2018? Läuft!

Der Januar neigt sich schon wieder verdächtig dem Ende zu. Im Studio wird es gaaaanz sachte ein klitzekleines bisschen leerer. Die ersten Neujahresvorsätze scheinen überholt zu sein.

Nicht so bei mir. Vor dem Jahreswechsel brauchte ich dringend eine Pause. Ich hatte es schon im Oktober gespürt. Mir ging die Luft aus, die Nerven lagen blank. Trotzdem machte ich brav weiter, so gut es ging.

Mit einer heftigen Erkältung zum Jahreswechsel und Besuch durch alte Freunde war es dann endlich Zeit für eine richtige Pause. Ende November brachte ich stolze 69,5 kg auf die Waage, hatte damit mein Jahresziel erreicht und eine Pause redlich verdient. Da ich zuvor noch einige leckere Rezepte in Tageslisten verwandelt hatte, zog es mich zwischen Schlemmertagen immer wieder zur alten Routine zurück, weil ich die Rezepte einfach ausprobieren wollte. Das war ein gutes Gefühl. War sonst der Kontrollverlust die einzige Begierde, die ich kannte, machte diese Neuerung mir Mut. Denn nur, wenn die Diät so gute Motivation mit sich bringt, werde ich das den Rest meines Lebens umsetzen können.

Insgesamt kam ich auf 9 Tage ohne Kalorientracking. Wirklich übertrieben habe ich jedoch nur an 4 Tagen. Die anderen 5 aß ich nach Plan, bis ich mir abends noch etwas Fastfood oder Rotwein gönnte.

Ins neue Jahr startete ich dann mit sagenhaften 74,8 kg.

Meinem Freund erging es ähnlich. Vor Weihnachten 103,7 kg, nach Silvester 107,6 kg. Klar, da ist auch viel Wasser in die zuvor geleerten Speicher geflossen. Doch ein Kumpel, der mit uns feierte und ebenso viel aß wie Slaine, wog nach Silvester gerade mal 600g mehr als vorher. Dass er von Natur aus schlank ist, muss ich nicht erwähnen, oder? Aber solche Feststellungen führen leider zu nichts. Man kann sich keinen anderen Stoffwechsel herbeisehnen. Man kann nur das beste aus dem machen, was man hat. Immerhin habe selbst ich mehr Brustmuskulatur als unser Kumpel. ;D

Ganz abgebaut ist das Gewicht noch nicht.  Heute morgen lag ich bei 70,8 kg. Was die Pause aber definitiv gebracht hat, ist neue Motivation. Vor zwei Wochen habe ich freiwillig zur „harten“ Diät mit 1600 kcal zurück gefunden. Und diesmal lief es ganz anders. Ich freute mich richtig darauf. Kein Jammern und Quengeln. Selbst der Einschnitt viel nicht so schwer wie beim ersten Mal. Alles lief smooth. Bis auf die Freitage…da kam der alte Trieb voll und ganz zurück. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an all das Essen, was mir entging. Da ich weiß, dass ich soetwas eh nicht aufhalten kann, ließ ich die Zügel locker, gönnte mir ein paar Leckereien und legte am nächsten Morgen wieder mit dem Plan los.

So läuft es jetzt ganz gut. Meine Form wird besser. Ich fühle mich fit und klasse. Und wenn ich merke, dass es ein mieser Tag ist, entspanne ich mich und nehme es hin. Ich habe das Gefühl, so meine Ziele erreichen gut damit leben zu können.

Was mich außerdem beschäftigt hat, sind meine ständigen Verspannungen im Rücken. Nachdem meine Physiotherapeutin Anna mich ordentlich durchgewalkt hat, lockerten sich die Verspannungen. Aber das war keine Dauerlösung. Außerdem habe ich einen hässlichen Rippenbuckel auf der rechten Seite, der, zusammen mit der dazugehörigen Skoliose, immer wieder für neue Verspannungen sorgen wird.

Was also tun?

