädikat „perfekt“…die Zahnräder setzten sich in Bewegung.
„Weihnachten, da ist ja fast Silvester. Zu Silvester bin ich eh immer top motiviert, da geht immer etwas Neues los.“ Und damit war es besiegelt….Erstmal bis Weihnachten durchalten…und dann den Rest zur 65. Der Plan steht. Marcel weiß es vielleicht nicht, aber seine Antwort war ein Geniestreich der Rhetorik. Der Sack hat mich locker über meine Grenze geschubst. Eine Grenze die für mich schon fast eine unüberwindliche Mauer war.

Studio ist derzeit frustrierend. Überall fehlt die Kraft, die Ausdauer, es ist kalt, oft voll und ich bin ständig enttäuscht von mir. Aber das ist alles egal. Ich habe wieder ein klares Ziel vor Augen und da zählt vor allem, dass ich hingeh und ein paar Extrakalorien verbrenne.
Leistung, Müdigkeit, Wartezeit, das alles wird zur Nebensache. Durchziehen…

Und nicht immer von der Nähmaschine ablenken lassen. Die Gute wird für mich langsam zur Besessenheit. Diese Woche war Slaine beruflich unterwegs und ich war wie im Wahn. Konnte nachts nicht schlafen, konnte es tagsüber nicht erwarten, endlich wieder das nunmehr vertraute Surren zu hören. Alles andere wurde zur nervigen Unterbrechung. Ich vergaß zu essen, ging viel zu spät ins Bett und bin inzwischen so überdreht, dass ich ständig alles verpeile. Dauernd finde ich Sachen, wo sie nicht hingehören oder renne dreimal los, um etwas zu holen. Beim Kreuzheben habe ich heute links eine 15 kg-Scheibe vergessen. O_o
Nachdem ich heute den Stoff für eine Hose zuschnitt um am Ende festzustellen, dass der Fadenlauf genau anders herum gehört, habe ich mir selber eine Pause verordnet.

Das wird schwer…eine Hose und ein Shirt müssen nur noch genäht werden und ich habe noch Stoff für weitere Sachen übrig! *zitter*
Aber es nützt ja alles nichts. Lieber erfreue ich mich erstmal an den Sachen, die ich schon geschafft habe und gehe dann mit frischer Konzentration an den Rest. Der Plan für nächste Woche: viermal ins Studio!

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21. Woche

Es ist ja eine kurze Woche, haben sie gesagt. Die geht schnell rum, haben sie gesagt.
Und ich nur so…

Letzten Freitag habe ich meinen Coach getroffen. Ursprünglich wollte ich ihn ja hauptsächlich, um die Ernährung mal auf die Kette zu kriegen. Das ist noch immer so, aber die Ernährung habe ich ganz gut auf die Kette gekriegt. Was nun? Also haben wir uns Stück für Stück Trainingsfragen vorgenommen. Und ich habe seine Meinung schätzen gelernt.

Mit meinem Trainer habe ich wirklich Glück gehabt. Er ist freundlich, aber bestimmt. Verrückterweise scheint er zu spüren, wenn ich auf Abwege gerate, denn irgendwie kommt dann immer eine Whatsapp-Nachricht von ihm. Oder spioniert er mir nach? *psychotischumschau* ;P Und was ich am meisten schätze, ist sein Fachwissen. Wenn er mir etwas zeigt, hat das Hand und Fuß.
Vor ein paar Wochen bin ich beispielsweise beim Brusttraining verzweifelt. Durch viele Trainingspausen hatte ich gar kein Muskelgefühl mehr, keinen Tonus, weder Kraft noch Ausdauer. Es war zum Heulen. Ich fühlte mich wie ein totaler Anfänger. Er zeigte mir eine Übung am Kabelzug, mit der ich die Brust richtig aufwärme. Und siehe da, nach dem Aufwärmen habe ich einen Pump wie noch nie. Die Brust ist dann voll einsatzbereit und weil sie so aufgeplustert ist, kann ich sie sehr gut spüren. An Kraft fehlt es noch immer, aber das Volumen macht das allemal wett.
Dann erklärte er: und dasselbe machst du zum Abschluss, nur dehnst du nach jedem Satz 20 Sekunden die Brust und startest dann ohne Pause den nächsten Satz mit 20 Wiederholungen. Das Ganze machst du viermal und ich verspreche dir, du wirst keinen Muskelkater haben.
Na logo, dachte ich da noch…nach einem harten Training fies dehnen…der Muskelkater wird mich umbringen!
Und was soll ich sagen…er hat recht! Ich spüre natürlich, was ich gemacht habe. Die Brust ist noch Tage später k.o. und voll. Aber der erwartete Höllenmuskelkater bleibt aus.

So macht das Training Spaß.

Blöd nur, wenn man mitten im Training spürt, wie der Hals zu kratzen beginnt. Es wundert mich nicht, arbeite ich doch seit Wochen permanent, bin oft ganz schön frustriert und das nervöse Zucken am Auge ist auch wieder da. Also wird der Hals wieder munter mit Kräutertinkturen und Kamillentee präpariert und das Training fällt mal wieder aus.
Mäh!
Dabei hab ich mir vom Coach das Rezept für pralle Handtaschen-Halter-Schultern geben lassen. Das will ich doch mal ausprobieren!
Außerdem ist mein Gewicht letztes Wochenende vor Schreck gleich unter 76kg gesunken. Und meine Beintrainingshose rutscht über den Hintern! So ohne Training schwappt das Gewicht gleich wieder über die 76-kg-Schwelle. Verdammt! 😉

Das neue Tiefstgewicht habe ich gleich zum Shoppen genutzt.


Das zweite Teil ist mit Kapuze. Ich liebe es! ❤

Drückt die Daumen, dass der Hals mitmacht. Ich will dicke Schultern! ;D

Die zweite Woche…

…ist rum und es ist deutlich einfacher geworden. Schnell habe ich den Knackpunkt erkannt: die Fettmenge. Also habe ich einige Mahlzeiten überarbeitet, sodass sie weniger Fett enthalten.
Anfangs wollte ich alle neuen Rezepte ausprobieren. Und wenn ich Rezepte sage, meine ich Gerichte, die man kocht und brät. Inzwischen nutze ich viele Varianten ohne kochen/braten.
Fehlt mal eine Zutat und ich müsste nur wegen ihr nochmal los, suche ich eine Alternative die ich direkt zubereiten kann.

Die ersten drei Kilos sind gepurzelt. Da ist sicher viel Wasser dabei, aber die Richtung stimmt schonmal.
Langsam sind also die nervigen Seiten auf ein erträgliches Niveau gesunken und ich kann die Vorteile genießen. Die da wären:

  • ich ernähre mich gesund und abwechslungsreich -> gut fürs Ego
  • ich esse viele kleine Mahlzeiten und habe nicht mehr so große Zwischenräume zwischen den Mahlzeiten -> ich bin ständig satt, ohne davon fertig zu sein
  • es schmeckt, echt! Es schmeckt einfach gut. ❤
  • mich lockt nichts mehr. Slaine bestellt Pizza und Cookies, spült das mit einem Bier runter? Soll er doch, tangiert mich nicht. Das gute Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, ist stärker als jede Verlockung. Bzw. lockt es eben derzeit nicht. Gar nicht. Ich muss mich nicht überwinden. Es zieht und zerrt einfach nichts, ich bin im Diätmodus, in meiner eigenen Essenswelt.
  • ich werde abnehmen, ich werde gut aussehen, gott! das wird großartig!
  • mein Coach sagt, ich mache das super -> Bauchbepinselung von außen statt ständiger Zweifel von innen, das ist viel besser.

Gestern war ich beim Schultertraining und ich fühle mich heute noch fit. Yay! Morgen geht es zum Beintraining, es wird wieder trainiert.

Kurz: Es läuft. 🙂

Euch wünsche ich einen entspannten Übergang ins neue Jahr. Möge 2017 besser werden, als sein Vorgänger.

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Die erste Woche

…ist rum.