Marcel hat mir schon einige Dehnübungen empfohlen, die helfen, den Verspannungen entgegen zu wirken. Dazu mache ich viele Übungen bereits als duale Ausführung, sodass jede Seite einzeln trainiert wird. Anna setzte mich nun letztens zwischen zwei Spiegel, sodass ich meinen Rücken sehen konnte, drückte mir eine stehende Langhantel in die rechte Hand und sagte, ich solle nun Zug nach unten aufbauen. Ich zog und sah, wie sich das Schulterblatt schön aufstellte. Anna erklärte mir, dass passiere, weil ich nur den Rhomboiden nutze, um das Schulterblatt nach hinten zu ziehen. Durch den Rippenbuckel stehe das Schulterblatt dann so ab.

Welchen Muskel muss ich denn nun trainieren, damit das nicht mehr passiert?, fragte ich.

Anna meinte: Nicht einen einzelnen allein, es muss eine 3D-Bewegung werden. Ich benötige mehr Zug durch den Latissimus, mehr Stabilität durch den Bauch (das höre ich in letzter Zeit ja nur noch!) und die Schulter soll weiter hinter und runter. Genau diese Bewegung übten wir, wobei ich mich auf das Zusammenspiel der Muskulatur konzentrieren sollte. Schließlich hängt im Studio nicht überall ein Spiegel. Ich muss es blind erfühlen können. Anschließend zeigte sie mir, wie ich diese gestützte Bewegung in vielen Übungen „anwenden“ kann, um in Zukunft meine Wirbel anders zu stützen und langfristig der Skoliose und damit auch den Verspannungen entgegenwirken zu können. Das Versprechen auf eine langfristige Besserung klang wie Musik in meinen Ohren. Der Begriff Skoliose hat sonst immer so etwas endgültiges an sich. Hinzu kommt, dass es mir einen prächtige Entwicklung der Rückenmuskulatur bringen wird. Zum einen, weil man einen verkrampften Muskel nicht wirklich trainieren kann, zum anderen weil ich meinen inneren Fokus nun auf unterschiedliche Bereiche der Muskulatur konzentrieren werde. Es ist nicht mehr einfach nur „der Rücken“, sondern eine Vielzahl von Muskelsträngen, die entsprechend be- und entlasstet werden müssen. Gezielteres Training für gezieltere Beanspruchung führt zu gezielterem Wachstum. Klingt für mich logisch.

Gestern probierte ich das Gelernte bei den Ausfallschritten aus. In den letzten Wochen brachte mir das „Geschleppe“ der Kettlebells immer Nackenverkrampfungen ein. Als ich Anna deswegen volljammerte, meinte sie schlicht: Ist doch kein Wunder. Wenn deine Schultern nach vorn fallen, hängt das Gewicht allein an der Nackenmuskulatur und für die ist das schwer! Es läuft immer auf dasselbe hinaus: Schultern runter und hinter, dann hängt das Gewicht entspannt und muss nicht als volle Last gezogen werden.

Es heißt, man müsse eine Information oft wiederholen, bis sie tatsächlich gelernt ist. Das trifft hier wohl absolut zu. Marcel predigt schon ewig, ich müsse die Schultern runter und hinter ziehen und den Bauch anspannen. Natürlich habe ich das immer wieder versucht, aber so richtig KLICK hat es erst jetzt gemacht. Gerade wenn man den Unterschied zwischen dem ausgeklappten und dem angelegten Schulterblatt sieht und spürt, wie viel Änderung ein etwas anders ausgeführter Bewegungsablauf mit sich bringt, hilft das, um eine Information als WESENTLICH zu begreifen und sie konsequent umzusetzen, statt blind irgendetwas zu versuchen, ohne zu sehen, was es tatsächlich bewirkt.

Was Spiegel doch alles bewirken können… ;D

Mein Rückenbereich um den Latissimus dorsi herum fühlt sich nun ziemlich verkrampft an. Wahrscheinlich arbeitet er mehr als je zuvor. Aber der Nacken fühlt sich wesentlich entspannter an. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Und bei euch so? Halten die Neujahresvorsätze noch an? Oder hattet ihr gar keine?

Ps: Noch immer kein Katzenlaufrad. -.- Wir warten ungeduldig!

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