Es ist festzustellen: Ohne Coach, der mir das Ganze befiehlt, hätte ich keine zwei Tage durchgehalten.
Vorher:
Essen wird am Vorabend aus dem Frostschrank in die Tupperdose befördert und am nächsten Tag, nach einer Runde in der Mikrowelle, gegessen. Abends Fastfood.

Jetzt:
Am Tag vorher wird der kommende Tag durchgeplant, bis Kalorien und Makros passen.
Einkaufen, was fehlt. Üblicherweise fehlt irgendein Produkt, was es nur in einem entfernten Supermarkt gibt.
Zubereiten.
Essen.
Abwaschen.
Das nächste Essen vorbereiten.
Bloß nichts vergessen, nochmal alles checken, Einkaufslisten erstellen, überlegen, wann man es in welchen Laden schafft.
Makros und Kalorienwert in die Liste für den Coach eintragen.
Plan für den nächsten Tag erstellen, Mahlzeiten überarbeiten, bis die Makros passen, Veränderungen festhalten, gegebenenfalls die Mahlzeiten-Übersichtslisten in der Küche anpassen.

Fazit: Von früh bis spät kann ich mich mit dem Ernährung befassen und ständig hat man Angst, irgendwas nicht bedacht oder vergessen zu haben. Da rutscht hier mal mit einem Tap ein Kaloriendummi in eine Liste und dort vertippst du dich bei der Mengenangabe. Und dann gibt es noch die schönen Situationen, wie am Samstag. Ich habe festgestellt, dass ich jeden Tag auf zu hohe Fettwerte komme und so ständig nach fettarmen Alternativen suchte. Zufällig hatte ich irgendwann einmal fettarmen Frischkäse (Almette Kräuter 7%) gekauft, der unberührt im Kühlschrank stand. Ich fing also an, den eigentlich eingeplanten Frischkäse durch Almette zu ersetzen. Alle Listen wurden angepasst, neu ausgedruckt, an die Wand gepinnt, die ersten Mahlzeiten zubereitet und plötzlich sah ich den Boden des Fässchens und hatte doch noch 2 Mahlzeiten damit vorausgeplant. Doch wo hatte ich das Fässchen eigentlich gekauft?
Ein Marathon durch die Läden begann, der mich echt Nerven gekostet hat.
Abends war der Abfluss in der Küche verstopft und plötzlich lieg ich heulend im Bett…keine adäquate Reaktion aber ein sicheres Zeichen, dass ich gerade zu viel investiere.

Es muss nicht jede Mahlzeit aufwändig sein, ich habe viele einfache Varianten.
Es kann auch mal zwei oder drei Tage hintereinander das gleiche Mittagessen oder Frühstück geben.
Es muss machbar sein.
Langsam wird es das.

Die ersten 1,5kg sind weg. Ich bin immer satt. Es ist ein gutes Gefühl, sich gesund und vollwertig zu ernähren. Es ist ein gutes Gefühl, es richtig zu machen, auf dem Weg zu sein, tapfer zu sein. Und die neuen Rezepte sind allesamt verdammt lecker.
Ich bleibe dran. 😉

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Aller Anfang…

…ist bekanntlich schwer. Und wer glaubt, ein Personal Trainer nehme einem alles ab, der irrt sich. Die Hauptarbeit bleibt immer bei einem selbst.

Gestern bekam ich also den Ernährungsplan zugesandt. Darin steht:

  • wieviel kcal ich pro Trainingstag bzw. trainingsfreien Tagen zu mir nehmen soll
  • eine entsprechend angepasst Menge an Makronährstoffen (Eiweiß, Kohlehydrate, Fett).
  • jede Menge Mahlzeitenoptionen
  • Allgemeine Tipps und Hinweise

Wo steckt denn nun die Arbeit?

Zunächst mussten all die Zutaten Mengenangaben erhalten, sodass abzusehen ist, wo wir (also ich) mit den Kalorien am Ende des Tages landen. Da ich Kalorien tracke, habe ich gestern also munter Listen mit Mahlzeitenoptionen erstellt und die Mengen so angepasst, dass jede Mahlzeitenkategorie für sich eine bestimmte Kalorienzahl hat. Mein Frühstück hat also, egal welche Option ich wähle, immer ca. 270kcal. Mein Mittagessen hat stets um die 700kcal. An Trainingstagen gibt es einen Nachtrainingsshake und eine Dosis Dextrose, was die 300kcal Unterschied zwischen Trainings- und Nichttrainingstagen ausmacht.

Das hat viele Stunden gebraucht, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Die Kombination der Makronährstoffe reguliere ich, sobald ich die ersten beiden Mahlzeiten eingetragen habe und die anderen beiden vorplane.

Nachdem das geschafft war, habe ich meine halbe Küche ausgemistet. Plastikbehälter, die ich schon lange nicht mehr nutze, wurden aussortiert. Dazu jede Menge Fertigprodukte, wie Kartoffelbreipulver, Glasnudeln etc. und steinalte Zutaten, die schon seit Jahren darauf warten, benutzt zu werden (z.B. Linsen..rote Linsen, Tellerlinsen, weiße Linsen, ich muss wohl mal eine echte Linsenphase gehabt haben…oder es gab sie im Angebot), dann noch alles hin und herräumen, damit neuer Platz entsteht.

Nun fehlten nur noch die neuen Zutaten…also raus und den ersten Schwung einkaufen.

Irgendwie war die Zeit dann so schnell rum, dass ich das Essen völlig vergessen habe. XD Und so blieb, nach einer großen Mahlzeit nichts vom Tag mehr übrig. Da nützt der beste Plan nichts. ^^

Ein Tipp war, Reis zu kaufen, der mindestens 40 Minuten kochen muss. Gesagt getan…allerdings habe ich mir angewöhnt, die Gemüsemischung immer direkt mit zu kochen. Bei 40 Minuten Kochzeit kommen interessante Ergebnisse heraus, offensichtlich haben Schalotte und Aubergine ihre Farbe abgegeben, der Reis war vorher nämlich gelblich. 😉

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Nächstes Mal füge ich das Gemüse später hinzu.
 

Nach dem chaotischen Auftakt wollte ich heute alles richtig machen. Also morgens direkt die erste Mahlzeit und auf ging es in den nächsten Laden, um noch weitere Zutaten zu holen. Und schon war es wieder Zeit zu essen. Ich habe noch nie Quinoa gegessen, also wollte ich das heute antesten. Der Geruch ließ grauenhaftes erahnen, aber ganz so schlimm war es dann nicht. Das Rind war mal wieder etwas zäh (irgendwie immer -.-), hatte dafür eine richtig leckeren Eigengeschmack. Danach noch fix eine halbe Grapefruit geschaufelt, alles nach Plan.
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Allerdings hatte ich vergessen, ein Foto zu machen und überfiel meinen Freund mitten in der Mahlzeit. Mein Teller war zu dem Zeitpunkt schon lange leer. Upsprünglich ist die Mahlzeit üppiger und hat mich bis jetzt gut gesättigt.
So gut, dass ich noch gar nicht an die nächste Mahlzeit denken mag, obwohl die nun bald ran ist.
Das ist schon eine Umstellung, wenn man an zwei Riesenmahlzeiten gewohnt ist, nun plötzlich alles auf vier bis fünf kleinere Mahlzeiten verteilt.

Inzwischen ist die Bestellung für den Supplementeshop raus, denn auch beim Proteinpulver muss nachgerüstet werden. Das Fleisch für die Abendmahlzeit habe ich schon beim Mittagessen mitgebraten, alle kommenden Mahlzeiten schon vorher eingetragen, sodass die Makros ungefähr passen. Nun kann ich mich eigentlich zurücklehnen. Dennoch kommt es mir heute so vor, als könnte man mit alledem auch jeden Tag füllen. Einkaufen, einräumen, abwiegen, vorbereiten, kochen, essen, abwaschen, in Dosen packen, hin und herräumen, Essen tracken und vorausplanen.
Hoffentlich stellt sich da bald eine erleichternde Routine ein. 😉